Kategorienarchiv: Wetter extrem

Jul 24

Brände in der Arktis haben weltweite Auswirkungen

Die Brände, die derzeit rund um die Arktis wüten, haben Auswirkungen auf die gesamte Erde.

Foto: Aqua and Terra MODIS data through NASA Worldview, processed by Pierre Markuse/CC by 2.0

Foto: Aqua and Terra MODIS data through NASA Worldview, processed by Pierre Markuse/CC by 2.0

In der Nähe des Polarkreises kommt es immer wieder zu Flächenbränden. Doch die Brände in diesem Jahr nehmen enorme Ausmaße an. Betroffen ist sowohl der europäische Kontinent als auch der nordamerikanische. Die Lage ist unübersichtlich. Laut dem Wissenschaftsmagazin “Spektrum” toben alleine in Alaska 350 Brände.

Brände sorgen für einen Teufelskreis

Die US-Raumfahrtbehörde NASA warnt, dass die Brände der Torfflächen und Wälder katastrophale Auswirkungen auf den ganzen Planeten haben werden. Nicht nur, dass die riesigen Feuer extrem viel CO2 produzieren. Die unteren Schichten der Böden in diesen Regionen sind ständig gefroren. Man spricht von Permafrostböden. Verbrannte Oberflächen absorbieren mehr Sonnenlicht als unverbrannte. Das heißt, dass sich die Erde dort mehr aufheizt. Dazu kommt, dass sich auf den arktischen Eisflächen Russpartikel absetzen. Die Abstrahlung der Sonne wird auch hier schwächer. Das Eis schmilzt, der Meeresspiegel wird schneller ansteigen. Die Flächenbrände sind eine Auswirkung des Klimawandels, den sie gleichzeitig beschleunigen – ein Teufelskreis.

Arktis könnte durch Beschneiung gerettet werden

Das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) hat vergangene Woche eine Studie vorgestellt, derzufolge das ewige Eis gerettet werden könnte. Besonders betroffen von der Schmelze ist das westarktische Eisschild. Experten befürchten zwar, dass die Flächenbrände den Anstieg des Meeresspiegel beschleunigen, die Entwicklung wird aber schon längere Zeit beobachtet. Die Lösung wäre laut der Forscher technisch erzeugter Schnee. Mit Billionen Tonnen zusätzlichen Schnees, erzeugt aus Meerwasser, könnten die instabilen Gletscher beschneit werden. “Das würde beispiellose Ingenieurslösungen erfordern”, so die Wissenschaftler. Sie lenken aber gleichzeitig ein, dass ein solcher Eingriff Auswirkungen auf die unberührten Regionen rund um die Arktis hätte.

Das Hochpumpen, Entsalzen und die Erwärmung des Meerwassers sowie das Betreiben der Schneekanonen würden eine Strommenge in der Größenordnung von mehreren zehntausend High-End-Windturbinen erfordern. „Im Kern geht es um die Abwägung, ob wir als Menschheit die Antarktis opfern wollen, um die heute bewohnten Küstenregionen und das dort entstandene und entstehende Kulturerbe zu retten“, so Studienautor Anders Levermann.

Jul 10

Bundesregierung: Beim Ausgleich der Waldschäden Klimawandel berücksichtigen

Deutschlands Wälder sind durch den Klimawandel enorm geschädigt. Klöckner und Merkel kündigten Hilfe für Waldbesitzer an.

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Foto: pixabay

Die Wälder sind nicht nur durch Waldbrände aufgrund der trockenen Witterung gefährdet. Auch Stürme und Schädlinge schaden den Bäumen. Da das alles Folgen des Klimawandels sind, sieht Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner dringenden Handlungsbedarf. Sie fordert, dass die Bundesregierung die Wiederaufforstung unterstützt. „Einen vergleichbaren Waldverlust hat es in der Vergangenheit kaum gegeben“, so die Politikerin zur Nachrichtenagentur dpa. In den Achtziger Jahren habe das Thema Waldsterben alle beschäftigt.” Sie kritisiert, dass jetzt niemand mehr davon redet. Laut Ministerium müssten 110.000 Hektar Wald ausgeglichen werden. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel, hat die Situation in einem jüngst veröffentlichten Video-Podcast thematisiert: Man solle den Waldbauern unter die Arme greifen.

