Kategorienarchiv: Lasst uns übers Wetter reden!

Okt 03

Hitzewelle: Besonders Bäume in Hanglagen leiden unter Trockenheit

Durch die diesjährige Hitzewelle wurden die Wälder stark in Mitleidenschaft gezogen – mit unterschiedlichen Auswirkungen.

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Foto: pixabay

Die Landwirtschaft musste aufgrund der lange andauernden Hitzewelle in diesem Jahr Milliardenschäden hinnehmen. Experten verbinden das überdurchschnittlich warme Klima mit dem Klimawandel aufgrund des Treibhauseffekts. Doch nicht nur der Ackerbau ist betroffen, auch Bäume bekommen immer noch zu wenig Wasser. Der Boden ist ausgetrocknet. Wie die Bundesanstalt für Ernährung und Landwirtschaft (BLE) mitteilt, kommen gerade Bäume in Hanglagen an nicht genug Wasser.

Je tiefer die Wurzeln in den Untergrund reichen, desto mehr Wasser erhalten sie zwar, allerdings nicht überall. Je höher am Hang und je stärker die Sonneneinstrahlung, desto weniger Wasser ist verfügbar. Bäume in schattigen Muldenlagen sind in einer besseren Situation, denn hier sickert im Untergrund oft so genanntes „Hangzugwasser“ den Berg abwärts.

Bäume sind empfindlicher

Aber auch die Wälder in den Tallagen haben zu wenig Wasser. Ob alle jetzt schon entblätterten Laubbäume genug Reserven bilden konnten, wird sich erst im kommenden Frühjahr zeigen. Schädlingsbefall sorgte in diesem Sommer zusätzlich für viele Baumschäden.

Wie sehr die Bäume unter der Trockenheit leiden, lässt sich an der bereits einsetzenden Herbstverfärbung der Laubbäume erkennen: Mit der Verfärbung und dem Blattfall verhindern die Bäume, noch mehr Wasser zu verlieren. Sie treten in eine verfrühte „Winterruhe“.

Jungpflanzen sterben ab

Stark in Mitleidenschaft gezogen wurden auch Jungpflanzen, die noch keine tiefreichenden Wurzeln bilden konnten. Die Entwicklung dieser kleinen Bäume ist stark belastet, da viele Feinwurzeln durch die Trockenheit absterben. Dies hat Folgen für die kommenden Jahre, selbst wenn das Wetter wieder gemäßigter wird. Wie viele der Jungpflanzen vollständig abgestorben sind, wird sich ebenfalls erst im kommenden Frühjahr zeigen.

Unterschiedliche Auswirkungen der Hitzewelle

Fichten und Tannen leiden unter Borkenkäfern, Kiefern vor allem unter Insekten- und Pilzbefall. Ökologisch besonders wichtige Alteichenbestände wurden regional durch Eichenprozessionsspinner, Schwammspinner, Eichenprachtkäfer und weitere Insektenarten teilweise mehrfach hintereinander stark geschädigt.

Sep 26

Durch Dürre mehr CO2 in der Luft

Pflanzen reduzieren bei Dürre ihre Aktivität, der CO2-Austausch wird gemindert – ein bisher unbekannter Faktor in der Klimaforschung.

Foto: pixabay

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Mitteleuropa wurde dieses Jahr durch eine ungewöhnlich starke und lange Hitzeperiode heimgesucht. Die Folgen sind nicht nur Milliardenschäden in der Landwirtschaft und Stress für die Ökosysteme. Wissenschaftler, unter anderem der ETH Zürich, haben festgestellt, dass durch die Dürre auch die CO2-Konzentration in der Luft ansteigt. Experten bringen die vermehrten Hitzewellen mit dem Klimawandel in Verbindung – also ein Teufelskreis für das Klima.

Pflanzen reduzieren Aktivität

Pflanzen reduzieren ihre Aktivität, wenn durch Trockenzeit der Boden austrocknet. Sie sparen so Wasser, um ihr Gewebe zu erhalten. In der Folge können sie kein Kohlendioxid mehr aus der Umgebungsluft abscheiden und es verbleibt mehr in der Luft. In trockenen Jahren steige also die Konzentration von Kohlendioxid in der Atmosphäre schneller an, erklärt der Autor auf der Website des Deutschen Hochschulverbandes weiter. Weltweit sei dieser Effekt ausgeprägter als bisher angenommen.

