Kategorienarchiv: Wetter extrem

Apr 01

April zeigt Charakter

Gefallenes Wahrzeichen: So wie der berühmten saarländischen Kaiserlinde erging es in den vergangenen Tage vielen Bäumen. Foto: Polizeiinspektion Neunkirchen/Saar

Gefallenes Wahrzeichen: So wie der berühmten saarländischen Kaiserlinde erging es in den vergangenen Tage vielen Bäumen. Foto: Polizeiinspektion Neunkirchen/Saar

Sturmböen, Sonne, Regen, Graupelschauer, wieder Sonne. Der April entspricht dieses Jahr seinem Klischee wie schon lange nicht mehr – und das schon seit März.

Geprägt ist die derzeitige Wettersituation immer noch vom Orkantief „Niklas“, das von Schottland ausgehend für das Sturmfeld über Deutschland verantwortlich ist. Mit bis zu 140 km/h, gemessen im Schwarzwald, braust der Sturm über die Bundesrepublik und scheint sich auch nicht zu beruhigen. Im Gebirge über 1.500 Meter sind die Böen noch schneller unterwegs.

Optisch präsentiert sich das Tief mit aufquellenden Haufenwolken, die sich aber mit strahlendblauem Himmel, Regen und sogar hagelähnlichen Schauern abwechseln. Der Wechsel geht nahezu im Minutentakt vonstatten. Auch die nächsten Tage bleiben durch die kräftige nordwestliche Strömung stürmisch, die Sturmböen nehmen sich aber etwas zurück. „Erst zum Karfreitag und Ostersamstag schwächt sich der Wind merklich ab.“, weiß Diplom-Metereologe Lars Kirchhübel vom Deutschen Wetterdienst (DWD).

Schäden vorwiegend durch Bäume
„Niklas“ behindert nicht nur Bahn-, Straßen- und Flugverkehr, sondern hat auch zahlreiche Schäden hinterlassen. Vor allem umstürzende Bäume und herumfliegende Dachziegel sorgten und sorgen immer noch für Chaos. Der Münchner Hauptbahnhof musste wegen Beschädigung der Dachkonstruktion evakuiert werden, die Berliner Feuerwehr hat den Ausnahmezustand ausgerufen. Sogar Tote sind zu beklagen: In Deutschland, Österreich und der Schweiz kamen insgesamt mindestens neun Menschen bei Unfällen ums Leben. Wie die FAZ schreibt, wurden in Bayern und Rheinland-Pfalz eine Frau und zwei Männer von umstürzenden Bäumen erschlagen, in Sachsen-Anhalt wurde ein Mann durch eine umstürzende Mauer getötet. Auf der A95 in Bayern kam ein Mann durch Hagel (!) ums Leben.

Hamburg kam im Vergleich zu anderen Sturmfluten in der Vergangenheit fast ungeschoren davon. Die für Mittwochmorgen angekündigte Sturmflut war weniger dramatisch als im Vorfeld erwartet. Die befürchtete Überflutung des Fischmarktes in St. Pauli blieb aus. Das Saarland im äußersten Westen der Bundesrepublik trauert um ein Wahrzeichen: In der Gemeinde Spiesen-Elversberg wurde die „Kaiserlinde“ durch eine Sturmböe entwurzelt und ist somit unwiederbringlich verloren. Der alte, etwa 2 Meter dicke Baum stand unter Denkmalschutz und hat unter anderem dem „Waldstadion Kaiserlinde“ des Südwest-Ligisten SV 07 Elversberg ihren Namen gegeben. Der Baum hat zwar zwei Autos touchiert, verletzt wurde in diesem Fall aber zum Glück niemand.

Nov 26

Mediterranes „Land unter“

Seit Monaten schwappen Horrormeldungen über kaum zu bändigende Wassermassen in mediterranen Regionen zu uns. Schuld ist offenbar das viel zu warme Mittelmeer.

