Kategorienarchiv: Wetter extrem

Sep 16

Erderwärmung: Wissenschaftler simulieren Weltuntergang

Antarktis ohne Eis. Illustration: TU Dresden/AWI/Lars Radig

Antarktis ohne Eis. Illustration: TU Dresden/AWI/Lars Radig

Potsdamer Forscher lassen Meeresspiegel um 50 Meter ansteigen.

Im Rahmen der internationalen Klimapolitik wurden 2 Grad Celsius globale Erwärmung als Wert definiert, der nicht überstiegen werden darf, um die Erde zu retten. Wissenschaftler des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) haben am Computer simuliert, was passieren würde, wenn das sogenannte „Zwei-Grad-Ziel“ überstiegen werden würde.

Ein Grund für den Anstieg der Temperatur ist das Verbrennen der fossilen Rohstoffe Öl, Gas und Kohle. Das Forscherteam um Ricarda Winkelmann und Anders Levermann hat diesen Faktor in einer Simulation beschleunigt und berechnet, dass wenn alle Ressourcen verbrannt werden, Kohlenstoffemissionen von etwa 10.000 Milliarden Tonnen freigesetzt würden und das Eis der Antarktis komplett schmelzen würde. Das freigegebene Wasser des Eispanzers der Antarktis würde für einen globalen Anstieg des Meeresspiegels um 50 Meter sorgen, was eine komplette Überflutung der Küstenregionen des Planeten zur Folge hätte.

Mit der Studie wollen die Forscher wachrütteln, denn das was der Computer in kürzester Zeit berechnet, zieht sich in der Realität über tausende Jahre hin. Doch laut der Prognosen der Forscher wird es passieren, wenn man nicht vermehrt auf alternative Energien ausweicht.

„Mit der steigenden Nutzung fossiler Energie steigt auch das Risiko großer Veränderungen, die in der Zukunft nicht mehr aufgehalten oder rückgängig gemacht werden können“, so Levermann. „Die Westantarktis ist vielleicht bereits in einen Zustand unaufhaltbaren Eisverlustes gekippt – ob durch menschlichen Einfluss oder nicht. Wenn wir Städte wie Tokio, Hong Kong, Schanghai, Kalkutta, Hamburg oder New York als unser zukunftiges Erbe bewahren wollen, müssen wir ein Kippen der Ost-Antarktis verhindern, und das gelingt nur, wenn wir den Treibhausgasausstoß stoppen.“, warnt der Wissenschaftler.

Jul 22

Neuer Satellit warnt vor Wetterextremen

Start der der Ariane-5 mit dem Satelliten MSG-4. Foto: ESA/CNES/ARIANESPACE-Optique Video du CSG, S. Martin

Start der der Ariane-5 mit dem Satelliten MSG-4. Foto: ESA/CNES/ARIANESPACE-Optique Video du CSG, S. Martin

Der Wettersatellit MSG-4 wird künftig alle 15 Minuten wichtige Daten zur Erde senden.

Vergangenen Mittwoch pünktlich um 23:42 Uhr mitteleuropäischer Zeit hat von Europas Raumflughafen in Kourou, Französisch-Guayana, die Ariane-5-Trägerrakete mit dem neuen Meteosat-Wettersatelliten MSG-4 in den Weltraum abgehoben. Aufgabe des Satelliten ist es, neben Wetterbeobachtungen in hoher Qualität auch rasch vor Wetterextremen zu warnen. Frühwarnungen seien für die Sicherheit der europäischen Bürger unerlässlich, sagte der neue ESA-Generaldirektor Johann-Dietrich Wörner anlässlich des Starts.

Gut 40 Minuten nach dem Start fand in der geplanten Übergangsbahn die Abtrennung des MSG-4 von der Trägerrakete statt. Derzeit wird der Satellit von seinem Antriebssystem in die endgültige Umlaufbahn etwa 36.000 Kilometer über dem Äquator eingebracht, in der seine Geschwindigkeit genau der Erdrotation entspricht. Bis kommendes Wochenende soll diese Phase abgeschlossen sein.

Das aus zwei Satelliten bestehende MSG-System stellt alle 15 Minuten aktuelle Wetterinformationen für Europa und Afrika sowie alle fünf Minuten einen Ausschnitt von Europa, sogenannte Rapid-Scan-Aufnahmen, bereit.

