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Sep 07

Wespen bleiben dieses Jahr weitgehend aus

Foto: AOK Medienservice

Foto: AOK Medienservice

Der viele Regen im Frühjahr sorgt für eine Wespenflaute, was aber nicht nur von Vorteil ist.

Der Spätsommer ist normalerweise die Zeit der Wespen. Doch dieses Jahr können sich Menschen, die Angst vor Wespen haben, oder allergisch auf das Gift der Insekten reagieren entspannt in den Gartenstuhl lehnen. Denn dieses Jahr ist kein Wespenjahr. Der Grund: Aufgrund der heftigen Regenfälle im Frühjahr sind viele Königinnen samt ihrer Brut ertrunken.

„Wespen-Königinnen verbringen ihre Winter in geschützten Hohlräumen unter Steinen, in Baumhöhlen oder in Holzstapeln“, sagt Manuel Pützstück, Wildbienenexperte der Deutschen Wildtier Stiftung. „Der starke Regen im Frühjahr war für die schwarz-gelben Insekten verheerend.“ Betroffene Wespenvölker brauchen Zeit, sich wieder vollends von den Unwettern zu erholen.

Wespen-Mangel hat nicht nur Vorteile

Der frühe Tod der Insekten hat aber keineswegs nur Vorteile. „Sie haben ihr schlechtes Image zu Unrecht, denn Wespen sind effektive Schädlingsbekämpfer. Sie verfüttern Fliegen, Blattläuse und Mücken, die sie als Nahrung für den Nachwuchs ins Wespennest bringen.“ Und: Wespen helfen sogar bei der Bestäubung der Blüten. Die Deutsche Wildtier-Stiftung ruft deshalb zur Toleranz gegenüber den Insekten auf. Ihr Lebensende naht ohnehin schon im Herbst.

Wie hält man Wespen fern?

Sollte sich trotzdem die eine oder andere Wespe in die Nähe verirren, heißt es Ruhe bewahren. Auf keinen Fall sollte man versuchen, das Insekt wegzupusten, denn das Kohlendioxid in der Atemluft macht die hungrigen Insekten erst recht aggressiv. Wenn sich eine Wespe dem Gartentisch nähert hilft es, Schokolade auf den Tisch zu stellen, denn Wespen hassen Schokolade. Vorsorglich kann man in einer anderen Ecke des Gartens eine Schüssel mit Lebensmitteln, die Wespen anlocken, aufstellen, zum Beispiel reife Bananen oder Weintrauben.

Was tun bei einem Wespenstich?

Laut AOK reagieren in Deutschland etwa 2,5 Millionen Menschen allergisch auf Wespenstiche. Bei Menschen, die keine Allergie auf Insektengifte haben, bleibt es normalerweise bei einer lokalen Reaktion. Die Einstiche röten sich, schwellen an und schmerzen. Dann genügt, die Stelle zu kühlen. Doch bei Allergikern breitet sich die allergische Reaktion über den ganzen Körper aus. Treten Schwellungen am Hals, Übelkeit, Erbrechen und Atemnot auf, muss sofort der Notarzt verständigt werden. In schwerwiegenden Fällen kann sogar das Herz-Kreis-Laufsystem völlig zusammenbrechen.

Völlig zu unrecht ist übrigens die Angst vor Hornissen. Das Gift von Bienen ist zehnmal stärker als das der gefürchteten Insekten. Außerdem sind sie nicht so aggressiv wie Wespen.

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