Begonnen hatten die heftigen Niederschläge bereits im Mai in Bosnien-Herzogowina. Über den Sommer war es verhältnismäßig ruhig. Erst im Herbst ist es rund um das Mittelmeer wieder zu verheerenden Überschwemmungen mit dutzenden Toten gekommen. Betroffen sind vor allem Italien, Frankreich und sogar die Schweiz. Diese Woche hat es Marokko getroffen.

HochwasserBosnien©THW-Frank Winterfeldt

Hochwasser in Bosnien-Herzogowina: Im Mai war das deutsche Technische Hilfswerk am Balkan im Einsatz. THW/Frank Winterfeldt

Dass die Niederschläge in der warmen Jahreszeit eine Pause eingelegt haben, hat einen Grund. Im Sommer ist der Temperaturunterschied zwischen den oberen Luftschichten und dem Meereswasser nicht so groß, im Herbst allerdings geht die Spanne wieder auseinander. Das Mittelmeer bleibt warm, die Luft kühlt der Jahreszeit entsprechend ab. Dieser Temperaturkontrast ermöglicht es der vom Meer mit reichlich Wasser angereicherten bodennahen Luft, schnell aufzusteigen. Hinzu kommt der Staueffekt zwischen dem italienischen Appenin-Gebirge und den Alpen. Die wasserreiche Luft kann nicht entweichen und entleert sich punktuell.

Da das Mittelmeer laut Wissenschaftlern immer wärmer wird, befürchten die Experten, dass in den nächsten Jahren im mediterranen Raum Unwetter dieser Art zum winterlichen „Jour Fix“ werden könnten.

Sep 17

Experten reden übers Extremwetter

die-wetterversicherung.de redet übers Wetter. In Hamburg reden Experten von 6. bis 10. Oktober übers Extremwetter. Der ExtremWetterKongress findet bereits zum 9. Mal statt.

Schwere Unwetter in weiten Teilen Deutschlands und immer neue Rekordtemperaturen machen Fachleuten und Wissenschaftlern Kopfzerbrechen. Der aktuelle Stand der Wissenschaft zur Entwicklung von Extremwetterlagen wird in den fünf Tagen in der HafenCity Hamburg in Vorträgen und Symposien behandelt. Über 3.000 Experten werden in dieser Woche an der Elbe erwartet.

Ausgetrocknete Alster: Mit einer Fotomontage versuchen die Veranstalter des ExtremWetterKongresses ein Zukunftsszenario zu zeichnen. Foto: IWK

Ausgetrocknete Alster: Mit einer Fotomontage versuchen die Veranstalter des ExtremWetterKongresses ein Zukunftsszenario zu zeichnen. Foto: IWK

Neben der Präsentation von etwa Langzeitstudien wird auch über spezifische Themen, wie „Auswirkungen des Extremwetters auf den Straßenverkehr“ diskutiert werden. Ein eigenes Symposium ist dem Regenwasser gewidmet. Unter dem Motto „Wohin mit dem Wasser?“ wird über Regenwassermanagement als Herausforderung referiert.

Die faktenlastige Veranstaltungswoche wird durch eine große Fotoausstellung abgerundet. Die Ausstellung zeigt 50 großformatige Bilder von Tieren, die dem „Sturm ins Auge schauen“, sich also im übertragenen Sinne mit den Widrigkeiten von Wetter und Klima zurechtfinden müssen.

Der Kongress ist eines der größten jährlichen Treffen von Wissenschaftlern aus Wetter- und Klimaforschung, Wetter-Moderatoren, Wissenschaftsredakteuren, Dienstleistern und interessierten Laien zum Thema extreme Wetterereignisse durch den Klimawandel.

Alle Infos zum ExtremWetterKongress gibt’s hier.

