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Mai 15

Wann wird das Wetter zum Klima?

Die Begriffe Klima, Wetter und Witterung werden oft verwechselt. Der Unterschied hängt nur von zwei Faktoren ab: Zeitraum und Ort.

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Foto: pixabay

Sind der extrem heiße Sommer im vergangenen Jahr, die Überschwemmungen und plötzlichen Wintereinbrüche Ergebnisse des Klimawandels oder haben wir nur unterschiedliche Wetterlagen? Experten bringen den Hitzesommer 2018 mit einer Veränderung des Klimas in Verbindung. Doch wo hört das Wetter auf und wo fängt das dauerhafte Klima an?

Klima hängt von Statistik ab

Darüber, ob eine länger andauernde Wetterlage bereits auf eine Klimaveränderung hindeutet, sind sich Wissenschaftler teils uneins. Vor allem das schnelle Voranschreiten des Klimawandels macht Einschätzungen nicht leichter. Die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) hält sich bei der Definition an einen Beobachtungszeitraum von 30 Jahren. Die Zeitspanne ist lange genug, um statistische Eigenschaften erfassen zu können.

Definitionen eine Frage von Zeit und Ort

Laut Max-Planck-Institut für Meteorologie beschreibt das Wetter den physikalischen Zustand zu einem bestimmten Zeitpunkt an einem bestimmten Ort. Das Klima hingegen sei erst dann richtig gekennzeichnet, wenn die Wahrscheinlichkeit für Abweichungen vom Mittelwert angegeben werden kann. Das verlangt, dass auch Extremwerte Teil der Statistik sind. Die Einteilung der Klimazonen erfolgt nach dem Jahresgang von Temperaturen und Niederschlägen.

Das Klima beschreibt also den durchschnittlichen Verlauf der Klimaelemente im von der WMO definierten Zeitraum. Der punktuelle Zustand definiert das Wetter. Die Witterung ist der vorherrschende Zustand über mehrere Tage – auch wenn während Regentagen zwischendurch mal die Sonne zum Vorschein kommt.

Mrz 06

Gletscherschmelze: Nicht nur der Klimawandel ist schuld

Die Gletscherschmelze liegt nicht nur am Klimawandel. Feinstaub beschleunigt die besorgniserregende Entwicklung.

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Foto: pixabay (Symbolbild)

Die Gletscherschmelze schreitet weltweit im Rekordtempo voran. In den vergangenen Jahren schmolzen die dicken Eisschichten dreimal so schnell als im 20. Jahrhundert. Besonders betroffen sind dabei nicht nur die Pole und Grönland, sondern auch die Alpen. Dass die besorgniserregende Entwicklung an der Erwärmung der Atmosphäre liegt, gilt als sicher. Der Klimawandel wird unter anderem durch zu hohen CO2-Ausstoß verursacht. Doch noch ein anderes Phänomen, das nicht direkt mit dem Klimawandel zu tun hat, lässt das Eis schmelzen.

Gletscherschmelze wird durch Phänomen beschleunigt

Feinstaub ist derzeit in aller Munde. Doch die feinen von Verkehr und Industrie in die Luft gesetzten Partikel sind nicht nur gesundheitsschädlich. Sie beschleunigen auch die Gletscherschmelze. Wie der Tagesspiegel berichtet, werden die winzigen Rußpartikel durch den Wind aus den Metropolen über weite Strecken in unbewohnte Regionen getragen. Sie legen sich auf den Gletschern ab. Dadurch werden die ansonsten weißen Eisschichten quasi abgedunkelt. Gletscher schützen sich im Normalfall durch das sogenannte Albedo vor dem Schmelzen. Das bedeutet: Durch die Rückstrahlung des Sonnenlichtes bleiben sie gekühlt. Das Rückstrahlvermögen schwindet durch die vom Ruß verursachten dunklen Stellen.

