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Sep 13

Klimawandel: Waldumbau gegen Borkenkäfer?

Ein wärmeres Klima durch den Klimawandel begünstigt Schädlinge. Der NABU fordert, das Problem langfristig auf natürliche Weise zu lösen.

Foto: pixabay

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Die Hitzewelle im Frühsommer und Sommer führte nicht nur zu einer stärkeren Population der Wespen. Sie hat auch dazu geführt, dass die Population der Borkenkäfer explodierte. Dazu kommt, dass die durch die Trockenheit bedingten Waldbrände abgestorbenen Fichten gute Nistplätze für die Schädlinge sind. Zum Schutz der Wälder werden Pestizide eingesetzt. Der Naturschutzbund (NABU) sieht aber ein grundsätzliches Problem: Die Käferplage durch den Klimawandel könne nicht durch Gift bekämpft werden.

Klimawandel begünstigt Entwicklung von Schädlingen

„Die Fichtenforste machen seit vielen Jahren sehr deutlich, wie anfällig sie gegenüber extremen Wetterereignissen sind. Dürre und Hitze haben in diesem Jahr auch den Borkenkäfer-Befall begünstigt”, so NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Das Insekt hatte bereits mit einem warmen April optimale Bedingungen. “Auch durch Stürme haben vorgeschädigte Wälder dem Borkenkäfer weniger entgegenzusetzen“, erklärt Miller. Besonders betroffen von Borkenkäfermassenvermehrungen sind Bundesländer mit einem hohen Fichtenanteil. Dazu zählen Bayern, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Thüringen und Baden-Württemberg.

Ist ein Waldumbau besser als Pestizide?

Der NABU kritisiert, dass beim öffentlichen Wald vor allem wirtschaftliche Interessen das Maß aller Dinge seien und den Pestizideinsatz gegen Schädlinge. „Aus den Fehlern der vergangenen Jahrzehnte müssen wir schneller lernen”, sagt Miller. “Es zeigt sich immer wieder – je naturnäher der Wald, desto weniger anfällig ist er gegen extreme Wetterereignisse, die durch den Klimawandel immer häufiger auftreten“, so der Bundesgeschäftsführer.

NABU-Waldexperte Stefan Adler ergänzt: „Wir können nicht über Jahre mit Gift gegen die Klimaveränderung ankämpfen.” Kurzfristige Lösungen seien nicht vorhanden. Mittel- bis langfristig helfe nur der Waldumbau hin zu naturnahen Laub- und Mischwäldern. Er fordert, von der Forstwirtschaft, Fichten nicht mehr durch Douglasien und andere schnellwachsende Nadelbaumarten zu ersetzen.

Sep 03

Ernteversicherungen in der Mongolei

Foto: Pixabay

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In enger Zusammenarbeit mit der IAK Agrar Consulting GmbH findet ein weiterer Besuch in der Mongolei von Herrn Mahler statt. Beim Deutsch – Mongolischen Kooperationsprojekt Nachhaltige Landwirtschaft erfolgt eine Beratung zum Gesetzentwurf zur Etablierung von Ernteversicherungen.

Von Seiten des Projektes heißt es: „Ernteversicherungen werden von landwirtschaftlichen Betrieben zur Absicherung von Ernteverlusten durch Extremwetterereignisse (z. B. Dürre, Hagel) genutzt. Ackerbauern in der Mongolei sollen zukünftig Ernteversicherungen als ein Instrument des Risikomanagements angeboten werden. Im Vorfeld wurde durch eine interministerielle Arbeitsgruppe (MELL und Finanzministerium) ein erster Gesetzentwurf zur Etablierung von Ernteversicherungen in der Mongolei entworfen. Darüber hinaus wird im Rahmen des Gesetzgebungsverfahrens eine Machbarkeitsstudie gefordert. Das DMKNL hat das MELL sowie die Rückversicherung AgRe JSC bei der Formulierung eines Gesetzentwurfs und der Erstellung der Studie beraten bzw. fachlich unterstützt.