Mai 27

Bei drohenden Wetterkatastrophen schneller reagieren

Der Tornado in Bayern hat wieder gezeigt, wie verheerend das Wetter zuschlagen kann. Dass extreme Ereignisse in Deutschland zunehmen, sind sich Experten sicher. Die Uni Berlin und das Max-Planck-Institut arbeiten an einem System, das Einsatzkräfte schneller koordinieren soll.

Bei angekündigten Unwettern müssen Katastrophenmanager in öffentlichen Einrichtungen und Unternehmen schnelle Entscheidungen treffen. Voraussetzung dafür ist, dass die Wahrscheinlichkeiten und Unsicherheiten der Vorhersagen und der Wetterwirkungen richtig eingeschätzt werden können. Wie man Informationen bündelt und so darstellt, dass sie von Verantwortlichen schnell verstanden werden, darüber machen sich die Freie Universität Berlin und das Max-Planck-Institut für Bildungsforschung im Rahmen des interdisziplinären Projektes WEXICOM Gedanken. Die Abkürzung steht für „Weather warnings: from EXtreme event Information to COMunication and action“ (dt. „Wetterwarnungen: von Informationen über Extrem-Ereignisse zu Kommunikation und Maßnahmen“.)

Eine Motivation für das Projekt ist, dass von Meteorologen erwartet wird, dass sie über ihre Aufgabe der Wetterprognose hinaus kommende Katastrophensituationen einschätzen oder gar Einsätze auslösen sollen. „Denn die Meteorologen übernehmen hier eine Entscheidung, die eigentlich über ihre Kompetenz, das Wetter zu prognostizieren, hinausgeht“, so Martin Göber von der Uni Berlin. „Wir möchten deshalb die Katastrophenmanager in die Lage versetzen, diese Entscheidung mit Informationen über die Unsicherheit der Warnung besser einschätzen zu können.“

Zusammenarbeit mit Feuerwehr
Mit WEXICOM sollen Informationen über kommende Wetterereignisse gebündelt und für Verantwortliche im Katastrophenschutz übersichtlich dargestellt werden. Ziel ist es, eine transparente und effektive Kommunikation von Risiken und Unsicherheiten für bestimmte Benutzergruppen zu entwickeln. Diese soll die Fähigkeit fördern, Entscheidungen zu treffen, die das Risiko von Verlusten und Schäden minimieren. „Wir wollen die Wahrscheinlichkeitsvorhersagen so aufbereiten, dass sie leicht erfasst und verstanden werden. Dies kann zum Beispiel in grafischer Form geschehen“, fügt Nadine Fleischhut vom Max-Planck-Institut hinzu.

Feuerwehrleitstelle: Mit WEXICOM sollen nahende Wetterkatastrophen schneller eingeschätzt werden.

Feuerwehrleitstelle: Mit WEXICOM sollen nahende Wetterkatastrophen schneller eingeschätzt werden.

Um möglichst praxisnah zu forschen, arbeitet die Projektgruppe, zu der auch das Forschungsforum Öffentliche Sicherheit und die Katastrophenforschungsstelle der Freien Universität Berlin gehören, unter anderem mit der Feuerwehr zusammen. Als Testumgebung dient das Feuerwehr-Informationssystem (FeWIS). Hier können die Forscherinnen und Forscher direkt sehen, wie aufgearbeitete Wetterdaten genutzt werden. Das ermöglicht es zu analysieren, ob und wie risikobasierte Warnungen den Katastrophenmanagern vor Ort helfen können, das Risiko von Verlusten und Schäden zu verringern.

Was kann ich selbst tun?
Um selbst die Entwicklung des Wetters in seiner nächsten Umgebung aus den Augen zu verlieren, gibt es ebenfalls eine elektronische Möglichkeit. gruuna.com hat eine professionelle „Wetterstation für Zuhause“ entwickelt – inklusive Rundumservice. Mithilfe der Station können alle wichtigen Daten, wie natürlich Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Windgeschwindigkeit, abgerufen werden. Aber etwa auch Taupunkt und UV-Intensität gehören zu den Features. Wer vorhat, die Station abseits des Betriebes auf dem Feld zu installieren, muss nichteinmal Angst vor Langfingern haben, denn sie ist mit einer künstlichen DNA versehen.

Sowohl Soft- als auch Hardware sind Entwicklungen aus dem Hause gruuna. Die Stationen werden auch individuell in Chemnitz zusammengebaut. Alle Infos dazu gibt es auf www.guuna.com/wetter.

