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Naturphänomen: Wo kann in Europa ein Meteotsunami auftreten?

Auf Menorca hat eine sogenannte “Rissaga” einen Hafen überschwemmt. Das Naturphänomen kommt mit unterschiedlichen Bezeichnungen auch in anderen europäischen Regionen vor.

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Vergangenes Wochenende wurde der Hafen von Ciutadella auf der spanischen Insel Menorca überschwemmt. Die Ursache war eine starke Ausprägung des Naturphänomens “Rissaga”. Innerhalb kurzer Zeit stieg der Meeresspiegel um bis zu 1,75 Meter an.

Naturphänomen trifft nicht nur die Balearen

Das Phänomen kommt ein paar mal im Jahr, allerdings in schwacher Form, im gesamten balearischen Raum vor. Offiziell heißt die “Rissaga” Meteotsunami und kann auch in anderen Teilen Europas vorkommen. In Malta nennt man die plötzliche Überschwemmung “Milghuba”, an der Adria “Stigazzi”, auf Sizilien “Marrubio” und an der Nord- und Ostsee “Seebär”.

Eine Art “Mini-Tsunami”

Die Bezeichnung “Meteotsunami” kommt nicht von ungefähr. Denn das Phänomen funktioniert ähnlich wie ein katastrophaler Tsunami, wie man ihn aus Asien kennt. Der Unterschied: Die Welle wird nicht durch ein Seebeben ausgelöst, sondern durch unterschiedlichen Luftdruck. Wenn die Geschwindigkeit eines Sturmes, der über die Wasseroberfläche zieht, stark ansteigt und der Luftdruck massiv abfällt, kann sich in Sturmrichtung eine Welle fortpflanzen. Wenn die Sturmgeschwindigkeit und die Geschwindigkeit der Welle nahe beieinander liegen, kann der Sturm seine volle Energie in diese pumpen und sie rast in Richtung Küste.

Bundesregierung: Beim Ausgleich der Waldschäden Klimawandel berücksichtigen

Deutschlands Wälder sind durch den Klimawandel enorm geschädigt. Klöckner und Merkel kündigten Hilfe für Waldbesitzer an.

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Die Wälder sind nicht nur durch Waldbrände aufgrund der trockenen Witterung gefährdet. Auch Stürme und Schädlinge schaden den Bäumen. Da das alles Folgen des Klimawandels sind, sieht Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner dringenden Handlungsbedarf. Sie fordert, dass die Bundesregierung die Wiederaufforstung unterstützt. „Einen vergleichbaren Waldverlust hat es in der Vergangenheit kaum gegeben“, so die Politikerin zur Nachrichtenagentur dpa. In den Achtziger Jahren habe das Thema Waldsterben alle beschäftigt.” Sie kritisiert, dass jetzt niemand mehr davon redet. Laut Ministerium müssten 110.000 Hektar Wald ausgeglichen werden. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel, hat die Situation in einem jüngst veröffentlichten Video-Podcast thematisiert: Man solle den Waldbauern unter die Arme greifen.

Wälder für den Klimawandel fit machen

Klöckner strebt an, ein „Mehrere-Millionen-Bäume-Programm“ aus dem Energie- und Klimafonds (EKF) der Bundesregierung zu finanzieren, wie sie der dpa weiter sagte. Den Fonds hat die Bundesregierung eingerichtet, um die Energiewende zu beschleunigen. Er umfasst derzeit 4,5 Milliarden Euro. Derzeit wird das Geld hauptsächlich für etwa erneuerbare Energien und Elektromobilität verwendet. Der Waldklimafonds steht zur Verfügung, um die Anpassung der Wälder an den Klimawandel zu fördern. Er ist Teil des EKF.

Verbände zählen auf Bundesregierung

Der Verein “Familienbetriebe Land und Forst” und der Waldeigentümer-Verband begrüßen, dass sich Klöckner und Merkel für eine Unterstützung der Waldeigentümer ausgesprochen haben. “Die Betriebe können dies infolge der immensen und großflächigen Schäden allein oft nicht mehr leisten”, sagte Waldeigentümer-Präsident Hans-Georg von Marwitz. Teilweise seien komplette Ökosysteme bedroht.

Der Energie- und Klimafonds sei nach Einschätzung der beiden Verbände genau der richtige Absender für das Hilfsprogramm. Denn der Wald muss nicht nur aus wirtschaftlicher Sicht, für den Klimawandel fit gemacht werden, er speichert andererseits auch CO2 und dämmt so den Klimawandel ein.

