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Jan 11

Deshalb bleiben diesen Winter die Vogelhäuschen leer

Die Futterplätze bleiben dieses Jahr weitgehend leer. Der NABU sucht nach Gründen.

20170111_131746Vogelfreunde werden sich beim Blick in den Garten bereits gewundert haben, dass das für die Singvögel bereitgestellte Futter fast unberührt ist, Meisenknödel sind proppenvoll. Aber wo sind die Vögel, die sich sonst an den Futterstellen tummeln, dieses Jahr?

Derzeit findet in 56.000 Gärten bundesweit eine vom NABU organisierte Vogelzählung statt. Diese läuft noch bis 16. Januar. Doch das am Dienstag bekanntgegebene Zwischenergebnis bereitet den Vogelfreunden Sorge. „Wie schon im Vorfeld befürchtet, fehlt ein Teil der sonst in den Gärten zu beobachtenden Wintervögel“, heißt es aus dem NABU.

Statt der knapp 42 Vogelindividuen pro Garten im langjährigen Mittel wurden in diesem Jahr nur 34 Vögel pro Garten gemeldet – ein Rückgang von knapp 20 Prozent. „Noch vor einem Jahr entsprachen die Zahlen den üblichen Werten“, so NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Mille. Damit bestätige sich durch die systematische Bestandserfassung im Rahmen der Aktion die zahlreichen Meldungen von Bürgern, die in den vergangenen Monaten von gähnender Leere an den Futterhäuschen berichteten“, sagt Miller.

Besonders Meisen fehlen

Hauptsächlich werden die sechs heimischen Meisenarten in den Gärten vermisst. Diese gingen, je nach Art, zwischen 50 und 60 Prozent zurück. Die in den vergangenen Jahren hohen Winterbestände der Finkenarten Kernbeißer (minus 61 Prozent im Vergleich zum Vorjahr) und Erlenzeisig (minus 74 Prozent) sind dagegen lediglich auf Normalmaß geschrumpft.

Der NABU erklärt sich die auffallend niedrigen Vogelzahlen mit einer besonders geringen Wanderneigung aufgrund des milden Dezembers. „Dazu passt, dass die Rückgänge bei Meisen und Co. im Norden und Osten Deutschlands am geringsten ausfallen, Richtung Südwesten aber immer größer werden.“, sagt Miller. „Vermutlich aufgrund des bis zum Beginn des Zählwochenendes extrem milden Winters haben manche Wintervögel in diesem Jahr wohl auf halber Zugstrecke haltgemacht.“, mutmaßt der NABU-Geschäftsführer. Auch ein schlechter Bruterfolg bei Meisen und anderen Waldvögeln könne der Grund sein.

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