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Sep 03

Wenn Regen zum Wunder wird

Ascheschleuder: Nach dem Ausbruch des isländischen Vulkans Eyjafjallajökull „regnete“ es auf dem gesamten Erdball Staubpartikel. Foto: ESA

Ascheschleuder: Nach dem Ausbruch des isländischen Vulkans Eyjafjallajökull „regnete“ es auf dem gesamten Erdball Staubpartikel. Foto: ESA

Nach dem Ausbruch des isländischen Vulkans Eyjafjallajökull im Frühjahr 2010 wurde die Erde von einer dichten Aschewolke umhüllt. Flugzeuge mussten am Boden bleiben, es regnete Staubpartikel. Im April diesen Jahres kam, wie es in unregelmäßigen Abständen geschieht, wieder Wüstensand aus Nordafrika nach Mitteleuropa und bedeckte Gartenstühle und Autos.

Bei Phänomenen, die alles auf die Erde schleudern außer Wasser, spricht man von „Wunderregen“. Dazu zählen auch „kosmischer Regen“, bei dem Partikel aus dem Weltraum in die Erdumlaufbahn geraten und dann in Richtung Erde prasseln, sowie Getreideregen, bei dem Getreidehalme durch etwa einen Wirbelsturm in die Luft geschleudert werden und an anderer Stille wieder zu Boden sinken. Beim Staubregen geschieht das selbe mit Bodenpartikel. Bei letzterem spricht man auch von „Blutregen“, da die Staubpartikel meist durch hohen Kieselsäure-, Eisen- und Kupferoxydgehalt rötlich gefärbt sind.

Im Aberglauben der Antike und des Mittelalters verband man die rötlichen Partikel mit wirklichem Blut und zog daraus drohende Unglücke wie Krieg oder Seuchen. Man verstand das Phänomen als Zeichen göttlichen Zorns. „Erschreckliche zaichen sind in welsche land (Italien, Anm. d. Red.) nach gepurt des herrn 570. Jahr bey nacht gesehen worden. Dann fewrig Straln erschine am himel un pluot tropfet von wolcken, was menschlichs pluot bedeutete, das darnach vergoßen wardt. nachfolgend regnet es vil tag aneinander und mehret sich die Tyber (Fluss Tiber, Italien, Anm. d. Red.) mit gewalt der wasser, also das sie an nidern enden (im unteren Flusslauf, Anm. d. Red.) vil volcks ertrencket. deßgleichen geschahe auch in andern stetten und gegenten.“, schrieb der Nürnberger Arzt und Humanist in seiner 1493 verfassten Weltchronik.

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