Kategorienarchiv: Wetter extrem

Jun 01

Wetterexperte: „Unwetter werden künftig heftiger“

Foto: GDV (Symbolbild)

Foto: GDV (Symbolbild)

Ein Unwetter verwüstete ganze Orte im Südwesten. Klima- und Wetterforscher warnen vor der Zunahme solcher extremen Wetterereignisse.

Das Tiefdruckgebiet „Elvira“ hat vor allem in Südwestdeutschland für Verwüstung gesorgt und forderte sogar mehrere Todesopfer. Ein Feuerwehrmann wurde beim Versuch, einen Menschen zu retten, in einen Gulli gezogen und ertrank. Zahlreiche Häuser sind unbewohnbar. Mehr als 100 Liter pro Quadratmeter Regen und Hagel führten zu heftigen Überschwemmungen.

Nach Einschätzung von Klimaforschern und Wetterexperten müssen sich Städte und Gemeinden in Deutschland auf noch größere Wassermassen einstellen. „Die Extremereignisse werden in Zukunft noch stärker ausfallen“, sagte Uwe Kirsche vom Deutschen Wetterdienst (DWD) der „Rheinischen Post“. Umstritten sei, ob auch die Häufigkeit von Starkregen zunehme. Klar sei jedoch, dass infolge von Unwettern in Zukunft mit „viel größeren Schäden als bisher“ gerechnet werden müsse. Die Kommunen seien gut beraten, ihre Infrastruktur darauf einzustellen, so Kirsche.

Während in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz das Schadensausmaß jetzt erst klar wird und die Aufräumarbeiten beginnen, gibt der DWD noch keine Entwarnung. Das Tiefdruckgebiet breitete sich gestern über den Osten der Bundesrepublik aus.

Die richtige Versicherung

Die Schäden, die „Elvira“ bis jetzt hinterlassen hat, können noch nicht beziffert werden. Laut Naturgefahrenreport des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft haben die deutschen Wohngebäudeversicherer 2014 insgesamt 1,2 Milliarden Euro an Unwetterschäden abgedeckt. Diese Zahl zeigt die Wichtigkeit einer entsprechenden Versicherung, um sein Hab und Gut abzusichern, wenigstens materiell. Denn persönliche Erinnerungen, die in Fluten verschwinden, sind nicht ersetzbar.

Was leistet welche Versicherung?

  • Starkregen: Kommt es zu Überschwemmungen und Erdrutschen durch starke Niederschläge, leistet die Elementarschadenversicherung.
  • Sturm: Vom Sturm abgedeckte Dachziegel, beschädigte Fassaden und zerbrochene Fensterscheiben: Wenn das Haus oder seine Nebengebäude durch Sturm ab Windstärke 8 in Mitleidenschaft gezogen wurde, kommt die Wohngebäudeversicherung für die Schäden auf.
  • Überspannung durch Blitzschlag: Über die Hausratversicherung sind Schäden am Wohnungsinventar abgesichert. Hat beispielsweise ein Überspannungsschaden nach einem Blitzschlag die Elektrogeräte unbrauchbar gemacht, dann ist der Hausratversicherer der beste Ansprechpartner.
  • Schäden am Auto: Die Teilkaskoversicherung übernimmt Schäden am Auto, die durch Sturm, Hagel oder Blitzeinschlag entstanden sind. Ist das Blech verbeult oder die Scheiben kaputt, werden die Reparaturkosten für gewöhnlich in voller Höhe erstattet.

Wie meldet man Schäden der Versicherung?

Im Falle eines Schadens sollte man so gut als möglich einen kühlen Kopf bewahren, damit die Schadensregulierung möglichst schnell und reibungslos vonstatten geht. Noch bevor man Reparaturaufträge vergibt, sollte man den Schaden der Versicherung melden. Der Schaden muss möglichst gering gehalten werden. Das heißt, dass zum Beispiel zerbrochene Fenster abgedichtet werden sollen, um ein weiteres Eindringen von Wasser zu verhindern.