Wälder für den Klimawandel fit machen

Klöckner strebt an, ein „Mehrere-Millionen-Bäume-Programm“ aus dem Energie- und Klimafonds (EKF) der Bundesregierung zu finanzieren, wie sie der dpa weiter sagte. Den Fonds hat die Bundesregierung eingerichtet, um die Energiewende zu beschleunigen. Er umfasst derzeit 4,5 Milliarden Euro. Derzeit wird das Geld hauptsächlich für etwa erneuerbare Energien und Elektromobilität verwendet. Der Waldklimafonds steht zur Verfügung, um die Anpassung der Wälder an den Klimawandel zu fördern. Er ist Teil des EKF.

Verbände zählen auf Bundesregierung

Der Verein “Familienbetriebe Land und Forst” und der Waldeigentümer-Verband begrüßen, dass sich Klöckner und Merkel für eine Unterstützung der Waldeigentümer ausgesprochen haben. “Die Betriebe können dies infolge der immensen und großflächigen Schäden allein oft nicht mehr leisten”, sagte Waldeigentümer-Präsident Hans-Georg von Marwitz. Teilweise seien komplette Ökosysteme bedroht.

Der Energie- und Klimafonds sei nach Einschätzung der beiden Verbände genau der richtige Absender für das Hilfsprogramm. Denn der Wald muss nicht nur aus wirtschaftlicher Sicht, für den Klimawandel fit gemacht werden, er speichert andererseits auch CO2 und dämmt so den Klimawandel ein.

Jul 03

Jetstream: Die Ursache für die Hitzewellen

Wissenschaftler haben herausgefunden, dass die geballten Hitzewellen aber auch Unwetter an der Veränderung des Jetstreams liegen.

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Foto: pixabay

Vergangene Woche leideten viele Menschen erneut unter der großen Hitze. In einigen Regionen Deutschlands kletterte das Thermometer auf über 40 Grad Celsius. Die Hitzewellen häufen sich. Forscher haben in einer internationalen Studie unter der Federführung des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung herausgefunden: Die Ursache ist in einer Veränderung des Jetstreams zu suchen.

Schwächerer Jetstream sorgt für Hitzewellen

Der Jetstream ist ein starker Wind, der sich in etwa 10 Kilometern Höhe von West nach Ost bewegt und große Wettersysteme transportiert. Die Luftströmung kann schwächer werden und große Schlängelungen entwickeln. Diese können manchmal über Wochen an einer Stelle verharren. Dann kann aus ein paar warmen sonnigen Tagen eine Hitzewelle oder Dürren entstehen, so wie vergangenes Jahr. Gleichzeitig können aus ein paar regnerischen Tagen Fluten werden. „Unsere Studie zeigt, dass die spezifischen Orte und der Zeitpunkt der Wetterextreme im Sommer 2018 nicht zufällig waren, sondern direkt mit dem Entstehen eines sich wiederholenden Musters im Jetstream verbunden waren”, erklärt Leitautor Kai Kornhuber.

Veränderung des Jetstreams ist nicht ungewöhnlich 

Ganz neu ist die Veränderung des Jetstreams nicht. Die brisanten Windmuster waren auch in früheren Sommern mit Wetterextremen vorhanden. „Wir sehen einen starken Zusammenhang zwischen dem Windmuster und den anhaltenden Hitzeextremen in Westeuropa, Nordamerika und der Region um das Kaspische Meer. Das beobachtete Muster war auch in früheren Jahren mit extremen Wetterereignissen zu beobachten – etwa in den Hitzejahren 2003, 2006 und 2015.

Abschwächung durch Klimawandel

Laut der Wissenschaftler hat die Häufigkeit allerdings in den letzten zwei Jahrzehnten zugenommen. “In den zwei Jahrzehnten vor 1999 gab es keine Sommer, in denen wir dieses Muster der stockenden Wellen über eine Dauer von zwei Wochen oder noch länger hatten”, so Co-Autor Dim Coumou. Aber seitdem konnte man bereits sieben extreme Sommer beobachten.