Anfang September ist ein weiterer Experteneinsatz durch das DMKNL vorgesehen. Herr Mahler (Prokurist bei der gvf VersicherungsMakler AG) wird die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie, welche auch auf mögliche Subventionsmaßnahmen eingeht, den Mitgliedern der interministeriellen Arbeitsgruppe vorstellen

Fachgespräche und der Erfahrungsaustausch zwischen Herrn Mahler und Vertretern des MELL, der mongolischen Versicherungswirtschaft, Verbänden und Produzenten sollen einen fachlichen Beitragzur Diskussion über mögliche Versicherungsprodukte und das Ernteversicherungsgesetzes leisten.

Ferner ist ein Seminar zum Thema „Ernteversicherung als Instrument des Risikomanagements landwirtschaftlicher Betriebe“ vorgesehen.“

Mehr Informationen erhalten Sie unter: https://www.dmknl.de/de/veranstaltungen-detail/beratung-zum-gesetzentwurf-zur-etablierung-von-ernteversicherungen-in-der-mongolei.html

Jul 18

Die zwei Gesichter des Monsun

Der südasiatische Monsun reinigt einerseits die Atmosphäre, andererseits transportiert er Schadstoffe rund um den Globus.

Foto: pixabay

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Ein internationales Team von Wissenschaftlern hat die Auswirkungen des asiatischen Monsuns auf die Umweltverschmutzung untersucht. Er ist Waschmittel und Schmutzschleuder zugleich. Das fanden die Forscher unter Beteiligung des Forschungszentrums Jülich und des Max-Planck-Instituts heraus.

Kein Wetterphänomen prägt Südasien so stark wie der Monsun. Die Luftströmung führt im Winter zu Trockenheit und Dürre und sorgt im Sommer für starke Regenfälle, die monatelang andauern können. Der Monsun entsteht, weil sich Luftmassen über dem indischen Subkontinent in den Sommermonaten sehr stark aufheizen. Die warme Luft steigt nach oben, feuchte Ozeanluft wird angesaugt und strömt über das Land in Richtung Himalaya. Dabei bilden sich riesige Wolken.

Monsun treibt südasiatische Schadstoffe bis zum Mittelmeer

Bislang war es nur eine Vermutung, dass die aufsteigenden Luftmassen auch verschmutzte Luft hoch in die Atmosphäre transportieren, bis über die Regenwolken hinaus. Luftverschmutzung ist ein wachsendes Problem in Südasien. Emissionen sind in den vergangenen Jahren um fünfzig Prozent gestiegen. Der Grund ist vor allem die Verbrennung von Kohle und anderen fossilen Energieträgern. Dabei entsteht zum Beispiel Kohlenmonoxid und Schwefeldioxid. Treibhausgas hingegen entsteht über den Reisfeldern. Jedes Jahr bildet sich während der winterlichen Trockenzeit von Dezember bis März eine riesige Schmutzwolke über Südasien. Diese reicht vom Norden des indischen Subkontinents bis zum Indischen Ozean. Während der Regenzeit im Sommer verschwindet die Schmutzwolke wieder.

Messungen ergaben, dass der Monsun die Schadstoffe in 15 Kilometer Höhe bis in den Nahen Osten, über das Mittelmeer und nach Nordafrika trägt. Die Verschmutzung der Stratosphäre hat Auswirkungen auf das Klima und die Ozonschicht. Der Klimawandel wird so negativ beeinflusst. Das stellt ein massives Problem für den Klimaschutz und den Umweltschutz dar. Für die Untersuchung entwickelten die Wissenschaftler eigene Geräte für das deutsche Forschungsflugzeug HALO.

