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Aug 22

Klimawandel: Holz verliert an Qualität

Bäume werden mit dem Klimawandel höher, verlieren aber an Dichte.

Foto: pixabay

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Bäume im Klimawandel wachsen schneller. Auf den ersten Blick ist es eine gute Nachricht. Denn das bedeutet, dass Bäume mehr Kohlendioxid aus der Atmosphäre im Holz speichern und damit der Erderwärmung den Treibstoff entziehen. Ein Team der Technischen Universität München (TUM) hat die Hintergründe untersucht und ist zu einem überraschenden Ergebnis gekommen: Das Holz verliert auch an Qualität.

Forscher untersuchten tausende Jahresringe

Die Forschergruppe um Prof. Hans Pretzsch hat Holzproben von mehreren hundert Bäumen untersucht und die insgesamt 30.000 Jahresringe mit einem Hightech-Verfahren analysiert. Die Holzproben stammen von den ältesten Waldversuchsflächen in Europa, die zeitgleich mit der Gründung der TU München vor 150 Jahren angelegt wurden. Die Proben wurden von gängigen europäischen Baumarten genommen, wie etwa von Fichten, Kiefern, Buchen und Eichen. „Wir kennen die Geschichte jeder einzelnen Fläche, jedes einzelnen Baumes, sehr genau“, betont Pretzsch. „Damit können wir ausschließen, dass unsere Ergebnisse daher kommen, dass der Wald heute anders bewirtschaftet wird als vor hundert Jahren.“

Holz wird mit fortschreitendem Klimawandel leichter

Das Ergebnis der Untersuchung: Seit dem Jahr 1900 hat sich das Volumenwachstum der Bäume um 29 bis 100 Prozent beschleunigt. Das Holz ist aber um acht bis zwölf Prozent leichter geworden. Das bedeutet, dass heute zwar mehr Holzvolumen produziert wird, aber mit weniger Substanz gefüllt ist als noch vor ein paar Jahrzehnten. Dass das Holz aufgrund des schnelleren Wachstums leichter geworden ist, schließen die Wissenschaftler aus. „Die Abnahme der Holzdichte, von der wir sprechen, hat andere Ursachen”, sagt Dr. Peter Biber, Mitautor der Studie.

Entwicklung hat Nachteile für unterschiedliche Bereiche

Die Ursachen sehen die Forscher im langfristigen Temperaturanstieg und der damit zusammenhängenden Verlängerung der Vegetationszeit. Aber auch in den Stickstoffeinträgen aus Landwirtschaft, Verkehr und Industrie. Darauf deuten etliche Details hin, wie etwa ein Rückgang der Spätholzdichte und eine Zunahme des Frühholzanteils in den Jahresringen.

Das Problem aus praktischer Sicht ist, dass leichteres Holz als nachwachsender Rohstoff weniger stabil ist. Auch der Brennwert ist geringer. Das ist für die Produktion von regenerativer Energie von Interesse. Mit Blick auf die Forstwirtschaft steigt durch weniger stabiles Holz in Bäumen das Risiko von Schäden, wie durch Wind- und Schneebruch.

Aug 15

Klimawandel: Steigt der Meeresspiegel schneller als bisher angenommen?

Eine Anfrage der Grünen ergab, dass der Meeresspiegel durch den Klimawandel offenbar schneller und höher steigt als vom Weltklimarat angenommen.

Foto: pixabay

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Der Meeresspiegel steigt durch den Klimawandel offenbar schneller und höher als bisher angenommen. Das geht aus einer Anfrage der Grünen an die Bundesregierung hervor. Die “Neue Osnabrücker Zeitung” zitiert aus der Antwort Umweltstaatssekretär Florian Pronold (SPD): “Neue Arbeiten in diesem Zusammenhang lassen es möglich erscheinen, dass es zu einem höheren und beschleunigten Anstieg des Meeresspiegels kommen kann, als bislang angenommen worden war.” Er beruft sich dabei auf Forschungen zur Erwärmung des Klimas und seine Auswirkungen.

Nur radikale Maßnahmen stoppen den Klimawandel

Bislang gelten die Schätzungen des Weltklimarates IPCC. Der hatte 2013 errechnet, dass durch den Treibhauseffekt Ozeane und Meere bis Ende des 21. Jahrhunderts um 26 bis 55 Zentimeter ansteigen. Als Voraussetzung für dieses Szenario nennt der IPCC aber, dass die Menschheit den Ausstoß klimaschädlicher Gase stark reduziert. Erfolgt das nicht, könnte der Anstieg mit bis zu 82 Zentimeter deutlich höher ausfallen. Neuere wissenschaftliche Untersuchungen hatten zuletzt ergeben, dass auch noch extremere Varianten denkbar seien.

