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Aug 10

Effektive Methode gegen Kirschessigfliege

Foto: pixabay

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Aufgrund der Witterung befürchten Obstbauern und Winzer dieses Jahr wieder Ernteausfälle durch die Kirschessigfliege. Forscher haben ein System entwickelt, mit dem man künftig den Schädlingen Herr werden könnte – ohne Chemie.

Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Molekularbiologie und angewandte Oekologie IME in Gießen haben eine neue Strategie gegen die Kirschessigfliege entwickelt. Mithilfe der Entwicklung des Teams um Prof. Marc F. Schetelig werden männliche Fliegen genetisch unfruchtbar gemacht. Die sterilen Insekten werden dann massenhaft ausgesetzt.

Wenn sich männliche Fliegen, welche die genetische Veränderung tragen, mit den natürlich vorkommenden Weibchen paaren, schlüpfen aus den befruchteten Eiern keine Larven. Um die Unfruchtbarkeit ganz sicher zu stellen, werden die männlichen Insekten vor der Freisetzung zusätzlich durch radioaktive Bestrahlung sterilisiert.

System lässt sich ein- und ausschalten

Der Clou: Das genetische System enthält auch einen Schalter, mit dem sich das Programm ausschalten lässt. Dieser Schalter kann durch Füttern des Antibiotikums Tetrazyklin umgelegt werden. Durch tetrazyklinhaltiges Futter lässt sich der Fliegenstamm im Labor züchten und weiter vermehren. „Die neu entwickelten Systeme haben im Gegensatz zu anderen verfügbaren genetischen Systemen den Vorteil, dass kein Antibiotikum für die Larven benötigt wird und man nur geringe Mengen für die erwachsenen Fliegen verwenden muss. Somit gelangt kein Antibiotikum in die Umwelt«, erklärt Schetelig.

Die Kirschessigfliege befällt vor allem dünnhäutiges Obst, wie Kirschen, Weintrauben und Aprikosen. Äpfel befällt sie nur, wenn die Früchte schon beschädigt sind. Die Methode lässt sich auch gegen Tigermücken, die Gelbfieber, Denguefieber und das gefährliche Zika-Virus übertragen, einsetzen.

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