Mai 20

Hilfe für bayerische Tornadoopfer

Nach dem heftigen Tornado in Bayern hat der bayerische Ministerrat Soforthilfemaßnahmen für die Opfer beschlossen, denn die Schäden sind enorm.

Seit der Nacht vom 13. auf 14. Mai ist in den bayerischen Landkreisen Augsburg und Aichach-Friedberg nichts mehr, wie es war. Ein Tornado fegt mit 250 Stundenkilometern über die schwäbische Region und hinterlässt einen Schaden von über 40 Millionen Euro. Etwa 200 Gebäude sind beschädigt, 30 davon gelten als ganz oder teilweise einsturzgefährdet und sind unbewohnbar.

Foto: pixabay.com (Symbolbild)

Foto: pixabay.com (Symbolbild)

Am Dienstag dieser Woche hat der bayerische Ministerrat unbürokratische Hilfsmaßnahmen für die rund 600 Betroffenen beschlossen. „Schnelle Geldhilfen sollen die erste Not lindern und die Zeit bis zur Auszahlung von Versicherungsleistungen überbrücken.“, so Finanzminister Markus Söder (CSU) in der Sitzung. Private Haushalte, die durch den Tornado in wirtschaftliche Notlage geraten sind, bekommen Soforthilfe von bis zu 5.000 Euro, große Unternehmen, deren Existenz gefährdet ist, können mit bis zu 200.000 Euro rechnen.

Auch steuerliche Maßnahmen sollen sofort greifen. „Steuern können gestundet, Vollstreckungsmaßnahmen aufgeschoben und Steuervorauszahlungen gestreckt werden. Auch Sonderabschreibungen sind möglich.“, sagte Söder und verweist dabei an das jeweils zuständige Finanzamt als Ansprechpartner. Land- und Forstwirte bekommen für Aufwuchs- und Ernteschäden sowie sonstige nicht versicherbare Schäden über 1.000 Euro einen Zuschuss von 50 Prozent des Schadens, maximal 50.000 Euro. Bei Existenzgefährdung sollen bis zu 100.000 Euro fließen.

Angesichts der zunehmend häufiger auftretenden Großschadensereignisse und Naturkatastrophen empfiehlt die bayerische Staatsregierung dringend, entsprechende Versicherungen abzuschließen.

Mai 13

Sturmschäden richtig der Versicherung melden

Foto: Jan Mallander/pixabay.com

Foto: Jan Mallander/pixabay.com

Die Unwetterzentrale warnt vor Stürmen samt Gewitter und Hagel, die dieser Tage quer durch die Bundesrepublik ziehen sollen, vom Saarland bis Rügen. Was tun, nachdem es gekracht hat? So melden Sie Sturmschäden der Versicherung.

„In der Regel kommen Versicherungen dafür auf. Allerdings müssen sich Betroffene an Regeln halten, wenn sie ihren vollen Versicherungsschutz nicht gefährden wollen“, zitiert das Verbraucherportal Verivox unter Berufung auf dpa/tmn den Bund der Versicherten (BdV) und gibt auch gleich Tipps, was im Fall des Falles zu tun ist.

Unverzüglich melden
Wichtig ist, dass ein Schaden zeitnah der Versicherung gemeldet wird. Eine genaue Frist dafür gäbe es nicht, wie BDV-Sprecherin Bianca Boss weiß. Als erste Maßnahme könne es ausreichen, eine E-Mail mit einer Schadensbeschreibung zu schicken. Auch ein Anruf könne genügen. Wer von einem Vermittler betreut werde, solle auch diesen unverzüglich informieren.

Dokumentieren
Der BDV rät desweiteren, von den Schäden Fotos zu machen und eine tabellarische Aufstellung der beschädigten Gegenstände und Gebäude zu machen. Nur so kann sich die Versicherung ein Bild des Schadensumfanges machen. In der Regel schickt die Versicherung noch einen Gutachter. Wichtig ist auch, dass beschädigte Dinge nie ohne ausdrückliche Zustimmung des Versicherers entsorgt werden.

Sichern
Für Versicherte gilt die sogenannte Schadensminderungspflicht. Das heißt: Sie müssen alles tun, um den Schaden gering zu halten. Zerbrochene Fenster müssen beispielsweise abgedichtet oder Gegenstände in Sicherheit gebracht werden, etwa im Keller oder in der Scheune, damit der Schaden nicht größer wird. Man müsse sich dabei aber nicht in Gefahr bringen, stellt Bianca Boss klar. Niemand sei gezwungen, zum Beispiel auf das Dach zu klettern, um es provisorisch abzudecken.