Mai 21

„Agrarrelevanten Extremwetterlagen“ auf der Spur

Extreme Wetterlagen, wie Hitze, Dürre, Sturm und Überschwemmungen, aber auch Hagel und Frost, sind die schlimmsten Feinde der Land- und Forstwirtschaft. Das Bundeslandwirtschaftministerium (BMEL) hat sich in einem Projekt dem Thema angenommen und erforscht gemeinsam mit dem bundeseigenen Thünen-Institut Auswirkungen des Klimawandels auf Extremwetterlagen und wie man durch optimales Risikomanagement Schäden mindern kann. Beteiligt sind auch das Julius Kühn-Institut (JKI), der Deutsche Wetterdienst (DWD) sowie verschiedene externe Forschungseinheiten. In einem Workshop am Thünen-Institut in Braunschweig wurden nun die ersten Ergebnisse des Forschungsprojektes vorgestellt und mit Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung diskutiert.

„Nach ersten Auswertungen der derzeit vorliegenden Klimaprojektionen durch den Deutschen Wetterdienst nehmen Hitzetage in der Vegetationsperiode zukünftig zu. Diese Tendenz war bereits in den letzten 50 Jahren zu beobachten“, weiß Cathleen Frühauf vom DWD. „Dies geht einher mit einer Zunahme der Trockenheitsphasen. Kein eindeutiger Trend ist dagegen bei Starkregenereignissen zu erkennen“.

Eine vom Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Rheinland-Pfalz und dem Julius Kühn-Institut durchgeführte Expertenbefragung lieferte wichtige Informationen. Die Experten gehen davon aus, dass Hagel, Spätfröste, Trockenheit und Staunässe für die Betriebe mit Gemüse-, Obst-, Wein- und Hopfenanbau die größten Herausforderungen darstellen. „Die Relevanz von Extremereignissen ist in Deutschland regional sehr unterschiedlich und muss zudem kulturartenspezifisch differenziert werden“, so Holger Lilienthal vom Julius-Kühn-Institut.

Foto: M. Großmann/pixelio.de

Foto: M. Großmann/pixelio.de

Im Gegensatz zu den Gefahren für die Landwirtschaft und dem Sonderkulturanbau seien für die Forstwirtschaft und den Wald in erster Linie Sturm, extreme Hitze und extreme Trockenheit relevant, differenziert Andreas Bolte vom Thünen-Institut.

Auf Grundlage dieser und weiterer Ergebnisse werden im Projektverlauf die Auswirkungen der Extremwetterlagen abgeschätzt und für wichtige Extremereignisse jeweils die Möglichkeiten des Risikomanagements untersucht. Der Endbericht soll im Frühjahr 2015 vorliegen.

Weitere Infos: www.agrarrelevante-extremwetterlagen.de

Apr 30

Hitzewellen: Wenn die natürliche Klimanlage ausfällt

Dass das Klima Einfluss auf die Bodenbeschaffenheit und in weiterer Folge auf die Vegetation nimmt, ist hinlänglich bekannt. Dass es auch umgekehrt ist und so ein Kreislauf entsteht, haben Forscher des Max-Planck-Institutes herausgefunden.

Bereits bei den Hitzewellen 2003 und 2010 rätselten die Wissenschaftler, warum Europa plötzlich von Temperaturen bis 48 Grad Celsius überrollt wird. In der neuen Studie, die in Nature Geoscience veröffentlicht wurde, setzt sich nun ein Puzzle zusammen, nach

Foto: pixabay

Foto: pixabay

dessen Teilen das Team um die Autoren Enric Miralles und Chiel van Heerwaarden lange gesucht hat.

Boden meldet „Error“
Bei einer anhaltenden Hitzewelle trocknen Böden innerhalb weniger Tage aus, dadurch setzt die Verdunstungsabkühlung, wie sie bei „normaler“ Hitze vonstatten geht, aus. Durch diesen physikalischen Prozess fungiert in gemäßigten Regionen wie Mitteleuropa der Boden als natürliche Klimaanlage. Das im Erdreich gespeicherte Wasser verdunstet durch die hohen Lufttemperaturen und kühlt diese wiederum.

