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Wettervorhersagen: Forscher lernen Klimawandel verstehen

In einem groß angelegten Forschungsprojekt wollen Wissenschaftler herausfinden, wie der Klimawandel das künftige Wetter gestaltet und Wettervorhersagen verlässlicher prognostiziert werden können. Continue reading

Die Welt brennt und das sind die Folgen

Nicht nur in Südamerika brennen riesige Flächen, auch in Afrika und Asien. Wissenschaftler warnen vor ungeahnten Folgen für die ganze Welt.

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Screen: FIRMS/NASA

In Südamerikas Regenwäldern wüten derzeit die schlimmsten Brände seit Jahren. Noch im 2000 Kilometer entfernten Sao Paulo verdunkeln die Rauchwolken den Himmel. Die meisten der Feuer gehen auf Brandstiftung zurück. Aus der Katastrophe ist inzwischen ein politischer Streit entfacht. Umweltverbände sprechen von Brandrodung zur Schaffung von Weideflächen. Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro macht Nichtregierungsorganisationen verantwortlich. Laut dem Politiker wollen sich diese für die Kürzung von Zuschüssen rächen. Ein Streit mit Folgen für die gesamte Welt.

Brände rund um die Welt

Nicht nur in Südamerika toben Feuer. Auch in Sibirien und anderen Regionen rund um den Polarkreis brennen seit Wochen Flächen und Wälder. Obwohl diese inzwischen durch Regenfälle abgeschwächt wurden, sind noch immer Glutnester vorhanden. Wie auf einer beeindruckenden Karte der NASA zu sehen ist, brennen auch große Teile Afrikas. Jeder rote Punkt ist ein Feuer. Laut Experten des Portals wetteronline.de braucht die Savanne diese Brände. Sie helfen dem Gras, schneller zu verrotten, die Asche ist Dünger für den Boden. Obwohl Gräser weniger CO2 freisetzen – weil sie weniger speichern als Bäume – sind die großflächigen Feuer dennoch schlecht für das globale Klima. Auch in Südost-Asien brennt der Regenwald.

Folgen für das globale Klima

Die Regenwälder gelten als die “grüne Lunge” der Erde. Die riesigen Waldflächen speichern CO2. Johan Rockström, Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), sprach gegenüber n-tv.de von einem “Kipp-Punkt”. Wenn 40 Prozent der Waldfläche verbrannt seien, werde der Amazonas-Regenwald unwiederbringlich zu einer Savanne werden. “Sollten die Temperaturen durch den Klimawandel weiter unvermindert ansteigen, könnte der Amazonas-Wald möglicherweise noch rascher kippen”, sagte Rockström. 

Der Wissenschaftler warnte im Interview mit n-tv.de: “Was im Amazonas-Regenwald passiert, hat Einfluss auf unseren gesamten Planeten”. Dieser Wald sei eines der ganz großen biologischen Systeme. Er trage zu dem Sauerstoff bei, den wir atmen. Er fügt hinzu: “Der Regenwald ist Lebensraum für drei Millionen Arten von Pflanzen und Tieren.” 

Wie n-tv.de weiter schreibt, sind Schätzungen zufolge 90 bis 140 Milliarden Tonnen Kohlenstoff im Regenwald des Amazonasbeckens gebunden. Wenn nur die Hälfte des Waldgebietes verschwindet, würden etwa 150 Milliarden Tonnen CO2-Äquivalente in die Atmosphäre freigesetzt. Das ist etwa das Vierfache des derzeitigen CO2-Jahresausstoßes der gesamten Menschheit – und fast die Hälfte der Menge an CO2, welche die Menschheit noch ausstoßen dürfte, um die globale Erwärmung auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen, so n-tv.de.

Auf einer interaktiven Karte der US-Raumfahrtbehörde NASA kann man alle Brandgeschehen weltweit beobachten.

Brände in der Arktis haben weltweite Auswirkungen

Die Brände, die derzeit rund um die Arktis wüten, haben Auswirkungen auf die gesamte Erde.

