Kategorienarchiv: Lasst uns übers Wetter reden!

Sep 25

Klimawandel: Überschwemmungen in Mitteleuropa werden heftiger

Wissenschaftler haben bewiesen, dass Hochwasserereignisse unmittelbar mit dem Klimawandel zusammenhängen. Doch die Auswirkungen sind unterschiedlich. Weiterlesen »

Sep 18

Menschen flüchten vor bedrohlichem Wetterphänomen

Über den Strand von Rio de Janeiro ist Anfang September eine besondere Wolkenformation gefegt. Das Wetterphänomen wurde auch schon in Deutschland beobachtet.

wetterphänomen

Screen: Instagram

Auf dem Foto sieht es aus, wie ein Wasserfall oder eine Monsterwelle. Doch weit gefehlt! Was Anfang September unter den Besuchern des Strandes in Rio de Janeiro Panik auslöste, war eine sogenannte Rollwolke – eine Roll Cloud. Sie hat sich fünf Minuten lang über die Küste bewegt. Man kann durchaus von einem horizontalen Tornado sprechen. Das beeindruckende und zugleich bedrohend wirkende Wetterphänomen war auch schon in Deutschland zu beobachten.

Was steckt hinter dem Wetterphänomen?

Bei der Roll Cloud handelt es sich um eine walzenförmige Wolke mit horizontal verlaufender Achse. In der Wolkenklassifikation entspricht sie der Sonderform “Arcus”. Sie kann entstehen, wenn während eines Gewitters Luft nach unten fällt und sich dann ausbreitet. Die ausströmende kalte Luft vermengt sich mit der warmen bodennahen Luft. Nachdem sich die Böenfront von den Gewitterwolken gelöst hat, beginnt sie zu rotieren. Die Wolke an sich ist nicht gefährlich, doch da sie mit Gewittern auftritt, besteht natürlich zum Zeitpunkt die “normale” Gefahr, die Gewitter bergen. Am häufigsten kommt es in Australien zur Bildung von Roll Clouds.

Ereignisse in Deutschland

Berichte über das Wetterphänomen gibt es zum Beispiel aus dem Ruhrgebiet sowie aus Baden-Württemberg und Bayern. 2017 filmten Mitarbeiter des Flughafens München eine Roll Cloud, die über die Start- und Landebahnen fegte.

 

 

Video: Youtube/JonnyTGood

Sep 11

Niedrigwasser hat Auswirkungen auf Landwirtschaft

Das Niedrigwasser ist besorgniserregend. Landwirtschaft, Vegetation und Fließgewässer bräuchten dringend große Mengen an Regen. Weiterlesen »

Sep 04

Fallwind: Wie gefährlich ist ein Microburst?

 

Über dem Plattensee entstand ein beeindruckendes Video eines Microburst, ein Fallwind. Was steckt hinter dem angsteinflößenden Wolkengebilde? Weiterlesen »

Aug 28

Die Welt brennt und das sind die Folgen

Nicht nur in Südamerika brennen riesige Flächen, auch in Afrika und Asien. Wissenschaftler warnen vor ungeahnten Folgen für die ganze Welt.

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Screen: FIRMS/NASA

In Südamerikas Regenwäldern wüten derzeit die schlimmsten Brände seit Jahren. Noch im 2000 Kilometer entfernten Sao Paulo verdunkeln die Rauchwolken den Himmel. Die meisten der Feuer gehen auf Brandstiftung zurück. Aus der Katastrophe ist inzwischen ein politischer Streit entfacht. Umweltverbände sprechen von Brandrodung zur Schaffung von Weideflächen. Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro macht Nichtregierungsorganisationen verantwortlich. Laut dem Politiker wollen sich diese für die Kürzung von Zuschüssen rächen. Ein Streit mit Folgen für die gesamte Welt.