Der Wein flüchtet vor dem Klima

Die französische Weinregion Bordeaux hat ein Klima-Problem. Aufgrund der klimatischen Veränderungen wird der berühmte Wein dort bald nicht mehr angebaut werden können.

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Foto: pixabay (Symbolbild)

Experten warnen mit mehr oder weniger dramatischen Prognosen vor einem weiteren Hitzesommer in diesem Jahr. Tatsache ist, dass sich das Klima wandelt. Hitzewellen dauern länger an, dazwischen wüten Unwetter und Stürme. Weintrauben sind besonders empfindlich. Bodenbeschaffenheit, Durchschnittstemperatur und zum Beispiel auch Luftfeuchtigkeit müssen genau stimmen. Von diesen Faktoren hängt vor allem der Geschmack und somit die Qualität des Weines ab. In Frankreich kämpfen Winzer mit den Veränderungen des Klimas. Die Weinbauunternehmen in der Region Bordeaux in Frankreich befürchten, dass sich ihr berühmter Bordeaux-Wein in Qualität und Geschmack verändert und nicht mehr an Kenner verkauft werden kann.

Klima zu heiß für berühmten Bordeaux-Wein?

In der Region Bordeaux wird der vollmundige Merlot angebaut. Dieser braucht ein gemäßigtes Klima: Warme, nicht zu heiße Sommer und regelmäßige Niederschläge. Wie der Autor Fabian Federl in der Süddeutsche Zeitung (SZ) schreibt, beobachtet man in der Region besorgt die Veränderung des Klimas. Es ist einfach zu heiß und zu trocken für die Sorte. Experten gehen davon aus, dass man in einigen Jahrzehnten die Weine dort nicht mehr anbauen kann.

Muss das Anbaugebiet verlagert werden?

Die SZ zitiert die Agrarwissenschaftlerin Agnès Destrac-Irvine. Die Doktorandin macht demnach zwei Vorschläge: Das Anbaugebiet mit dem Namen Bordeaux müsse weiter nach Norden rücken oder die Rebsorten, welche die Bordeaux-Weine ausmachen, müssten ausgetauscht werden. Das erste Szenario würde bedeuten, dass sogar in Deutschland die Sorten, für die Bordeaux so berühmt ist, angebaut werden könnten. Für Destrac-Irvine sind das allerdings keine Zukunftsszenarien. Die SZ zitiert die Wissenschaftlerin weiter: “Ein Wandel besteht nicht bevor – er ist schon da.” Beide von Destrac-Irvine beschriebenen Szenarien würden den Ruf der Weinregion zerstören.

Tornado in Franken: Feuerwehr gelingt beeindruckendes Video

Feuerwehrleute aus Franken filmten auf der Heimfahrt von einem Einsatz einen Tornado. Der DWD warnt vor stärkeren Tornados durch den Klimawandel.

Die Feuerwehr aus dem fränkischen Himmelkron hat vergangene Woche während der Rückfahrt von einem Einsatz ein spektakuläres Wetterphänomen gefilmt: Zwischen Neuenmarkt und Wirsberg im Landkreis Kulmbach fegte ein Tornado über das Land.

 

Quelle: Feuerwehr Himmelkron/Youtube/inFranken.de

 

Tornado hätte Hausdächer abdecken können

Wie das Internetportal inFranken.de schreibt, haben sowohl der Deutsche Wetterdienst (DWD) als auch sogenannte Stormchaser (Sturmjäger) bestätigt, dass der Wirbelsturm auf dem Video der Feuerwehr tatsächlich ein Tornado war. Es handelte sich laut inFranken.de um einen Tornado der “schwächeren Sorte”. Die Wirbelstürme, im unteren Bereich der internationalen Fujiata-Skala können dennoch bis zu 116 Stundenkilometer erreichen. Der Tornado in Franken hinterließ eine Schneise von bis zu 100 Metern Breite. Der DWD-Tornado-Beauftragte Andreas Friedrich bestätigte dem Internetportal, dass ein Sturm in dieser Kategorie schon Hausdächer abdecken kann. Glücklicherweise fegte der Tornado über unbebautes Gebiet.

