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Dez 04

Neues System kann Blitzeinschläge genau vorhersagen

Ein in der Schweiz entwickeltes im Verhältnis kostengünstiges System kann Blitzeinschläge frühzeitig lokalisieren.

blitzeinschläge

Foto: pixabay04

Gewitter können für Mensch und Tier gefährlich sein. Ein neues System soll Blitzeinschläge 10 bis 30 Minuten im Voraus und im Umkreis von 30 Kilometern voraussagen können. Wie das Wissensmagazin scinexx.de berichtet, haben Forscher der Ecole Polytechnique Fédérale de Lausanne (EPFL) in Lausanne dafür meteorologische Standarddaten und künstliche Intelligenz genutzt.

Herkömmliche Daten genügen

„Aktuelle Systeme sind langsam, sehr komplex und erfordern teure externe Daten, die per Radar oder Satellit erfasst werden“, zitiert scinexx.de Amirhossein Mostajabi, der die Technik für das System entwickelt hat. „Unsere Methode verwendet Daten, die von jeder Wetterstation abgerufen werden können. Damit können wir auch abgelegene Regionen abdecken, die sich außerhalb der Reichweite von Radar und Satelliten befinden und in denen keine Kommunikationsnetze verfügbar sind.“

Durch Echtzeit-Daten Einschläge frühzeitig berechnen

Die Möglichkeit, Standarddaten und künstliche Intelligenz zu verwenden, machen das System nicht nur einfach, sondern auch kostengünstig. Wie scinexx.de weiter berichtet, haben es die Schweizer Wissenschaftler geschafft, alle Daten in Echtzeit zu erfassen. Das ermögliche, Vorhersagen sehr schnell treffen zu können, heißt es weiter. In der Folge ließen sich auch Warnungen frühzeitig verbreiten, noch bevor sich der Sturm tatsächlich gebildet hat.

Veränderungen können Vorhersagen von Blitzeinschlägen beeinträchtigen

Die Forscher trainierten einen maschinellen Lernalgorithmus darauf, Bedingungen zu erkennen, die zu Blitzen führen. Dazu zogen sie Daten über einen Zeitraum von 10 Jahren von 12 Schweizer Wetterstationen sowohl in städtischen als auch in bergigen Gebieten heran. Maßgeblich waren Luftdruck, Lufttemperatur, relative Luftfeuchtigkeit und Windgeschwindigkeit. Diese setzten sie mit Aufzeichnungen von Blitzerkennungs- und Ortungssystemen in Beziehung, so scinexx.de. Bei den Tests traf das System in 80 Prozent aller Fälle die richtige Vorhersage. Allerdings können Veränderungen in der Landschaft, wie etwa der Bau von Hochhäusern in der Nähe einer Wetterstation, das vom System Gelernte beeinträchtigen und die Ergebnisse verfälschen.

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