Foto: Aqua and Terra MODIS data through NASA Worldview, processed by Pierre Markuse/CC by 2.0

Foto: Aqua and Terra MODIS data through NASA Worldview, processed by Pierre Markuse/CC by 2.0

In der Nähe des Polarkreises kommt es immer wieder zu Flächenbränden. Doch die Brände in diesem Jahr nehmen enorme Ausmaße an. Betroffen ist sowohl der europäische Kontinent als auch der nordamerikanische. Die Lage ist unübersichtlich. Laut dem Wissenschaftsmagazin “Spektrum” toben alleine in Alaska 350 Brände.

Brände sorgen für einen Teufelskreis

Die US-Raumfahrtbehörde NASA warnt, dass die Brände der Torfflächen und Wälder katastrophale Auswirkungen auf den ganzen Planeten haben werden. Nicht nur, dass die riesigen Feuer extrem viel CO2 produzieren. Die unteren Schichten der Böden in diesen Regionen sind ständig gefroren. Man spricht von Permafrostböden. Verbrannte Oberflächen absorbieren mehr Sonnenlicht als unverbrannte. Das heißt, dass sich die Erde dort mehr aufheizt. Dazu kommt, dass sich auf den arktischen Eisflächen Russpartikel absetzen. Die Abstrahlung der Sonne wird auch hier schwächer. Das Eis schmilzt, der Meeresspiegel wird schneller ansteigen. Die Flächenbrände sind eine Auswirkung des Klimawandels, den sie gleichzeitig beschleunigen – ein Teufelskreis.

Arktis könnte durch Beschneiung gerettet werden

Das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) hat vergangene Woche eine Studie vorgestellt, derzufolge das ewige Eis gerettet werden könnte. Besonders betroffen von der Schmelze ist das westarktische Eisschild. Experten befürchten zwar, dass die Flächenbrände den Anstieg des Meeresspiegel beschleunigen, die Entwicklung wird aber schon längere Zeit beobachtet. Die Lösung wäre laut der Forscher technisch erzeugter Schnee. Mit Billionen Tonnen zusätzlichen Schnees, erzeugt aus Meerwasser, könnten die instabilen Gletscher beschneit werden. “Das würde beispiellose Ingenieurslösungen erfordern”, so die Wissenschaftler. Sie lenken aber gleichzeitig ein, dass ein solcher Eingriff Auswirkungen auf die unberührten Regionen rund um die Arktis hätte.

Das Hochpumpen, Entsalzen und die Erwärmung des Meerwassers sowie das Betreiben der Schneekanonen würden eine Strommenge in der Größenordnung von mehreren zehntausend High-End-Windturbinen erfordern. „Im Kern geht es um die Abwägung, ob wir als Menschheit die Antarktis opfern wollen, um die heute bewohnten Küstenregionen und das dort entstandene und entstehende Kulturerbe zu retten“, so Studienautor Anders Levermann.

Bundesregierung: Beim Ausgleich der Waldschäden Klimawandel berücksichtigen

Deutschlands Wälder sind durch den Klimawandel enorm geschädigt. Klöckner und Merkel kündigten Hilfe für Waldbesitzer an.

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Foto: pixabay

Die Wälder sind nicht nur durch Waldbrände aufgrund der trockenen Witterung gefährdet. Auch Stürme und Schädlinge schaden den Bäumen. Da das alles Folgen des Klimawandels sind, sieht Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner dringenden Handlungsbedarf. Sie fordert, dass die Bundesregierung die Wiederaufforstung unterstützt. “Einen vergleichbaren Waldverlust hat es in der Vergangenheit kaum gegeben”, so die Politikerin zur Nachrichtenagentur dpa. In den Achtziger Jahren habe das Thema Waldsterben alle beschäftigt.” Sie kritisiert, dass jetzt niemand mehr davon redet. Laut Ministerium müssten 110.000 Hektar Wald ausgeglichen werden. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel, hat die Situation in einem jüngst veröffentlichten Video-Podcast thematisiert: Man solle den Waldbauern unter die Arme greifen.

Wälder für den Klimawandel fit machen

Klöckner strebt an, ein “Mehrere-Millionen-Bäume-Programm” aus dem Energie- und Klimafonds (EKF) der Bundesregierung zu finanzieren, wie sie der dpa weiter sagte. Den Fonds hat die Bundesregierung eingerichtet, um die Energiewende zu beschleunigen. Er umfasst derzeit 4,5 Milliarden Euro. Derzeit wird das Geld hauptsächlich für etwa erneuerbare Energien und Elektromobilität verwendet. Der Waldklimafonds steht zur Verfügung, um die Anpassung der Wälder an den Klimawandel zu fördern. Er ist Teil des EKF.