Atmosphäre wird “gewaschen”

Andererseits haben die Forscher eine hohe Konzentration an Hydroxil gefunden. Das Hydroxyl-Molekül (OH) gilt als “Waschmittel der Atmosphäre”. Es oxidiert Schadstoffe effizient. Die Moleküle lagern sich in Schwebepartikeln in der Luft ab, wodurch diese durch Niederschlag leichter aus der Luft ausgewaschen werden. Des Weiteren können sich die oxidierten Moleküle aneinander lagern und so neue Aerosolpartikel bilden. Aerosol gilt als “Gegenspieler” der Treibhausgase, weil sie in bodennahen Schichten kühlend wirken.
Gewitter, die in Monsun-Wolken oft auftreten, verstärken den positiven Effekt. Blitze setzen Stickoxide frei. Diese recyceln die Hydroxyl-Moleküle. Die Selbstreinigungskraft bleibt so erhalten. Den Wissenschaftlern zufolge wird sogar viel mehr OH recycelt als sich primär bildet, denn die OH-Konzentration steigt durch die Blitzaktivität auf das Zwei- bis Dreifache.

Apr 11

Gesundheitsschäden durch Klimawandel

Mediziner warnen vor drastischen gesundheitlichen Schäden durch die Erderwärmung.

Foto: Christoph Droste/pixelio.de

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Anlässlich des Weltgesundheitstages am 7. April veröffentlichte das Netzwerk Kritische MedizinerInnen das Positionspapier “Gesundheit braucht Klimaschutz“. Beteiligt waren auch andere Verbände. In dem Manifest wird die neue Bundesregierung aufgefordert, die Gesundheit der Bevölkerung als höchste Priorität anzusehen und globale Verantwortung zu übernehmen.

Kohleausstieg bis 2030

Unabdingbar sei es, so die Initiatoren, alles Notwendige für einen schnellstmöglichen und sozialverträglichen Kohleausstieg zu tun und diesen auf spätestens 2030 verbindlich festzulegen. „Die katastrophalen gesundheitlichen Folgen der Kohleverstromung sind viel zu lange ignoriert worden”, sagt Dr. Alex Rosen, Vorsitzender des Vereins Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges und Ärzte in sozialer Verantwortung (IPPNW Deutschland). Es gebe heute Alternativen in Form der Erneuerbaren Energien und damit keine Rechtfertigung für CO2-Ausstoß mehr. Umwelt und Gesundheit durch Kohleabbau und -verbrennung müsse nicht weiter gefährdet werden, so Rosen. In der Energiewende sieht der Mediziner nicht nur den Atomausstieg, sondern auch den Kohleausstieg.

Physische und psychische Gesundheit gefährdet

Die Verbände sehen die Gefahren nicht nur in Erkrankungen von Herz und Lunge durch Emissionen durch Kohleverbrennung. Auch die Bedrohung der physischen und psychischen Unversehrtheit durch zunehmende Extremwetterereignisse sei ein Thema. “Die drastischen Gesundheitsfolgen des Klimawandels wie die Zunahme von Malaria und Denguefieber oder Nahrungsmittelmangel durch Dürren treffen vor allem arme Menschen im Globalen Süden”, so Dr. Andreas Wulf von medico international. Die historisch Verantwortlichen seien aber die Industriestaaten. “Diese Ungerechtigkeit gilt es abzuschaffen“, betont Wulf. Mit der Forderung nach  Klimagerechtigkeit solidarisiert sich das Netzwerk mit den Hauptbetroffenen des Klimawandels. Dazu zählen die Initiatoren den globalen Süden genauso wie die Kohleabbauregionen der Welt, vom Hambacher Forst über die Appalachen bis Nordkolumbien und Südafrika.

Dez 06

Wetterphänomen könnte Lebensmittelpreise in die Höhe treiben

Experten rechnen mit einer relativ hohen Wahrscheinlichkeit, dass diesen Winter „La Niña“ auftritt. Ein Analyst warnt vor dem Anstieg der Lebensmittelpreise.