Brände rund um die Welt

Nicht nur in Südamerika toben Feuer. Auch in Sibirien und anderen Regionen rund um den Polarkreis brennen seit Wochen Flächen und Wälder. Obwohl diese inzwischen durch Regenfälle abgeschwächt wurden, sind noch immer Glutnester vorhanden. Wie auf einer beeindruckenden Karte der NASA zu sehen ist, brennen auch große Teile Afrikas. Jeder rote Punkt ist ein Feuer. Laut Experten des Portals wetteronline.de braucht die Savanne diese Brände. Sie helfen dem Gras, schneller zu verrotten, die Asche ist Dünger für den Boden. Obwohl Gräser weniger CO2 freisetzen – weil sie weniger speichern als Bäume – sind die großflächigen Feuer dennoch schlecht für das globale Klima. Auch in Südost-Asien brennt der Regenwald.

Folgen für das globale Klima

Die Regenwälder gelten als die “grüne Lunge” der Erde. Die riesigen Waldflächen speichern CO2. Johan Rockström, Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), sprach gegenüber n-tv.de von einem “Kipp-Punkt”. Wenn 40 Prozent der Waldfläche verbrannt seien, werde der Amazonas-Regenwald unwiederbringlich zu einer Savanne werden. “Sollten die Temperaturen durch den Klimawandel weiter unvermindert ansteigen, könnte der Amazonas-Wald möglicherweise noch rascher kippen”, sagte Rockström. 

Der Wissenschaftler warnte im Interview mit n-tv.de: „Was im Amazonas-Regenwald passiert, hat Einfluss auf unseren gesamten Planeten“. Dieser Wald sei eines der ganz großen biologischen Systeme. Er trage zu dem Sauerstoff bei, den wir atmen. Er fügt hinzu: “Der Regenwald ist Lebensraum für drei Millionen Arten von Pflanzen und Tieren.“ 

Wie n-tv.de weiter schreibt, sind Schätzungen zufolge 90 bis 140 Milliarden Tonnen Kohlenstoff im Regenwald des Amazonasbeckens gebunden. Wenn nur die Hälfte des Waldgebietes verschwindet, würden etwa 150 Milliarden Tonnen CO2-Äquivalente in die Atmosphäre freigesetzt. Das ist etwa das Vierfache des derzeitigen CO2-Jahresausstoßes der gesamten Menschheit – und fast die Hälfte der Menge an CO2, welche die Menschheit noch ausstoßen dürfte, um die globale Erwärmung auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen, so n-tv.de.

Auf einer interaktiven Karte der US-Raumfahrtbehörde NASA kann man alle Brandgeschehen weltweit beobachten.

Aug 14

Klimawandel: Forscher über den steigenden Druck auf die Landwirte

Der Biologe Alexander Popp, Co-Autor der aktuellen Studie des Weltklimarates, sprach mit Spiegel Online über die Rolle der Landwirtschaft beim Klimawandel.

klimawandel

Foto: pixabay (Symbolbild)

In einem Interview mit Spiegel Online spricht Alexander Popp vom Potsdam-Institut für Klimaforschung über die Situation der Landwirtschaft. Er sagt: “Der Druck auf die Bauern wird zunehmen.” Der Biologe ist einer der Leitautoren des vor kurzem vom Weltklimarat IPPC veröffentlichten Sonderberichts zur Klima-Land-Wechselwirkung und die Rolle der Landwirtschaft beim Klimawandel.

Forscher sieht Fleischsteuer als Mittel gegen den Klimawandel

Aus dem IPPC-Bericht gehe hervor, dass eine Wende in der Landnutzung nötig sei, um die Klimaziele zu erreichen. Die Fleischsteuer, über die diskutiert wird, sieht Popp durchaus als probates Mittel, um die Landnutzung zu ändern. “Klar ist”, so der Wissenschaftler, “Weniger Fleischkonsum hilft dem Tierwohl und unserer Gesundheit”. Allerdings dürfe eine Steuererhöhung einkommensschwache Menschen nicht stärker treffen. Gleichzeitig nimmt er die Verbraucher in die Pflicht. “Um die Fleischproduktion zu reduzieren, müssen wir unser Konsumverhalten ändern. Die Bauern produzieren, das was die Verbraucher wollen. Klimaschutz fängt beim Einkaufen an”, so Popp zu Spiegel Online.

Lachgas gelangt in die Atmosphäre

In der Überdüngung der landwirtschaftlichen Flächen sieht der Biologe ein “großes Problem” und nennt dabei einen zweiten Faktor, der als umweltschädlich gilt: Nicht nur das Grundwasser ist gefährdet, durch chemische Prozesse gelangt auch klimaschädliches Lachgas in die Atmosphäre. “Der politische und gesellschaftliche Druck auf die Bauern, effizienter zu düngen, wird also sicher zunehmen”, so Popp. Lösungsansätze nannte er im Interview mit Spiegel Online nicht.