Verbände zählen auf Bundesregierung

Der Verein “Familienbetriebe Land und Forst” und der Waldeigentümer-Verband begrüßen, dass sich Klöckner und Merkel für eine Unterstützung der Waldeigentümer ausgesprochen haben. “Die Betriebe können dies infolge der immensen und großflächigen Schäden allein oft nicht mehr leisten”, sagte Waldeigentümer-Präsident Hans-Georg von Marwitz. Teilweise seien komplette Ökosysteme bedroht.

Der Energie- und Klimafonds sei nach Einschätzung der beiden Verbände genau der richtige Absender für das Hilfsprogramm. Denn der Wald muss nicht nur aus wirtschaftlicher Sicht, für den Klimawandel fit gemacht werden, er speichert andererseits auch CO2 und dämmt so den Klimawandel ein.

Tornado in Franken: Feuerwehr gelingt beeindruckendes Video

Feuerwehrleute aus Franken filmten auf der Heimfahrt von einem Einsatz einen Tornado. Der DWD warnt vor stärkeren Tornados durch den Klimawandel.

Die Feuerwehr aus dem fränkischen Himmelkron hat vergangene Woche während der Rückfahrt von einem Einsatz ein spektakuläres Wetterphänomen gefilmt: Zwischen Neuenmarkt und Wirsberg im Landkreis Kulmbach fegte ein Tornado über das Land.

 

Quelle: Feuerwehr Himmelkron/Youtube/inFranken.de

 

Tornado hätte Hausdächer abdecken können

Wie das Internetportal inFranken.de schreibt, haben sowohl der Deutsche Wetterdienst (DWD) als auch sogenannte Stormchaser (Sturmjäger) bestätigt, dass der Wirbelsturm auf dem Video der Feuerwehr tatsächlich ein Tornado war. Es handelte sich laut inFranken.de um einen Tornado der “schwächeren Sorte”. Die Wirbelstürme, im unteren Bereich der internationalen Fujiata-Skala können dennoch bis zu 116 Stundenkilometer erreichen. Der Tornado in Franken hinterließ eine Schneise von bis zu 100 Metern Breite. Der DWD-Tornado-Beauftragte Andreas Friedrich bestätigte dem Internetportal, dass ein Sturm in dieser Kategorie schon Hausdächer abdecken kann. Glücklicherweise fegte der Tornado über unbebautes Gebiet.

Stärkere Tornados durch Klimawandel

Der DWD geht von 30 bis 60 bestätigten Tornados aus, die jährlich über Deutschland fegen. Die Dunkelziffer liegt wahrscheinlich höher. Andreas Friedrich warnte in einem Interview mit der Stuttgarter Zeitung davor, dass mit dem Klimawandel zwar die Anzahl der Tornados nicht steige, diese aber stärker würden.

Gletscherschmelze: Nicht nur der Klimawandel ist schuld

Die Gletscherschmelze liegt nicht nur am Klimawandel. Feinstaub beschleunigt die besorgniserregende Entwicklung.

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Foto: pixabay (Symbolbild)

Die Gletscherschmelze schreitet weltweit im Rekordtempo voran. In den vergangenen Jahren schmolzen die dicken Eisschichten dreimal so schnell als im 20. Jahrhundert. Besonders betroffen sind dabei nicht nur die Pole und Grönland, sondern auch die Alpen. Dass die besorgniserregende Entwicklung an der Erwärmung der Atmosphäre liegt, gilt als sicher. Der Klimawandel wird unter anderem durch zu hohen CO2-Ausstoß verursacht. Doch noch ein anderes Phänomen, das nicht direkt mit dem Klimawandel zu tun hat, lässt das Eis schmelzen.

