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Jul 02

Wein an der Ostsee, Olivenbäume am Neckar

Olivenbäume: Was würde die Klimaerwärmung für die Landwirtschaft bedeuten? Foto: Martin Wegener/pixelio.de, Illustration: Peter Feldnick, Composing: die-wetterversicherung.de

Olivenbäume: Was würde die Klimaerwärmung für die Landwirtschaft bedeuten? Foto: Martin Wegener/pixelio.de, Illustration: Peter Feldnick, Composing: die-wetterversicherung.de

Dass sich das Klima im Laufe der Jahrtausende und Jahrhunderte, ja sogar in den letzten Jahrzehnten, ständig verändert hat, ist bekannt. Weniger im Bewusstsein sind die Auswirkungen der Veränderungen in der Vergangenheit und auch in der Zukunft.

Biologen beobachten schon heute eine Verschiebung von Vegetationszonen bis zu 400 Kilometer in Richtung Norden. In alpenländischen Gipfelregionen, die bis vor einigen Jahren noch von Steinen und Flechten dominiert waren, siedeln sich Pflanzen und Tiere an, die man bis jetzt dort nicht vermutet hätte.

Ähnlich verhält es sich mit Kulturpflanzen. Sie gedeihen in Regionen, in denen man nie daran gedacht hätte, sie dort zu kultivieren. Findige Landwirte bauen in Großbritannien bereits Olivenbäume an. Auch in Deutschland läuft bereits ein entsprechendes Experiment. In der Region Kraichgau in Baden-Württemberg wachsen auf einem 1.600 Quadratmeter großen Olivenhain zehn Fruchtsorten, die aus Italien, Frankreich, Kroatien und Griechenland an den Neckar übersiedelt worden sind. An der Ostsee gibt es bereits ein Weingut. Der Ingenhof baut in Malkwitz in Schleswig-Holstein auf drei Hektar Trauben an, und das erfolgreich.

Wenn man geschichtlich ins Mittelalter zurück blickt, hatten damals Ölbäume auf den Britischen Inseln schon eine lange Tradition hinter sich. Genauso, wie zu jener Zeit am Alpennordrand, inmitten der bei Kulturtouristen und Naturgenießer beliebten Region um Salzburg in Österreich, Wein wuchs. Alles wiederholt sich, ob mit oder ohne industriebedingtem Klimawandel.

Doch, was für die meisten Menschen nach Urlaubsgefühl in den heimischen Breiten klingt, ist für die Landwirtschaft keineswegs positiv. Eine nur vier bis fünf Grad höhere Durchschnittstemperatur würde Wasserknappheit ins Land bringen, die Waldbrandgefahr würde steigen und könnte griechische und süditalienische Dimensionen annehmen. Mit der nach Norden ziehenden Tierwelt würden sich auch nicht nur gerne gesehene Arten ansiedeln. Auch Schädlinge, die bis jetzt südlich der Alpen zu finden sind, kämen ins Land.

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