Klimawandel Teil des Teufelskreises

Durch ein aktuelles Ereignis kann andererseits schon die Verbindung zum Klimawandel hergestellt werden. In Alaska wüteten im vergangenen Jahr großflächige Waldbrände aufgrund der globalen Trockenheit. Experten schreiben den heißen Sommer dem Klimawandel zu. Folglich wurden Rußpartikel aus Nordamerika in die Arktis getragen, das Rückstrahlvermögen des Polareises sank um fünf Prozent, wie der Tagesspiegel Konrad Steffen vom in der Schweiz ansässigen Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft zitiert.

Feb 20

Pflanzen: Probleme durch frühlingshafte Temperaturen

Die Menschen genießen in ganz Deutschland die warmen Temperaturen. Doch für Pflanzen kann der vorzeitige Frühling zum Problem werden.

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Foto: pixabay (Symbolbild)

Nach dem extremen Winter von 2018 auf 2019 freut man sich, dass es jetzt wärmer ist. Bereits Mitte Februar steigen die Temperaturen bis 15 Grad Celsius, in manchen Regionen tageweise sogar bis 20 Grad. Verantwortlich für das sonnige Wetter sind sowohl das Hoch “Dorit” als auch das Tief “Werner”. Die Pflanzen könnten bald in voller Blüte stehen.

Februar ist viel zu warm

Der Einfluss der südwestlichen Strömung beschert uns die warmen Temperaturen. “Dorit” verabschiedet sich zwar dieser Tage, geht aber nahtlos in das Hoch “Erika” über. Es bleibt also warm. Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) liegen die derzeitigen Temperaturen weit über dem Monatsmittel. Dieses liegt im Februar bei zwei bis drei Grad.

Pflanzen könnten erfrieren

Für Pflanzen könnte der vorzeitige Frühling allerdings zum Problem werden. Wenn sich zweistellige Temperaturen in den nächsten Tagen und Wochen einpendeln, werden Pflanzen die volle Blüte entwickeln. Das Wetter ist etwa vier bis sechs Wochen voraus. „Sollte es dann aber im März oder April zu einem Kaltlufteinbruch kommen, würde das fatale Folgen für die Natur haben. Die Blüten würden erfrieren”, warnt Diplom-Meteorologe Dominik Jung im Interview mit merkur.de.

Feb 06

Wetterlagen sind größer als bisher angenommen

Wetterlagen mit Starkregenereignissen in Europa sind nicht nur auf unsere Regionen beschränkt. Extreme Niederschläge sind über Kontinente hinweg verbunden.

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Foto: ESA/NASA

Regionale extreme Niederschläge hängen mit der gleichen Art von Wetterlagen tausende Kilometer entfernt zusammen. Das hat ein internationales Expertenteam in einer neuen Studie herausgefunden. Die Forscher entdeckten ein globales Verbindungsmuster von Extremniederschlägen.

Wetterlagen können besser vorhergesagt werden

Die Erkenntnisse könnten eine verbesserte Wettervorhersage möglich machen. Schäden können so begrenzt und Menschen besser geschützt werden. Durch die extremen Niederschlagsereignisse aufgrund des Klimawandels gewinnt die Studie an Relevanz.

Satellitendaten dienten als Grundlage

Anhand von Satellitendaten entdeckten die Wissenschaftler, dass Niederschläge durch die Jetstreams verbunden sind. Diese umkreisen im oberen Bereich der Atmosphäre die Erde und bilden riesige Wellen zwischen dem Äquator und den Polen.

„Wir haben ein globales Verbindungsmuster entdeckt, welches das Auftreten von extremen Regenereignissen festlegt und bestimmte Arten von atmosphärischen Wellen als die wahrscheinliche Hauptursache identifiziert”, so der Leitautor der Studie, Niklas Boers. Der Deutsche forscht am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung und am Imperial College in London.