Wenn plötzlich hohe Außentemperaturen einsetzen, kommt der Boden mit dem Kühlen der luftnahen Schichten nicht mehr nach, da das Grundwasser vor dem „Start der Klimaanlage“ verdunstet. So baut sich die Lufttemperatur immer mehr auf und das Thermometer wandert in ungeahnte Höhen, so wie 2003 und 2010 – mehr oder weniger ein Teufelskreis. Das ist auch der Grund, warum es in Städten meist heißer ist als in ländlichen Gegenden, wo mehr natürliche Gewässer vorhanden sind.

Feb 12

Klimamigration – die neue Völkerwanderung

Wenn man „Völkerwanderung“ hört, denkt man zu allererst an historische Karten aus den Geschichtsbüchern, die darstellen, wie sich die Menschen im Laufe der Jahrtausende über die Kontinente ausgebreitet haben. Aus verschiedensten Gründen verließen ganze Völker ihr angestammtes Gebiet, ihre Heimat.

Man glaubt zu wissen, dass der Homo Sapiens zur Ruhe gekommen ist, dass der Mensch am Ziel angekommen ist, doch wie Wissenschaftler schon seit einigen Jahren beobachten, ist das keineswegs so. Der Mensch ist erneut unterwegs, auf der Flucht vor dem Klima, beziehungsweise auf der Suche nach neuen Heimaten, wo er das findet, was ihm der vermeintliche Klimawandel weggenommen hat: fruchtbares Land, das genug an Nahrung bietet, um überleben zu können.

Zum ersten Mal wurde von Völkerwanderung aufgrund der Klima- und Umweltsituation im Bericht des Weltklimarats 1990 gesprochen. Als Gründe für die Flucht aus der eigenen Region in Zusammenhang mit dem Klima gelten vor allem Ernteausfälle und der Anstieg des Meeresspiegels.

Foto: ADH/Trappe

Foto: ADH/Trappe

Das Augenmerk liegt dabei auf Afrika. Da sich Forscher anfangs nur schleppend mit dem Thema befassten, liegen noch keine konkreten Zahlen vor. Man geht allerdings davon aus, dass in den nächsten Jahren bis zu 330

Millionen Menschen gezwungen sind, ihre Heimat zu verlassen.Mit dem Anstieg des Meeresspiegels haben auch die Einwohner Ozeaniens zu kämpfen. Die Inseln und Atolle in der Südsee liegen nur knapp über dem Meeresspiegel. Das Bündnis „Aktion Deutschland hilft“ spricht unter Berufung auf Informationen der Vereinten Nationen von bis zu einer Milliarde Menschen, die bis 2050 ihr Land verlassen müssen.

Politisch gesehen befinden sich die Umweltflüchtlinge in Niemandsland, denn Menschen, die aufgrund von langfristigen Klima- und Umweltereignissen ihr Land verlassen müssen, um Überlebenschancen zu haben, sind im Gegensatz zu Kriegsflüchtlingen nicht von der Genfer Flüchtlingskonvention geschützt.

In der Schweiz hat sich inzwischen eine Initiative gegründet, die sich für die Flüchtlinge stark macht. „Als Flüchtling gilt nur, wer politisch verfolgt wird. Wir müssen für Umweltflüchtlinge zusätzliche Schutzmaßnahmen entwickeln.“, so der Schweizer Manuel Bessler, der nach 20 Jahren Auslandseinsätzen 2011 wieder in die Alpenrepublik zurück gekehrt ist und zum Delegierten für Humanitäre Hilfe des eidgenössischen Bundesrates bestellt wurde. Bessler ist auch davon überzeugt, dass die Genfer Flüchtlingskonvention, die aus dem Jahr 1951 stammt, völlig veraltet sei und einer dringenden Überarbeitung bedürfe, um auch die Menschen, die der Natur hilflos ausgesetzt sind, zu schützen.