Stärkere Tornados durch Klimawandel

Der DWD geht von 30 bis 60 bestätigten Tornados aus, die jährlich über Deutschland fegen. Die Dunkelziffer liegt wahrscheinlich höher. Andreas Friedrich warnte in einem Interview mit der Stuttgarter Zeitung davor, dass mit dem Klimawandel zwar die Anzahl der Tornados nicht steige, diese aber stärker würden.

Sonne: Schwaches Magnetfeld hat Einfluss auf Erde

Forscher erwarten dieses Jahr eine Abschwächung des Magnetfeldes der Sonne. Die Folgen bemerkt man auch auf der Erde.

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Foto: pixabay

Wissenschaftler haben vorhergesagt, dass die Sonne 2019/2020 ihre Aktivität reduzieren wird. Das Magnetfeld wird schwächer, was man an weniger Sonnenflecken erkennt. Wie merkur.de unter Berufung auf spaceweatherarchive.com schreibt, kann das sogenannte Sonnenminimum Auswirkungen auf die Erde haben.

Schwacher Zyklus der Sonne erwartet

Die Sonnenzyklen ändern sich. Das Magnetfeld ist mal stark, mal schwach. Der kommende Zyklus ist der 25. seit Beginn der Aufzeichnungen im 19. Jahrhundert. Wie merkur.de weiter schreibt, erwarten die Wissenschaftler einen schwachen Zyklus. Auch im vergangenen zeigte die Sonne weniger Sonnenflecken.

Höhere kosmische Strahlung

Trotz schwachem Magnetfeld bleiben die Aktivitäten der Sonne bestehen. Durch die Minimierung gelangen aber mehr kosmische Strahlung in das Sonnensystem und somit in die Nähe der Erde. Die Auswirkungen betreffen die Natur aber auch die Menschen. Da die obere atmosphärische Elektrizität beeinflusst wird, kann es zu mehr Gewittern kommen. Flugreisende sind einer höheren Strahlung ausgesetzt.

Wann wird das Wetter zum Klima?

Die Begriffe Klima, Wetter und Witterung werden oft verwechselt. Der Unterschied hängt nur von zwei Faktoren ab: Zeitraum und Ort.

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Foto: pixabay

Sind der extrem heiße Sommer im vergangenen Jahr, die Überschwemmungen und plötzlichen Wintereinbrüche Ergebnisse des Klimawandels oder haben wir nur unterschiedliche Wetterlagen? Experten bringen den Hitzesommer 2018 mit einer Veränderung des Klimas in Verbindung. Doch wo hört das Wetter auf und wo fängt das dauerhafte Klima an?

Klima hängt von Statistik ab

Darüber, ob eine länger andauernde Wetterlage bereits auf eine Klimaveränderung hindeutet, sind sich Wissenschaftler teils uneins. Vor allem das schnelle Voranschreiten des Klimawandels macht Einschätzungen nicht leichter. Die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) hält sich bei der Definition an einen Beobachtungszeitraum von 30 Jahren. Die Zeitspanne ist lange genug, um statistische Eigenschaften erfassen zu können.

Definitionen eine Frage von Zeit und Ort

Laut Max-Planck-Institut für Meteorologie beschreibt das Wetter den physikalischen Zustand zu einem bestimmten Zeitpunkt an einem bestimmten Ort. Das Klima hingegen sei erst dann richtig gekennzeichnet, wenn die Wahrscheinlichkeit für Abweichungen vom Mittelwert angegeben werden kann. Das verlangt, dass auch Extremwerte Teil der Statistik sind. Die Einteilung der Klimazonen erfolgt nach dem Jahresgang von Temperaturen und Niederschlägen.

Das Klima beschreibt also den durchschnittlichen Verlauf der Klimaelemente im von der WMO definierten Zeitraum. Der punktuelle Zustand definiert das Wetter. Die Witterung ist der vorherrschende Zustand über mehrere Tage – auch wenn während Regentagen zwischendurch mal die Sonne zum Vorschein kommt.

Wetterphänomen: Sind Böenwalzen gefährlich?

Böenwalzen sind ein relativ seltenes Wetterphänomen. Ende April kam es in Franken zu einem solchen Naturschauspiel.

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Foto: sturmjaeagerTobi/pixabay.com

In Franken konnte Ende April eine sogenannte Böenwalze, ein eher seltenes Wetterphänomen, beobachtet werden. Wie der Name schon sagt, verläuft das Wolkengebilde horizontal – im Gegensatz zu Tornados. Experten sprechen auch von einer “Shelf Cloud” (dt. “Regalwolke”).

