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Sep 21

Wissenschaftler: „Biolandwirtschaft nicht pauschal klimafreundlicher“

Foto: pixabay

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Wissenschaftlicher BMEL-Beirat sieht Ökolandbau nicht als pauschalen Klimaschützer.

Ökologischer Landbau ist offenbar nicht besser fürs Klima als konventioneller. Das sagen zumindest die Wissenschaftlichen Beiräte für Agrar- und Waldpolitik beim Bundeslandwirtschaftsministerium nach einem aktuellen Gutachten.

Die Wissenschaftler betrachten das viel diskutierte Thema „Landwirtschaft und Klima“ aus einer anderen Sicht. Sie gehen davon aus, dass für die Klimawirkung nur die produktbezogenen Emissionen relevant sind. Pro Produkt, also zum Beispiel je Kilogramm Getreide oder je Liter Milch, habe der ökologische Landbau ungefähr gleich hohe oder leicht verminderte Emissionen, so die Gutachter.

Einer Metastudie zufolge ernten Biolandwirte im Schnitt um 25 Prozent weniger pro Hektar als konventionelle Betriebe. Der Wegfall von Pestiziden im ökologischen Landbau wiegt deshalb die Emissionen der anderen Maßnahmen in der Produktionskette nicht auf, was die Belastung pro Produkt betrifft.

Ausnahmen Hülsenfrüchtler

Als Ausnahme nennen die Gutachter aber Ökobetriebe, die besonders viel Hlüsenfrüchte als Futter anbauen. Da konventionelle Landwirte zum Beispiel von Kleegras nicht mehr ernten als Biolandwirte, ist hier die Biobilanz „eindeutig günstiger zu beurteilen“, so die Wissenschaftler.

Bio trotzdem weiter fördern

Der Beirat befürwortet allerdings weitere Subventionen besonders da, wo Biolandwirte für die Umwelt etwas leisten können. Besonders Vorteilhaft sei die ökologische Landwirtschaft in Regionen eben mit einem hohen Anteil von Wiesen und Weiden mit Kleegras oder in Gebieten mit sandigen Böden, in denen Düngemittel leicht ins Grundwasser durchsickern können, so die Wissenschaftler. Die ökologische Landwirtschaft pauschal als Klimaschutzmaßnahme zu sehen, empfehlen die Wissenschaftler nicht.

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