 

Feb 05

Schneekatastrophe in Österreich: „Mit jeder Schneeflocke kam ein schlechteres Gefühl“

Zu Weihnachten und zum Jahreswechsel haben sich Österreichs Skiliftbetreiber und Hoteliers nichts sehnlicher gewünscht als Schnee. Jetzt ist er da, und wie.

Unaufhörliche Schneefälle haben weite Teile der Alpenrepublik lahmgelegt. Tausende Haushalte sind ohne Strom, offizielle Stellen sprechen von 17.000, Züge fallen aus. Nach inoffiziellen Angaben forderte das massive Winterwetter bereits vier Todesopfer, direkt und indirekt. Ein älterer Mann beispielsweise verstarb nach einem Herzinfarkt, den er durch die Anstrengung während des Schneeschippens erlitt.

Betroffen sind vor allem die Bundesländer Steiermark, Kärnten und das zu Tirol gehörende, aber geographisch exponiert liegende, Osttirol. Österreichische Medien berichten von 1,5 Metern Neuschnee in 48 Stunden, der sich inzwischen in bis zu fünf Metern hohen weißen Wänden aufgetürmt hat. Dächer drohen aufgrund der Last einzustürzen. Dazu kommen Lawinenabgänge. In einigen Regionen konnte die Lawinenwarnstufe inzwischen gesenkt werden, wie das Österreichische Fernsehen ORF berichtet. Doch vielerorts gilt noch immer die höchste Warnstufe auf der fünfteiligen Skala.

Fotos (2): Sebastian Mahler

Fotos (2): Sebastian Mahler

Sämtliche verfügbaren Einsatzkräfte, Feuerwehren, Rettung, Polizei und sogar Soldaten des Österreichischen Bundesheeres sind im Dauereinsatz, um die Situation in Griff zu bekommen. Doch das Wetter kennt keine Gnade. Am Mittwoch fiel erneut Schnee. Erneut fiel in ganzen Orten der Strom aus. „Wir arbeiten unter Hochdruck, die Infrastrukturen wieder herzustellen, doch können wir nicht abschätzen, wie lange es dauert“, so ein Einsatzleiter am Mittwoch in einem Gespräch mit Radio Steiermark.

Angst statt Aprés-Ski und Pulverschnee
Tausende Touristen sind immer noch in der Schneehölle eingeschlossen und können nur nach und nach rausgebracht werden.

Der Produktmanager der Wetterversicherung, Sebastian Mahler, ist gerade aus dem osttirolerischen Defereggental, wo er eigentlich einen entspannten Skiurlaub verbringen wollte, zurück nach Deutschland gekommen. Er hatte Glück und konnte am Montag mit anderen Touristen das Gebiet verlassen.

„Es war schon beängstigend, welche irrwitzige Schneemenge dort innerhalb von drei Tagen gefallen ist. Am Anfang wirkte alles noch recht spannend und einfach schön, weil wir hier ja so viel Schnee nicht kennen und fasziniert davon sind“, beschreibt Mahler seine Erlebnisse in Österreich.

„Dann kommen die ersten Lawinenwarnungen und -abgänge und schlagartig überkommt einen mit jeder Schneeflocke mehr, die vom Himmel fällt, ein schlechteres Gefühl.“ Der Thüringer wird die Erlebnisse lange nicht vergessen. Er musste die Abreise immer und immer wieder verschieben, da das komplette Tal von der Außenwelt abgschnitten war. Der 28-Jährige berichtete weiter: „In unmittelbarer Nähe kam der Fahrer eines Räumfahrzeuges ums Leben, als er von einer Lawine begraben wurde.“

Großräumige Schneehölle
Auch jenseits der österreichischen Grenze in den südlichen Nachbarländern tobt das Schneechaos. In Slowenien ist die Hälfte aller Haushalte ohne Strom. Auch hier sind die Einsatzkräfte rund um die Uhr im Einsatz. In Serbien mussten Panzer der Armee anrücken, um der Bevölkerung des Balkanlandes, die Schnee nicht gewöhnt ist, zu helfen. Die Lawinenwarnungen im italienischen Südtirol schwanken noch immer zischen den Stufen 3 und vier.