„Der Schaden sollte möglichst anhand von Fotos und Kaufbelegen dokumentiert und so schnell wie möglich dem Versicherer gemeldet werden.“, empfiehlt ein GDV-Sprecher. Das eigene Leben oder das Anderer geht allerdings vor Reparaturversuchen und der Schadendokumentation. Auf riskante Aktionen soll man daher verzichten

Mai 25

Tornado-Alarm in Deutschland

Foto: pixabay (Symbolbild)

Foto: pixabay (Symbolbild)

Unwetter zogen vom Westen in den Osten.

Nach dem ersten richtig schönen Frühlingswochenende hat der Grillspaß vorerst ein Ende. In Teilen Deutschland ist Sturm angesagt. Anfang der Woche fegte ein Tornado über Ostwestfalen.

Im Landkreis Minden-Lübecke waren die Feuerwehren im Dauereinsatz. Dächer wurden abgedeckt, Bäume sind umgeknickt. Eine Windkraftanlage wurde von den Böen regelrecht zerlegt. Das Unwetter brachte auch Hagel und Gewitter mit sich. Ein Rollerfahrer wurde verletzt, als er über einen herausgespülten Gullideckel stürzte.

Am Montagabend hat das Unwetter im Westen nachgelassen. Dafür hat die Unwetterzentrale am Dienstag Warnungen für Teile Brandenburgs und Mecklenburg-Vorpommerns herausgegeben. Aber auch hier hat sich das Wetter derzeit wieder beruhigt. Da die Wettersituationen in den nächsten zwei Wochen wechselhaft ausfallen, könnte es erneut zu Unwettern kommen. Aktuelle Warnungen bestehen noch für die Spitze Dänemarks, die skandinavischen Ostseeküsten und Ostösterreich.

Tornados und Wirbelstürme entstehen bei großen Temperaturunterschieden. Die warme Luft sorgt für eine rotierende Bewegung in einer Wolke. Der Unterdruck im Zentrum des Tornados erzeugt dann den gefährlich Sog.

Wer die Entwicklung von Unwettern beobachten will, kann dies auf der Internetseite der Unwetterzentrale tun.

Feb 10

Was steckt wirklich hinter den Absagen der Karnevalsumzüge?

Foto: pixabay (Symbolbild)

Foto: pixabay (Symbolbild)

Das Sturmtief, das Montag und Dienstag über Deutschland fegte, hat seinen Ursprung nicht in Europa.

Rosenmontag und auch Faschingsdienstag sind bundesweit kurzfristig zahlreiche Karnevalszüge abgesagt worden. Der Grund: Ruzica fegte über Deutschland. Was wie ein kroatisches Pfannengericht klingt, war ein zwei Tage anhaltendes Sturmtief, das mit Windgeschwindigkeiten bis zu 100 km/h von Westen nach Osten fegte. In Bergregionen erreichten Orkanböen sogar bis zu 120 km/h. Größere Schäden wurden nicht verzeichnet. Dachziegel fielen auf die Straße, Bäume knickten um. Im Saarland starb ein Autofahrer, nachdem sein Fahrzeug von einem Baum getroffen worden war.

Woher kam Ruzica?
Das Sturmtief, dessen Name kurioser Weise „Röschen“ bedeutet, ist ein Ausläufer des Blizzards, der in den vergangenen Wochen weite Teile der amerikanischen Ostküste mit einer heftigen Schneedecke bedeckte. Diese Stürme sind typisch für den nordamerikanischen Kontinent und entstehen aufgrund eines kräftigen Kaltlufteinbruchs aus Richtung der Polarregionen. Die orkanähnlichen Stürme können sich deshalb über die ganze Längsachse des Kontinentes ausbreiten, weil es in Amerika keine in Ost-West-Richtung verlaufenden Gebirgszüge gibt.

