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Dez 13

Könnten Kohlekraftwerke bald Geschichte sein?

Unterirdische Wärmespeicher könnten mittelfristig fossile Energie teilweise ersetzen.

Foto: Fernwärme-Verbund Saar

Foto: Fernwärme-Verbund Saar

Bis 2050 soll die Energieversorgung in Deutschland zu 60 Prozent aus erneuerbarer Energie gedeckt werden – eine Herausforderung für Politik und Wissenschaft im Kampf gegen den Klimawandel. 100 Experten aus ganz Deutschland haben sich Ende November in Kiel getroffen, um den Status Quo eines einzigartigen Projektes zu erörtern: Städte als Quelle erneuerbarer Energie.

Im Rahmen des Forschungsprojektes „Angus+“ wollen Wissenschaftler herausfinden, ob es möglich ist, urbane und industrielle Wärme in unterirdischen Wärmespeichern zu sammeln und gezielt für die Energieerzeugung zu nutzen. Dazu zählen zum Beispiel Ab- und Prozesswärme aus Gebäudeklimatisierung. Besonders die Auswirkungen auf die Energiewende durch die Nutzung des geologischen Untergrundes als thermischer, elektrischer und stofflicher Speicher werden untersucht. Aber auch Risiken und Auswirkungsprognosen als Grundlagen einer zukünftigen Raumplanung des Untergrundes werden thematisiert.

Städte geben Wärme ab

„Die regenerative Wärme- und Kälteversorgung von Städten ist auch international einer der bedeutendsten Hebel für die Energiewende und einer der Schlüssel für den Kohleausstieg.“, sagte Professor Andreas Dahmke von der Kieler Christian-Albrechts-Universität auf dem Symposium. Die Nutzung saisonaler unterirdischer Wärmespeicher eröffne dabei die Möglichkeit, Kohlekraftwerke sogar schon mittelfristig teilweise ersetzen zu können, prognostiziert Dahmke. Sebastian Bauer, ebenfalls von der CAU, ergänzte: „Es existieren in Städten gerade in den Sommermonaten eine Reihe potenzieller Wärmequellen, deren Einbindung in die städtische Wärmeversorgung möglich wird, wenn saisonale Wärmespeicher verfügbar sind.“ Die Wissenschaftler sehen sich bereits in der Lage, bei relativ geringer Raumbeanspruchung von weniger als 10 Prozent der oberen 200 Meter des geologischen Untergrunds Wärme- und Kältespeicher mit den entsprechend großen Kapazitäten zu errichten.

Das Projekt „Angus+” wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) bis Ende 2020 mit 6,6 Millionen Euro gefördert.

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