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Dez 02

Warten auf „Super“-El Niño

Das Wetterereignis El Niño trifft bald auf die südamerikanische Pazifikküste. Experten gehen diesmal von einer extrem starken Ausprägung aus.

Experten hatten das Wetterphänomen El Niño bereits für die Jahreswende 2014 erwartet.  Geschehen ist nichts. Dafür kündigt sich das Ereignis für das kommende Jahresende um so stärker an. Das Phänomen tritt alle sieben bis acht Jahre um die Weichnachtszeit auf. Deshalb der Name El Niño – das Kind, im Sinne von Christuskind.

El Niño oder meteorologisch Southern Oscillation (ENSO) beschreibt ein gekoppeltes Zirkulationssystem von Ozean und Atmosphäre im Bereich des tropischen Pazifiks. Dabei wird das warme Oberflächenwasser zusammen mit der atmosphärischen Zirkulation vom westlichen Pazifik in Richtung Südamerika verschoben.

Schuld sind die verschiedenen Stärken der Passatwinde. Normalerweise wehen sie von Südamerika nach Australien, und zwar entlang des Äquators. Die Luftströmungen schieben warmes Wasser an die Ostküste des Pazifiks. Gleichzeitig stauen sie dort den Wasserpegel einen halben Meter höher auf als vor Südamerika.

El Niños treten in Jahren auf, in denen die Passatwinde abschwächen oder gar aussetzen. Dann schwappt das aufgestaute warme Wasser zurück in Richtung Südamerika. Dieses Verschieben des Warmwasser-Pools von Australien in Richtung Südamerika bezeichnet man als El Niño. Den Namen hat das Phänomen peruanischen Fischern zu verdanken, denn sie leiden besonders darunter. Das viel zu warme Wasser zerstört die Nahrungskette. Plankton und Fische verschwinden. Die Fischerei ist in den südamerikanischen Ländern eine der wichtigsten Wirtschaftszweige. Außerdem sorgt El Niño an der lateinamerikanischen Küste für Überschwemmungen durch extreme Regenfälle und auf der anderen Seite des Pazifiks für Dürre. Die diesjährigen überdurchschnittlich hohen Temperaturen tun das Übrige und erwärmen das Wasser noch stärker. Das macht diesen  El Niño so gefährlich. Experten befürchten, dass die Auswirkungen so schlimm sein werden, wie seit 1997 nicht mehr. Damals verloren 23.000 Menschen ihr Leben. El Niño ließ einen Schaden von 33 Milliarden Euro zurück.

Das Phänomen breitet sich erfahrungsgemäß auch in Richtung Nordamerika aus. Von einer direkten Auswirkung auf Europa gehen Experten nicht aus. Lediglich der auch in Deutschland extrem heiße Sommer deutete auf die globalen Verhältnisse während des Jahres und somit auf die Bildung eines extrem starken El Niños hin.

Auf der Website der NASA kann die Entwicklung des El Niños beobachtet werden.

Darstellung: NASA/JPL-Caltech

Darstellung: NASA/JPL-Caltech

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