Die Schneemassen blieben in Amerika, doch der Sturm zog weiter nach Europa und tobte mit Geschwindigkeiten bis zu 170 km/h und zehn Meter hohen Wellen über den Atlantik, bevor er auf das europäische Festland traf. Nur in deutschen Höhenlagen kam es auch zu Schneefällen. Die britischen Inseln bekamen den ungebetenen Gast besonders heftig zu spüren. Also hat uns der amerikanische Blizzard den Karneval vermiest.

Als Nachfolgerin von Ruzica weht seit heute das Sturmtief Susanna über Deutschland. Susanna, beziehungsweise Susanne, bedeutet in einer altorientalischen Sprache soviel wie „Lilie“. Wieder eine Blume. Vielleicht hat diese mehr Einsehen mit Europa als das stachelige „Röschen“ und wird nicht ganz so heftig.

Jan 06

2015 wärmstes Jahr und so geht es weiter

Straßencafé statt Glühwein. Foto: Presseamt Bonn/Michael Sondermann (Symbolbild)

Straßencafé statt Glühwein. Foto: Presseamt Bonn/Michael Sondermann (Symbolbild)

2015 war das wärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1880. Das Deutsche Klima-Konsortium nennt die Gründe.

Anfang Januar haben in einigen Regionen Deutschlands zwar Schneefälle eingesetzt, die Bilder, welche der Spätherbst und der Advent geboten haben, erinnerten allerdings an Frühling – buntes Treiben in Straßencafés, Biergarten statt Weihnachtsmarkt, Frühlingsblumen. Insbesondere der November zeigte eine sehr starke Abweichung von den vieljährigen Mittelwerten. Dieser war mit einer Differenz von +3,5° Celsius gegenüber der Referenzperiode 1961-1990 der bislang wärmste November in Deutschland.

Oft werden die heißen Sommer sowie die warmen Herbst- und Wintermonate der vergangenen Jahren mit dem Klimawandel in Verbindung gebracht. Das Deutsche Klima-Konsortium (DKK) sieht die Ursachen aber differenzierter. Der Klimawandel sei nur eines von mehreren Indizien für die globale Erwärmung, so der DKK. Den Grund für die im Durchschnitt zu hohen Temperaturen sehen die Experten in dem, was um die Jahreswende im Pazifik vor sich gegangen ist und noch immer anhält.

Mit dem bereits im Frühjahr des vergangenen Jahres einsetzenden El Niño-Ereignisses im tropischen Pazifik sei schon sehr früh absehbar gewesen, dass das Jahr global ein sehr warmes werden würde, analysiert das Konsortium. Auch wenn der Höhepunkt des aktuellen El Niños nach der Jahreswende nun überschritten ist, so müsse auch im Nachgang für das Jahr 2016 mit anhaltenden hohen globalen Temperaturen gerechnet werden, heißt es weiter. Es bleibt im Vergleich zu den vergangenen Jahrzehnten also überdurchschnittlich warm.

Für das nur alle paar Jahre auftretende El Niño trägt allerdings die Klimaerwärmung eine „Teilschuld“. Der zu dieser Zeit stattfindende Temperaturanstieg der Meeresoberfläche wird durch die Treibhausgase noch unterstützt.

Dez 09

1980 bis 2014: Die 10 Naturkatastrophen mit den größten volkswirtschaftlichen Schäden

Tsunami in Japan 2011. Foto: CECAR/CC 2.0

Tsunami in Japan 2011. Foto: CECAR/CC 2.0

Am 11. März 2011 um 14:46 Uhr Ortszeit (6:46 Uhr Mitteleuropäischer Zeit) bebt im Pazifik vor der japanischen Region Tōhoku die Erde. Die Folge: Eine riesige Flutwelle schwappt über die Küstengebiete, über 18.000 Menschen finden den Tod, viele werden bis heute vermisst, tausende verlieren von einer Sekunde auf die andere ihr Hab und Gut.