Satelliten können Dürre messen

Des weiteren beschreiben die Forscher in der Studie die Möglichkeit, mit Satelliten die Verfügbarkeit von Wasser sehr genau zu messen. Pflanzen können dank ihrer Wurzeln auch Wasser aus tiefen Bodenregionen erreichen. Herkömmliche Satelliten sehen aber nur, was an der Oberfläche passiert. Sie können Ressourcen für die Wasserversorgung der Pflanzen in tiefen Bereichen nicht messen. Seit einigen Jahren wird eine neuartige Satellitenmission verwendet, um extrem kleine Veränderungen im Schwerefeld der Erde festzustellen. Veränderungen in der Wasserspeicherung verursachen genau solche kleinen Störungen des Gravitationsfeldes.

Wenn es in einer bestimmten Region eine große Dürre gibt, ist die Wassermasse dort geringer und die Schwerkraft in dieser Region etwas schwächer. Solche Schwankungen sind so klein, dass sie für den Menschen nicht wahrnehmbar sind. Aber mit Satellitenmessungen ist man jetzt in der Lage, größere Veränderungen in der Wassermasse mit einer Genauigkeit von etwa vier Zentimetern überall auf dem Planeten abzuschätzen. Dank dieser neuen Satellitenbeobachtungen können die Wissenschaftler den globalen Einfluss von Dürren auf die Nettokohlenstoffaufnahme der Ökosysteme messen. Der Faktor kann jetzt in die Klimaforschung miteinbezogen werden.

Sep 19

Dürre: Futterversorgung über den Winter nicht gesichert

Die “IG Benachteiligtes Gebiet” befürchtet, dass aufgrund der Dürre das Tierfutter in den Betrieben nicht über den Winter reicht.

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Foto: pixabay

Während der Hitzewelle mussten sich die Landwirte mit Tierhaltung um den Tierschutz und den Hitzeschutz kümmern. Jetzt ist klar: Nach der Erntebilanz von Silomais ist sich die Thüringer Interessensgemeinschaft Benachteiligtes Gebiet (IG Bena) sicher, dass das Futter für die Versorgung der Tierbestände nicht reicht. Das berichtet die “Thüringer Allgemeine”. Aufgrund der Dürre in diesem Jahr mussten die Betriebe um 30 Prozent weniger Ertrag auf Grünflächen verzeichnen.

Versorgung durch Dürre nicht gesichert

“Durch die außergewöhnliche Trockenheit von April bis August brachte der Mais nur sehr dünne, kleinwüchsige Bestände hervor. Diese zeigten kaum einen Kolbenansatz”, zitiert die Zeitung Astrid Hatzel, Vorsitzende der IG Bena. “Auf dem Grünland beziehungsweise auf den Ackerfutterflächen konnte zudem häufig nur ein erster Schnitt geerntet werden”, so Hatzel weiter. Der zweite Schnitt sei oftmals ausgeblieben und ein dritter sei gar nicht möglich gewesen. Betroffen sind Betriebe, die Rinder oder Schafe halten. Die Tiere können laut Hatzel nicht bis nächstes Jahr versorgt werden: “Bereits jetzt müssen viele Tierhalter die Wintervorräte verfüttern. Zudem befürchtet sie, dass viele Landwirte ihre Tierbestände abbauen müssen.

Direktzahlungen vorziehen

Die angespannte Futtersituation zwingt viele Betriebe zum zusätzlichen Ankauf von Futter. Für kleine Betriebe sei das keine Option, so Hatzel. Die Preise für Futtermittel sind extrem gestiegen. Deshalb fordert die IG Bena, dass Direktzahlungen vorgezogen werden. Auch Gelder aus dem Kulturlandschaftsprogramm müssten laut der IG herangezogen werden. “Vielen Landwirten, gerade im benachteiligten Gebiet, fehlt derzeit schlicht das Geld”, so die Vorsitzende in deThüringer Allgemeinen.

Sep 13

Klimawandel: Waldumbau gegen Borkenkäfer?

Ein wärmeres Klima durch den Klimawandel begünstigt Schädlinge. Der NABU fordert, das Problem langfristig auf natürliche Weise zu lösen.