Bundesregierung macht Meeresspiegel zum Thema

Bereits bei den Annahmen aus dem Jahr 2013 kann die Bundesregierung für die deutschen Inseln und Küsten nicht sagen, „inwieweit mögliche Gebiete unbewohnbar sein werden“. Ein Arbeitskreis von Bund und Ländern arbeite „an einer Strategie zum Umgang mit dem Meeresspiegelanstieg“, schreibt Staatssekretär Pronold.

Für die Grünen-Bundestagsabgeordnete Julia Verlinden sind das „düstere Aussichten“: „Wir brauchen endlich eine konsequente Klimaschutzpolitik, um einen noch viel stärkeren Anstieg des Meeresspiegels zu verhindern“. Diese bedeute ein Umsteuern in der Landwirtschaft, im Verkehr und in der Energieversorgung.

Aug 08

Klimawandel: Windenergie wird unzuverlässiger

Einer Studie zufolge wird die Gewinnung von Windenergie durch den Klimawandel schwerer kalkulierbar werden.

klimawandel

Foto: Albrecht Fietz/pixabay

Die Gewinnung von Windenergie durch Windräder gilt neben der Solarenergie als Lösung zum Erreichen der Klimaziele. Erneuerbare Energien sollen mittelfristig fossile Energie ersetzen. Doch ein Forscherteam des Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben nun festgestellt, dass der Klimawandel die Erzeuger von Windenergie vor Herausforderungen stellt. Demnach sind bis Ende des 21. Jahrhunderts größere jahreszeitliche Schwankungen sowie eine Häufung von Schwachwindphasen zu erwarten. Das betrifft den ganzen europäischen Kontinent.

Windkraft wird schwerer kalkulierbar

Laut der Studie sind für den gesamten europäischen Kontinent Änderungen bei der durchschnittlichen Windstromerzeugung zu erwarten. Die Wissenschaftler gehen von Abweichungen zwischen fünf und 20 Prozent aus, sowohl ins Minus als auch ins Plus. Die Stromversorgung durch Windenergie wird somit schwerer kalkulierbar werden.

Klimawandel hat unterschiedliche Auswirkungen

Für große Teile Nord-, Mittel- und Osteuropas ist mit einer erhöhten Variabilität der Windstromerzeugung auf unterschiedlichen Zeitskalen zu rechnen – sowohl zwischen einzelnen Tagen als auch einzelnen Jahren. Zu erwarten ist, dass Windgeschwindigkeiten, die für die Stromproduktion optimal sind, über den Meeren etwas seltener auftreten. In der Nordsee etwa steht ein wichtiger Anteil der deutschen Windkraftanlagen. Zugleich sind häufigere Schwachwindphasen über dem europäischen Kontinent zu erwarten.

Europäisches Projekt

Für ihre Studie nutzten die Forscher ein räumlich und zeitlich hochaufgelöstes Modellensemble. Dieses basiert auf Simulationen des europäischen Klimamodellierungsprojekts EURO-CORDEX. Die räumliche Auflösung beträgt zwölf Kilometer, die zeitliche Auflösung drei Stunden, was eine genauere Quantifizierung der Windstromproduktion auf der regionalen Skala ermöglicht. Für die Berechnungen wird eine typische Windkraftanlage mit einer Nabenhöhe von 100 Metern angenommen. Ihre Erkenntnisse veröffentlichten die Forscher im Journal of Geophysical Research: Atmospheres.

Jul 11

Klimawandel: Bald südfranzösische Verhältnisse in Berlin?

Die Erderwärmung könnte zu einer Verschiebung der Temperaturen sowie zu einer Veränderung von Fauna und Flora führen: Mediterranes Klima in Deutschland, wüstenartige Vegetation am Mittelmeer.

Foto: Monika Neumann/pixelio.de (Symbolbild)

Foto: Monika Neumann/pixelio.de (Symbolbild)

Seit Monaten ist es in vielen Regionen Deutschlands viel zu trocken. „Unter Umständen nähern sich Hitze und Trockenheit in der kommenden Woche einem neuen Höhepunkt”, prognostiziert Meteorologe Dominik Jung vom Wetterportal wetter.net gegenüber dem “Tagesspiegel”. Experten führen die Entwicklung auf den Klimawandel durch den Treibhauseffekt zurück.