Naturkatastrophen dieser Größenordnung hinterlassen nicht nur menschliches Elend, sie schwächen auch das betroffene Land. Mit einem volkswirtschaftlichen Schaden von 210 Milliarden US-Dollar (ca. 198 Milliarden Euro) ist das Beben von Tōhoku die Naturkatastrophe, die zwischen 1980 und 2014 den größten Schaden hinterlässt.

Quelle: Munich Re (GeoRisikoForschung), Grafik: Statista 2015

Quelle: Munich Re (GeoRisikoForschung), Grafik: Statista 2015

Dez 02

Warten auf „Super“-El Niño

Das Wetterereignis El Niño trifft bald auf die südamerikanische Pazifikküste. Experten gehen diesmal von einer extrem starken Ausprägung aus.

Experten hatten das Wetterphänomen El Niño bereits für die Jahreswende 2014 erwartet.  Geschehen ist nichts. Dafür kündigt sich das Ereignis für das kommende Jahresende um so stärker an. Das Phänomen tritt alle sieben bis acht Jahre um die Weichnachtszeit auf. Deshalb der Name El Niño – das Kind, im Sinne von Christuskind.

El Niño oder meteorologisch Southern Oscillation (ENSO) beschreibt ein gekoppeltes Zirkulationssystem von Ozean und Atmosphäre im Bereich des tropischen Pazifiks. Dabei wird das warme Oberflächenwasser zusammen mit der atmosphärischen Zirkulation vom westlichen Pazifik in Richtung Südamerika verschoben.

Schuld sind die verschiedenen Stärken der Passatwinde. Normalerweise wehen sie von Südamerika nach Australien, und zwar entlang des Äquators. Die Luftströmungen schieben warmes Wasser an die Ostküste des Pazifiks. Gleichzeitig stauen sie dort den Wasserpegel einen halben Meter höher auf als vor Südamerika.

El Niños treten in Jahren auf, in denen die Passatwinde abschwächen oder gar aussetzen. Dann schwappt das aufgestaute warme Wasser zurück in Richtung Südamerika. Dieses Verschieben des Warmwasser-Pools von Australien in Richtung Südamerika bezeichnet man als El Niño. Den Namen hat das Phänomen peruanischen Fischern zu verdanken, denn sie leiden besonders darunter. Das viel zu warme Wasser zerstört die Nahrungskette. Plankton und Fische verschwinden. Die Fischerei ist in den südamerikanischen Ländern eine der wichtigsten Wirtschaftszweige. Außerdem sorgt El Niño an der lateinamerikanischen Küste für Überschwemmungen durch extreme Regenfälle und auf der anderen Seite des Pazifiks für Dürre. Die diesjährigen überdurchschnittlich hohen Temperaturen tun das Übrige und erwärmen das Wasser noch stärker. Das macht diesen  El Niño so gefährlich. Experten befürchten, dass die Auswirkungen so schlimm sein werden, wie seit 1997 nicht mehr. Damals verloren 23.000 Menschen ihr Leben. El Niño ließ einen Schaden von 33 Milliarden Euro zurück.

Das Phänomen breitet sich erfahrungsgemäß auch in Richtung Nordamerika aus. Von einer direkten Auswirkung auf Europa gehen Experten nicht aus. Lediglich der auch in Deutschland extrem heiße Sommer deutete auf die globalen Verhältnisse während des Jahres und somit auf die Bildung eines extrem starken El Niños hin.

Auf der Website der NASA kann die Entwicklung des El Niños beobachtet werden.

Darstellung: NASA/JPL-Caltech

Darstellung: NASA/JPL-Caltech

Nov 11

Wärmster November seit 254 Jahren

Wetterexperten sprechen schon vom wärmsten November seit 1761. Die Ursache ist nicht unbedingt beim Klimawandel zu suchen.

Mit einer derzeitigen Mitteltemperatur von 9,3 Grad Celsius ist der November 2015 der wärmste seit 254 Jahren. In Baden-Württemberg wurden vergangenes Wochenende sogar 23 Grad Celsius gemessen.