Europäischer Regen mit asiatischem Monsun verbunden

Der südasiatische Sommermonsun etwa ist laut der Wissenschaftler mit Ereignissen in Ostasien, Afrika, Europa und Nordamerika verbunden. Obwohl Regenfälle in Europa nicht den Regen in Pakistan und Indien verursachen, gehören sie zum gleichen atmosphärischen Wellenmuster. Die europäischen Regenfälle werden dabei zuerst ausgelöst. Die Forscher versprechen sich dadurch zum Beispiel, Extremwetterereignisse in Asien anhand der Wetterlage in Europa besser voraussagen zu können.

Ihre Studie haben die Forscher im Januar im Fachmagazin “Nature” veröffentlicht.

Sep 05

Dürre: Künstliche Gletscher gegen Wassermangel

Die Gletscher in Südasien gehen immer weiter zurück. Die von der Schmelze abhängigen Landwirte haben mit Dürre zu kämpfen. Deutsche Forscher haben eine Lösung gefunden.

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Foto: pixabay

Der Rückgang der Gletscher sowie das abnehmende Schneevorkommen bedrohen die Landwirtschaft des südasiatischen Hochgebirges. In den Regionen sind die Bauern vom Schmelzwasser der Gletscher abhängig. Der Klimawandel fördert die Dürre. Forscher des Südasien-Instituts der Universität Heidelberg haben in einer Langzeituntersuchung eine Möglichkeit gefunden, Wasserengpässen entgegenzuwirken. Mit der Errichtung von Eisreservoirs könnten künstliche Gletscher geschaffen werden und so die Wasserversorgung aufrecht gehalten werden.

Wasserversorgung in Zeiten der Dürre

In der nordindischen Hochgebirgswüste Ladakh wurden in den vergangenen dreißig Jahren mithilfe von Fördermitteln verschiedene Typen von Eisreservoirs errichtet. In diesen Monaten herrscht Trockenzeit. Diese künstlichen Gletscher werden zwischen November und März aus Schmelzwasserabflüssen gespeist. Sie sind als kaskadenartige Mauern oder Kegel angelegt und sichern in den trockenen Frühjahrsmonaten die Bewässerung.

Projekt muss weiterentwickelt werden

In der Studie legt das Team um Prof. Marcus Nüsser eine Bestandsaufnahme und Typologie der künstlichen Gletscher vor. Ihre Auswertung von Satellitenbildern und Messungen vor Ort zeigen, dass das Speichervolumen der Eisreservoirs von 1.010 bis 3.220 Kubikmetern Wasser reicht. „Damit können im Optimalfall die Feldfluren im Abstand von mehreren Tagen bis zu dreimal vollständig bewässert werden“, erklärt Nüsser. Das Speichervolumen ist allerdings noch nicht verlässlich, da es von den klimatischen Bedingungen in der Region abhängt, die von Jahr zu Jahr variieren. Die Forschungsergebnisse haben die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift „Regional Environmental Change“ veröffentlicht.

Aug 22

Klimawandel: Holz verliert an Qualität

Bäume werden mit dem Klimawandel höher, verlieren aber an Dichte.

Foto: pixabay

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Bäume im Klimawandel wachsen schneller. Auf den ersten Blick ist es eine gute Nachricht. Denn das bedeutet, dass Bäume mehr Kohlendioxid aus der Atmosphäre im Holz speichern und damit der Erderwärmung den Treibstoff entziehen. Ein Team der Technischen Universität München (TUM) hat die Hintergründe untersucht und ist zu einem überraschenden Ergebnis gekommen: Das Holz verliert auch an Qualität.