Die Forscher erwarten, dass das beobachtete Wellenmuster durch den Klimawandel und die menschengemachte globale Erwärmung in Zukunft häufiger auftreten wird. Dafür gibt es physikalische Ursachen: Landmassen neigen dazu, sich schneller zu erwärmen als Meeresgebiete. Das wiederum führt zu einem größeren Temperaturunterschied zwischen Landmassen und Ozean. „Das Entstehen des Wellenmusters könnte durch diesen erhöhten Temperaturkontrast zwischen Landmassen und Ozean begünstigt werden. Ein weiterer relevanter Faktor könnte sein, dass der Nordatlantik kühler ist, als er sein müsste, wahrscheinlich als Folge der Verlangsamung des Golfstroms.

Jun 12

Der Wein flüchtet vor dem Klima

Die französische Weinregion Bordeaux hat ein Klima-Problem. Aufgrund der klimatischen Veränderungen wird der berühmte Wein dort bald nicht mehr angebaut werden können.

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Foto: pixabay (Symbolbild)

Experten warnen mit mehr oder weniger dramatischen Prognosen vor einem weiteren Hitzesommer in diesem Jahr. Tatsache ist, dass sich das Klima wandelt. Hitzewellen dauern länger an, dazwischen wüten Unwetter und Stürme. Weintrauben sind besonders empfindlich. Bodenbeschaffenheit, Durchschnittstemperatur und zum Beispiel auch Luftfeuchtigkeit müssen genau stimmen. Von diesen Faktoren hängt vor allem der Geschmack und somit die Qualität des Weines ab. In Frankreich kämpfen Winzer mit den Veränderungen des Klimas. Die Weinbauunternehmen in der Region Bordeaux in Frankreich befürchten, dass sich ihr berühmter Bordeaux-Wein in Qualität und Geschmack verändert und nicht mehr an Kenner verkauft werden kann.

Klima zu heiß für berühmten Bordeaux-Wein?

In der Region Bordeaux wird der vollmundige Merlot angebaut. Dieser braucht ein gemäßigtes Klima: Warme, nicht zu heiße Sommer und regelmäßige Niederschläge. Wie der Autor Fabian Federl in der Süddeutsche Zeitung (SZ) schreibt, beobachtet man in der Region besorgt die Veränderung des Klimas. Es ist einfach zu heiß und zu trocken für die Sorte. Experten gehen davon aus, dass man in einigen Jahrzehnten die Weine dort nicht mehr anbauen kann.

Muss das Anbaugebiet verlagert werden?

Die SZ zitiert die Agrarwissenschaftlerin Agnès Destrac-Irvine. Die Doktorandin macht demnach zwei Vorschläge: Das Anbaugebiet mit dem Namen Bordeaux müsse weiter nach Norden rücken oder die Rebsorten, welche die Bordeaux-Weine ausmachen, müssten ausgetauscht werden. Das erste Szenario würde bedeuten, dass sogar in Deutschland die Sorten, für die Bordeaux so berühmt ist, angebaut werden könnten. Für Destrac-Irvine sind das allerdings keine Zukunftsszenarien. Die SZ zitiert die Wissenschaftlerin weiter: “Ein Wandel besteht nicht bevor – er ist schon da.” Beide von Destrac-Irvine beschriebenen Szenarien würden den Ruf der Weinregion zerstören.

Jun 05

Wie heiß wird der Sommer wirklich?

Seit Monaten wird in den Medien vor der nächsten “Hitzekatastrophe” im kommenden Sommer gewarnt. Doch wie hoch ist das Risiko wirklich?

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Foto: pixabay

Der Sommer 2018 ist noch jedem in Erinnerung. Die Landwirtschaft hat noch immer mit den Schäden, die durch die Dürre entstanden sind, zu kämpfen. Seit einigen Monaten warnen Experten immer wieder davor, dass sich die Hitze im kommenden Sommer wiederholen wird. Verlässliche Wetterprognosen über Monate sind allerdings schwierig. Wie heiß wird der Sommer tatsächlich?