Nicht nur Straßencafés und Parks bieten derzeit ein Bild, das eher an Frühling erinnert, auch die Natur ist verwirrt. Einige Frühlingspflanzen wie Kamille und Löwenzahn stehen teilweise in voller Blüte. Sogar Erdbeeren können zurzeit geerntet werden. Auch Insekten, die in dieser Jahreszeit eigentlich nicht mehr präsent sein sollten, sind unterwegs. Dieses Jahr war aufgrund der milden Temperaturen im Frühjahr ohnehin ein Wespenjahr. Da es seit Herbstbeginn nicht richtig abgekühlt hat, haben sich die Tiere wacker gehalten.

Deshalb ist es derzeit so warm
Experten sehen den Grund für die ungewöhnlich warmen Temperaturen gut einen Monat vor Weihnachten nicht zwingend im Klimawandel. Ursache sind Tiefdruckgebiete über dem Nordatlantik, die über die Südostseite warme Luft nach Europa bringen. Da in Spanien und Portugal das Meerwasser ohnehin mit 17 bis 19 Grad Celsius noch sehr warm ist, kann sich die Luft nicht richtig abkühlen. Das Übrige erledigen die Sonnenstrahlen, die uns das derzeitige Hoch über dem Festland beschert.

Foto: pixabay

Foto: pixabay

Okt 14

Naturkatastrophen: Caritas kritisiert mangelnde Prävention

Foto: Jakob Dall/Rotes Kreuz Dänemark

Foto: Jakob Dall/Rotes Kreuz Dänemark

Anlässlich des „Tages der Katastrophenprävention“ am 14. Oktober sieht die Hilfsorganisation noch viel Handlungsbedarf bei der Katastrophenvorsorge.

Die Caritas kritisiert, dass angesichts steigender Naturkatastrophen und Wetterextreme international der politische Wille und Geld fehle, um Katastrophenschutz effektiv voranzutreiben. „Die Menschen sind Naturkatastrophen nicht hilflos ausgeliefert, wenn wir vorausschauend handeln. Schon mit einfachen, kostengünstigen Mitteln können Leben gerettet und Leid verhindert werden“ erklärt Oliver Müller, Leiter von Caritas international, anlässlich des heutigen Tages der Katastrophenprävention.

Im Vorfeld des Erdbebens in Nepal am 25. April etwa habe es zahlreiche ernsthafte Warnungen gegeben, die ungehört verhallt seien, so der Leiter der Hilfsorganisation. „Risikoanalysen, Evakuierungspläne und Informationskampagnen sind vergleichsweise kostengünstig. Aber selbst für die Umsetzung solch einfacher Maßnahmen fehlen der Wille der Regierenden und auch das notwendige Geld“, beklagt Müller. Es werde erst gehandelt, wenn das Unglück eingetreten sei.

Dabei ließen sich laut Schätzungen der Vereinten Nationen durch jeden Euro, der in die Katastrophenvorsorge investiert wird, bis zu sieben Euro in der Katastrophenhilfe und im Wiederaufbau einsparen, rechnet der Caritas-Leiter vor. Die Anzahl der Naturkatastrophen wiederum, das zeigen Statistiken, hätten sich in den vergangenen zwanzig Jahren verdoppelt, unter anderem aufgrund des Klimawandels. So werde mittlerweile jede Sekunde ein Mensch durch eine Naturkatastrophe gezwungen, sein Zuhause zu verlassen. „Wer verhindern will, dass Menschen ihre Heimat verlassen müssen, der sollte auch bereit sein, in Katastrophenvorsorge – wie etwa die Dürreprävention in Afrika – zu investieren.“, mahnt Müller.

Sep 16

Erderwärmung: Wissenschaftler simulieren Weltuntergang

Antarktis ohne Eis. Illustration: TU Dresden/AWI/Lars Radig

Antarktis ohne Eis. Illustration: TU Dresden/AWI/Lars Radig

Potsdamer Forscher lassen Meeresspiegel um 50 Meter ansteigen.