Wie lange die Situation noch anhält, trauen sich nicht einmal Meteorologen voraussagen. Aber eins ist sicher: Es wird noch eine Weile so bleiben, die nächste Schneefront ist im Anmarsch.

radlader

Jan 01

Wo herrscht das schlechteste Wetter der Welt?

Die dampfbetriebene Zahnradbahn auf den unwirtlichen Mount Washington ist die zweitsteilste Bahn der Welt. Foto: pixabay

Die dampfbetriebene Zahnradbahn auf den unwirtlichen Mount Washington ist die zweitsteilste Bahn der Welt. Foto: pixabay

Alle reden übers Wetter und die meisten jammern darüber. Dabei leben wir in Deutschland in einer gemäßigten und sehr abwechslungsreichen Klimazone. Die Menschen, die sich auf dem Mount Washington im US-Bundesstaat New Hampshire aufhalten, sind nicht so gut dran. Denn auf dem nur knapp 1917 Meter hohen Berg herrscht das schlechteste Wetter der Welt.

Die Erhebung im Nordosten der USA, die etwas höher ist als der Feldberg im Schwarzwald, gehört zum Mittelgebirge der Appalachen, das sich von den USA bis nach Kanada zieht. Trotz der vergleichsweise geringen Höhe hat es der Berg allerdings in sich. Auch der Breitengrad, auf dem die Gegend liegt, deutet nicht auf Wetterextreme hin. Die italienische Hafenstadt Genua beispielsweise liegt auf der selben geographischen Breite.

Eisige Kälte, Nässe, Nebel und Unmengen an Schnee sind an der Tagesordnung. Das Wetter kann in dem bei Winter- und Sommertouristen beliebten Ziel von einer Minute auf die andere umschlagen. Hartgesottene bringt seit 1869 die „Mount Washington Cog Railway“ auf den Gipfel. Die Zahnradbahn ist nach der Schweizer Pilatusbahn die zweitsteilste Bahn der Welt.

Auf dem Mount Washington, der von den Indianern Agiocochook („Das Zuhause des großen Geistes“) genannt wurde, entstand 1870 die erste Wetterstation der Welt. Das hat seinen Grund. Denn es gibt auf dem Planeten wohl kaum eine Gegend mit mehr Wetterrekorden. Am 12. April 1934 wurde auf dem Gipfel mit 372 km/h die bis 1996 weltweit höchste Windgeschwindigkeit gemessen. Der Rekord wurde am 10. April 1996 vom Wirbelsturm „Olivia“ in Australien eingestellt.

An 110 Tagen im Jahr übersteigen die Windgeschwindigkeiten über 120 km/h und somit Hurrikanstärke. Die Wintertemperaturen sind ebenfalls nicht einladend. Schon im Herbst, wenn es im Tal noch weit über 0 Grad hat, werden nicht selten auf dem Gipfel bis zu minus 40 Grad Celsius gemessen, die in Kombination mit den harschen Winden gefühlte minus 70 Grad ergeben können. Die Windgeschwindigkeit im Jahresdurchschnitt beträgt 56 km/h, die Durchschnittstemperatur minus 2,7 Grad Celsius.

Auch bei den Niederschlägen lässt sich das Wetter auf dem Berg nicht lumpen. Durchschnittlich regnet es im Jahr 2500 Liter pro Quadratmeter. Zum Vergleich, in Deutschland liegen die jährlichen Durchschnittswerte, abhängig von der Region, bei etwa 600 bis 950 Liter pro Quadratmeter. Im Winter 1968/1969 fielen 14 Meter Schnee auf die Region herab.

