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Mai 23

Für wen zahlt sich eine Solarstromanlage aus?

Eine Solarstromanlage auf dem eigenen Hausdach schützt nicht nur das Klima, sondern kann sich auch rechnen.

Foto: Grammer Solar/R. Ettl

Foto: Grammer Solar/R. Ettl

Umweltschutz ist in aller Munde. Um dem Klimawandel entgegenzuwirken, sollte man auf regenerative Energien setzen. Dazu zählen Strom aus Windenergie und Biomasse oder auch Solarstrom. Dieser empfiehlt sich für Eigenheimbesitzer. Doch unter welchen Voraussetzungen zahlt sich aus, Energie aus der Sonne selbst zu erzeugen?

Nicht nur für Top-Verdiener

Dass eine Solarstromanlage nicht nur etwas für Top-Verdiener ist, darauf weist die Verbraucherzentrale NRW hin. Photovoltaikanlagen kommen auch für kühle Rechner in Frage, denen etwa ein Förderkredit die Investition ermöglicht. Der eigene Solarstrom könne sich langfristig nicht nur für das Klima, sondern auch finanziell lohnen.

Wirtschaftlichkeit von Solarstromanlagen

Himmelsrichtung: Optimal sind Süddächer, aber auch auf Ost- und Westdächern können Anlagen wirtschaftlich sein. Wichtig ist, dass möglichst kein Schatten auf die Module fällt und das für die Laufzeit der Anlage auch so bleibt.

Beschaffenheit des Daches: Flachdächer sind ebenso geeignet wie Dächer mit Neigung. An Fläche benötigt eine Photovoltaikanlage rund acht Quadratmeter pro Kilowatt Nennleistung. Wichtig ist, dass eine eventuell nötige Dachsanierung vorab erledigt wird. Ist die Anlage einmal montiert, werden solche Arbeiten aufwändiger und teurer.

Größe und Kosten: Für je 1.000 Kilowattstunden Strom, die ein Haushalt pro Jahr verbraucht, sollte mindestens ein Kilowatt Nennleistung (kWp, Kilowatt Peak) eingeplant werden. Das kostet inklusive Installation jeweils etwa 1.200 bis 1.600 Euro netto. Mehr als 10 kWp sollten Privatleute nicht einplanen. Jenseits dieser Grenze gelten andere Vorgaben,  die den Betrieb komplizierter und weniger wirtschaftlich machen. Für die Anlage können staatliche Förderkredite der KfW genutzt werden.

Strommenge: Wie viel Strom vom Dach fließt, hängt unter anderem von Standort, Neigung und Ausrichtung der Anlage ab. Für erste Abschätzungen sind in Nordrhein-Westfalen auf einem optimalen Süddach jährlich 850 bis 950 Kilowattstunden pro Kilowatt Nennleistung zu veranschlagen.

Energie zu Geld machen: Finanzielle Erträge entstehen auf zwei Wegen: Durch den Verbrauch des Solarstroms im eigenen Haushalt und durch die Einspeisung in das Netz. Die Einspeisung einer Kilowattstunde bringt bei Neuanlagen derzeit etwas mehr als 12 Cent, garantiert für 20 Jahre. Eine Kilowattstunde Strom aus dem Netz kostet mindestens 25 Cent. Der Direktverbrauch spart also deutlich mehr ein, als der Verkauf einbringt.

Selbstverbrauch: Die nächtliche Stromversorgung wird durch einen Batteriespeicher sichergestellt. Eine attraktive Förderung bietet hierfür vor allem das Land Nordrhein-Westfalen mit einem Zuschuss aus dem progres.nrw-Programm. Dieser ist auch mit weiteren Förderkrediten kombinierbar.

Elektro-Auto selbst versorgen: Auch ein Elektroauto kann den kann den Anteil des Direktverbrauchs erhöhen, wenn die Photovoltaikanlage eine Ladestation speist. Dafür gibt es Fördermittel.

Bürokratie: Eine Solarstromanlage muss beim örtlichen Netzbetreiber und bei der Bundesnetzagentur angemeldet werden. Für ersteres ist der Installationsbetrieb zuständig. In der Folgezeit müssen Anlagenbetreiber ihre Werte zur Erzeugung und Einspeisung regelmäßig an den Netzbetreiber melden, sofern dieser nicht ohnehin die Zähler betreibt und die Abrechnung übernimmt. Weil es steuerlich einige Möglichkeiten gibt, ist vor der Investition eine Steuerberatung zu empfehlen.

In NRW bietet die Verbraucherzentrale 90-minütige Beratungsgespräche für Eigenheimbesitzer an (60 Euro, Tel. 0211 / 33 996 555). Mehr Informationen und eine Broschüre zum Download gibt es unter www.verbraucherzentrale.nrw/sonne-im-tank.

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