Mai war zu kühl

Obwohl man vielerorts die derzeitigen Temperaturen als schwül empfindet, war der Mai laut Deutschem Wetterdienst (DWD) sogar zu kühl – der erste Monat seit 13 Monaten, in dem die Temperaturen unter dem Durchschnitt lagen. Konkret lag der Mai mit 10,9 Grad Celsius um 1,2 Grad unter dem Wert der Referenzperiode 1961 bis 1990. Vor alIem die erste Monatshälfte verlief ungewohnt kühl. Die Natur ist dennoch “verwirrt”. Durch die überdurchschnittlich warmen Vormonate fing die Vegetation in diesem Jahr früher an, sich zu entwickeln. Durch die kühleren Tage und Nächte im Mai geriet sie wieder ins stocken.

Prognose für Sommer aufgebauscht?

In den Medien ist seit Monaten schon von der “nächsten Hitzekatastrophe” oder vom kommenden “Horror-Sommer” zu lesen. Die Meldungen berufen sich unter anderem auf eine Langzeitprognose des privaten US-amerikanischen Wetterdienstes “accuweather”, der vor Extrem-Hitze warnt. Der DWD sieht die Entwicklung in den kommenden Monaten nüchterner.

Abgesehen vom Mai, der rein rechnerisch zu kühl war, erkennt man in den vergangenen Monaten eine zu trockene Tendenz. „Sollte die trockene Witterung in den kommenden Monaten anhalten, könnte sich die Dürre des Jahres 2018 wiederholen oder sogar übertroffen werden“, erklärt DWD-Agrarmeteorologe Dr. Udo Busch. “Dann würde die Landwirtschaft in Deutschland auch 2019 wieder mit Ertragseinbußen rechnen müssen”, so Busch weiter.

Wetterexperte Jörg Kachelmann kritisiert in einem Interview mit meedia, dass sogar die fundierten Prognosen des DWD von manchen Medien aufgebauscht würden. Von Schlagzeilen wie “Sahara-Sommer” oder “Mega-Dürre” will er nichts wissen. “Der Deutsche Wetterdienst hat nie behauptet, dass es einen Dürresommer gäbe. Er schrieb nur, dass es einen geben könnte, wenn es nicht regnet, was nicht weiter überrascht”, fasst Kachelmann die Fakten zusammen.

Mit CYA-App Ernteertrag genau analysieren

Für Landwirte ist das Wetterrisiko besonders wichtig. Um das Risiko durch Wettereinflüsse zu minimieren steht die CYA-App zur Verfügung. Sie wurde von der Chemnitzer CYA GmbH entwickelt. Das Kürzel CYA steht für “Crop Yield Analysis”, das übersetzt nicht anderes heißt, als “Ernteertragsanalyse”.Das tatsächliche Wetterrisiko können Nutzer anhand von Echtzeitdaten und der Wetterhistorie analysieren.

Die CYA-App hilft Landwirten, den Ernteerfolg aber auch das Risiko für ihren eigenen Bestand zu analysieren. Die mobile Anwendung übermittelt die Ertragsdaten an den CYA-Server. Dort werden die aktuellen Daten vom Bestand und die Daten aus der Wetterhistorie zusammengeführt und analysiert. Aus vielen möglichen Wettergefahren ermittelt das System die Gefahr mit dem größten Einfluss auf die Ernte. Mit der App hat der Landwirt die Berechnungen des CYA-Servers jederzeit und an jedem Ort im Blick.

Mai 01

Klimawandel ist regionaler als bisher angenommen

Klimamodelle werden vor allem global konstruiert. Wissenschaftler der Uni Hohenheim erforschen nun den Klimawandel auf Basis regionaler Daten in Zusammenhang mit Kulturpflanzen.