Der Grund für die ständigen Wetterextreme ist die geografische Lage des Gebietes. Die Region liegt im Einflussbereich der sogenannten Polaren Frontalzone, in der sich tropische und polare Luftmassen treffen. Alle speziellen Lagebedingungen zusammen sind die Ursache für die extremen Witterungsverhältnisse.

Hier geht’s zum aktuellen Wetter auf dem Mount Washington.

 

Dez 04

Können Tiere Naturkatastrophen vorhersagen?

Dass Tiere sensibler sind als Menschen, ist hinlänglich bekannt. Dass Schwalben, die hoch fliegen, schönes

Foto: pixabay

Foto: pixabay

Wetter ankündigen, weiß man auch seit Jahrhunderten. Doch Tiere können, wenn auch ungewollt, dem Menschen dabei helfen, Naturkatastrophen langfristig vorauszusagen.

Die Tsunamis, also Flutwellen aufgrund von Erdbeben auf dem Grund der Ozeane, sind mitunter die unvorhersehbarste Ursache für Naturkatastrophen. Da diese Beben in einigen tausend Metern unter der Wasseroberfläche stattfinden, ist es meistens schon zu spät, wenn Seismographen anschlagen und die Flutwellen, die sie auslösen, zerstören unerbittlich ganze Landstriche, ja ganze Staaten.

Momentan studieren chinesische Forscher das Verhalten von Wellensittichen im Vorfeld von Erdbeben. Man nimmt an, dass die Vögel Unruhen in den Erdplatten weit vor den technischen Möglichkeiten der Wissenschaft spüren. Die Tiere können scheinbar mit Sinneszellen in ihren Beinen Schallwellen im Infraschallbereich wahrnehmen. Bei Unruhen in der Erde hüpfen die Vögel auf und ab. Nun wird mit Bewegungssensoren gezählt, wie oft sie das machen. Endgültige Beweise haben die Wissenschaftler natürlich erst, wenn man die Aktiviät der tierischen Probanden mit Auswertungen aus Seismographen vergleicht.

Altes Wissen, neue Forschung

Schon aus der Antike sind ähnliche Berichte bekannt. Der griechische Naturforscher Plinius, der beim Ausbruch des Vesuvs im Jahr 79 ums Leben kam, berichtete Tage vor der Katastrophe von einer Unruhe, die unter Tieren herrschte. Auch in der Neuzeit konnten bereits entsprechende Verhaltensmuster beobachtet werden. Vor dem Erdbeben 1976 im norditalienischen Friaul sollen Mäuse aus dem Boden gekrochen sein und Stalltiere sich unruhig verhalten haben.

Der Glauben an Tiere

Gerade in der chinesischen Kultur spielen Tiere eine große Rolle, wie man beispielsweise am chinesischen Horoskop sieht. So glaubt man im „Reich der Mitte“ fest daran, dass bei einem Erdbeben 1975 in Haicheng 150.000 Menschen Tieren das Leben zu verdanken hatten. Es wird überliefert, dass bei eisigen Temperaturen massenhaft Schlangen aus ihren Löchern krochen und auf dem verschneiten Boden erfroren sind. Die Stadt reagierte und ließ die Gegend evakuieren. Einen Tag später zerstörte ein verheerendes Erdbeben unzählige Häuser.

Tsunami 2004: Elefanten flüchteten, der Mensch blieb

Auch aus dem Vorfeld des todbringenden Tsunami Weihnachten 2004 sind tierische Verhaltensmuster bekannt. Doch in diesem Fall nahmen die Menschen die Tiere nicht ernst und kamen in den Fluten ums Leben. Im Nachhinein sind sich Wissenschaftler sicher, dass die Elefanten, die einen Tag vor der Flutwelle, die durch ein Beben in 40 Kilometer Tiefe vor der Küste Indonesiens ausgelöst wurde, vom Küstenbereich Sri Lankas in das Landesinnere aufbrachen. Die Dickhäuter spürten das Beben, flüchteten und entkamen so der Flutwelle.