Mittelfristige Veränderung

Bereits bis Ende des 21. Jahrhunderts könnte es in Deutschland durchschnittlich 4 Grad wärmer sein als Ende der 1990er Jahre. Die Zeitung beruft sich dabei auf Modellrechnungen des Klimaforschungsverbundes “Reklies”. Der Anstieg der Durchschnittstemperatur würde auch mit mehr Hitzetagen über 30 Grad Celsius einhergehen. Die Anzahl würde im deutschen Durchschnitt bis Ende des Jahrhunderts von derzeit vier auf 25 ansteigen. In Berlin wäre es dann so warm wie zum Beispiel im südfranzösischen Montélimar. In den wärmeren Regionen der Bundesrepublik sind heute schon 15 solcher heißen Tage pro Jahr normal. In Karlsruhe und Freiburg würde die Anzahl der Tage über 30 Grad auf 50 ansteigen.

Während sich Sonnenhungrige über solche Prognosen freuen, sind damit aber auch Risiken verbunden. Extremwetterereignisse, wie Stürme und Hochwasser, würden zunehmen.

Wüstenartige Vegetation in Südeuropa

Die prognostizierte Klimaverschiebung würde auch den Mittelmeerraum betreffen. Studien zufolge soll es dort noch weniger Laubwälder und mehr Landschaften mit Zwergsträuchern geben. Der für Sizilien, Südspanien, Zypern oder Kreta typische Macchia-Bewuchs könnte innerhalb der nächsten 100 Jahre einer wüstenartigen Vegetation weichen, beruft sich der “Tagesspiegel” auf Studien. Unter anderem haben Wissenschaftler der Universität Aix-Marseille das mögliche Szenario untersucht.

Mai 09

Klimawandel: Persönlichen Klimaschutz online planen

Ein neues Internetportal des Bundesumweltministeriums hilft beim privaten Klimaschutz.

Jeder einzelne kann helfen, den Klimawandel zu stoppen, ob durch den bewussten Einsatz des Autos oder durch die Nutzung regenerativer Energien. Das neue Internetportal www.mein-klimaschutz.de des Bundesumweltministeriums beantwortet ab sofort Fragen zum Klimaschutz zu Hause und unterwegs. Verbraucher finden Tipps und Beispiele, wie sie wirksam CO2 vermeiden und so etwas gegen die Klimaerwärmung tun können. Das Portal ist Teil der Mitmachkampagne „Mein Klimaschutz“, die im Auftrag des Bundesumweltministeriums von co2online durchgeführt wird.

“Klimaschutz ist dann erfolgreich, wenn er die Bürgerinnen und Bürger einbezieht und sie beim Mitmachen unterstützt. Denn privat gibt es viele Möglichkeiten, den CO2-Fußabdruck zu verkleinern”,  so Bundesumweltministerin Svenja Schulze.

Ziel der Mitmachkampagne und der neuen Internetseite ist es, Verbrauchern dabei zu helfen, ihren Energieverbrauch und CO2-Ausstoß abzuschätzen und ihr individuelles Sparpotenzial zu erkennen. Auf der Internetseite finden sich Antworten auf die häufigsten Fragen rund um privat machbaren Klimaschutz und Tipps für die Umsetzung.

Von Verbrauchern für Verbraucher

Verknüpft werden die Antworten mit persönlichen Erfahrungen und Empfehlungen von Verbraucherinnen und Verbrauchern. Wer sich bereits mit einer konkreten Maßnahme für den Klimaschutz engagiert oder dies plant, kann sich auf einer interaktiven Deutschlandkarte eintragen. Eingebunden sind auch weiterführende Angebote Dritter wie Online-Ratgeber oder ausführliche Themen-Dossiers. In Verbindung mit verschiedenen Angeboten zum Dialog, sollen so auch Wissensaustausch und regionale Netzwerke gestärkt werden.

Private Haushalte in Deutschland verbrauchen gut ein Viertel der Energie. Oft sind Maßnahmen, die den CO2-Ausstoß mindern, nicht nur gut für das Klima. Sie führen häufig auch zu Kosteneinsparungen, mehr Komfort oder sogar zu besserer Gesundheit.

Apr 11

Gesundheitsschäden durch Klimawandel

Mediziner warnen vor drastischen gesundheitlichen Schäden durch die Erderwärmung.

Foto: Christoph Droste/pixelio.de

Foto: Christoph Droste/pixelio.de

Anlässlich des Weltgesundheitstages am 7. April veröffentlichte das Netzwerk Kritische MedizinerInnen das Positionspapier “Gesundheit braucht Klimaschutz“. Beteiligt waren auch andere Verbände. In dem Manifest wird die neue Bundesregierung aufgefordert, die Gesundheit der Bevölkerung als höchste Priorität anzusehen und globale Verantwortung zu übernehmen.