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Foto: pixabay (Symbolbild)

Während der Klimawandel vor allem global beobachtet wird, beschäftigen sich seit sieben Jahren Forscher der Universität Hohenheim mit dem “regionalen Klimawandel”. Bislang verwendeten die Klimamodelle bei der Landnutzung den aus Satellitenbildern abgeleiteten aktuellen Stand aus Referenzjahren. Dabei wird die Entwicklung konstant bis ins Jahr 2100 simuliert. Die Stuttgarter Wissenschaftler halten das für unrealistisch. Der Klimawandel spielt sich regionaler ab und in verschiedenen Regionen in unterschiedlicher Geschwindigkeit. Um die Klimaentwicklung auf regionaler Basis analysieren zu können, greifen die Forscher auf  Temperaturen, Niederschläge, Bodenwasser, Energie, CO2, verschiedene Pflanzeneigenschaften und die organische Substanz im jeweiligen Boden zurück.

Kulturpflanzen beeinflussen Klimawandel

“Die Vegetationsentwicklung ändert sich in Reaktion auf den Klimawandel”, erklärt Prof. Dr. Thilo Streck. Und die Vegetation ist in verschiedenen Regionen unterschiedlich. „Bei frühdeckenden Kulturen wie Wintergetreide ist der Wasser- und Energieaustausch mit der Atmosphäre anders zeitlich verteilt als etwa bei Mais“, so der Wissenschaftler. Und das habe Einfluss auf Wetter und Klima.

Zwei unterschiedliche Modellregionen

Zwei unterschiedliche Landschaften Südwestdeutschlands dienen als Modell: der Kraichgau und die Mittlere Schwäbische Alb. Sie unterscheiden sich in vielerlei Hinsicht: Der Kraichgau wird intensiv ackerbaulich genutzt und weist ein mildes Klima auf, die Mittlere Schwäbische Alb dagegen ist kühler, niederschlagsreicher und wird vor allem als Grünland genutzt. Die Forschungsgruppe “Regionaler Klimawandel” beobachtet exemplarisch, wie sich diese Agrarlandschaften unter dem Klimawandel künftig entwickeln.

Apr 24

Bewässerung: Landwirten droht wegen Trockenheit Beschränkung

Ein niedersächsischer Landkreis denkt über Beschränkungen bei der Bewässerung nach, um Trinkwasser zu sparen.

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Foto: pixabay (Symbolbild)

Die Hitze im vergangenen Sommer schwächte die Landwirtschaft in ganz Deutschland, Milliardenschäden. Auch seit Jahresbeginn regnete es zu wenig. Was die Landwirtschaft braucht, ist stetiger Landregen über längere Zeiträume. Die Böden sind vielerorts noch immer ausgetrocknet. Viele Landwirte sind auf Bewässerung angewiesen. Für kommenden Sommer haben Meteorologen bereits eine vorsichtige Prognose für ähnlich hohe Temperaturen abgegeben. Das könnte die Landwirte noch härter treffen, denn im Vorjahr profitierten die Böden noch vom regenreichen Jahr 2017.

Landkreis Celle prüft Beschränkung der Bewässerung

Wie die “Hannoversche Allgemeine Zeitung” (HAZ) berichtet, denkt der niedersächsische Landkreis Celle darüber nach, die Beregnungen mit Wasser aus Grundwasserbrunnen zu beschränken. Der Grund: So soll Trinkwasser gespart werden. Gerade in der Heideregion wäre das aufgrund der sandigen Böden mit wenig Wasser ein Problem. Ein Sprecher des Kreises erklärte der HAZ, dass im vergangenen Jahr in einigen Gebieten die erlaubte Wassermenge bereits überschritten worden sei. Ein stabiler Grundwasserspiegel ist aus Umweltgründen europarechtlich vorgeschrieben.

Wasserwiederverwendung statt Beschränkung

In Niedersachsen liegt etwa die Hälfte der beregneten Flächen Deutschlands. Klaus Röttcher, Wasserbauexperte an der Ostfalia Hochschule in Suderburg, sagte zur HAZ, dass der Grundwasserspiegel noch nicht dramatisch zurückgegangen sei. Auswirkungen auf die Versorgung mit Trinkwasser sieht er deshalb nicht. „Aber wir sind in einem Bereich, wo man genauer hinschauen muss“, so Röttcher. Anstatt zu beschränken, schlägt er vor zu überlegen, wie man Wasser sparen und wiederverwenden kann.

