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Sep 11

Niedrigwasser hat Auswirkungen auf Landwirtschaft

Das Niedrigwasser ist besorgniserregend. Landwirtschaft, Vegetation und Fließgewässer bräuchten dringend große Mengen an Regen.

niedrigwasser

Foto: distel2610/pixabay.com (Symbolbild)

Trotz des wechselhaften Wetters mit Regen, das seit Anfang September in weiten Teilen Deutschlands vorherrscht, fehlt es immer noch an Wasser. “Während bis 25 Zentimeter unter der Erdoberfläche im Boden teilweise noch Feuchtigkeitsreserven durch lokale Niederschlagsereignisse vorhanden sind, herrscht in größeren Tiefen bis 1,80 Meter derzeit extreme Trockenheit vor”, erklärt Ulrich Neubauer vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN). Das anhaltende Niedrigwasser bereitet dem Experten Sorgen.

Niedrigwasser wegen langen Trockenperioden

Schuld sind laut NLWKN die fehlenden Niederschläge und die ausgebliebene Wiederauffüllung der Grundwasserreserven aus 2018. Der Boden hatte keine Zeit, sich zu regenerieren. So wies bereits die Bilanz aus dem Vorjahr ein Niederschlagsdefizit von 250 Millimeter auf. Zwischen Januar und Ende August 2019 wurde das Gesamtdefizit dann noch einmal um rund 100 Millimeter vergrößert. „Bei einer durchschnittlichen jährlichen Regenmenge von rund 730 Millimeter sind das schon erhebliche Fehlmengen, die zusammen fast in Höhe eines halben Jahresniederschlages liegen“, so Neubauer. 

Rekordniedrigwasserstände an den Gewässern

Die Folgen sind nicht nur an den Pegelständen der Gewässer erkennbar, sondern auch in der Vegetation und in der Landwirtschaft spürbar. Die Situation in den Fließgewässern und beim Grundwasser ist angespannt. „An den knapp 30 gewässerkundlichen Pegelmessstellen im Gebiet der Betriebsstelle Verden liegen aktuell Wasserstände vor, wie sie teils seit 40 Jahren nicht mehr gemessen wurden“, so Neubauer. Neue Niedrigstabflusswerte seit Beginn der Aufzeichnungen in den 1960er-Jahren unterstreichen, dass es sich bei dieser Trockenphase um eine außergewöhnliche Situation handelt.

Verbesserung der Lage kaum in Sicht

Um in den verbleibenden vier Monaten die Jahresbilanz noch auszugleichen und gar über den Jahresschnitt anzuheben, bedarf es in nächster Zeit sehr hoher Niederschlagsmengen. „Die Temperaturen pendeln sich zwar auf das jahreszeitlich typische Niveau ein. Auch Hitzeperioden sind nicht mehr zu befürchten. Flächendeckende ergiebige Regenereignisse werden aber bis auf Weiteres nicht erwartet“, weiß der NLWKN-Experte. Diese würden jedoch dringend gebraucht, um eine nachhaltige Veränderung herbeizuführen und die Gewässer wieder auf Normalstand zu bringen.

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