Im Rahmen der internationalen Klimapolitik wurden 2 Grad Celsius globale Erwärmung als Wert definiert, der nicht überstiegen werden darf, um die Erde zu retten. Wissenschaftler des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) haben am Computer simuliert, was passieren würde, wenn das sogenannte „Zwei-Grad-Ziel“ überstiegen werden würde.

Ein Grund für den Anstieg der Temperatur ist das Verbrennen der fossilen Rohstoffe Öl, Gas und Kohle. Das Forscherteam um Ricarda Winkelmann und Anders Levermann hat diesen Faktor in einer Simulation beschleunigt und berechnet, dass wenn alle Ressourcen verbrannt werden, Kohlenstoffemissionen von etwa 10.000 Milliarden Tonnen freigesetzt würden und das Eis der Antarktis komplett schmelzen würde. Das freigegebene Wasser des Eispanzers der Antarktis würde für einen globalen Anstieg des Meeresspiegels um 50 Meter sorgen, was eine komplette Überflutung der Küstenregionen des Planeten zur Folge hätte.

Mit der Studie wollen die Forscher wachrütteln, denn das was der Computer in kürzester Zeit berechnet, zieht sich in der Realität über tausende Jahre hin. Doch laut der Prognosen der Forscher wird es passieren, wenn man nicht vermehrt auf alternative Energien ausweicht.

„Mit der steigenden Nutzung fossiler Energie steigt auch das Risiko großer Veränderungen, die in der Zukunft nicht mehr aufgehalten oder rückgängig gemacht werden können“, so Levermann. „Die Westantarktis ist vielleicht bereits in einen Zustand unaufhaltbaren Eisverlustes gekippt – ob durch menschlichen Einfluss oder nicht. Wenn wir Städte wie Tokio, Hong Kong, Schanghai, Kalkutta, Hamburg oder New York als unser zukunftiges Erbe bewahren wollen, müssen wir ein Kippen der Ost-Antarktis verhindern, und das gelingt nur, wenn wir den Treibhausgasausstoß stoppen.“, warnt der Wissenschaftler.

Jul 22

Neuer Satellit warnt vor Wetterextremen

Start der der Ariane-5 mit dem Satelliten MSG-4. Foto: ESA/CNES/ARIANESPACE-Optique Video du CSG, S. Martin

Start der der Ariane-5 mit dem Satelliten MSG-4. Foto: ESA/CNES/ARIANESPACE-Optique Video du CSG, S. Martin

Der Wettersatellit MSG-4 wird künftig alle 15 Minuten wichtige Daten zur Erde senden.

Vergangenen Mittwoch pünktlich um 23:42 Uhr mitteleuropäischer Zeit hat von Europas Raumflughafen in Kourou, Französisch-Guayana, die Ariane-5-Trägerrakete mit dem neuen Meteosat-Wettersatelliten MSG-4 in den Weltraum abgehoben. Aufgabe des Satelliten ist es, neben Wetterbeobachtungen in hoher Qualität auch rasch vor Wetterextremen zu warnen. Frühwarnungen seien für die Sicherheit der europäischen Bürger unerlässlich, sagte der neue ESA-Generaldirektor Johann-Dietrich Wörner anlässlich des Starts.

Gut 40 Minuten nach dem Start fand in der geplanten Übergangsbahn die Abtrennung des MSG-4 von der Trägerrakete statt. Derzeit wird der Satellit von seinem Antriebssystem in die endgültige Umlaufbahn etwa 36.000 Kilometer über dem Äquator eingebracht, in der seine Geschwindigkeit genau der Erdrotation entspricht. Bis kommendes Wochenende soll diese Phase abgeschlossen sein.

Das aus zwei Satelliten bestehende MSG-System stellt alle 15 Minuten aktuelle Wetterinformationen für Europa und Afrika sowie alle fünf Minuten einen Ausschnitt von Europa, sogenannte Rapid-Scan-Aufnahmen, bereit.

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