Wie entsteht das Wetterphänomen?

Böenwalzen gehen meist mit Gewitterwolken einher und sind das Ergebnis von komplexen Strömungsvorgängen. Luft strömt von verschiedenen Seiten in unterschiedlichen Höhen in die Wolke. Einsetzender Niederschlag kühlt den entgegenströmenden Aufwind ab und dreht ihn um. Worauf er in die Tiefe stürzt und sich auf der Erdoberfläche ausbreitet. Die auf die Gewitterwolke strömende feuchtwarme Luft wird dadurch angehoben und zu einer Walze geformt.

Wie gefährlich sind Böenwalzen?

Böenwalzen können Windstöße in Sturmgeschwindigkeit verursachen. Durch sogenannte Windscherungen kann es im Luftverkehr zu Problemen kommen. Schäden auf dem Boden oder eine Gefahr für Menschen sind eher selten. 2015 hat in Bamberg eine Böenwalze allerdings Sachschäden angerichtet.

 

Video-Quelle: Youtube/Nils Nordmeer

 

 

Hochwasser: Situation entspannt sich vorerst

Vergangenes Wochenende wurde in Süd- und Norddeutschland vor Hochwasser gewarnt. Inzwischen hat sich die Situation entspannt. Aber gerade Norddeutschland muss mit künftigen Starkregenereignissen rechnen.

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Foto: michael81/pixabay.com (Symbolbild)

In Süddeutschland, vor allem im Bayerischen Wald, sind die Pegel der Flüsse und Bäche am vergangenen Wochenende bedrohlich angestiegen. Denn zum normalen Tauwasser aus den Alpen kam noch starker Dauerregen. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnte vor überfluteten Kellern und Straßen durch Hochwasser. Inzwischen hat der Regen nachgelassen. Die Pegelstände sind zwar noch über dem Durchschnitt, die Anwohner konnten aber zu Wochenbeginn aufatmen.

Sturm und Hochwasser im Norden

Nicht so glimpflich haben die norddeutschen Regionen die Auswirkungen von Tief “Heinz” überstanden. Bäume stürzten um, der Zugverkehr und Fährverbindungen mussten teilweise eingestellt werden. In Schleswig-Holstein wurde die A21 aufgrund umgestürzter Bäume voll gesperrt. Auch in Ostdeutschland stieg die Elbe an. Derzeit ist der Pegel teilweise noch 1,50 Meter über der Normalhöhe.

Starkregen wird häufiger

Gerade in Norddeutschland wird Starkregen zur ernstzunehmenden Naturgefahr werden. Zu diesem Ergebnis kamen Meteorologen diese Woche auf der Tagung DACH 2019 in Garmisch-Partenkirchen. „Die Auswertung von Radardaten zeigt, dass wir bei der Bewertung der Naturgefahr Starkregen in einigen Regionen von einer neuen Gefährdungslage ausgehen müssen,“ so Dr. Andreas Becker und Dr. Tanja Winterrath vom Deutschen Wetterdienst. Während die Bevölkerung in Norddeutschland länger andauernden und dafür nicht so heftigen Regen gewohnt ist, werden die Niederschläge in Zukunft kürzer und heftiger ausfallen. Das ist für Kommunen ein Problem, da die Entwässerungssysteme noch nicht auf diese Situation ausgerichtet sind.

Starkregen ist eine Folge des Klimawandels. Durch höhere Temperaturen kann die Atmosphäre mehr Wasserdampf aufnehmen. Dieser kommt als Regen auf die Erde zurück.

Klimawandel: Waldumbau gegen Borkenkäfer?

Ein wärmeres Klima durch den Klimawandel begünstigt Schädlinge. Der NABU fordert, das Problem langfristig auf natürliche Weise zu lösen.

Foto: pixabay

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Die Hitzewelle im Frühsommer und Sommer führte nicht nur zu einer stärkeren Population der Wespen. Sie hat auch dazu geführt, dass die Population der Borkenkäfer explodierte. Dazu kommt, dass die durch die Trockenheit bedingten Waldbrände abgestorbenen Fichten gute Nistplätze für die Schädlinge sind. Zum Schutz der Wälder werden Pestizide eingesetzt. Der Naturschutzbund (NABU) sieht aber ein grundsätzliches Problem: Die Käferplage durch den Klimawandel könne nicht durch Gift bekämpft werden.

