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Sep 16

Erderwärmung: Wissenschaftler simulieren Weltuntergang

Antarktis ohne Eis. Illustration: TU Dresden/AWI/Lars Radig

Antarktis ohne Eis. Illustration: TU Dresden/AWI/Lars Radig

Potsdamer Forscher lassen Meeresspiegel um 50 Meter ansteigen.

Im Rahmen der internationalen Klimapolitik wurden 2 Grad Celsius globale Erwärmung als Wert definiert, der nicht überstiegen werden darf, um die Erde zu retten. Wissenschaftler des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) haben am Computer simuliert, was passieren würde, wenn das sogenannte „Zwei-Grad-Ziel“ überstiegen werden würde.

Ein Grund für den Anstieg der Temperatur ist das Verbrennen der fossilen Rohstoffe Öl, Gas und Kohle. Das Forscherteam um Ricarda Winkelmann und Anders Levermann hat diesen Faktor in einer Simulation beschleunigt und berechnet, dass wenn alle Ressourcen verbrannt werden, Kohlenstoffemissionen von etwa 10.000 Milliarden Tonnen freigesetzt würden und das Eis der Antarktis komplett schmelzen würde. Das freigegebene Wasser des Eispanzers der Antarktis würde für einen globalen Anstieg des Meeresspiegels um 50 Meter sorgen, was eine komplette Überflutung der Küstenregionen des Planeten zur Folge hätte.

Mit der Studie wollen die Forscher wachrütteln, denn das was der Computer in kürzester Zeit berechnet, zieht sich in der Realität über tausende Jahre hin. Doch laut der Prognosen der Forscher wird es passieren, wenn man nicht vermehrt auf alternative Energien ausweicht.

„Mit der steigenden Nutzung fossiler Energie steigt auch das Risiko großer Veränderungen, die in der Zukunft nicht mehr aufgehalten oder rückgängig gemacht werden können“, so Levermann. „Die Westantarktis ist vielleicht bereits in einen Zustand unaufhaltbaren Eisverlustes gekippt – ob durch menschlichen Einfluss oder nicht. Wenn wir Städte wie Tokio, Hong Kong, Schanghai, Kalkutta, Hamburg oder New York als unser zukunftiges Erbe bewahren wollen, müssen wir ein Kippen der Ost-Antarktis verhindern, und das gelingt nur, wenn wir den Treibhausgasausstoß stoppen.“, warnt der Wissenschaftler.

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