Blumenerde schlecht für das Klima

Allerdings erwähnt Alexander Popp in dem Interview auch einen Aspekt über den weniger gesprochen wird als über die Auswirkungen der Landwirtschaft: “Auch torfhaltige Blumenerde hat schwerwiegende Folgen für das Klima.” Die Moore, in denen Torf entsteht, setzen Treibhausgas frei, wenn sie austrocknen. Deshalb spricht er sich für die Renaturierung der Moore aus. “Wenn diese einstigen Feuchtflächen wiedervernässt werden, können sie auch wieder als Treibhausgasspeicher fungieren”, so der Forscher zu Spiegel Online. Derzeit machen laut Popp trockengelegte Moore rund vier Prozent der deutschen Treibhausgasemissionen aus.

Das ganze Interview mit Alexander Popp ist auf Spiegel Online zu lesen.

Aug 07

UV-Strahlen: Erste Messstation in Mitteldeutschland

Die UV-Strahlen der Sonne werden zunehmend intensiver. Bundesweite Messstationen informieren über die aktuellen Werte.

UV-Strahlen

Foto: Rico Hengst/TROPOS

In vielen Branchen müssen sich die Menschen der Sonne aussetzen, dazu zählt die Landwirtschaft. Gerade in den Hitze-Sommern, an die wir uns laut Experten gewöhnen müssen, ist es wichtig, sich zu vor den gesundheitsschädlichen UV-Strahlen zu schützen. In Melpitz bei Torgau wurde nun die erste UV-Messstation in Mitteldeutschland in Betrieb genommen. Sie wird vom Leibniz-Instituts für Troposphärenforschung (TROPOS) zusammen mit dem Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) betrieben.

UV-Strahlen werden bundesweit gemessen

Durch das bundesweite Netz von derzeit 13 Stationen wird informiert, wie stark sich die Bevölkerung vor der Sonne schützen sollte. Ultraviolette Strahlung im Wellenlängenbereich von 100 bis 400 Nanometer (nm) ist der energiereichste Teil der solaren Einstrahlung. Sie kann nicht mit menschlichen Sinnesorganen wahrgenommen werden, ist aber die Ursache für starke Wirkungen auf Haut wie Sonnenbrand oder im schlimmsten Fall Hautkrebs.

Gesundheitsgefahr durch Klimawandel

Der Klimawandel wirkt sich mehrfach auf die UV-Strahlung aus: Mehr sonnige Tage führen zu mehr Tagen mit hohen UV-Werten. Im Frühjahr können je nach Wetterlage in der Atmosphäre sogenannte Mini-Ozonlöcher auftreten, die den UV-Index bereits Ende März stärker ansteigen lassen als noch vor ein paar Jahren. Darüber hinaus erholt sich auch die Ozonschicht nicht in dem Maße wie ursprünglich prognostiziert. Das bedeutet, dass die UV-Belastung für jeden Einzelnen steigen kann und damit auch das Risiko für ernsthafte Erkrankungen der Haut und der Augen.

Sonnenschutz auch im öffentlichen Raum berücksichtigen

Das BfS rät Menschen, denen es aus beruflicher Sicht möglich ist, zum Schutz vor UV-Strahlung starke Sonne zunächst zu meiden. Ansonsten hilft geeignete Kleidung mit hohem Lichtschutzfaktor und sich mit Sonnenmilch mit hohem Lichtschutzfaktor einzucremen. Neben dem individuellen Schutz spielen aber auch die Rahmenbedingungen eine Rolle. Das BfS setzt sich gemeinsam mit weiteren Partnern im UV-Schutz-Bündnis dafür ein, dass bei Planungen schattige Flächen berücksichtigt werden. Darauf sollte demnach zum Beispiel bei Kindergärten und Schulen, Sportstätten, öffentlichen Räumen und Arbeitsplätzen geachtet werden.

Auf der Internetseite des BfS kann sich jeder über die aktuellen UV-Werte in seiner Region informieren.

