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Apr 08

Hoffen auf Stürme

Ausgetrocknetes Flussbett: Kalifornien hat seit etwa vier Jahren ein Dürreproblem. Foto: NOAA

Ausgetrocknetes Flussbett: Kalifornien hat seit etwa vier Jahren ein Dürreproblem. Foto: NOAA

Der US-Bundesstaat Kalifornien hat zurzeit ein extremes Dürreproblem. Als eine Ursache für zunehmende Hitzewellen auf der Nordhalbkugel haben jetzt Wissenschaftler des Potsdam-Instituts für Klimaforschung (PIK) abnehmende Sturmaktivitäten im Sommer lokalisiert.

Stürmisches Wetter hat offenbar in großen Teilen Europas, der USA und Russlands in den vergangenen Jahrzehnten abgenommen. So viel Schaden Stürme anrichten können, so nützlich sind sie aber scheinbar auch, denn die Potsdamer Forscher sagen: Die Abschwächung von starken Winden, die mit dem Jetstream und mit bestimmten Wetterlagen in Verbindung stehen, verlängert die Dauer von Hitzewellen und verstärkt sie damit auch. Diese Erkenntnisse haben die Forscher um den Leit-Autor der Studie, Dr. Dim Coumou, im renommierten Wissenschaftsmagazin „Science“ veröffentlicht.

„Wenn die großen Luftströmungen im Himmel über uns vom Klimawandel gestört werden, kann das erhebliche Auswirkungen unten auf der Erde haben“, erklärt Coumou. „Eine Abnahme der Sturmaktivität könne man zunächst für etwas Gutes halten. Nun zeige sich aber, dass diese Abnahme dazu führt, dass Wetterlagen in den mittleren Breiten der nördlichen Halbkugel oft länger anhielten”, so der Wissenschaftler weiter. Im Sommer transportierten Stürme feuchte und kühle Luft vom Ozean auf die Kontinente, was nach einer Zeit drückender Wärme wieder Linderung bringe. Flauten hingegen verlängerten Wärmeperioden. Hitze-Extreme und Dürren seien die Folge.

Auslöser Arktis-Erwärmung
Die Forscher sehen in der Abnahme von Stürmen einen ganz neuen Aspekt eines globalen Temperaturanstiegs abseits einer Beschädigung der Ozonschicht. Durch die Erwärmung der Arktis, die dadurch entsteht, dass die immer größer werdende dunkle Wasserfläche mehr Sonnenlicht ins All zurückstrahlt als die Eisfläche, wird der Jetstream abgeschwächt. Dieser ist aber an der Wettersituation auf der Nordhalbkugel maßgeblich beteiligt. Der schwache oder fehlende Strahlstrom, wie der Wind wissenschaftlich heißt, sorgt dann für Hitzewellen oberhalb des Äquators.

Die Studie bringt deshalb auch neue Erkenntnisse ans Licht, weil sich Wissenschaftler bisher hauptsächlich auf Winterstürme konzentriert haben, da diese meist höhere Schäden verursachen.

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