Gletscherschmelze wird durch Phänomen beschleunigt

Feinstaub ist derzeit in aller Munde. Doch die feinen von Verkehr und Industrie in die Luft gesetzten Partikel sind nicht nur gesundheitsschädlich. Sie beschleunigen auch die Gletscherschmelze. Wie der Tagesspiegel berichtet, werden die winzigen Rußpartikel durch den Wind aus den Metropolen über weite Strecken in unbewohnte Regionen getragen. Sie legen sich auf den Gletschern ab. Dadurch werden die ansonsten weißen Eisschichten quasi abgedunkelt. Gletscher schützen sich im Normalfall durch das sogenannte Albedo vor dem Schmelzen. Das bedeutet: Durch die Rückstrahlung des Sonnenlichtes bleiben sie gekühlt. Das Rückstrahlvermögen schwindet durch die vom Ruß verursachten dunklen Stellen.

Klimawandel Teil des Teufelskreises

Durch ein aktuelles Ereignis kann andererseits schon die Verbindung zum Klimawandel hergestellt werden. In Alaska wüteten im vergangenen Jahr großflächige Waldbrände aufgrund der globalen Trockenheit. Experten schreiben den heißen Sommer dem Klimawandel zu. Folglich wurden Rußpartikel aus Nordamerika in die Arktis getragen, das Rückstrahlvermögen des Polareises sank um fünf Prozent, wie der Tagesspiegel Konrad Steffen vom in der Schweiz ansässigen Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft zitiert.

Klimawandel: Waldumbau gegen Borkenkäfer?

Ein wärmeres Klima durch den Klimawandel begünstigt Schädlinge. Der NABU fordert, das Problem langfristig auf natürliche Weise zu lösen.

Foto: pixabay

Foto: pixabay

Die Hitzewelle im Frühsommer und Sommer führte nicht nur zu einer stärkeren Population der Wespen. Sie hat auch dazu geführt, dass die Population der Borkenkäfer explodierte. Dazu kommt, dass die durch die Trockenheit bedingten Waldbrände abgestorbenen Fichten gute Nistplätze für die Schädlinge sind. Zum Schutz der Wälder werden Pestizide eingesetzt. Der Naturschutzbund (NABU) sieht aber ein grundsätzliches Problem: Die Käferplage durch den Klimawandel könne nicht durch Gift bekämpft werden.

Klimawandel begünstigt Entwicklung von Schädlingen

„Die Fichtenforste machen seit vielen Jahren sehr deutlich, wie anfällig sie gegenüber extremen Wetterereignissen sind. Dürre und Hitze haben in diesem Jahr auch den Borkenkäfer-Befall begünstigt”, so NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Das Insekt hatte bereits mit einem warmen April optimale Bedingungen. “Auch durch Stürme haben vorgeschädigte Wälder dem Borkenkäfer weniger entgegenzusetzen“, erklärt Miller. Besonders betroffen von Borkenkäfermassenvermehrungen sind Bundesländer mit einem hohen Fichtenanteil. Dazu zählen Bayern, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Thüringen und Baden-Württemberg.

Ist ein Waldumbau besser als Pestizide?

Der NABU kritisiert, dass beim öffentlichen Wald vor allem wirtschaftliche Interessen das Maß aller Dinge seien und den Pestizideinsatz gegen Schädlinge. „Aus den Fehlern der vergangenen Jahrzehnte müssen wir schneller lernen”, sagt Miller. “Es zeigt sich immer wieder – je naturnäher der Wald, desto weniger anfällig ist er gegen extreme Wetterereignisse, die durch den Klimawandel immer häufiger auftreten“, so der Bundesgeschäftsführer.

NABU-Waldexperte Stefan Adler ergänzt: „Wir können nicht über Jahre mit Gift gegen die Klimaveränderung ankämpfen.” Kurzfristige Lösungen seien nicht vorhanden. Mittel- bis langfristig helfe nur der Waldumbau hin zu naturnahen Laub- und Mischwäldern. Er fordert, von der Forstwirtschaft, Fichten nicht mehr durch Douglasien und andere schnellwachsende Nadelbaumarten zu ersetzen.

Stress für Pflanzen durch Wetter-Achterbahn

Das Agrarwetter im Frühjahr bedeutete Stress für Landwirte und deren Pflanzen.

Foto: pixabay (Symbolbild)

Foto: pixabay (Symbolbild)

Das Wetter hatte im Frühjahr extrem unterschiedliche Ausprägungen. Wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) zusammenfasst, waren die Pflanzen zwischen Hitze und winterlichen Temperaturen allen Wettersituationen ausgesetzt. Nach dem unterkühlten März explodierte die Vegetation im April. Auch der Mai war trocken und sehr warm. In den vergangenen Wochen führte eine niedrige Bodenfeuchte zu Trockenstress bei Pflanzen und Waldbrandgefahr.