Apr 08

Hoffen auf Stürme

Ausgetrocknetes Flussbett: Kalifornien hat seit etwa vier Jahren ein Dürreproblem. Foto: NOAA

Ausgetrocknetes Flussbett: Kalifornien hat seit etwa vier Jahren ein Dürreproblem. Foto: NOAA

Der US-Bundesstaat Kalifornien hat zurzeit ein extremes Dürreproblem. Als eine Ursache für zunehmende Hitzewellen auf der Nordhalbkugel haben jetzt Wissenschaftler des Potsdam-Instituts für Klimaforschung (PIK) abnehmende Sturmaktivitäten im Sommer lokalisiert.

Stürmisches Wetter hat offenbar in großen Teilen Europas, der USA und Russlands in den vergangenen Jahrzehnten abgenommen. So viel Schaden Stürme anrichten können, so nützlich sind sie aber scheinbar auch, denn die Potsdamer Forscher sagen: Die Abschwächung von starken Winden, die mit dem Jetstream und mit bestimmten Wetterlagen in Verbindung stehen, verlängert die Dauer von Hitzewellen und verstärkt sie damit auch. Diese Erkenntnisse haben die Forscher um den Leit-Autor der Studie, Dr. Dim Coumou, im renommierten Wissenschaftsmagazin „Science“ veröffentlicht.

„Wenn die großen Luftströmungen im Himmel über uns vom Klimawandel gestört werden, kann das erhebliche Auswirkungen unten auf der Erde haben“, erklärt Coumou. „Eine Abnahme der Sturmaktivität könne man zunächst für etwas Gutes halten. Nun zeige sich aber, dass diese Abnahme dazu führt, dass Wetterlagen in den mittleren Breiten der nördlichen Halbkugel oft länger anhielten”, so der Wissenschaftler weiter. Im Sommer transportierten Stürme feuchte und kühle Luft vom Ozean auf die Kontinente, was nach einer Zeit drückender Wärme wieder Linderung bringe. Flauten hingegen verlängerten Wärmeperioden. Hitze-Extreme und Dürren seien die Folge.

Auslöser Arktis-Erwärmung
Die Forscher sehen in der Abnahme von Stürmen einen ganz neuen Aspekt eines globalen Temperaturanstiegs abseits einer Beschädigung der Ozonschicht. Durch die Erwärmung der Arktis, die dadurch entsteht, dass die immer größer werdende dunkle Wasserfläche mehr Sonnenlicht ins All zurückstrahlt als die Eisfläche, wird der Jetstream abgeschwächt. Dieser ist aber an der Wettersituation auf der Nordhalbkugel maßgeblich beteiligt. Der schwache oder fehlende Strahlstrom, wie der Wind wissenschaftlich heißt, sorgt dann für Hitzewellen oberhalb des Äquators.

Die Studie bringt deshalb auch neue Erkenntnisse ans Licht, weil sich Wissenschaftler bisher hauptsächlich auf Winterstürme konzentriert haben, da diese meist höhere Schäden verursachen.

Apr 01

April zeigt Charakter

Gefallenes Wahrzeichen: So wie der berühmten saarländischen Kaiserlinde erging es in den vergangenen Tage vielen Bäumen. Foto: Polizeiinspektion Neunkirchen/Saar

Gefallenes Wahrzeichen: So wie der berühmten saarländischen Kaiserlinde erging es in den vergangenen Tage vielen Bäumen. Foto: Polizeiinspektion Neunkirchen/Saar

Sturmböen, Sonne, Regen, Graupelschauer, wieder Sonne. Der April entspricht dieses Jahr seinem Klischee wie schon lange nicht mehr – und das schon seit März.

Geprägt ist die derzeitige Wettersituation immer noch vom Orkantief „Niklas“, das von Schottland ausgehend für das Sturmfeld über Deutschland verantwortlich ist. Mit bis zu 140 km/h, gemessen im Schwarzwald, braust der Sturm über die Bundesrepublik und scheint sich auch nicht zu beruhigen. Im Gebirge über 1.500 Meter sind die Böen noch schneller unterwegs.

Optisch präsentiert sich das Tief mit aufquellenden Haufenwolken, die sich aber mit strahlendblauem Himmel, Regen und sogar hagelähnlichen Schauern abwechseln. Der Wechsel geht nahezu im Minutentakt vonstatten. Auch die nächsten Tage bleiben durch die kräftige nordwestliche Strömung stürmisch, die Sturmböen nehmen sich aber etwas zurück. „Erst zum Karfreitag und Ostersamstag schwächt sich der Wind merklich ab.“, weiß Diplom-Metereologe Lars Kirchhübel vom Deutschen Wetterdienst (DWD).

