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Okt 23

Föhn, wo Föhn hingehört

In den letzten Tagen trat ein Phänomen im Südwesten Deutschlands auf, das da eigentlich nicht hingehört: der Föhn. Der Fallwind ist in den Alpen zu finden, da er, wie der Name schon sagt, ein Gefälle braucht, um überhaupt entstehen zu können. Bekannt für warmen, nicht sehr starken Wind ist München, das ja direkt im Norden des Alpenhauptkammes liegt. Ärgerlich ist diese Wetterlage für „wetterempfindliche“ Menschen, da der Föhn bei diesen häufig Kopfschmerzen hervorruft.

Wie entsteht Föhn?

Dieser trockene Wind entsteht, wenn im Süden der Alpen, zum Beispiel in Italien, warme und feuchte Luft an die Berge herangeweht wird, diese beim „Aufstieg“ abkühlt und gleichzeitig durch Regen oder Schnee Feuchtigkeit verliert. Hat der Wind die Alpen überwunden, stürzt die inzwischen trockene Luft nach unten und erwärmt sich dabei sehr rasch, weil ihr eben die Feuchtigkeit fehlt. Pro 100 Meter Höhenunterschied erwärmt sie sich um etwa ein Grad Celsius. Wenn so eine Situation eintritt, kann es im Winter im Voralpenland schlagartig zu frühlingshaften Temperaturen kommen.

Wie entsteht Föhn abseits der Alpen?

Typische Föhnwolken in Oberbayern. Foto: pixabay

Typische Föhnwolken in Oberbayern. Foto: pixabay

Föhn kann auch in den Mittelgebirgen, zum Beispiel im Schwarzwald oder im Harz, entstehen. Dort wird er allerdings nicht so wahr genommen, weil er schwächer ist. Dabei kann die warme Luftmasse aufgrund von Nebel- oder Hochnebelbildung nicht bis in die tiefen Lagen vordringen. Die warme Luft drückt die kältere Luft von Mittelhöhen in noch tiefere Regionen und in der Hügellandschaft vor den Mittelgebirgen wird die Luft dann wärmer und es herrscht auch hier Föhn. Die Föhnwinde sind hier nicht so stark, weil die Topographie flacher ist als im Alpenvorland.

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