Jul 31

Hitzefrei eine Option für die Landwirtschaft?

Die Grünen im Bundestag fordern bundesweit gesetzliches Hitzefrei. Wäre das für die Landwirtschaft möglich?

hitzefrei

Foto: geralt/pixabay.com

2018 über Wochen extreme Hitze und Dürre herrschte und daraus Ernteeinbußen folgten, wurden dieses Jahr erneut Temperaturrekorde geknackt. Vergangene Woche stieg in Lingen im Emsland das Thermometer auf 42,6 Grad – die höchste in Deutschland gemessene Temperatur seit Beginn der Wetteraufzeichnung. Im ganzen Bundesgebiet kratzte das Quecksilber über Tage an der 40-Grad-Marke. Wer kann, hält sich in kühlen Räumen auf. Doch was ist mit denen, die im Freien arbeiten müssen? Klimaforscher gehen davon aus, dass wir uns an solche Temperaturen gewöhnen müssen. Die Grünen fordern jetzt in ihrem “Hitzeaktionsplan” das Recht auf Hitzefrei bei gesundheitsgefährdenden Temperaturen. Das würde nicht nur zum Beispiel das Baugewerbe betreffen, sondern auch Arbeitnehmer in der Landwirtschaft.

Grüne fordern verbindliches Hitzefrei 

Die Fraktion kritisiert, dass es die Bundesregierung bislang nur bei unverbindlichen Handlungsempfehlungen für die Erstellung von Hitzeaktionsplänen belässt. Sie walze die Verantwortung für die Anpassung an Extremwetterereignisse auf die Länder und die Kommunen ab, so die Grünen. Laut den Forderungen sollten zum Beispiel Angestellte das Recht auf Home Office bekommen, wenn aus betrieblichen Gründen dem nichts entgegenstehe. Für Arbeitnehmer, die im Freien arbeiten, wie Bauarbeiter, Gebäudereiniger oder eben Landarbeiter, fordert die Partei bundesweit gesetzlich geregeltes Hitzefrei.

Landwirte müssen sich mit der Hitze arrangieren

Laut “Hamburger Abendblatt” reagierte DBV-Generalsekretär Bernhard Krüsken auf die Forderung der Grünen: „Landwirte tragen Verantwortung für die Ernte, für die Pflanzenbestände und vor allem auch für ihre Nutztiere. Das hat Vorrang, den Luxus ‚Hitzefrei‘ können wir uns in der Regel nicht leisten.“

Landwirten bleibt nur, sich und ihre Mitarbeiter bestmöglich zu schützen und die Arbeitszeiten anzupassen. Heinz-Peter Frehn Geschäftsführer des Gurkenhof Frehn im Spreewald erklärte dem “Spiegel”: Wenn Hitzefrei für meine Pflücker Pflicht wäre, dann würde es keine Spreewaldgurken mehr geben.” Seine Mitarbeiter würden so gut es geht vor der Sonne geschützt, so Frehn weiter. Dazu gehören Planen über dem Gurkenflieger, Sonnencremes und Getränke. Des Weiteren richtet er die Gurkenflieger so aus, dass sie gegen den Wind fahren. Mehr könne er nicht tun. “Wir fangen allerdings schon frühmorgens um 5 Uhr an, sodass wir bis maximal 13.30 Uhr fertig sind. Da kommen die Erntehelfer nicht in die ganz große Mittagshitze”, fügt er gegenüber dem “Spiegel” hinzu.

Jul 24

Brände in der Arktis haben weltweite Auswirkungen

Die Brände, die derzeit rund um die Arktis wüten, haben Auswirkungen auf die gesamte Erde.

Foto: Aqua and Terra MODIS data through NASA Worldview, processed by Pierre Markuse/CC by 2.0

Foto: Aqua and Terra MODIS data through NASA Worldview, processed by Pierre Markuse/CC by 2.0

In der Nähe des Polarkreises kommt es immer wieder zu Flächenbränden. Doch die Brände in diesem Jahr nehmen enorme Ausmaße an. Betroffen ist sowohl der europäische Kontinent als auch der nordamerikanische. Die Lage ist unübersichtlich. Laut dem Wissenschaftsmagazin “Spektrum” toben alleine in Alaska 350 Brände.