Klimawandel begünstigt Entwicklung von Schädlingen

„Die Fichtenforste machen seit vielen Jahren sehr deutlich, wie anfällig sie gegenüber extremen Wetterereignissen sind. Dürre und Hitze haben in diesem Jahr auch den Borkenkäfer-Befall begünstigt”, so NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Das Insekt hatte bereits mit einem warmen April optimale Bedingungen. “Auch durch Stürme haben vorgeschädigte Wälder dem Borkenkäfer weniger entgegenzusetzen“, erklärt Miller. Besonders betroffen von Borkenkäfermassenvermehrungen sind Bundesländer mit einem hohen Fichtenanteil. Dazu zählen Bayern, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Thüringen und Baden-Württemberg.

Ist ein Waldumbau besser als Pestizide?

Der NABU kritisiert, dass beim öffentlichen Wald vor allem wirtschaftliche Interessen das Maß aller Dinge seien und den Pestizideinsatz gegen Schädlinge. „Aus den Fehlern der vergangenen Jahrzehnte müssen wir schneller lernen”, sagt Miller. “Es zeigt sich immer wieder – je naturnäher der Wald, desto weniger anfällig ist er gegen extreme Wetterereignisse, die durch den Klimawandel immer häufiger auftreten“, so der Bundesgeschäftsführer.

NABU-Waldexperte Stefan Adler ergänzt: „Wir können nicht über Jahre mit Gift gegen die Klimaveränderung ankämpfen.” Kurzfristige Lösungen seien nicht vorhanden. Mittel- bis langfristig helfe nur der Waldumbau hin zu naturnahen Laub- und Mischwäldern. Er fordert, von der Forstwirtschaft, Fichten nicht mehr durch Douglasien und andere schnellwachsende Nadelbaumarten zu ersetzen.

Klimawandel: Bald südfranzösische Verhältnisse in Berlin?

Die Erderwärmung könnte zu einer Verschiebung der Temperaturen sowie zu einer Veränderung von Fauna und Flora führen: Mediterranes Klima in Deutschland, wüstenartige Vegetation am Mittelmeer.

Foto: Monika Neumann/pixelio.de (Symbolbild)

Foto: Monika Neumann/pixelio.de (Symbolbild)

Seit Monaten ist es in vielen Regionen Deutschlands viel zu trocken. „Unter Umständen nähern sich Hitze und Trockenheit in der kommenden Woche einem neuen Höhepunkt”, prognostiziert Meteorologe Dominik Jung vom Wetterportal wetter.net gegenüber dem “Tagesspiegel”. Experten führen die Entwicklung auf den Klimawandel durch den Treibhauseffekt zurück.

Mittelfristige Veränderung

Bereits bis Ende des 21. Jahrhunderts könnte es in Deutschland durchschnittlich 4 Grad wärmer sein als Ende der 1990er Jahre. Die Zeitung beruft sich dabei auf Modellrechnungen des Klimaforschungsverbundes “Reklies”. Der Anstieg der Durchschnittstemperatur würde auch mit mehr Hitzetagen über 30 Grad Celsius einhergehen. Die Anzahl würde im deutschen Durchschnitt bis Ende des Jahrhunderts von derzeit vier auf 25 ansteigen. In Berlin wäre es dann so warm wie zum Beispiel im südfranzösischen Montélimar. In den wärmeren Regionen der Bundesrepublik sind heute schon 15 solcher heißen Tage pro Jahr normal. In Karlsruhe und Freiburg würde die Anzahl der Tage über 30 Grad auf 50 ansteigen.

Während sich Sonnenhungrige über solche Prognosen freuen, sind damit aber auch Risiken verbunden. Extremwetterereignisse, wie Stürme und Hochwasser, würden zunehmen.

Wüstenartige Vegetation in Südeuropa

Die prognostizierte Klimaverschiebung würde auch den Mittelmeerraum betreffen. Studien zufolge soll es dort noch weniger Laubwälder und mehr Landschaften mit Zwergsträuchern geben. Der für Sizilien, Südspanien, Zypern oder Kreta typische Macchia-Bewuchs könnte innerhalb der nächsten 100 Jahre einer wüstenartigen Vegetation weichen, beruft sich der “Tagesspiegel” auf Studien. Unter anderem haben Wissenschaftler der Universität Aix-Marseille das mögliche Szenario untersucht.