Foto: pixabay

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Die Hitzewelle im Frühsommer und Sommer führte nicht nur zu einer stärkeren Population der Wespen. Sie hat auch dazu geführt, dass die Population der Borkenkäfer explodierte. Dazu kommt, dass die durch die Trockenheit bedingten Waldbrände abgestorbenen Fichten gute Nistplätze für die Schädlinge sind. Zum Schutz der Wälder werden Pestizide eingesetzt. Der Naturschutzbund (NABU) sieht aber ein grundsätzliches Problem: Die Käferplage durch den Klimawandel könne nicht durch Gift bekämpft werden.

Klimawandel begünstigt Entwicklung von Schädlingen

„Die Fichtenforste machen seit vielen Jahren sehr deutlich, wie anfällig sie gegenüber extremen Wetterereignissen sind. Dürre und Hitze haben in diesem Jahr auch den Borkenkäfer-Befall begünstigt”, so NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Das Insekt hatte bereits mit einem warmen April optimale Bedingungen. “Auch durch Stürme haben vorgeschädigte Wälder dem Borkenkäfer weniger entgegenzusetzen“, erklärt Miller. Besonders betroffen von Borkenkäfermassenvermehrungen sind Bundesländer mit einem hohen Fichtenanteil. Dazu zählen Bayern, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Thüringen und Baden-Württemberg.

Ist ein Waldumbau besser als Pestizide?

Der NABU kritisiert, dass beim öffentlichen Wald vor allem wirtschaftliche Interessen das Maß aller Dinge seien und den Pestizideinsatz gegen Schädlinge. „Aus den Fehlern der vergangenen Jahrzehnte müssen wir schneller lernen”, sagt Miller. “Es zeigt sich immer wieder – je naturnäher der Wald, desto weniger anfällig ist er gegen extreme Wetterereignisse, die durch den Klimawandel immer häufiger auftreten“, so der Bundesgeschäftsführer.

NABU-Waldexperte Stefan Adler ergänzt: „Wir können nicht über Jahre mit Gift gegen die Klimaveränderung ankämpfen.” Kurzfristige Lösungen seien nicht vorhanden. Mittel- bis langfristig helfe nur der Waldumbau hin zu naturnahen Laub- und Mischwäldern. Er fordert, von der Forstwirtschaft, Fichten nicht mehr durch Douglasien und andere schnellwachsende Nadelbaumarten zu ersetzen.

Sep 05

Dürre: Künstliche Gletscher gegen Wassermangel

Die Gletscher in Südasien gehen immer weiter zurück. Die von der Schmelze abhängigen Landwirte haben mit Dürre zu kämpfen. Deutsche Forscher haben eine Lösung gefunden.

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Der Rückgang der Gletscher sowie das abnehmende Schneevorkommen bedrohen die Landwirtschaft des südasiatischen Hochgebirges. In den Regionen sind die Bauern vom Schmelzwasser der Gletscher abhängig. Der Klimawandel fördert die Dürre. Forscher des Südasien-Instituts der Universität Heidelberg haben in einer Langzeituntersuchung eine Möglichkeit gefunden, Wasserengpässen entgegenzuwirken. Mit der Errichtung von Eisreservoirs könnten künstliche Gletscher geschaffen werden und so die Wasserversorgung aufrecht gehalten werden.

Wasserversorgung in Zeiten der Dürre

In der nordindischen Hochgebirgswüste Ladakh wurden in den vergangenen dreißig Jahren mithilfe von Fördermitteln verschiedene Typen von Eisreservoirs errichtet. In diesen Monaten herrscht Trockenzeit. Diese künstlichen Gletscher werden zwischen November und März aus Schmelzwasserabflüssen gespeist. Sie sind als kaskadenartige Mauern oder Kegel angelegt und sichern in den trockenen Frühjahrsmonaten die Bewässerung.

Projekt muss weiterentwickelt werden

In der Studie legt das Team um Prof. Marcus Nüsser eine Bestandsaufnahme und Typologie der künstlichen Gletscher vor. Ihre Auswertung von Satellitenbildern und Messungen vor Ort zeigen, dass das Speichervolumen der Eisreservoirs von 1.010 bis 3.220 Kubikmetern Wasser reicht. „Damit können im Optimalfall die Feldfluren im Abstand von mehreren Tagen bis zu dreimal vollständig bewässert werden“, erklärt Nüsser. Das Speichervolumen ist allerdings noch nicht verlässlich, da es von den klimatischen Bedingungen in der Region abhängt, die von Jahr zu Jahr variieren. Die Forschungsergebnisse haben die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift „Regional Environmental Change“ veröffentlicht.