Kohleausstieg bis 2030

Unabdingbar sei es, so die Initiatoren, alles Notwendige für einen schnellstmöglichen und sozialverträglichen Kohleausstieg zu tun und diesen auf spätestens 2030 verbindlich festzulegen. „Die katastrophalen gesundheitlichen Folgen der Kohleverstromung sind viel zu lange ignoriert worden”, sagt Dr. Alex Rosen, Vorsitzender des Vereins Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges und Ärzte in sozialer Verantwortung (IPPNW Deutschland). Es gebe heute Alternativen in Form der Erneuerbaren Energien und damit keine Rechtfertigung für CO2-Ausstoß mehr. Umwelt und Gesundheit durch Kohleabbau und -verbrennung müsse nicht weiter gefährdet werden, so Rosen. In der Energiewende sieht der Mediziner nicht nur den Atomausstieg, sondern auch den Kohleausstieg.

Physische und psychische Gesundheit gefährdet

Die Verbände sehen die Gefahren nicht nur in Erkrankungen von Herz und Lunge durch Emissionen durch Kohleverbrennung. Auch die Bedrohung der physischen und psychischen Unversehrtheit durch zunehmende Extremwetterereignisse sei ein Thema. “Die drastischen Gesundheitsfolgen des Klimawandels wie die Zunahme von Malaria und Denguefieber oder Nahrungsmittelmangel durch Dürren treffen vor allem arme Menschen im Globalen Süden”, so Dr. Andreas Wulf von medico international. Die historisch Verantwortlichen seien aber die Industriestaaten. “Diese Ungerechtigkeit gilt es abzuschaffen“, betont Wulf. Mit der Forderung nach  Klimagerechtigkeit solidarisiert sich das Netzwerk mit den Hauptbetroffenen des Klimawandels. Dazu zählen die Initiatoren den globalen Süden genauso wie die Kohleabbauregionen der Welt, vom Hambacher Forst über die Appalachen bis Nordkolumbien und Südafrika.

Feb 14

Deshalb bringt der Klimawandel mehr Starkregen

Extremwetterereignisse nehmen zu, die Menschen wünschen sich einen professionellen Umgang mit den Folgen. Weiterlesen »

Feb 07

Klimawandel auch für Kälte verantwortlich

Ein Naturphänomen bringt arktische Kälte in andere Regionen.

Klimawandel

Foto: pixabay

Der US-amerikanischen Raumfahrtbehörde NASA ist es gelungen, eine globale Karte mit den Bodentemperaturen im Vergleich zu vergangenen Jahren zu erstellen. Die Daten vom 26. Dezember 2017 bis 2. Januar 2018 werden dabei mit Aufzeichnungen aus den Vergleichszeiträumen von 2001 bis 2010 verglichen. Die Studie bestätigt, was Experten aus Umweltschutz und Klimaforschung schon längst vermuteten: Die Temperaturen stiegen innerhalb dieser vergleichsweisen kurzen Zeit. Aber nicht nur! Die Karte zeigt auch, dass das Wetter verrückt spielt. Denn der Klimawandel sorgt nicht nur für Erwärmung.

Während Kalifornien um die Jahreswende von heftigen Wald- und Flächenbränden heimgesucht wurde, versank die Ostküste der USA in Schneemassen – zwei Extreme. Das Problem: Genau mit solchen Kälteperioden argumentieren Klimaskeptiker. Doch diese sind genauso das Ergebnis des durch den Treibhausgaseffekt angetriebenen Klimawandels wie die Erderwärmung.

Arktis verlagert die Kälte

Die Wissenschaftlerin Marlene Kretschmer vom Potsdamer Institut für Klimaforschung erklärte in einem Interview mit “The Weather Channel” den Vorgang. “Es gibt Hinweise”, sagte sie, “dass das Eisschmelzen im arktischen Ozean zu den Kältewellen an anderen Orten beiträgt.” Als Grund dafür sieht Kretschmer den Polarwirbel, der normalerweise die kalte Luft über der Arktis einschließt. Sei dieser geschwächt, so die Forscherin, könne die kalte Luft aus der Arktis entweichen und in niedrigeren Breiten zu extremer Kälte führen. Extreme Temperatureinbrüche beschränken sich aber derzeit nur auf die Ostküste Nordamerikas. Global gesehen sei es deutlich wärmer als üblich, so Kretschmer.

Nov 29

Den Wald für den Klimawandel fit machen

 

Der Wald in Deutschland erholt sich, Mischwälder könnten aber dafür sorgen, dass es auch so bleibt.

