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Dez 19

Klimawandel: Gefährliche Zeckenart breitet sich in Mitteleuropa aus

Nach einigen Fällen in Deutschland wurde nun in Österreich die gefährliche Hyalomma-Zecke zum ersten Mal bestätigt. Die höheren Temperaturen durch den Klimawandel könnten ein Grund sein.

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Foto: Georg Duscher/Vetmeduni Vienna

Nachdem im August Wissenschaftler der Uni Hohenheim und des Instituts für Mikrobiologie der Bundeswehr sieben Funde der gefährlichen Hyalomma-Zecken bestätigt haben, ist nun der erste Fall in Österreich aufgetreten. Das meldet die Veterinärmedizinische Universität Wien (Vetmeduni Vienna). Als Grund für die Ausbreitung der subtropischen Zeckenart in Mitteleuropa nennen Forscher die steigenden Durchschnittstemperaturen durch den Klimawandel.

Klimawandel fördert Entwicklung der Zecken

Pferdebesitzer aus Niederösterreich haben die Zecke gefunden und gemeldet. Die Bestätigung der Art erfolgte zuerst per morphologischer Untersuchung unter dem Mikroskop und durch eine spezifische DNA. „Die überdurchschnittlich warmen und trockenen Bedingungen im Sommer und der ebenfalls sehr warme Herbst führten dazu, dass sich die vollgesogenen Nymphen in sonst ungeeigneten Gegenden entwickeln konnten”, erklärt Georg Duscher vom Institut für Parasitologie der Vetmeduni Vienna. Das Vorkommen sieht der Wissenschaftler als noch zu gering für eine starke Ausbreitung der Insekten. “Allerdings besteht durchaus die Möglichkeit, dass die weiterentwickelten und robusteren erwachsenen Tiere auch den Winter überdauern können”, so der Wissenschaftler. Dies werde man erst im Frühjahr genauer wissen.

Einschleppung durch Zugvögel

Ein Nachweis in Kombination mit der viertwärmsten Wärmeperiode in Mitteleuropa ist für die Wissenschaftler kein akutes Warnsignal. Entsprechende Temperaturen könnten aber dazu führen, dass sich die Zecken weiter aus dem Vorstadium entwickeln. Experten sehen auch einen Zusammenhang mit Zugvögeln. Die Hyalomma-Zecken können unter anderem das unter Umständen tödliche Krim-Kongo-Fieber übertragen. Impfstoffe gegen die Krankheit gibt es noch nicht.

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