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Sep 04

Fallwind: Wie gefährlich ist ein Microburst?

 

Über dem Plattensee entstand ein beeindruckendes Video eines Microburst, ein Fallwind. Was steckt hinter dem angsteinflößenden Wolkengebilde?

fallwind

Screen: Sprinterx2/Youtube

Am späten Nachmittag des 30. August war über dem ungarischen Plattensee ein spektakuläres, geradezu bedrohlich anmutendes, Szenario zu sehen. Es sieht aus wie ein Atompilz, ein wolkenähnliches Gebilde scheint auseinanderzubersten, bewegt sich kaum. Aber was ist das, was ein Amateurfilmer über Europas größtem Steppensee festgehalten hat? Es ist ein sogenannter Microburst – ein Fallwind.

Starker Fallwind bei Gewitter

Wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) in seinem Glossar beschreibt, ist ein Microburst eine Art des sogenannten Downburst, ein Abwindstrom eines Gewitters, der sich über dem Erdboden – in dem aktuellen Fall über der Wasseroberfläche – ausbreitet. Er kann sich in einem Umkreis von einem bis zu 15 Kilometern ausbreiten und bis zu einer Stunde dauern. Bei einem Durchmesser ab vier Kilometer spricht man von einem Macroburst, bei geringeren Ausmaßen von einem Microburst. Laut DWD kann bei einer Wetterlage mit Superzellen-Entstehung zu einem Downburst auch ein Tornado kommen.

Ist das Wetterphänomen gefährlich?

Auch in Deutschland kommen von Zeit zu Zeit Downbursts vor. Sie können Schäden ähnlich wie ein Tornado anrichten. Besonders gefährlich sind die Fallböen für den Flugverkehr während der Landephase. Wenn ein Flugzeug in einen solchen Abwärtswind gerät, kann es zum Absturz kommen. Das Phänomen ist noch nicht sehr lange bekannt. Der japanische Sturmforscher Tetsuya Theodore Fujita, auf den auch die Fujita-Skala für Sturmschäden zurückgeht, entdeckte 1974 die gefährliche Fallböe. 1978 konnte er sie nachweisen. Nachdem es in den 70er und 80er Jahren zu einigen schweren Flugunfällen gekommen war, wurden Warnsysteme für Flugzeuge entwickelt.

 

Quelle: Spinterx2/Youtube

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