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Mrz 07

Richtige Fruchtfolge schützt das Klima

Eine neue Ökobilanz-Methode verbessert den CO2-Fußabdruck landwirtschaftlicher Produkte.

fruchtfolge

Foto: pixabay

Die Fruchtfolge wirkt sich als Gründüngung nicht nur auf die Bodenbeschaffenheit aus, sondern auch auf die Klimabilanz von Produkten wie Brot, Milch und Biokraftstoffe aus. Eine neue Methode ermöglicht es der Landwirtschaft, die CO2-Bilanz verschiedener Fruchtfolgen zu vergleichen und damit ihre Bewirtschaftungsweise klimatauglich zu optimieren.

Untersucht und bewertet wurden sowohl die Fruchtfolgen als auch die Ernterückstände wie Stroh. „Erstmals können wir nun produktbezogene CO2-Fußabdrücke landwirtschaftlicher Erzeugnisse berechnen, die in Fruchtfolgesystemen angebaut wurden“, erklärt Dr. Gerhard Brankatschk von der TU Berlin. Der Forscher hat sich im Rahmen seine Dissertation mit den Ökobilanzen von Agrarprodukten auseinandergesetzt.

Ökobilanz sinkt, aber steigt auch

In einer mehrjährigen Studie hat Brankatschk die Klimabilanzen verschiedener Produkte unter Einbezug der Mischkultur beziehungsweise des Nebenprodukts Stroh neu berechnet. Die Ergebnisse wurden mit bisherigen Erkenntnissen verglichen. Betrachtet wurden Brot aus Weizen, Milch von Kühen und Biodiesel aus Raps sowie Bioethanol aus Stroh. Ein Anbau in Fruchtfolgen verbessert die CO2-Bilanzen von Brot, Milch und Biodiesel um elf Prozent, 22 Prozent beziehungsweise 16 Prozent. Stroh, relevant für Nutztierhaltung und Bodenfruchtbarkeit, verschlechtert allerdings die CO2-Bilanz von Biokraftstoffen aus Stroh um 80 Prozent.

Aussagekräftiges Instrument

„Wir empfehlen Anpassungen der bisherigen Bilanzierungspraxis und einzelner gesetzlicher Vorgaben“, erklärt Brankatschk , “darunter die der Erneuerbare-Energien-Richtlinie der Europäischen Union, die derzeit überarbeitet wird.“ Mit dem international anerkannten Instrument ‘Ökobilanzen‘ steht nun nicht nur der Landwirtschaft, sondern auch der Politik und der Wirtschaft ein aussagekräftiges und attraktives Instrument zur Nachhaltigkeitsbewertung zur Verfügung. “Unsere Berechnungen berücksichtigen auch die Nährwerte für Nutztiere und beziehen so die beiden anspruchsvollen UN-Nachhaltigkeitsziele Ernährungssicherung und Bekämpfung des Klimawandels mit ein.”, so Brankatschk.

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