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Aug 14

Klimawandel: Forscher über den steigenden Druck auf die Landwirte

Der Biologe Alexander Popp, Co-Autor der aktuellen Studie des Weltklimarates, sprach mit Spiegel Online über die Rolle der Landwirtschaft beim Klimawandel.

klimawandel

Foto: pixabay (Symbolbild)

In einem Interview mit Spiegel Online spricht Alexander Popp vom Potsdam-Institut für Klimaforschung über die Situation der Landwirtschaft. Er sagt: “Der Druck auf die Bauern wird zunehmen.” Der Biologe ist einer der Leitautoren des vor kurzem vom Weltklimarat IPPC veröffentlichten Sonderberichts zur Klima-Land-Wechselwirkung und die Rolle der Landwirtschaft beim Klimawandel.

Forscher sieht Fleischsteuer als Mittel gegen den Klimawandel

Aus dem IPPC-Bericht gehe hervor, dass eine Wende in der Landnutzung nötig sei, um die Klimaziele zu erreichen. Die Fleischsteuer, über die diskutiert wird, sieht Popp durchaus als probates Mittel, um die Landnutzung zu ändern. “Klar ist”, so der Wissenschaftler, “Weniger Fleischkonsum hilft dem Tierwohl und unserer Gesundheit”. Allerdings dürfe eine Steuererhöhung einkommensschwache Menschen nicht stärker treffen. Gleichzeitig nimmt er die Verbraucher in die Pflicht. “Um die Fleischproduktion zu reduzieren, müssen wir unser Konsumverhalten ändern. Die Bauern produzieren, das was die Verbraucher wollen. Klimaschutz fängt beim Einkaufen an”, so Popp zu Spiegel Online.

Lachgas gelangt in die Atmosphäre

In der Überdüngung der landwirtschaftlichen Flächen sieht der Biologe ein “großes Problem” und nennt dabei einen zweiten Faktor, der als umweltschädlich gilt: Nicht nur das Grundwasser ist gefährdet, durch chemische Prozesse gelangt auch klimaschädliches Lachgas in die Atmosphäre. “Der politische und gesellschaftliche Druck auf die Bauern, effizienter zu düngen, wird also sicher zunehmen”, so Popp. Lösungsansätze nannte er im Interview mit Spiegel Online nicht.

Blumenerde schlecht für das Klima

Allerdings erwähnt Alexander Popp in dem Interview auch einen Aspekt über den weniger gesprochen wird als über die Auswirkungen der Landwirtschaft: “Auch torfhaltige Blumenerde hat schwerwiegende Folgen für das Klima.” Die Moore, in denen Torf entsteht, setzen Treibhausgas frei, wenn sie austrocknen. Deshalb spricht er sich für die Renaturierung der Moore aus. “Wenn diese einstigen Feuchtflächen wiedervernässt werden, können sie auch wieder als Treibhausgasspeicher fungieren”, so der Forscher zu Spiegel Online. Derzeit machen laut Popp trockengelegte Moore rund vier Prozent der deutschen Treibhausgasemissionen aus.

Das ganze Interview mit Alexander Popp ist auf Spiegel Online zu lesen.

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