Aug 29

Klimawandel: 26 Millionen für klimagerechtere Landwirtschaft

Um dem Klimawandel und dem Treibhauseffekt entgegenzuwirken, fördert das BMEL agrarspezifische Forschungsprojekte.

Foto: pixabay

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Das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) fördert die Entwicklung von Maßnahmen, die Klimaschutz in der landwirtschaftlichen Praxis ermöglichen. Das Projekt ist Teil des Programms zur Innovationsförderung Forschungsvorhaben. Dem Temperaturanstieg durch den Klimawandel soll so entgegengewirkt werden

33 Forschungsprojekte mit 110 Partnern

Mit Blick auf die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens fördert das BMEL 33 praxisnahe Forschungsprojekte mit 110 Verbundpartnern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Beratung. Die Wirtschaftspartner bringen rund fünf Millionen Euro als Eigenleistung ein. Das BMEL unterstützt den Klimaschutz mit über 26 Millionen Euro. Gemeinsam stellen sich die Akteure nun in einer dreijährigen Förderperiode den unterschiedlichsten Fragestellungen und Herausforderungen zum Schutz des Klimas in der Landwirtschaft.

Vielfältige Forschungsansätze gegen den
Klimawandel

Forschungsschwerpunkte der Pflanzenproduktion sind zum Beispiel die Züchtung stickstoffeffizienterer Kulturen und die Optimierung von Anbausystemen zur Reduktion von Treibhausgasemissionen. Zur Anpassung an den Klimawandel wollen die Forscher außerdem Strategien für einen klimafreundlichen Pflanzenschutz entwickeln. Dazu sollen Innovationen beim Anbaumanagement erarbeitet werden.

Die Projektthemen mit Bezug zum Boden reichen vom landwirtschaftlichen Moorschutz bis zu digitalen Lösungen zur Vermeidung von Bodenverdichtungen. Auch satellitengestützte Werkzeuge zur klimaoptimierten Bodenbewirtschaftung sind Thema.

Um Emissionen aus der Milchviehhaltung zu mindern, stehen Ansätze in der Fütterung und Zucht sowie agrartechnische Lösungen zur Optimierung des Wirtschaftsdüngermanagements im Mittelpunkt. Darüber hinaus sollen Fütterungsstrategien ermöglichen, die tierische Erzeugung an sich der Klimaveränderung anzupassen. Steigenden Anforderungen an das Tiergesundheitsmanagement unter wärmeren klimatischen Bedingungen soll über Monitorings- und Bekämpfungsstrategien begegnet werden.

Aug 22

Klimawandel: Holz verliert an Qualität

Bäume werden mit dem Klimawandel höher, verlieren aber an Dichte.

Foto: pixabay

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Bäume im Klimawandel wachsen schneller. Auf den ersten Blick ist es eine gute Nachricht. Denn das bedeutet, dass Bäume mehr Kohlendioxid aus der Atmosphäre im Holz speichern und damit der Erderwärmung den Treibstoff entziehen. Ein Team der Technischen Universität München (TUM) hat die Hintergründe untersucht und ist zu einem überraschenden Ergebnis gekommen: Das Holz verliert auch an Qualität.

Forscher untersuchten tausende Jahresringe

Die Forschergruppe um Prof. Hans Pretzsch hat Holzproben von mehreren hundert Bäumen untersucht und die insgesamt 30.000 Jahresringe mit einem Hightech-Verfahren analysiert. Die Holzproben stammen von den ältesten Waldversuchsflächen in Europa, die zeitgleich mit der Gründung der TU München vor 150 Jahren angelegt wurden. Die Proben wurden von gängigen europäischen Baumarten genommen, wie etwa von Fichten, Kiefern, Buchen und Eichen. „Wir kennen die Geschichte jeder einzelnen Fläche, jedes einzelnen Baumes, sehr genau“, betont Pretzsch. „Damit können wir ausschließen, dass unsere Ergebnisse daher kommen, dass der Wald heute anders bewirtschaftet wird als vor hundert Jahren.“

Holz wird mit fortschreitendem Klimawandel leichter

Das Ergebnis der Untersuchung: Seit dem Jahr 1900 hat sich das Volumenwachstum der Bäume um 29 bis 100 Prozent beschleunigt. Das Holz ist aber um acht bis zwölf Prozent leichter geworden. Das bedeutet, dass heute zwar mehr Holzvolumen produziert wird, aber mit weniger Substanz gefüllt ist als noch vor ein paar Jahrzehnten. Dass das Holz aufgrund des schnelleren Wachstums leichter geworden ist, schließen die Wissenschaftler aus. „Die Abnahme der Holzdichte, von der wir sprechen, hat andere Ursachen”, sagt Dr. Peter Biber, Mitautor der Studie.

