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Sep 14

Heuschnupfen-Welle durch Klimawandel

Foto: Boneco (Symbolbild)

Foto: Boneco (Symbolbild)

Studie: Durch den Klimawandel könnte sich die Anzahl der Menschen, die an Pollenallergie leiden, verdoppeln.

Die Erwärmung des Klimas könnte eine regelrechte Heuschnupfen-Welle auslösen. Das haben internationale Wissenschaftler, unter anderem der Medizinischen Universität Wien, im Rahmen eines EU-Projekts herausgefunden.

Nach Angaben der Wiener Forscher zeigen die aktuellen Untersuchungen, dass sich die Anzahl der Menschen, die aufgrund der Pollen der Ragweed-Pflanze an Heuschnupfen leiden, in nur 35 Jahren verdoppeln könnte. Ragweed ist als landläufig als Taubenkraut oder Ambrosia bekannt, die Zahl könnte von 33 auf 77 Millionen Allergiker in Europa hochschnellen.

Für zwei Drittel des Anstiegs soll der Klimawandel verantwortlich sein. Höhere Pollen-Konzentrationen und eine längere Saison können auch den Schweregrad der Symptome verstärken. Ragweed ist eine Pflanze, die sich besonders rasch ausbreitet, ihre Pollen sind ein weitverbreitetes Allergen. Eine einzige Pflanze kann etwa eine Milliarde von Pollenkörnern pro Saison produzieren.

Das Forschungsteam hat Karten mit den geschätzten Ragweed-Pollenzählungen während der Pollensaison erstellt und diese mit soziographischen sowie statistischen Daten kombiniert, etwa wo Menschen wohnen und wie stark die Allergiebelastung in der Bevölkerung ist. Schon die aktuellen Prognosen zeigen die Veränderung. Die diesjährige Pollensaison wird bis in den Oktober hinein dauern. Im Frühling werden die Pollen künftig früher in der Luft sein. Die längere Saison wird für eine höhere Konzentration sorgen und somit den Schweregrad der Symptome verstärken.

Wirtschaftliche Belastung

Nicht nur Menschen selbst erleben durch die jährlichen Pollenflüge eine erhebliche Belastung, sondern auch die Wirtschaft, wie Michelle Epstein von der Uni Wien erklärt: „Die jährliche, wirtschaftliche Belastung durch Allergie-Erkrankungen in der EU wird derzeit bereits auf 55 bis 151 Milliarden Euro geschätzt, eine immer höhere Pollenbelastung wird noch höhere Kosten verursachen.“ Das richtige „Management“ dieser invasiven Pflanze könne die Anzahl der Menschen, die davon betroffen sind, auf etwa 52 Millionen senken, während ein Szenario mit einer sehr schnellen Pflanzeninvasion die Anzahl der betroffenen Menschen auf ungefähr 107 Millionen ansteigen ließe, fasst Epstein die praktische Bedeutsamkeit der Studie zusammen. Die Kontrolle von Ragweed sei daher enorm wichtig für das öffentliche Gesundheitswesen und auch wesentlich als Anpassungsstrategie gegen die Auswirkungen des Klimawandels.

Untersucht wurde zwar die Reaktion der Ragweed-Pflanze auf den Klimawandel, betroffen seien aber alle pollentragenden Pflanzen, heißt es aus dem Forscherteam.

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