«

»

Okt 30

Wettervorhersagen: Forscher lernen Klimawandel verstehen

In einem groß angelegten Forschungsprojekt wollen Wissenschaftler herausfinden, wie der Klimawandel das künftige Wetter gestaltet und Wettervorhersagen verlässlicher prognostiziert werden können.

klimawandel

Foto: pixabay (Symbolbild)

Wie wird das Wetter im Klimawandel? Das versuchen Wissenschaftler der Freien Universität Berlin zusammen mit Kolleginnen und Kollegen von insgesamt 26 Universitäten in einem groß angelegten Forschungsprojekt herauszufinden. Ziel ist es, Wettervorhersagen, Frühwarnsysteme und Schadenspräventionen zu verbessern.

Der Klimawandel verändert Wetterereignisse

Mit dem Fortschreiten des Klimawandels sehen wir uns weltweit mit mehr und heftigeren  Waldbrände als üblich, lang anhaltenden Hitzewellen oder vermehrten Starkregenereignissen konfrontiert. Die Winter in Deutschland sind im Durchschnitt wärmer als in den vergangenen Jahrzehnten, lokal gibt es dennoch lokal extreme Schneefälle. In einer Beilage im “Tagesspiegel” hat die Universität veröffentlicht, wie im Rahmen des „ClimXtreme – Klimawandel und Extremereignisse“ das internationale Forscherteam den veränderten Verhältnissen auf den Grund geht und Schlüsse daraus zieht.

Mechanismen müssen für Wettervorhersagen verstanden werden

„Es geht zum einen um ein detailliertes Verständnis der Mechanismen, die Extremwetter- Ereignissen zugrunde liegen und wie der Klimawandel sie verändert”, erklärt Professor Uwe Ulbrich von der Universität Berlin. Der zweite Forschungsansatz ist eher statistisch: Geklärt werden soll, wie hoch die Wahrscheinlichkeiten für solche Ereignisse sind und sein werden – mit oder ohne Klimawandel. “Und im dritten Projekt untersuchen wir die konkreten Auswirkungen von Extremwetter auf Mensch, Natur und Infrastruktur“, so Ulbrich.

Wetterextreme sind nicht neu, aber anders

Der Klimawandel hat Wetterextreme nicht “mitgebracht”, sie werden in Zukunft aber andere Auswirkungen haben. Erforscht werden die Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Ereignissen. „Es sind keine neuen Wetterphänomene. Aber solche, die in dieser Stärke eher selten vorkommen, und heftige Auswirkungen auf Menschen und ihre Umwelt haben“, sagt Ulbrich in dem “Tagesspiegel”-Artikel.

Zu den Phänomenen, die im Rahmen von ClimXtreme erforscht werden, gehört unter anderem Extremwind in Kombination mit der Standfestigkeit von Bäumen. Wie sind die relevanten Windfelder aufgebaut? Wie stark anfällig sind Bäume durch ihre Vorgeschichte? „Es gibt Hinweise, dass der vorausgegangene Winter eine wichtige Rolle dabei spielt, ob ein Sturm Bäume zu Fall bringen kann“, erklärt der Wissenschaftler. „Macht ein besonders kalter Winter bestimmte Baumarten anfälliger? Wie stark wirkt sich die Durchfeuchtung des Bodens aus? Hier arbeiten wir sehr eng mit Forstwirten zusammen.“ Ein weiteres Thema sind zum Beispiel der Zusammenhang zwischen  veränderten klimatischen Bedingungen und Erdrutschen sowie die Veränderung von Gewittern. Diese gibt es schon immer. „Aber wenn sich die Wolkentürme selbst organisieren, zum Beispiel, indem sie anfangen, in gewissen Teilen zu rotieren, kann es zu einer deutlichen Verstärkung der Effekte und damit zu größeren Schäden führen“, sagt Uwe Ulbrich.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.