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Jun 25

Wirbelstürme im Anmarsch?

Berichte über Hurrikankatastrophen nehmen Mitteleuropäer meist mit Entsetzen wahr, fühlen sich aber heimelig sicher. „Die Menschen in den betroffenen Gebieten sind arm dran, aber alles soooo weit weg“. Von wegen!

Forscher haben herausgefunden, dass die Wirbelstürme aus ihren Stammregionen rund um den Äquator abwandern und zwar nach Norden und Süden in Richtung der Pole.

Die Wissenschaftler um den US-amerikanischen Meteorologen James Kossin veröffentlichten in der Fachzeitschrift „Nature“ Berechnungen, denen zufolge sich die unheilbringenden Naturgewalten in den letzten 30 Jahren um mehr als 50 Kilometer in Richtung der Erdkuppeln bewegt haben.

Hurrikan „Dean“ 2007 über Haiti: Gelingen Satelliten bald ähnliche „Schnappschüsse“ von Europa? Foto: ESA

Hurrikan „Dean“ 2007 über Haiti: Gelingen Satelliten bald ähnliche „Schnappschüsse“ von Europa? Foto: ESA

Die Forschergruppe nennt sogar konkrete Zahlen. Der „Wanderweg“ auf der Nordhalbkugel wurde mit bisher 53 Kilometern festgelegt, für die Südhalbkugel wurde eine Strecke von gar 62 Kilometern errechnet, welche die Stürme bisher zurücklegten. Besonders deutlich sei der Trend im Pazifik und im Indischen Ozean bemerkbar, schreiben die Autoren. Auf eine andere Studie des „National Climatic Data Center“ (NOAA), für das James Kossin übrigens arbeitet und die beinhaltet, dass die Anzahl der Wirbelstürme im Nordatlantik seit den 1990er Jahre erheblich angestiegen sei, geht der Meteorologe in dem Artikel nicht ein. Wenn sich die Stürme zwischen Amerika und Europa ebenfalls ausbreiten, müsste sich auch Deutschland über kurz oder lang auf Hurrikans vorbereiten.

In einem Punkt sind sich die Wissenschaftler einig: Die Ausbreitung der Wirbelstürme sei menschengemacht. Eine globale Erderwärmung habe dafür gesorgt, dass sich die Luftzirkulation verändert habe. Die Entstehung der Wirbelstürme sei von speziellen Winden abhängig, die in Äquatornähe abgenommen und am Tropenrand zugenommen hätten und so das Hurrikanrisiko an den Rand der bisherigen Hotspots gewandert sei, glauben die Forscher zu wissen.

 

1 Kommentar

  1. Norbert Michels

    Hallo,
    ich habe Ihren Kommentar gelesen und kann ihn nur bejahen! da kommt noch sehr viel auf uns zu. Aber wie schon gesagt „Die Menschen in den betroffenen Gebieten sind arm dran, aber alles soooo weit weg“. Das wird sich bald ändern!
    mfg
    Norbert Michels

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