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Apr 12

Österreicherin filmt seltenen Staubteufel

Staub- und Heuteufel sind trotz ihres Namens mehr Physik als Mystik.

Im österreichischen Bundesland Kärnten gelang es vergangene Woche einer Frau, einen sogenannten Staubteufel zu filmen. Die seltene Aufnahme zeigt ein Phänomen, das vor allem aus Nordamerika bekannt ist, aber auch in unseren Breitengraden auftritt. Was mystisch klingt, ist nichts anderes als ein kleinräumiger Tornado. Der Fachbegriff ist Kleintrombe.

Während allerdings Großtromben, also Tornados und Wirbelstürme, ein gewisses Wolkenbild voraussetzen, entstehen Kleintromben durch eine bodennahe Überhitzung der Atmosphäre. Durch die unterschiedlichen Temperaturen in verschiedenen Höhen steigt eine Thermikblase auf und beginnt zu rotieren.

Der Name „Staubteufel“ leitet sich aus der Bodenvoraussetzung ab. Sie entstehen meist über dunklen, der Sonne leicht zugeneigten Ackerflächen. Das Erdreich wird aufgewirbelt und als Staub wahrgenommen. Wenn, was seltener der Fall ist, Heu aufgewirbelt wird, spricht man von einem Heuteufel. Auch auf dunklen Flächen, wie Park- oder Sportplätzen kann das Phänomen entstehen. In seltenen Fällen kommt es auch zu Schneeteufeln. Das geschieht dann, wenn Berghänge unterschiedlichen Sonneneinstrahlungen ausgesetzt sind. So geschehen diese Woche in Lake Louise in Kanada.

Kleintromben können in Extremfällen orkanähnliche Geschwindigkeiten erreichen und mehrere hundert Meter hoch werden. Die „Lebensdauer“ reicht von wenigen Sekunden bis zu einer halben Stunde. Auch beim Durchmesser sind die „Teufel“ äußerst flexibel. Dieser kann von einem halben bis zu 200 Meter betragen.

Der österreichische Staubteufel im Video

 

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