Schäden vorwiegend durch Bäume
„Niklas“ behindert nicht nur Bahn-, Straßen- und Flugverkehr, sondern hat auch zahlreiche Schäden hinterlassen. Vor allem umstürzende Bäume und herumfliegende Dachziegel sorgten und sorgen immer noch für Chaos. Der Münchner Hauptbahnhof musste wegen Beschädigung der Dachkonstruktion evakuiert werden, die Berliner Feuerwehr hat den Ausnahmezustand ausgerufen. Sogar Tote sind zu beklagen: In Deutschland, Österreich und der Schweiz kamen insgesamt mindestens neun Menschen bei Unfällen ums Leben. Wie die FAZ schreibt, wurden in Bayern und Rheinland-Pfalz eine Frau und zwei Männer von umstürzenden Bäumen erschlagen, in Sachsen-Anhalt wurde ein Mann durch eine umstürzende Mauer getötet. Auf der A95 in Bayern kam ein Mann durch Hagel (!) ums Leben.

Hamburg kam im Vergleich zu anderen Sturmfluten in der Vergangenheit fast ungeschoren davon. Die für Mittwochmorgen angekündigte Sturmflut war weniger dramatisch als im Vorfeld erwartet. Die befürchtete Überflutung des Fischmarktes in St. Pauli blieb aus. Das Saarland im äußersten Westen der Bundesrepublik trauert um ein Wahrzeichen: In der Gemeinde Spiesen-Elversberg wurde die „Kaiserlinde“ durch eine Sturmböe entwurzelt und ist somit unwiederbringlich verloren. Der alte, etwa 2 Meter dicke Baum stand unter Denkmalschutz und hat unter anderem dem „Waldstadion Kaiserlinde“ des Südwest-Ligisten SV 07 Elversberg ihren Namen gegeben. Der Baum hat zwar zwei Autos touchiert, verletzt wurde in diesem Fall aber zum Glück niemand.

Nov 26

Mediterranes „Land unter“

Seit Monaten schwappen Horrormeldungen über kaum zu bändigende Wassermassen in mediterranen Regionen zu uns. Schuld ist offenbar das viel zu warme Mittelmeer.

Begonnen hatten die heftigen Niederschläge bereits im Mai in Bosnien-Herzogowina. Über den Sommer war es verhältnismäßig ruhig. Erst im Herbst ist es rund um das Mittelmeer wieder zu verheerenden Überschwemmungen mit dutzenden Toten gekommen. Betroffen sind vor allem Italien, Frankreich und sogar die Schweiz. Diese Woche hat es Marokko getroffen.

HochwasserBosnien©THW-Frank Winterfeldt

Hochwasser in Bosnien-Herzogowina: Im Mai war das deutsche Technische Hilfswerk am Balkan im Einsatz. THW/Frank Winterfeldt

Dass die Niederschläge in der warmen Jahreszeit eine Pause eingelegt haben, hat einen Grund. Im Sommer ist der Temperaturunterschied zwischen den oberen Luftschichten und dem Meereswasser nicht so groß, im Herbst allerdings geht die Spanne wieder auseinander. Das Mittelmeer bleibt warm, die Luft kühlt der Jahreszeit entsprechend ab. Dieser Temperaturkontrast ermöglicht es der vom Meer mit reichlich Wasser angereicherten bodennahen Luft, schnell aufzusteigen. Hinzu kommt der Staueffekt zwischen dem italienischen Appenin-Gebirge und den Alpen. Die wasserreiche Luft kann nicht entweichen und entleert sich punktuell.

Da das Mittelmeer laut Wissenschaftlern immer wärmer wird, befürchten die Experten, dass in den nächsten Jahren im mediterranen Raum Unwetter dieser Art zum winterlichen „Jour Fix“ werden könnten.

Sep 17

Experten reden übers Extremwetter

die-wetterversicherung.de redet übers Wetter. In Hamburg reden Experten von 6. bis 10. Oktober übers Extremwetter. Der ExtremWetterKongress findet bereits zum 9. Mal statt.