Apr 17

Regenwald hält nicht mit Tempo des Klimawandels mit

Regionen des AmazonasRegenwaldes, in denen Regenmengen stärker schwanken, sind widerstandsfähiger. Doch das kann sich langfristig ändern.

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Foto: Rosina Kaiser/pixabay.com

Der Amazonas-Regenwald hat sich über Millionen von Jahren entwickelt und sogar Eiszeiten überlebt. Heute droht diesem riesigen Ökosystem durch menschliche Einflüsse und durch den weltweiten Klimawandel ein großflächiges Absterben. Das hat wiederum weitreichende Einflüsse auf den Klimawandel.

Regenwald wird empfindlicher

Eine Studie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) zeigt jetzt, dass die Teile des Regenwaldes, in denen die Regenmengen stärker schwanken, widerstandsfähiger gegen heutige und zukünftige Klimastörungen sind. Doch der Klimawandel schreitet immer schneller voran. Trotz des “Trainingseffekts” werde der Regenwald wohl nicht mit dem Tempo des fortschreitenden Klimawandels Schritt halten können, erklären die Forscher in der Fachzeitschrift “Nature Geoscience”.

Region am Amazonas wichtig für CO2-Senkung

„Angesichts der enormen Bedeutung des Amazonas-Regenwaldes für unser Klima und die Artenvielfalt ist es erstaunlich, wie wenig wir immer noch über seine Fähigkeit wissen“, sagt Leitautorin Catrin Ciemer. Mit der fortschreitenden Erderwärmung wird es im Amazonasbecken wahrscheinlich vermehrt Dürren geben, die die Baumsterblichkeit und das Brandrisiko erhöhen könnten. Die Forscher haben einen Mechanismus entdeckt, der die Widerstandsfähigkeit des Ökosystems mit bestimmt.

Brasiliens Forstpolitik tut ihr übriges

Natürlich ist der Klimawandel nicht der einzige große Stressfaktor für den Amazonas-Regenwald. „Der Mensch mischt sich noch viel direkter ein“, sagt Niklas Boers, Koautor der Studie. Großflächige Rodungen, vor allem zur Umwandlung der Naturlandschaft in Weideland für Rinder zur Fleischerzeugung, stellt bereits heute eine ernsthafte Bedrohung für den Regenwald dar.” Auch wenn einige Regionen im Amazonasgebiet aufgrund des “Trainingseffekts” besser auf den Klimawandel vorbereitet sind als andere, könne die aktuelle Forstpolitik Brasiliens die Frage der Widerstandsfähigkeit des Regenwaldes bedeutungslos machen, so der Wissenschaftler.

Der Amazonas-Regenwald bedeckt etwa zwei Drittel Südamerikas und ist der größte zusammenhängende Regenwald der Erde – mit einer beispiellosen Vielfalt an Pflanzen und Tieren. Riesige Mengen an Kohlenstoff werden in der Biomasse des Waldes gespeichert. Das macht den den Regenwald am zweitgrößten Fluss der Erde zur wichtigsten CO2-Senke.

Apr 10

Ernteertrag absichern: Münchener & Magdeburger Agrar nutzt CYA-App zur Analyse

Die CYA-App ermöglicht Landwirten, ihren eigenen Ernteertrag zu analysieren und den Erfolg aber auch das Risiko genau zu bewerten.

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Foto:: CYA GmbH

Die Münchener & Magdeburger Agrar ist nicht nur auf die Absicherung von Nutztierbeständen spezialisiert. Das zur Allianz-Gruppe gehörende Unternehmen bietet eine indexbasierte Ertragsversicherung an. Diese berücksichtigt den individuellen Ernteertrag der versicherten landwirtschaftlichen Fläche.