Foto: pixabay

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Für Ende Dezember rechnen Experten mit dem Wetterphänomen „La Niña“, das traditionellerweise nach „El Nino“ ebenfalls im pazifischen Raum auftritt – mit Folgen für den globalen Lebensmittelmarkt. Stefan Vogel, Analyst bei der Rabobank, sagte der britischen Zeitung „Guardian“: „Wir sehen eine deutliche Gefahr am Horizont, was die globalen Lebensmittelpreise im Jahr 2018 betrifft”. Durch zerstörte Ernten könnte die relativ hohe Stabilität des Lebensmittelmarktes der vergangenen Jahre kippen.

Wetterphänomene zerstören Ernten

„La Niña“ für ist das Gegenstück zu „El Niño“ und Teil einer Wetterschaukel, die sich alle paar Jahre zwischen Asien und dem amerikanischen Kontinent hin- und her bewegt. Während durch „El Niño“ Lateinamerika mit katastrophalen Dürren zu kämpfen hat, werden asiatische Regionen von Taifunen und Hurrikans heimgesucht. Bei „La Niña“ ist es umgekehrt: Dürre in Asien, Stürme und Überflutungen an der Pazifikküste Lateinamerikas.

Der Grund sind überdurchschnittlich hohe Luftdruckunterschiede zwischen Südamerika und Indonesien. Dadurch werden die Passatwinde verstärkt. Diese treiben das warme Oberflächenwasser des Pazifiks nach Südostasien. Vor der Küste Perus hingegen strömt als Folge mehr kaltes Wasser aus der Tiefe nach. In Südamerika regnet es weniger, in Nordamerika ist mit dem vermehrten Auftreten von Hurrikans zu rechnen – und in Südostasien vertrocknen die Äcker. „La Niña“ trat zwar 2016 auch auf, nach Einschätzung von Experten der US-Behörde „National Oceanic and Atmospheric Administration“ (NOAA) liegt die Wahrscheinlichkeit, dass sich das Wetterereignis diesen Winter wiederholt, bei 65 bis 75 Prozent.

 

Okt 25

Extremer CO2-Anstieg durch El Niño

Durch das Klimaphänomen El Niño gelangen 8,8 Milliarden Tonnen mehr Kohlendioxid in die Atmosphäre.

Foto: pixabay (Symbolbild)

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Durch das pazifische Wetterphänomen El Niño kommt es nicht nur etwa alle zwei bis sieben Jahre zu Überschwemmungen und Dürrekatastrophen. „Das (Christ)-Kind“, wie es südamerikanische Fischer benannten, sorgt auch für erhöhte Kohlendioxidwerte in der Atmosphäre und verstärkt dadurch den Treibhauseffekt. Das haben jetzt Wissenschaftler der Max-Planck-Institute für Chemie und für Biogeochemie anhand von Satellitendaten und Bodenmessstationen ermittelt. Zum Jahreswechsel 2015/2016, an dem El Niño wieder auftrat, gelangten 8,8 Milliarden Tonnen Kohlendioxid (CO2) zusätzlich in die Atmosphäre. Das Gas wird hauptsächlich für den Klimawandel verantwortlich gemacht.

Geschwächte Vegetation

Während es durch El Niño im Nordwesten Südamerikas zu Überschwemmungen kommt, haben das Amazonasgebiet, Südostasien und Ostafrika mit Dürreperioden zu kämpfen. Diese haben nicht nur Hunger zur Folge. Die Vegetation wird geschwächt und kann weit weniger Photosynthese betreiben als gewöhnlich. Dieser Umstand ist Forschern schon seit längerer Zeit bekannt. Doch erst jetzt konnte der Kohlendioxidschub beziffert werden.