Entwicklung hat Nachteile für unterschiedliche Bereiche

Die Ursachen sehen die Forscher im langfristigen Temperaturanstieg und der damit zusammenhängenden Verlängerung der Vegetationszeit. Aber auch in den Stickstoffeinträgen aus Landwirtschaft, Verkehr und Industrie. Darauf deuten etliche Details hin, wie etwa ein Rückgang der Spätholzdichte und eine Zunahme des Frühholzanteils in den Jahresringen.

Das Problem aus praktischer Sicht ist, dass leichteres Holz als nachwachsender Rohstoff weniger stabil ist. Auch der Brennwert ist geringer. Das ist für die Produktion von regenerativer Energie von Interesse. Mit Blick auf die Forstwirtschaft steigt durch weniger stabiles Holz in Bäumen das Risiko von Schäden, wie durch Wind- und Schneebruch.

Aug 15

Klimawandel: Steigt der Meeresspiegel schneller als bisher angenommen?

Eine Anfrage der Grünen ergab, dass der Meeresspiegel durch den Klimawandel offenbar schneller und höher steigt als vom Weltklimarat angenommen.

Foto: pixabay

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Der Meeresspiegel steigt durch den Klimawandel offenbar schneller und höher als bisher angenommen. Das geht aus einer Anfrage der Grünen an die Bundesregierung hervor. Die “Neue Osnabrücker Zeitung” zitiert aus der Antwort Umweltstaatssekretär Florian Pronold (SPD): “Neue Arbeiten in diesem Zusammenhang lassen es möglich erscheinen, dass es zu einem höheren und beschleunigten Anstieg des Meeresspiegels kommen kann, als bislang angenommen worden war.” Er beruft sich dabei auf Forschungen zur Erwärmung des Klimas und seine Auswirkungen.

Nur radikale Maßnahmen stoppen den Klimawandel

Bislang gelten die Schätzungen des Weltklimarates IPCC. Der hatte 2013 errechnet, dass durch den Treibhauseffekt Ozeane und Meere bis Ende des 21. Jahrhunderts um 26 bis 55 Zentimeter ansteigen. Als Voraussetzung für dieses Szenario nennt der IPCC aber, dass die Menschheit den Ausstoß klimaschädlicher Gase stark reduziert. Erfolgt das nicht, könnte der Anstieg mit bis zu 82 Zentimeter deutlich höher ausfallen. Neuere wissenschaftliche Untersuchungen hatten zuletzt ergeben, dass auch noch extremere Varianten denkbar seien.

Bundesregierung macht Meeresspiegel zum Thema

Bereits bei den Annahmen aus dem Jahr 2013 kann die Bundesregierung für die deutschen Inseln und Küsten nicht sagen, „inwieweit mögliche Gebiete unbewohnbar sein werden“. Ein Arbeitskreis von Bund und Ländern arbeite „an einer Strategie zum Umgang mit dem Meeresspiegelanstieg“, schreibt Staatssekretär Pronold.

Für die Grünen-Bundestagsabgeordnete Julia Verlinden sind das „düstere Aussichten“: „Wir brauchen endlich eine konsequente Klimaschutzpolitik, um einen noch viel stärkeren Anstieg des Meeresspiegels zu verhindern“. Diese bedeute ein Umsteuern in der Landwirtschaft, im Verkehr und in der Energieversorgung.

Aug 08

Klimawandel: Windenergie wird unzuverlässiger

Einer Studie zufolge wird die Gewinnung von Windenergie durch den Klimawandel schwerer kalkulierbar werden.

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Foto: Albrecht Fietz/pixabay

Die Gewinnung von Windenergie durch Windräder gilt neben der Solarenergie als Lösung zum Erreichen der Klimaziele. Erneuerbare Energien sollen mittelfristig fossile Energie ersetzen. Doch ein Forscherteam des Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben nun festgestellt, dass der Klimawandel die Erzeuger von Windenergie vor Herausforderungen stellt. Demnach sind bis Ende des 21. Jahrhunderts größere jahreszeitliche Schwankungen sowie eine Häufung von Schwachwindphasen zu erwarten. Das betrifft den ganzen europäischen Kontinent.