Ernteertrag mit App genau analysieren

Um das Risiko durch Einflüsse des Wetters zu bewerten, nutzen die Münchener Versicherungsexperten die CYA-App. Sie wurde von der CYA GmbH entwickelt. Das Kürzel CYA steht für “Crop Yield Analysis”, das übersetzt nicht anderes heißt, als “Ertragsanalyse”. Mithilfe der App analysiert die Versicherung das tatsächliche Wetterrisiko anhand von Echtzeitdaten und der Wetterhistorie.

Die CYA-App hilft Landwirten, den Ernteerfolg aber auch das Risiko für ihren eigenen Bestand zu analysieren. Die mobile Anwendung übermittelt die Ertragsdaten an den CYA-Server. Dort werden die aktuellen Daten vom Bestand und die Daten aus der Wetterhistorie zusammengeführt und analysiert. Aus vielen möglichen Wettergefahren ermittelt das System die Gefahr mit dem größten Einfluss auf die Ernte. Mit der App hat der Landwirt die Berechnungen des CYA-Servers jederzeit und an jedem Ort im Blick.

Umfangreiche Funktionen

■  Betriebsindividuelle Analyse der Ertragsdaten hinsichtlich Wetterrisiken

■  Automatische Suche nach der bestgeeigneten Wetterstation

■  Ermittlung der Wettergefahren mit maximalem Einfluss auf Betriebserträge

■  Ansprechende Visualisierung der ermittelten Wettergefahren und des CYA-Index

■  Nutzerindividuelle Ertragsprognose entsprechend der Wetterrisiken

■  Möglichkeit der Terminanfrage für professionelle Beratung hinsichtlich der Wetterversicherung

Weitere Informationen zur App „Crop Yield Analysis“ erhalten Sie auf gruuna.com.

 

Apr 03

Klimawandel: Wiederholt sich dieses Jahr der Hitze-Sommer des Vorjahres?

2019 könnte wieder eine längere Hitzewelle auf uns zukommen. Experten geben vorsichtige Prognosen ab. Der Klimawandel erhöht die Wahrscheinlichkeit.

Klimawandel

Foto: pixabay (Symbolbild)

2018 war das wärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen. Deutschland war monatelang von einer Hitzewelle mit Rekordtemperaturen geplagt. Experten sehen darin eine Auswirkung des Klimawandels. Besonders litt die Landwirtschaft – Schäden in dreistelliger Millionenhöhe. Nach ersten Prognosen warnen Experten, dass der diesjährige Sommer ähnlich heiß und trocken werden könnte.

Klimawandel erhöht Hitze-Risiko

TV-Meteorologe Karsten Schwanke sieht den kommenden Sommer in einem Interview mit der “Zeit” zwar nicht zwingend so heiß wie den vergangenen, die Wahrscheinlichkeit sei aber gegeben. Der Experte weist auch auf Forschungsergebnisse aus Großbritannien hin. Wissenschaftler des südenglischen “Met Office Hadley Centre for Climate Prediction and Research” führen in einer aktuellen Studie die höhere Wahrscheinlichkeit auf den Klimawandel zurück und nennen konkrete Zahlen: Ohne Veränderung des Klimas würde die Wahrscheinlichkeit für lange Hitzeperioden 0,5 Prozent betragen, aufgrund des Klimawandels 12 Prozent. Bis 2050 prognostizieren die Forscher eine Wahrscheinlichkeit für lange hohe Temperaturen mit 50 Prozent. Das würde bedeuten, dass Europa alle zwei Jahre extreme Hitze erlebt

Konkrete Prognosen für Europa schwierig

Konkrete Prognosen gebe es allerdings für den Sommer 2019 noch nicht, lenkt Schwanke in der “Zeit” ein. Verlässliche Wettervorhersagen über Monate sind derzeit noch möglich, zumindest in Europa. „Die einzige brauchbare Langfristprognose, die mir bekannt ist, ist die Vorhersage des Eintreffens des indischen Sommermonsuns durch den indischen und den britischen Wetterdienst”, so der Experte. Hier in Europa stecke die Langzeitvorhersage noch in den Kinderschuhen.

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