El Niño ist ein natürliches Warmwasserphänomen, das unregelmäßig die Wassertemperaturen und Meeresströmungen im äquatorialen Pazifik durcheinanderbringt. Das hat enorme Auswirkungen auf das Wetter auf der gesamten Südhalbkugel. Während manche Gegenden mit massiven Niederschlägen zu kämpfen haben, leiden andere unter Dürre. Selbst das Wetter auf der Nordhalbkugel wird noch beeinflusst. Bedingt durch die chaotische Natur des Klimasystems, verläuft dieser Zyklus nicht streng periodisch und kann deshalb nur schwer vorhergesagt werden. El Niño beudeutet „das Kind“. Südamerikanische Fischer haben das Naturphänomen in Bezug auf „Christkind“ so genannt, weil es immer um die Weihnachtszeit auftritt.

Jul 12

Dieser Baum wird den Klimawandel nicht überleben

Wissenschaftler befürchten, dass die Fichte aus unseren Wälder verschwindet.

Foto: pixabay

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Mit über 26.000 Kubikmeter Holzeinschlag 2016 ist die Fichte der bedeutendste Baum für die Forstwirtschaft. Doch langfristig werden sich Forstwirte umstellen müssen. Irgendwann wird es die Fichte in Deutschland nicht mehr geben, zumindest wenn es nach einer Studie der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg geht. Am Beispiel Schwarzwald haben Prof. Jürgen Bauhaus und Valentia Vitali erforscht, dass die Fichte nicht mit dem Klimawandel zurecht kommt.

Viele Pflanzen seien der voranschreitenden Trockenheit durch den Klimawandel nicht gewachsen, so auch die Fichte, wissen die Forscher. Kern der Studie war zu erforschen, welche Baumarten sich in Zukunft in Deutschland wohlfühlen könnten. Das Ergebnis: Weißtannen und Douglasien könnten langfristig die Fichte ersetzen, weil sie besser an Trockenzeiten angepasst sind. Die Weißtanne ist ohnehin ein heimischer Baum, die Douglasie stammt aus Nordamerika.

Das Team um Prof. Bauhaus hat über 800 Bäume in unterschiedlichen Höhenlagen des Schwarzwalds untersucht. Anhand des Jahrringwachstums der Bäume vor, während und nach extremen Sommertrockenheiten der Jahre 1976 und 2003 haben sie festgestellt, welche Nadelbaumarten Dürren am besten standhalten und sich danach am schnellsten und vollständigsten erholen. Veröffentlicht haben die Wissenschaftler ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift „Global Change Biology“.

Mai 03

Wetterextreme machen die Weizenpreise

Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Rohstoff-Spekulation nicht der Hauptfaktor für die weltweiten Weizenpreise sind.

Foto: WLV

Foto: WLV

Preisspitzen beim Weizen-Welthandel werden hauptsächlich von Ernte-Schocks, wie Dürren, verursacht. Diese Schocks werden verstärkt wenn die Lagerbestände des Getreides gering sind oder eine Handelspolitik der Abschottung betrieben wird. Das zeigt eine Analyse von globalen Daten des US-Landwirtschaftsministerium.

Die Autoren der Studie sind zu dem Ergebnis gekommen, dass hinsichtlich der jährlichen Weizenpreise in den vergangenen vier Jahrzehnten weder Rohstoff-Spekulation noch die Nutzung von Land für die Biosprit-Produktion entscheidend war. Diese Erkenntnis erlaube eine bessere Abschätzung von Risiken, so das Potsdam-Institut für Klimaforschung (PIK) ein. Explodierende Getreidepreise können in manchen Jahren zu regionalen Ernährungskrisen beitragen. Denn mit dem Klimawandel nehmen Wetterschwankungen sowie entsprechende Risiken für die Getreideproduktion zu.

„Ernährungssicherheit ist zum großen Teil eine Frage von Preisen. Deshalb wollten wir die Treiber der Preisschwankungen von einem Jahr zum anderen besser verstehen.“, sagt Leit-Autor und PIK-Forscher Jacob Schewe.

