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Dez 23

Snowfarming: Wintersportregionen ernten Schnee

Foto: TVB Seefeld

Foto: TVB Seefeld

Kunstschnee hat bald ausgedient: Man setzt auf echten, konservierten Schnee.

In immer mehr Wintersportregionen in den Alpen wird mit „konserviertem“ Schnee den warmen Wintern getrotzt. Die Idee kommt aus Finnland, dort ist es schon seit einigen Jahren Praxis, jeweils im Frühjahr Schneehaufen mit Sägespänen und speziellen Vliesfolien zu bedecken. Durch das Abdecken bleiben etwa 80 Prozent des Schneevolumens erhalten. Das für die Touristiker „weiße Gold“ wird dann im Herbst „geerntet“ und auf die Langlaufloipen und teilweise sogar schon auf alpine Pisten aufgebracht.

In der Schweiz beschäftigt sich die Gruppe „Industrieprojekte und Schneesport“ am Eidgenössischen Institut für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) intensiv mit dem Thema. In Österreich wird die Methode bereits etwa in Seefeld in Tirol und in Ramsau umgesetzt. In dem steierischen Langlaufparadies konnten bereits bei der Snowfarmingpremiere 2013 vom Jahresanfang bis in den Herbst rund 4.000 Kubikmeter Schnee gerettet werden.

Auch im russischen Sotschi, das nicht unebdingt für Schneesicherheit bekannt ist, hat die Methode bei den Olympischen Winterspielen 2014 so manchen Wettbewerb gerettet. Dort hatte man Schneehaufen rechtzeitig mit handelsüblichen Baufolien konserviert.

Wenn sich die Methode durchsetzen würde, könnte die Produktion mit den nicht ganz umweltfreundlichen Schneekanonen gänzlich an den alpinen Nagel gehängt werden. Denn Wissenschaftler warnen, dass durch den Einsatz der Schneemaschinen die Alpen austrocknen könnten. Für etwa 24.000 Hektar Skipisten benötigen Schneekanonen soviel Wasser, wie eine Stadt mit 1,5 Millionen Einwohnern verbraucht.

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