Forscher untersuchten tausende Jahresringe

Die Forschergruppe um Prof. Hans Pretzsch hat Holzproben von mehreren hundert Bäumen untersucht und die insgesamt 30.000 Jahresringe mit einem Hightech-Verfahren analysiert. Die Holzproben stammen von den ältesten Waldversuchsflächen in Europa, die zeitgleich mit der Gründung der TU München vor 150 Jahren angelegt wurden. Die Proben wurden von gängigen europäischen Baumarten genommen, wie etwa von Fichten, Kiefern, Buchen und Eichen. „Wir kennen die Geschichte jeder einzelnen Fläche, jedes einzelnen Baumes, sehr genau“, betont Pretzsch. „Damit können wir ausschließen, dass unsere Ergebnisse daher kommen, dass der Wald heute anders bewirtschaftet wird als vor hundert Jahren.“

Holz wird mit fortschreitendem Klimawandel leichter

Das Ergebnis der Untersuchung: Seit dem Jahr 1900 hat sich das Volumenwachstum der Bäume um 29 bis 100 Prozent beschleunigt. Das Holz ist aber um acht bis zwölf Prozent leichter geworden. Das bedeutet, dass heute zwar mehr Holzvolumen produziert wird, aber mit weniger Substanz gefüllt ist als noch vor ein paar Jahrzehnten. Dass das Holz aufgrund des schnelleren Wachstums leichter geworden ist, schließen die Wissenschaftler aus. „Die Abnahme der Holzdichte, von der wir sprechen, hat andere Ursachen”, sagt Dr. Peter Biber, Mitautor der Studie.

Entwicklung hat Nachteile für unterschiedliche Bereiche

Die Ursachen sehen die Forscher im langfristigen Temperaturanstieg und der damit zusammenhängenden Verlängerung der Vegetationszeit. Aber auch in den Stickstoffeinträgen aus Landwirtschaft, Verkehr und Industrie. Darauf deuten etliche Details hin, wie etwa ein Rückgang der Spätholzdichte und eine Zunahme des Frühholzanteils in den Jahresringen.

Das Problem aus praktischer Sicht ist, dass leichteres Holz als nachwachsender Rohstoff weniger stabil ist. Auch der Brennwert ist geringer. Das ist für die Produktion von regenerativer Energie von Interesse. Mit Blick auf die Forstwirtschaft steigt durch weniger stabiles Holz in Bäumen das Risiko von Schäden, wie durch Wind- und Schneebruch.

Jun 27

Stress für Pflanzen durch Wetter-Achterbahn

Das Agrarwetter im Frühjahr bedeutete Stress für Landwirte und deren Pflanzen.

Foto: pixabay (Symbolbild)

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Das Wetter hatte im Frühjahr extrem unterschiedliche Ausprägungen. Wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) zusammenfasst, waren die Pflanzen zwischen Hitze und winterlichen Temperaturen allen Wettersituationen ausgesetzt. Nach dem unterkühlten März explodierte die Vegetation im April. Auch der Mai war trocken und sehr warm. In den vergangenen Wochen führte eine niedrige Bodenfeuchte zu Trockenstress bei Pflanzen und Waldbrandgefahr.

Winterruhe im März

Der März war von zwei Kältewellen geprägt. Schnee und Dauerfrost machten die Ausbringung von Gülle und Dünger unmöglich. Ein Frühlingsintermezzo konnte die Probleme aufgrund des verspäteten Winters kaum wettmachen. Die noch allgemein hohe Bodenfeuchte verhinderte in vielen Regionen den Start der Feldarbeiten. An eine Aussaat war nicht zu denken. Die Pflanzenentwicklung lag ein bis zwei Wochen hinter den Normalwerten. Erst in den letzten Märztagen konnte vereinzelt die 200-Grad-Temperatursumme, welche den Beginn des Grünlandwachstums charakterisiert, erreicht werden.

Im April explodierte die Pflanzenwelt

Im April standen Hochdruckgebiete im Mittelpunkt. So herrschten bereits zu Beginn des Monats frühlingshafte, ab Monatsmitte sogar sommerliche Temperaturen. In vielen Bundesländern war der April der wärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Durch die plötzliche Wärme und wenig Niederschläge trockneten aber auch Böden aus. Während der Sommerpflanzenbestand bei günstigen Bodenverhältnissen ausgesät werden konnte,  wurde später auf leichten Böden allmählich das Wasser knapp. In Süddeutschland war hingegen das Waldbrandrisiko vielfach hoch. Bei der trocken-warmen Witterung explodierte die Pflanzenentwicklung förmlich – inklusive des Pollenflugs. Der März-Rückstand wurde aufgeholt, am Monatsende lagen die Werte im Normalbereich. Wintergetreide und Winterraps entwickelten sich rasch.