Windkraft wird schwerer kalkulierbar

Laut der Studie sind für den gesamten europäischen Kontinent Änderungen bei der durchschnittlichen Windstromerzeugung zu erwarten. Die Wissenschaftler gehen von Abweichungen zwischen fünf und 20 Prozent aus, sowohl ins Minus als auch ins Plus. Die Stromversorgung durch Windenergie wird somit schwerer kalkulierbar werden.

Klimawandel hat unterschiedliche Auswirkungen

Für große Teile Nord-, Mittel- und Osteuropas ist mit einer erhöhten Variabilität der Windstromerzeugung auf unterschiedlichen Zeitskalen zu rechnen – sowohl zwischen einzelnen Tagen als auch einzelnen Jahren. Zu erwarten ist, dass Windgeschwindigkeiten, die für die Stromproduktion optimal sind, über den Meeren etwas seltener auftreten. In der Nordsee etwa steht ein wichtiger Anteil der deutschen Windkraftanlagen. Zugleich sind häufigere Schwachwindphasen über dem europäischen Kontinent zu erwarten.

Europäisches Projekt

Für ihre Studie nutzten die Forscher ein räumlich und zeitlich hochaufgelöstes Modellensemble. Dieses basiert auf Simulationen des europäischen Klimamodellierungsprojekts EURO-CORDEX. Die räumliche Auflösung beträgt zwölf Kilometer, die zeitliche Auflösung drei Stunden, was eine genauere Quantifizierung der Windstromproduktion auf der regionalen Skala ermöglicht. Für die Berechnungen wird eine typische Windkraftanlage mit einer Nabenhöhe von 100 Metern angenommen. Ihre Erkenntnisse veröffentlichten die Forscher im Journal of Geophysical Research: Atmospheres.

Aug 01

Hitzewelle: Verband rechnet nicht mit Anstieg der Lebensmittelpreise

Trotz der ungewöhnlich lange anhaltenden Hitzewelle rechnet der Landesbauernverband Niedersachsen nicht damit, dass Lebensmittelpreise steigen werden.

Foto: pixabay

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Nicht nur Landwirte schauen besorgt auf das Agrarwetter. Die Hitzewelle hat Deutschland nachwievor im Griff. Experten führen die hohen Temperaturen auf den Klimawandel zurück. Verbraucher fragen sich, ob aufgrund der Ernteverluste die Lebensmittelpreise steigen könnten. Der niedersächsische Landesbauernverband beruhigt: “Allenfalls geringe!”.

Keine Preisanstiege bei tierischen Produkten durch Hitzewelle

Bei Erzeugnissen tierischer Herkunft, wie Fleisch und Milch, wirkten die Marktmechanismen durch Angebot und Nachfrage, begründet der Verband die Prognose. Sie würden allerdings durch länger laufende Kontrakte beispielsweise für Milch, Milchprodukte oder auch Reaktionen der Fleischvermarkter beeinflusst.

Auch die Preise für Backwaren bleiben stabil

Bei Brot, Brötchen und Backwaren schlagen laut Landvolk Pressedienst die Rohstoffkosten für Getreide oder Mehl kaum durch. Der Weizenpreis ist an den Kosten für ein Brötchen mit gerade mal sieben Prozent beteiligt. Die Getreidepreise müssten sich schon verdoppeln, um daraus eine Preiserhöhung für ein Weizenbrötchen um einen Cent abzuleiten, heißt es. Der Preis für ein normales Weizenbrötchen mit durchschnittlich 29 Cent ist bei geringen wie hohen Getreidepreisen auf einem ähnlichen Niveau. Das belegen Daten der Bonner Marktbeobachter AMI. Ein 500-Gramm-Päckchen Roggenmischbrot kostet rund 0,77 Euro, ebenfalls ein langfristig stabiler Preis. Selbst bei größeren Preisausschlägen für Weizen, wie zuletzt 2011 und 2012, bewegt sich der Verbraucherpreis für Brot und Brötchen kaum.

Preisanstieg lediglich bei Salat

„Wir Landwirte wünschen uns durchaus eine höhere Wertschätzung für Lebensmittel, aber geringere Ernten müssen kein Auslöser für höhere Brotpreise sein“, so Landvolkpräsident Albert Schulte to Brinke. Lediglich bei Salaten melden die Marktbeobachter aktuell eine leichte Preissteigerung. Salatpflanzen sind besonders hitzeempfindlich.

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