Man vermutet, dass Tiere sensorisch viel mehr mit dem Erdboden verbunden sind, als der Mensch und die Übertragung der Wellen im Infraschallbereich, die sich im Gestein schneller ausbreiten als im Wasser, zu einem Zeitpunkt spüren, zu dem weder die menschlichen Sinne, noch technische Geräte auf die Erdunruhen reagieren.

 

Nov 20

Kugelblitze: Mythos oder Wahrheit?

Wenn Kugelblitze angesprochen werden, gefriert so manchem das Blut in den Adern. Legenden und Geheimnisse ranken sich um die Horrorvision von Blitzen, die durch das Fenster und Steckdosen, ja sogar durch die Mauer  in die heimische Stube kommen sollen. Berichte über die Feuerballen, die etwa 20 Zentimeter groß sein sollen, sind nahezu so alt, wie das menschliche Bewußtsein. Doch gibt es die Phänomene in Wirklichkeit oder nur in den Hirngespinsten von Mythosanhängern?

Tatsache ist, dass es Berichte um Erscheinungen dieser Art gibt. Wissenschaftler mutmaßen allerdings, dass es sich um optische Täuschungen am Rande von Gewittern handelt, bei denen man durch die Blitze geblendet werden würde und das Gehirn beim Bewegen der Augen, also wenn man danach wegschaut, eine Kugel erzeugen würde.

Obwohl von Kugelblitzen keine Fotos existieren, halten die, die daran glauben, an der Existenz fest. Geschürt wird der Mythos, nicht nur von Beschreibungen in diversen Internetforen, sondern auch von Medienberichten, die im Laufe der Jahrzehnte immer wieder auftauchten. Das „Südeländer Tageblatt“ zum Beispiel berichtete am 9. Juli 1952, dass ein Kugelblitz in einem Freibad im nordrhein-westfälischen Plettenberg in eine Gruppe Jugendlicher eingeschlagen und einer der Badenden sogar dabei getötet worden sei. Der Blitz wäre kugelförmig gewesen und wäre mit einem ohrenbetäubenden Knall zerplatzt, hieß es weiter in dem Artikel.

Den Mythos von sich spontan selbst entzündenen Menschen, die völlig verbrannt in unverbrannter Umgebung aufgefunden werden würden, von denen immer wieder berichtet wird, führen die Mythiker ebenfalls auf Kugelblitze zurück.

Obwohl Wissenschaftler dem Kugelblitz die Existenz eindeutig absprechen, werden trotzdem Experimente in diese Richtung gemacht, um herauszufinden, ob ein derartiges Phänomen vielleicht doch durch chemische Reaktionen entstehen kann.

Diese Theorie unterstützt auch eine von den Neuseeländern John Abrahamson und James Dinniss im Jahr 2000 veröffentliche Hypothese. Dabei werde beim Einschlag Sand oder Kiesel in Silicium und Sauerstoff zerlegt. Während der Sauerstoff im Erdreich mit Kohlenstoff reagiere, trete das Silicium als Dampf aus dem Blitzkanal aus und werde durch Luftsauerstoff langsam oxidiert und so zum leuchten gebracht. Die Siliciumpartikelwolke dabei eine kugelähnliche Form annehmen.

Laut Forschern sind Kugelblitze mehr optische Täuschung, als gefährliche Naturphänomene.

Laut Forschern sind Kugelblitze mehr optische Täuschung, als gefährliche Naturphänomene.

An den Universitäten werden immer wieder Experimente durchgeführt, bei denen künstlich Kugelblitze oder zumindest kugelblitzähnliche Erscheinungen hergestellt werden. Doch, ob die Natur das Phänomen, dessen Existenz sich die Mythiker so sehr wünschen, erzeugen und jene lebensgefährlichen Kugeln auf Felder und in Häuser schicken kann, ist mehr als zweifelhaft. Es darf also weiter spekuliert, geforscht und geschrieben werden.

 

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