„Diese Preisspitzen sind nach schweren Dürren aufgetreten, die natürlich die Ernteerträge verringert haben. Wir können jetzt zeigen, dass solche vom Wetter ausgelösten Schocks tatsächlich starke Preisanstiege auslösen können.“, ist sich Schewe sicher. Zusätzlich können Exportstopps und Handelspolitik, bei der Staaten ausländische Unternehmen benachteiligen, die weltweiten Effekte verstärken.

„Während die Spekulation auf den Märkten das Problem vorübergehend durchaus noch verstärkt haben mag, zeigen die Daten dass für die Jahrespreise diese Spekulation nur ein kleiner Faktor war.“, so Ko-Autor Christian Otto.

Deshalb ist das Fazit der Wissenschaftler, dass man für die Ernährungssicherung hauptsächlich den Klimawandel sowie die Handelspolitik verschiedener Länder im Blick haben sollte.

Nov 16

Winter: Das brauchen Wildtiere – und das nicht

Foto: Pixabay

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Die Meteorologen sagen einen langen und schneereichen Winter voraus. Viele Menschen sorgen sich dabei um die Wildtiere, wie Eichhörnchen, Vögel oder auch Rehe und Hirsche. Doch die Tiere zu füttern ist nicht immer gut. Einige kommen alleine zurecht. Die Deutsche Wildtier Stiftung gibt Tipps, wie man mit in freier Wildbahn lebenden Tieren umgehen soll.

Eichhörnchen kommen allein zurecht

Die Nagetiere sind das ganze Jahr über auf Nahrungssuche und futtern sich bereits ab Sommer Winterspeck an. Im Herbst beginnen sie strategisch mit dem Anlegen ihrer Wintervorräte. Sie vergraben Nüsse, Kastanien oder Bucheckern an geheimen Orten, etwa unter Baumwurzeln und in Baumhöhlen. So haben die Tiere auch in der kalten Jahreszeit genug zu knabbern. Eichhörnchen halten keinen Winterschlaf, sondern nur Winterruhe.

Singvögel besuchen das Vogelhaus

Wenn Wiesen, Wälder und Gärten mit Schnee bedeckt sind, sind Singvögel dankbar für Futter. „Wer Amsel und Rotkehlchen den Tisch deckt, kann mit vielen Gästen rechnen. In einer einzigen Frostnacht verliert ein kleiner Vogel bis zu 20 Prozent seines Körpergewichtes“, erklärt Eva Goris, Pressesprecherin der Deutschen Wildtier Stiftung. „Damit die verlorene Energie am Tage sofort wieder aufgenommen werden kann, hilft das Füttern von Vögeln im Winter.“ Körnerfresser wie Buch- und Bergfink, Grünling, Kernbeißer, Haus- und Feldsperling oder Zeisig sind mit Sonnenblumenkernen und Hanf, kleingehackten Hasel- und Walnüssen, Bucheckern und den Fruchtständen von Hirse und Mohn bestens versorgt. Amseln, Singdrosseln und Rotkehlchen picken gern aufgeschnittene Früchte und Beeren.

Rehe und Hirsche haben eigene Ernährungsberater

Rehe und Hirsche reduzieren im Winter ihre Körpertemperatur, um Energie zu sparen. Sie verringern ihren Herzschlag und stehen häufig bewegungslos in der Landschaft. Gleichzeitig verkleinert sich im Winter der Verdauungstrakt. Die Tiere ernähren sich in der kalten Jahreszeit von faserreicher Nahrung wie dürre Gräser und Brombeerblätter. Wenn ihr Revier von einer dicken Schneedecke bedeckt ist, braucht das Wild extra Futter. „Das Füttern in Notzeiten übernimmt allerdings ausschließlich der Förster – der Laie kann da nicht helfen.“, so Goris.