Foto: pixabay

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Der Klimawandel hat bereits Auswirkungen auf das Ökosystem Wald. Das zeigt unter anderem der Waldzustandsbericht 2017 des Landes Sachsen-Anhalt. Vor allem Unwetter, Stürme, Trockenheit und Hitze sind es, die den Bäumen zu schaffen machen. „Dennoch ist der Zustand unserer Wälder stabil“, sagte Umweltministerin Claudia Dalbert bei der Vorstellung des Berichtes.

Wälder dem Klimawandel anpassen

Die Folgen des Klimawandels machen die Wälder auch anfällig für biotische Schaderreger wie zum Beispiel den Buchdrucker. Eine Lösung sind Mischwälder. Das Land Sachsen-Anhalt fördert deswegen den Waldumbau mit dem Aufbau von Mischwaldbeständen. „Wir erhoffen uns davon die Erhöhung der Stabilität und Vitalität unserer Wälder. Gegenüber Gefährdungen werden sie dann besser gewappnet sein“, so Dalbert.

Buchen geht es besser

Ein wichtiger Indikator für den Waldzustand ist der Kronenzustand. Die mittlere Kronenverlichtung der Waldbäume in Sachsen-Anhalt beträgt in diesem Jahr 17 Prozent und liegt damit seit 2005 stabil auf einem relativ geringen Niveau zwischen 14 und 17 Prozent. Beim „Sorgenkind“ Buche ist die mittlere Kronenverlichtung auf 33 Prozent gesunken. Grund dafür sind die Niederschlagsmengen in dieser Vegetationsperiode. Höchstwerte für die mittlere Kronenverlichtung der Buche wurden 2004 mit 43 Prozent und 2016 mit 39 Prozent erreicht.

Wald erholt sich auch im Westen

Auch im Westen Deutschlands hat sich der Waldzustand leicht verbessert, wie der Waldzustandsbericht Nordrhein-Westfalen zeigt. Bei den Laubbäumen haben sich besonders die Buchen im zurückliegenden Jahr wieder erholt. Der Anteil der Eichen hat sich allerdings der Anteil der gut belaubten Bäume im Vergleich zu 2016 leicht verringert. Bei den Nadelbäumen haben sich die Nadelverluste bei den Fichten verringert, während die Kiefern eine stärkere Kronenverlichtung zeigen.

Ein Drittel der Fläche von Deutschland besteht aus Wald (11,4 Millionen Hektar). Die häufigsten Baumarten in Deutschland sind die Nadelbäume Fichte (26 Prozent) und Kiefer (23 Prozent), gefolgt von den Laubbäumen Buche (16 Prozent) und Eiche (11 Prozent).

Der Waldbericht der Bundesregierung kann auf der Internetseite des Bundeslandwirtschaftministeriums abgerufen werden.

Jul 12

Dieser Baum wird den Klimawandel nicht überleben

Wissenschaftler befürchten, dass die Fichte aus unseren Wälder verschwindet.

Foto: pixabay

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Mit über 26.000 Kubikmeter Holzeinschlag 2016 ist die Fichte der bedeutendste Baum für die Forstwirtschaft. Doch langfristig werden sich Forstwirte umstellen müssen. Irgendwann wird es die Fichte in Deutschland nicht mehr geben, zumindest wenn es nach einer Studie der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg geht. Am Beispiel Schwarzwald haben Prof. Jürgen Bauhaus und Valentia Vitali erforscht, dass die Fichte nicht mit dem Klimawandel zurecht kommt.

Viele Pflanzen seien der voranschreitenden Trockenheit durch den Klimawandel nicht gewachsen, so auch die Fichte, wissen die Forscher. Kern der Studie war zu erforschen, welche Baumarten sich in Zukunft in Deutschland wohlfühlen könnten. Das Ergebnis: Weißtannen und Douglasien könnten langfristig die Fichte ersetzen, weil sie besser an Trockenzeiten angepasst sind. Die Weißtanne ist ohnehin ein heimischer Baum, die Douglasie stammt aus Nordamerika.

Das Team um Prof. Bauhaus hat über 800 Bäume in unterschiedlichen Höhenlagen des Schwarzwalds untersucht. Anhand des Jahrringwachstums der Bäume vor, während und nach extremen Sommertrockenheiten der Jahre 1976 und 2003 haben sie festgestellt, welche Nadelbaumarten Dürren am besten standhalten und sich danach am schnellsten und vollständigsten erholen. Veröffentlicht haben die Wissenschaftler ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift „Global Change Biology“.

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