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Nov 26

Mediterranes „Land unter“

Seit Monaten schwappen Horrormeldungen über kaum zu bändigende Wassermassen in mediterranen Regionen zu uns. Schuld ist offenbar das viel zu warme Mittelmeer.

Begonnen hatten die heftigen Niederschläge bereits im Mai in Bosnien-Herzogowina. Über den Sommer war es verhältnismäßig ruhig. Erst im Herbst ist es rund um das Mittelmeer wieder zu verheerenden Überschwemmungen mit dutzenden Toten gekommen. Betroffen sind vor allem Italien, Frankreich und sogar die Schweiz. Diese Woche hat es Marokko getroffen.

HochwasserBosnien©THW-Frank Winterfeldt

Hochwasser in Bosnien-Herzogowina: Im Mai war das deutsche Technische Hilfswerk am Balkan im Einsatz. THW/Frank Winterfeldt

Dass die Niederschläge in der warmen Jahreszeit eine Pause eingelegt haben, hat einen Grund. Im Sommer ist der Temperaturunterschied zwischen den oberen Luftschichten und dem Meereswasser nicht so groß, im Herbst allerdings geht die Spanne wieder auseinander. Das Mittelmeer bleibt warm, die Luft kühlt der Jahreszeit entsprechend ab. Dieser Temperaturkontrast ermöglicht es der vom Meer mit reichlich Wasser angereicherten bodennahen Luft, schnell aufzusteigen. Hinzu kommt der Staueffekt zwischen dem italienischen Appenin-Gebirge und den Alpen. Die wasserreiche Luft kann nicht entweichen und entleert sich punktuell.

Da das Mittelmeer laut Wissenschaftlern immer wärmer wird, befürchten die Experten, dass in den nächsten Jahren im mediterranen Raum Unwetter dieser Art zum winterlichen „Jour Fix“ werden könnten.

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