Brände sorgen für einen Teufelskreis

Die US-Raumfahrtbehörde NASA warnt, dass die Brände der Torfflächen und Wälder katastrophale Auswirkungen auf den ganzen Planeten haben werden. Nicht nur, dass die riesigen Feuer extrem viel CO2 produzieren. Die unteren Schichten der Böden in diesen Regionen sind ständig gefroren. Man spricht von Permafrostböden. Verbrannte Oberflächen absorbieren mehr Sonnenlicht als unverbrannte. Das heißt, dass sich die Erde dort mehr aufheizt. Dazu kommt, dass sich auf den arktischen Eisflächen Russpartikel absetzen. Die Abstrahlung der Sonne wird auch hier schwächer. Das Eis schmilzt, der Meeresspiegel wird schneller ansteigen. Die Flächenbrände sind eine Auswirkung des Klimawandels, den sie gleichzeitig beschleunigen – ein Teufelskreis.

Arktis könnte durch Beschneiung gerettet werden

Das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) hat vergangene Woche eine Studie vorgestellt, derzufolge das ewige Eis gerettet werden könnte. Besonders betroffen von der Schmelze ist das westarktische Eisschild. Experten befürchten zwar, dass die Flächenbrände den Anstieg des Meeresspiegel beschleunigen, die Entwicklung wird aber schon längere Zeit beobachtet. Die Lösung wäre laut der Forscher technisch erzeugter Schnee. Mit Billionen Tonnen zusätzlichen Schnees, erzeugt aus Meerwasser, könnten die instabilen Gletscher beschneit werden. “Das würde beispiellose Ingenieurslösungen erfordern”, so die Wissenschaftler. Sie lenken aber gleichzeitig ein, dass ein solcher Eingriff Auswirkungen auf die unberührten Regionen rund um die Arktis hätte.

Das Hochpumpen, Entsalzen und die Erwärmung des Meerwassers sowie das Betreiben der Schneekanonen würden eine Strommenge in der Größenordnung von mehreren zehntausend High-End-Windturbinen erfordern. „Im Kern geht es um die Abwägung, ob wir als Menschheit die Antarktis opfern wollen, um die heute bewohnten Küstenregionen und das dort entstandene und entstehende Kulturerbe zu retten“, so Studienautor Anders Levermann.

Jul 17

Naturphänomen: Wo kann in Europa ein Meteotsunami auftreten?

Auf Menorca hat eine sogenannte “Rissaga” einen Hafen überschwemmt. Das Naturphänomen kommt mit unterschiedlichen Bezeichnungen auch in anderen europäischen Regionen vor.

naturphänomen

Foto: pixabay

Vergangenes Wochenende wurde der Hafen von Ciutadella auf der spanischen Insel Menorca überschwemmt. Die Ursache war eine starke Ausprägung des Naturphänomens “Rissaga”. Innerhalb kurzer Zeit stieg der Meeresspiegel um bis zu 1,75 Meter an.

Naturphänomen trifft nicht nur die Balearen

Das Phänomen kommt ein paar mal im Jahr, allerdings in schwacher Form, im gesamten balearischen Raum vor. Offiziell heißt die “Rissaga” Meteotsunami und kann auch in anderen Teilen Europas vorkommen. In Malta nennt man die plötzliche Überschwemmung “Milghuba”, an der Adria “Stigazzi”, auf Sizilien “Marrubio” und an der Nord- und Ostsee “Seebär”.

Eine Art “Mini-Tsunami”

Die Bezeichnung “Meteotsunami” kommt nicht von ungefähr. Denn das Phänomen funktioniert ähnlich wie ein katastrophaler Tsunami, wie man ihn aus Asien kennt. Der Unterschied: Die Welle wird nicht durch ein Seebeben ausgelöst, sondern durch unterschiedlichen Luftdruck. Wenn die Geschwindigkeit eines Sturmes, der über die Wasseroberfläche zieht, stark ansteigt und der Luftdruck massiv abfällt, kann sich in Sturmrichtung eine Welle fortpflanzen. Wenn die Sturmgeschwindigkeit und die Geschwindigkeit der Welle nahe beieinander liegen, kann der Sturm seine volle Energie in diese pumpen und sie rast in Richtung Küste.

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