Schwere Unwetter in weiten Teilen Deutschlands und immer neue Rekordtemperaturen machen Fachleuten und Wissenschaftlern Kopfzerbrechen. Der aktuelle Stand der Wissenschaft zur Entwicklung von Extremwetterlagen wird in den fünf Tagen in der HafenCity Hamburg in Vorträgen und Symposien behandelt. Über 3.000 Experten werden in dieser Woche an der Elbe erwartet.

Ausgetrocknete Alster: Mit einer Fotomontage versuchen die Veranstalter des ExtremWetterKongresses ein Zukunftsszenario zu zeichnen. Foto: IWK

Ausgetrocknete Alster: Mit einer Fotomontage versuchen die Veranstalter des ExtremWetterKongresses ein Zukunftsszenario zu zeichnen. Foto: IWK

Neben der Präsentation von etwa Langzeitstudien wird auch über spezifische Themen, wie „Auswirkungen des Extremwetters auf den Straßenverkehr“ diskutiert werden. Ein eigenes Symposium ist dem Regenwasser gewidmet. Unter dem Motto „Wohin mit dem Wasser?“ wird über Regenwassermanagement als Herausforderung referiert.

Die faktenlastige Veranstaltungswoche wird durch eine große Fotoausstellung abgerundet. Die Ausstellung zeigt 50 großformatige Bilder von Tieren, die dem „Sturm ins Auge schauen“, sich also im übertragenen Sinne mit den Widrigkeiten von Wetter und Klima zurechtfinden müssen.

Der Kongress ist eines der größten jährlichen Treffen von Wissenschaftlern aus Wetter- und Klimaforschung, Wetter-Moderatoren, Wissenschaftsredakteuren, Dienstleistern und interessierten Laien zum Thema extreme Wetterereignisse durch den Klimawandel.

Alle Infos zum ExtremWetterKongress gibt’s hier.

Mai 21

„Agrarrelevanten Extremwetterlagen“ auf der Spur

Extreme Wetterlagen, wie Hitze, Dürre, Sturm und Überschwemmungen, aber auch Hagel und Frost, sind die schlimmsten Feinde der Land- und Forstwirtschaft. Das Bundeslandwirtschaftministerium (BMEL) hat sich in einem Projekt dem Thema angenommen und erforscht gemeinsam mit dem bundeseigenen Thünen-Institut Auswirkungen des Klimawandels auf Extremwetterlagen und wie man durch optimales Risikomanagement Schäden mindern kann. Beteiligt sind auch das Julius Kühn-Institut (JKI), der Deutsche Wetterdienst (DWD) sowie verschiedene externe Forschungseinheiten. In einem Workshop am Thünen-Institut in Braunschweig wurden nun die ersten Ergebnisse des Forschungsprojektes vorgestellt und mit Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung diskutiert.

„Nach ersten Auswertungen der derzeit vorliegenden Klimaprojektionen durch den Deutschen Wetterdienst nehmen Hitzetage in der Vegetationsperiode zukünftig zu. Diese Tendenz war bereits in den letzten 50 Jahren zu beobachten“, weiß Cathleen Frühauf vom DWD. „Dies geht einher mit einer Zunahme der Trockenheitsphasen. Kein eindeutiger Trend ist dagegen bei Starkregenereignissen zu erkennen“.

Eine vom Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Rheinland-Pfalz und dem Julius Kühn-Institut durchgeführte Expertenbefragung lieferte wichtige Informationen. Die Experten gehen davon aus, dass Hagel, Spätfröste, Trockenheit und Staunässe für die Betriebe mit Gemüse-, Obst-, Wein- und Hopfenanbau die größten Herausforderungen darstellen. „Die Relevanz von Extremereignissen ist in Deutschland regional sehr unterschiedlich und muss zudem kulturartenspezifisch differenziert werden“, so Holger Lilienthal vom Julius-Kühn-Institut.

Foto: M. Großmann/pixelio.de

Foto: M. Großmann/pixelio.de

Im Gegensatz zu den Gefahren für die Landwirtschaft und dem Sonderkulturanbau seien für die Forstwirtschaft und den Wald in erster Linie Sturm, extreme Hitze und extreme Trockenheit relevant, differenziert Andreas Bolte vom Thünen-Institut.

Auf Grundlage dieser und weiterer Ergebnisse werden im Projektverlauf die Auswirkungen der Extremwetterlagen abgeschätzt und für wichtige Extremereignisse jeweils die Möglichkeiten des Risikomanagements untersucht. Der Endbericht soll im Frühjahr 2015 vorliegen.

Weitere Infos: www.agrarrelevante-extremwetterlagen.de

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