Winterruhe im März

Der März war von zwei Kältewellen geprägt. Schnee und Dauerfrost machten die Ausbringung von Gülle und Dünger unmöglich. Ein Frühlingsintermezzo konnte die Probleme aufgrund des verspäteten Winters kaum wettmachen. Die noch allgemein hohe Bodenfeuchte verhinderte in vielen Regionen den Start der Feldarbeiten. An eine Aussaat war nicht zu denken. Die Pflanzenentwicklung lag ein bis zwei Wochen hinter den Normalwerten. Erst in den letzten Märztagen konnte vereinzelt die 200-Grad-Temperatursumme, welche den Beginn des Grünlandwachstums charakterisiert, erreicht werden.

Im April explodierte die Pflanzenwelt

Im April standen Hochdruckgebiete im Mittelpunkt. So herrschten bereits zu Beginn des Monats frühlingshafte, ab Monatsmitte sogar sommerliche Temperaturen. In vielen Bundesländern war der April der wärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Durch die plötzliche Wärme und wenig Niederschläge trockneten aber auch Böden aus. Während der Sommerpflanzenbestand bei günstigen Bodenverhältnissen ausgesät werden konnte,  wurde später auf leichten Böden allmählich das Wasser knapp. In Süddeutschland war hingegen das Waldbrandrisiko vielfach hoch. Bei der trocken-warmen Witterung explodierte die Pflanzenentwicklung förmlich – inklusive des Pollenflugs. Der März-Rückstand wurde aufgeholt, am Monatsende lagen die Werte im Normalbereich. Wintergetreide und Winterraps entwickelten sich rasch.

Unwetterwarnungen und Trockenheit im Mai

Im Mai setzte sich die warme Witterung fort. Von Monatsanfang bis Monatsende wurde es immer wärmer. Hohe Temperaturen und eine starke Einstrahlung ließen die Verdunstungsraten auf 6 – 8 Millimeter pro Tag ansteigen. Vor allem im Norden und Osten herrschte große Trockenheit. Viele Landwirte konnten sich nur mit Beregnungsanlagen gegen die für das Landwirtschaftswetter zu warmen Temperaturen helfen. Auf nicht beregneten und sandigen Standorten kam es bei Wintergetreide, Sommergetreide und Kartoffeln zu Trockenschäden. In einigen Gegenden sorgten teils heftige Gewitter für Unwetterschäden. Das warme Wetter begünstigte auch die Ausbreitung tierischer Schädlinge wie Kriebelmücke, Läuse, Kirschfrucht- und Kirschessigfliege.

In Sachsen-Anhalt drohen Ernteausfälle

In Sachsen-Anhalt befürchten Landwirte und Kleingärtner Ernteausfälle durch Trockenheit.

Foto: pixabay (Symbolbild)

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Nicht nur die Frostgefahr macht Landwirten zu schaffen, auch Trockenheit. Tendenziell wird es in unserer Region wärmer. Ein Grund ist die Erderwärmung durch CO2-Emissionen.
Wie der MDR auf seiner Internetseite berichtet, machen sich derzeit die Landwirte in Sachsen-Anhalt Sorgen um ihre Erträge. Seit Wochen ist es schon zu trocken. In den nächsten Tagen kann es zwar zu Regenschauern kommen, doch laut MDR-Wetterstudio werden diese nicht ausreichen. Vor allem die Waldbrandgefahr ist durch die Trockenheit hoch.

Höchste Waldbrandstufe

In weiten Teilen des Landes gilt Waldbrandstufe 5. Das ist die höchste Warnstufe. Diese bedeutet: Die Forstbehörden und Waldeigentümer können betroffene Waldgebiete sperren. Jegliches Betreten und Befahren ist somit untersagt. Ausnahmen gelten nur für die durch die Forstbehörde genehmigten Arbeiten sowie natürlich Einsatzkräfte.