Igel halten satt Winterschlaf

Gesunde Igel brauchen kein Extrafutter. Futterstellen im Garten könnten auch für Unannehmlichkeiten sorgen, weil sie Mäuse und Ratten anlocken würden. Es ist effektiver, den Garten so naturnah wie möglich zu gestalten. Denn dann können die Stacheltiere im Frühjahr selbst Schnecken, Würmer und Asseln suchen. So sind sie langfristig immer gut versorgt.

Enten, Gänse und Schwäne dürfen nicht gefüttert werden

Das oft gereichte Brot und andere Essensreste sind für die Wasservögel ungesund. Das Füttern von Enten, Gänsen und Schwänen ist deshalb oft verboten. Die Wildvögel bekommen davon Bauchweh und Magenbeschwerden. Auch die Natur leidet, denn wenn das Brot auf den Grund des Teiches sinkt, verfault es und das Gewässer kann „umkippen“.

Dez 02

Warten auf „Super“-El Niño

Das Wetterereignis El Niño trifft bald auf die südamerikanische Pazifikküste. Experten gehen diesmal von einer extrem starken Ausprägung aus.

Experten hatten das Wetterphänomen El Niño bereits für die Jahreswende 2014 erwartet.  Geschehen ist nichts. Dafür kündigt sich das Ereignis für das kommende Jahresende um so stärker an. Das Phänomen tritt alle sieben bis acht Jahre um die Weichnachtszeit auf. Deshalb der Name El Niño – das Kind, im Sinne von Christuskind.

El Niño oder meteorologisch Southern Oscillation (ENSO) beschreibt ein gekoppeltes Zirkulationssystem von Ozean und Atmosphäre im Bereich des tropischen Pazifiks. Dabei wird das warme Oberflächenwasser zusammen mit der atmosphärischen Zirkulation vom westlichen Pazifik in Richtung Südamerika verschoben.

Schuld sind die verschiedenen Stärken der Passatwinde. Normalerweise wehen sie von Südamerika nach Australien, und zwar entlang des Äquators. Die Luftströmungen schieben warmes Wasser an die Ostküste des Pazifiks. Gleichzeitig stauen sie dort den Wasserpegel einen halben Meter höher auf als vor Südamerika.

El Niños treten in Jahren auf, in denen die Passatwinde abschwächen oder gar aussetzen. Dann schwappt das aufgestaute warme Wasser zurück in Richtung Südamerika. Dieses Verschieben des Warmwasser-Pools von Australien in Richtung Südamerika bezeichnet man als El Niño. Den Namen hat das Phänomen peruanischen Fischern zu verdanken, denn sie leiden besonders darunter. Das viel zu warme Wasser zerstört die Nahrungskette. Plankton und Fische verschwinden. Die Fischerei ist in den südamerikanischen Ländern eine der wichtigsten Wirtschaftszweige. Außerdem sorgt El Niño an der lateinamerikanischen Küste für Überschwemmungen durch extreme Regenfälle und auf der anderen Seite des Pazifiks für Dürre. Die diesjährigen überdurchschnittlich hohen Temperaturen tun das Übrige und erwärmen das Wasser noch stärker. Das macht diesen  El Niño so gefährlich. Experten befürchten, dass die Auswirkungen so schlimm sein werden, wie seit 1997 nicht mehr. Damals verloren 23.000 Menschen ihr Leben. El Niño ließ einen Schaden von 33 Milliarden Euro zurück.

Das Phänomen breitet sich erfahrungsgemäß auch in Richtung Nordamerika aus. Von einer direkten Auswirkung auf Europa gehen Experten nicht aus. Lediglich der auch in Deutschland extrem heiße Sommer deutete auf die globalen Verhältnisse während des Jahres und somit auf die Bildung eines extrem starken El Niños hin.

Auf der Website der NASA kann die Entwicklung des El Niños beobachtet werden.

Darstellung: NASA/JPL-Caltech

Darstellung: NASA/JPL-Caltech

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