Unwetterwarnungen und Trockenheit im Mai

Im Mai setzte sich die warme Witterung fort. Von Monatsanfang bis Monatsende wurde es immer wärmer. Hohe Temperaturen und eine starke Einstrahlung ließen die Verdunstungsraten auf 6 – 8 Millimeter pro Tag ansteigen. Vor allem im Norden und Osten herrschte große Trockenheit. Viele Landwirte konnten sich nur mit Beregnungsanlagen gegen die für das Landwirtschaftswetter zu warmen Temperaturen helfen. Auf nicht beregneten und sandigen Standorten kam es bei Wintergetreide, Sommergetreide und Kartoffeln zu Trockenschäden. In einigen Gegenden sorgten teils heftige Gewitter für Unwetterschäden. Das warme Wetter begünstigte auch die Ausbreitung tierischer Schädlinge wie Kriebelmücke, Läuse, Kirschfrucht- und Kirschessigfliege.

Feb 07

Klimawandel auch für Kälte verantwortlich

Ein Naturphänomen bringt arktische Kälte in andere Regionen.

Klimawandel

Foto: pixabay

Der US-amerikanischen Raumfahrtbehörde NASA ist es gelungen, eine globale Karte mit den Bodentemperaturen im Vergleich zu vergangenen Jahren zu erstellen. Die Daten vom 26. Dezember 2017 bis 2. Januar 2018 werden dabei mit Aufzeichnungen aus den Vergleichszeiträumen von 2001 bis 2010 verglichen. Die Studie bestätigt, was Experten aus Umweltschutz und Klimaforschung schon längst vermuteten: Die Temperaturen stiegen innerhalb dieser vergleichsweisen kurzen Zeit. Aber nicht nur! Die Karte zeigt auch, dass das Wetter verrückt spielt. Denn der Klimawandel sorgt nicht nur für Erwärmung.

Während Kalifornien um die Jahreswende von heftigen Wald- und Flächenbränden heimgesucht wurde, versank die Ostküste der USA in Schneemassen – zwei Extreme. Das Problem: Genau mit solchen Kälteperioden argumentieren Klimaskeptiker. Doch diese sind genauso das Ergebnis des durch den Treibhausgaseffekt angetriebenen Klimawandels wie die Erderwärmung.

Arktis verlagert die Kälte

Die Wissenschaftlerin Marlene Kretschmer vom Potsdamer Institut für Klimaforschung erklärte in einem Interview mit “The Weather Channel” den Vorgang. “Es gibt Hinweise”, sagte sie, “dass das Eisschmelzen im arktischen Ozean zu den Kältewellen an anderen Orten beiträgt.” Als Grund dafür sieht Kretschmer den Polarwirbel, der normalerweise die kalte Luft über der Arktis einschließt. Sei dieser geschwächt, so die Forscherin, könne die kalte Luft aus der Arktis entweichen und in niedrigeren Breiten zu extremer Kälte führen. Extreme Temperatureinbrüche beschränken sich aber derzeit nur auf die Ostküste Nordamerikas. Global gesehen sei es deutlich wärmer als üblich, so Kretschmer.

Aug 16

Hochwassersaison verschiebt sich

Durch den Klimawandel ändern sich die Zeitpunkte von Überschwemmungen.

Foto: GDV

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Mit Hochwasser sind die Bewohner von Küstenregionen und Flüssen vertraut. Wie eine internationale Forschergruppe nun herausgefunden hat, können sich die Bewohner der betroffenen Regionen nicht mehr darauf verlassen, dass es vor allem im April zu Überschwemmungen kommt. Wie die Wissenschaftler um den Hochwasserexperten Günter Blöschl von der TU Wien in einer Studie schreiben, verschieben sich die wiederkehrenden Überschwemmungen im Jahresablauf nach hinten oder vorne. Den Grund sehen die Forscher im Klimawandel.

