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Dez 04

Können Tiere Naturkatastrophen vorhersagen?

Dass Tiere sensibler sind als Menschen, ist hinlänglich bekannt. Dass Schwalben, die hoch fliegen, schönes

Foto: pixabay

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Wetter ankündigen, weiß man auch seit Jahrhunderten. Doch Tiere können, wenn auch ungewollt, dem Menschen dabei helfen, Naturkatastrophen langfristig vorauszusagen.

Die Tsunamis, also Flutwellen aufgrund von Erdbeben auf dem Grund der Ozeane, sind mitunter die unvorhersehbarste Ursache für Naturkatastrophen. Da diese Beben in einigen tausend Metern unter der Wasseroberfläche stattfinden, ist es meistens schon zu spät, wenn Seismographen anschlagen und die Flutwellen, die sie auslösen, zerstören unerbittlich ganze Landstriche, ja ganze Staaten.

Momentan studieren chinesische Forscher das Verhalten von Wellensittichen im Vorfeld von Erdbeben. Man nimmt an, dass die Vögel Unruhen in den Erdplatten weit vor den technischen Möglichkeiten der Wissenschaft spüren. Die Tiere können scheinbar mit Sinneszellen in ihren Beinen Schallwellen im Infraschallbereich wahrnehmen. Bei Unruhen in der Erde hüpfen die Vögel auf und ab. Nun wird mit Bewegungssensoren gezählt, wie oft sie das machen. Endgültige Beweise haben die Wissenschaftler natürlich erst, wenn man die Aktiviät der tierischen Probanden mit Auswertungen aus Seismographen vergleicht.

Altes Wissen, neue Forschung

Schon aus der Antike sind ähnliche Berichte bekannt. Der griechische Naturforscher Plinius, der beim Ausbruch des Vesuvs im Jahr 79 ums Leben kam, berichtete Tage vor der Katastrophe von einer Unruhe, die unter Tieren herrschte. Auch in der Neuzeit konnten bereits entsprechende Verhaltensmuster beobachtet werden. Vor dem Erdbeben 1976 im norditalienischen Friaul sollen Mäuse aus dem Boden gekrochen sein und Stalltiere sich unruhig verhalten haben.

Der Glauben an Tiere

Gerade in der chinesischen Kultur spielen Tiere eine große Rolle, wie man beispielsweise am chinesischen Horoskop sieht. So glaubt man im „Reich der Mitte“ fest daran, dass bei einem Erdbeben 1975 in Haicheng 150.000 Menschen Tieren das Leben zu verdanken hatten. Es wird überliefert, dass bei eisigen Temperaturen massenhaft Schlangen aus ihren Löchern krochen und auf dem verschneiten Boden erfroren sind. Die Stadt reagierte und ließ die Gegend evakuieren. Einen Tag später zerstörte ein verheerendes Erdbeben unzählige Häuser.

Tsunami 2004: Elefanten flüchteten, der Mensch blieb

Auch aus dem Vorfeld des todbringenden Tsunami Weihnachten 2004 sind tierische Verhaltensmuster bekannt. Doch in diesem Fall nahmen die Menschen die Tiere nicht ernst und kamen in den Fluten ums Leben. Im Nachhinein sind sich Wissenschaftler sicher, dass die Elefanten, die einen Tag vor der Flutwelle, die durch ein Beben in 40 Kilometer Tiefe vor der Küste Indonesiens ausgelöst wurde, vom Küstenbereich Sri Lankas in das Landesinnere aufbrachen. Die Dickhäuter spürten das Beben, flüchteten und entkamen so der Flutwelle.

Man vermutet, dass Tiere sensorisch viel mehr mit dem Erdboden verbunden sind, als der Mensch und die Übertragung der Wellen im Infraschallbereich, die sich im Gestein schneller ausbreiten als im Wasser, zu einem Zeitpunkt spüren, zu dem weder die menschlichen Sinne, noch technische Geräte auf die Erdunruhen reagieren.

 

4 Kommentare

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  1. Laura7

    Da stimm ich zu, die Tiere haben bessere Vorgefühle.

  2. mellissa

    Natürlich können es viele Tiere, die haben halt bessere Instinkte als wir Menschen.

  3. Mila

    Habe sehr viele Tiere und somit habe ich es schon sehr sehr oft miterlebt wie sie sich aufeinmal verhalten. Danach passiert auch immer was.

  4. Lilly

    Ja klar können Tiere Naturkatastrophen vorhersagen. Wenn sich Tiere seltsam Benehmen dann ist es sehr warscheinlich das etwas passieren wird.

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