Absicherung gegen Trockenschäden und mehr

Durch die Veränderung des Klimas wird es immer wichtiger, dass sich gerade Pflanzenbaubetriebe gegen Schäden durch Naturgewalten versichern. Auch Verbände raten zu professionellem Risikomanagement. Die Chemnitzer gvf Die spezielle Wetterversicherung für landwirtschaftliche Betriebe löst das Problem. Sinken Erträge durch Wettereinflüsse, entstehen Einnahmeverluste und Zusatzausgaben. Diese werden durch diese Risikoabsicherung geglättet, sodass das Jahresergebnis kalkulierbar bleibt. “Die Wetterversicherung” wird betriebsindividuell gegen die für die jeweiligen Feldfrüchte riskanten Ausprägungen versichert. Um das Agrarwetter am eigenen Standort immer im Blick zu haben, hat gruuna, ein Tochterunternehmen der gvf VersicherungsMakler AG, eine digitale Wetterstation entwickelt. Diese zeigt alle relevanten Daten direkt am Bestand.

Dieses Brandereignis verdunkelte 2017 die Sonne über Europa

Die Auswirkung großer Waldbrände auf das Klima wurde bisher überschätzt. Die brennenden kanadische Wälder hatten 2017 eine größere Auswirkung als der Ausbruch des Vulkans Pinatubos 1991.

Foto: pixabay (Symbolbild)

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Waldbrände können die Sonneneinstrahlung in der oberen Atmosphäre noch stärker trüben als Vulkanausbrüche. Zu diesem Schluss sind Wissenschaftler des Leibniz-Insituts für Troposphärenforschung (TROPOS) nach Messungen gekommen. So haben die Waldbrände in Kanada im September des vergangenen Jahres das Sonnenlicht über Europa viel stärker abgeschwächt als der Ausbruch des philippinischen Vulkans Pinatubo 1991.

Waldbrände bisher unterschätzt

Der Ausbruch des Pinatubos galt bisher als größtes Einzelereignis der letzten Jahrzehnte mit Wirkung auf das globale Klima. Damals wurden Gase und Partikel in die obere Erdatmosphäre geblasen, die rund um den Globus das Sonnenlicht trübten. Dadurch sank die Durchschnittstemperatur weltweit um rund ein halbes Grad.

Die Auswirkungen großer Waldbrände auf das Klima wurde bisher offenbar unterschätzt. Experten haben lange angenommen, dass der Rauch nicht weit genug aufsteigt, um sich über die Stratosphäre weltweit ausbreiten zu können. Die Rekordwaldbrände in Kanada und verbesserte Methoden zur Fernerkundung der Atmosphäre haben jetzt dafür gesorgt, dass dieser Zusammenhang deutlicher wurde.

Partikel würden bodennahe Feinstaubwerte übersteigen

Der vergangene ungewöhnlich trockene Sommer sorgte für hohe Waldbrandgefahr in vielen Regionen. Auch durch das Wetter in Kanada war es trocken. Im Nordwesten brannten Wälder wochenlang. 2017 war in der Provinz British Columbia die verheerendste Waldbrandsaison seit Beginn der Aufzeichnungen. Insgesamt brannten dabei über 900.000 Hektar Wald. Die große Menge an Holz, die dabei in Flammen aufging, sorgte für extreme Hitze und starke Aufwinde. Dabei kam es zu Feuerwolken, die wie bei Gewitterwolken bis in große Höhen reichen und wie ein Staubsauger Material von den unteren Schichten der Atmosphäre nach oben saugen.

Nachdem der Rauch in die Stratosphäre gelangt war, bewegte er sich über mehrere Klimazonen ostwärts nach Europa und Nordasien und verteilte sich innerhalb von 20 Tagen über die nördliche Hemisphäre. Die TROPOS-Forscher konnten mit Hilfe von Lichtradaren per Laser den Rauch über Leipzig messen. Mehrere Tage lang war eine Rauchschicht wahrnehmbar, die ihr Maximum am 22. August in 14 bis 16 Kilometern Höhe erreichte. Diese zwei Kilometer dicke Schicht schluckte rund die Hälfte des Sonnenlichts. Die Dämpfung des Lichts war dabei in Leipzig rund 20-mal stärker als beim Ausbruch des philippinischen Vulkans Pinatubo. Die Partikel würden auf dem Boden die zulässigen Feinstaubwerte um das Doppelte übersteigen. Bis Ende Januar dieses Jahren konnten sie gemessen werden.