Dass im Nordosten Europas, in Schweden, Finnland und im Baltikum das Wasser etwa einen Monat früher über die Ufer tritt, führen die Autoren auf eine frühere Schneeschmelze zurück. Auch an den Atlantikküsten Westeuropas hat sich die Hochwassersaison verschoben. Durch die vermehrten Niederschläge infolge des Klimawandels, ist der Boden bereits so voll mit Wasser, dass es nicht mehr aufgenommen werden kann.

Die um zwei Monate späteren Hochwässer in England und Norddeutschland liegen offenbar an veränderten Luftdruckverhältnissen über dem Nordatlantik. Am Mittelmeer, vor allem entlang der Nordküste der Adria, ist wiederum die Erwärmung des Mittelmeers Ursache dafür, dass die Hochwasserereignisse immer später auftreten. Denn auch die Niederschläge kommen dort mittlerweile später.

Die Studie ist im Fachmagazin „Science“ erschienen und basiert auf Daten aus den Jahren 1960 bis 2010. Die Wissenschaftler haben dazu mehr als 4.200 hydrometische Stationen in 38 europäischen Ländern ausgewertet. Des Weiteren wurden Niederschlag, Bodenfeuchte und Temperaturdaten von den Forschern verglichen.

 

Apr 19

Frostschäden drohen

Wintereinbrüche nach dem warmen März gefährden Obst und Sommergerste.

apfelba%cc%88ume-winterDer warme März sorgte für einen frühen Vegetationsbeginn. Doch jetzt der Einschnitt: Frost und sogar Schneefälle in Teilen Deutschlands. Schnee im April ist zwar nicht ungewöhnlich. Doch die ungewöhnliche Folge der Kältewelle auf die für den März ungewöhnlich warmen Temperaturen lässt Obstbauern und Winzer zittern.

Die Temperaturen sollen in den nächsten Tagen tagsüber im einstelligen Bereich liegen, für die Nächte sind sogar Minusgrade angesagt. „Wenn die Nächte klar sind und das Thermometer auf -4 bis -6 Grad fällt, dann schädigt der Frost die Obstblüte“, sagt Helmut Jäger, Präsident des Bayerischen Erwerbsobstbau-Verbandes e.V.. Derzeit blühen in den Obstanbaugebieten Apfel-, Birnen- und Kirschbäume sowie teilweise die Erdbeeren. „Wir können die Erdbeerpflanzen mit Abdeckungen schützen, aber ab -2 Grad ist auch hier das Ende der Fahnenstange erreicht“, sagt Jäger.

Neue Aussaat notwendig

Ähnliche Sorgen haben auch die Ackerbauern, die in den vergangenen Wochen bereits Rüben und Sommergerste ausgesät haben und bei denen die ersten Pflänzchen „aufgelaufen“ sind, das heißt wenn der junge Keim den Boden durchstoßen hat und das erste Grün auf dem Feld sichtbar ist. „Vor allem die jungen Rübenpflanzen sind sehr empfindlich“, sagt Johann Graf, Ackerbaureferent beim Bayerischen Bauernverband. Wenn die Jungpflanzen erfrieren, bleibt den Bauern nur eines: neu aussäen.

Weniger Probleme beim Spargel

Auch der Spargel war dieses Jahr früher dran. Theo Däxl vom Bayerischen Bauernverband (BBV) sieht aber derzeit noch keine größeren Probleme: „Die Vegetation ist heuer circa zwei Wochen früher dran. In den vergangenen Wochen war es für die Jahreszeit eher etwas zu warm – hier tritt jetzt eine Normalisierung ein“. Der Spargel wachse bei kühleren Temperaturen weiter, nur eben langsamer.

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