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Sep 25

Klimawandel: Überschwemmungen in Mitteleuropa werden heftiger

Wissenschaftler haben bewiesen, dass Hochwasserereignisse unmittelbar mit dem Klimawandel zusammenhängen. Doch die Auswirkungen sind unterschiedlich.

Klimawandel

Foto: Hans/pixabay.com

Der Klimajwandel beeinflusst nicht nur die Häufigkeit von Überschwemmungen, sondern auch ihr Ausmaß. Das zeigt eine vom Wiener Forscher Günter Blöschl geleitete internationale Studie, die Daten von mehr als 3.700 Hochwassermessstellen aus ganz Europa in einem Zeitraum von 50 Jahren auswertete.

Größeres Ausmaß durch Klimawandel

Der Studie zufolge nehmen Hochwasserereignisse in Nordwesteuropa zu und in Südosteuropa ab. Die Studie, an der auch Bruno Merz vom Deutschen GeoForschungsZentrum GFZ beteiligt war, erschien in der Zeitschrift “Nature”.

Über die Ufer tretende Flüsse verursachen weltweit jedes Jahr rund 90 Milliarden Euro Schaden. Und schon länger vermuten Wissenschaftler, dass der Klimawandel das Problem verschärfen könnte. Doch es fehlten Daten. „Nachdem wir vor zwei Jahren zeigen konnten, dass sich die zeitlichen Muster ändern, haben wir gemeinsam mit internationalen Kolleginnen und Kollegen jetzt nachgewiesen, dass auch die Schwere der Ereignisse vom Klimawandel beeinflusst wird“, sagt Merz. Blöschl ergänzt: „Unabhängig von den notwendigen Anstrengungen zur Bekämpfung des Klimawandels werden wir in den kommenden Jahrzehnten die Auswirkungen dieser Veränderungen sehen. Das Hochwassermanagement muss sich an diese neuen Gegebenheiten anpassen.“ Der Österreicher sieht den Hauptgrund in der Tatsache, dass eine wärmere Atmosphäre mehr Wasser speichern kann. „Aber das ist nicht der einzige Effekt, Hochwasseränderungen sind komplizierter“, so der Forscher.

Unterschiede in verschiedenen Regionen

Die Auswertung der Daten ergab des weiteren unterschiedliche Trends in den verschiedenen Regionen Europas: In Mittel- und Nordwesteuropa – zwischen Island und den Alpen – nehmen die Überschwemmungen zu, weil die Niederschläge zunehmen und die Böden feuchter werden. In Südeuropa hingegen sinken die Hochwasserstände tendenziell – denn der Klimawandel führt dort zu sinkenden Niederschlägen und die höheren Temperaturen führen zu einer erhöhten Verdunstung des Bodenwassers. Bei kleinen Flüssen können die Überschwemmungen jedoch aufgrund häufigerer Gewitter und Veränderungen im Landmanagement, zum Beispiel Entwaldung, größer werden.

In Osteuropa gehen Überschwemmungen zurück

Im kontinentaleren Klima Osteuropas sinken auch die Überschwemmungsniveaus, was auf weniger Schnee im Winter zurückzuführen ist. „Es gibt in ganz Europa klare Muster des Hochwasserrisikos, die mit den prognostizierten Auswirkungen des Klimawandels übereinstimmen“, sagt Blöschl. Bisher reichten die Daten nicht aus, um festzustellen, ob sich beides – Ausmaß und zeitliches Muster – von Hochwasserereignissen europaweit verändert. Jetzt sagen die Autorinnen und Autoren: Ja, die Auswirkungen des Klimawandels sind hier deutlich sichtbar. Wenn sich die Trends auch in Zukunft fortsetzen, sind in vielen Regionen Europas erhebliche Auswirkungen auf das Hochwasserrisiko zu erwarten

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