Kategorienarchiv: Lasst uns übers Wetter reden!

Nov 14

Klimawandel: Erfurter Institut testet den Anbau von Südfrüchten

Der Klimawandel schreitet voran. Die Erfurter Lehr- und Versuchsanstalt Gartenbau testet den Anbau von bislang für Deutschland exotischen Früchte.

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Foto: pixabay

Der diesjährige Sommer war der wärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1881. Experten führen die Entwicklung des Wetters auf den Klimawandel durch den Treibhauseffekt zurück. Wie geht es mit der Landwirtschaft, im Speziellen mit dem Anbau von Obst und Gemüse, weiter? Werden sich die Sorten mittelfristig ändern? Die Lehr- und Versuchsanstalt Gartenbau Erfurt testet in Sortenversuchen genau das. Die LVG beschäftigt sich unter anderem mit dem Anbau von Melonen und Süßkartoffeln und sogar Physalis.

Ermöglicht der Klimawandel den Anbau von Aprikosen in Deutschland?

Auch Steinfrüchte sind ein Thema. Einem Bericht des MDR zufolge testet das Institut Aprikosen sowie Kirschen aus Bologna, Kalifornien und der Region “Summerland” in Kanada. Diese nordamerikanische Steppen-Region ist geprägt von warmen, trockenen Sommern. Da die Sommer in Deutschland immer länger und trockener werden, könnten auch Aprikosen sogar in Ostdeutschland eine Zukunft haben. Spätfrost im Frühjahr vertragen sie nicht.

Bewässerung muss umgestellt werden

Das wärmere Klima und intensivere sowie längere Trockenperioden führen aber auch dazu, dass man sich über die Bewässerungstechnik Gedanken machen muss. Wie Monika Möhler von der LVG gegenüber dem MDR erklärte, haben viele Obstanbaubetriebe schon jetzt auf die sogenannte Tropfenbewässerung umgestellt. Bei herkömmlichen Methoden fließt Wasser literweise über die Felder und Plantagen. Wasser ist teuer und wird wohl auch in unseren Breitengraden knapper werden. Die Tröpfchentechnik ist relativ jung. Dabei fließt das Wasser aus einem Tank oder Brunnen in Schläuchen direkt zum Bestand. An den Pflanzen werden stetig Tropfen abgegeben. Die Menge richtet sich nach dem Bedarf der Pflanze. So ist gewährleistet, dass kein Wasser einfach im Erdreich versickert, sondern direkt die Pflanzen erreicht.

Nov 07

Biokraftstoff aus Stroh gegen den Klimawandel

Aus Getreidestroh entsteht mithilfe einer neuen Technologie nahezu klimaneutraler Biokraftstoff.

Foto: pixabay

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Dem Chemieunternehmen Clariant mit Hauptsitz in der Schweiz ist es gelungen mit der sogenannten Sunliquid-Technologie aus Stroh nahezu klimaneutralen Biokraftstoff herzustellen. Der Treibhauseffekt soll so reduziert und das Klima geschützt werden. Die Innovation basiert auf Zellulose-Ethanol, das aus Pflanzenabfällen hergestellt werden kann. So werden beispielsweise Weizen- und Maisstroh in Zellulose-Zucker umgewandelt. Eine anschließende Fermentation macht aus dem Zucker schließlich Zellulose-Ethanol. Durch das Verfahren konnten neue Rohstoffe für die Produktion von Biokraftstoffen erschlossen und gleichzeitig deren Leistung und das Umweltprofil verbessert werden. Des weiteren lässt sich Zellulose-Zucker als Ausgangsstoff für die künftige Produktion von biobasierten Chemikalien verwenden.

Produktion vorerst in Rumänien

Aktuell baut Clariant in Rumänien die erste Sunliquid-Großanlage. Bei voller Kapazitätsauslastung soll die Anlage pro Jahr circa 250.000 Tonnen Getreidestroh zu 50.000 Tonnen Zellulose-Ethanol verarbeiten. Das Stroh wird von lokalen Landwirten bezogen.

Auszeichnung für Entwickler von Biokraftstoff

Dr. Markus Rarbach, der die Technologie mit seinem Team entwickelt hat, erhält am 14. November den Meyer-Galow-Preis für Wirtschaftschemie. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis wird von der gleichnamigen Stiftung verliehen, die bei der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) angesiedelt ist. Clariant-Verwaltungsratpräsident Dr. Hariolf Kottmann sieht die Technologie weltweit zukunftsweisend für die Entwicklung nachhaltiger und fortschrittlicher Biokraftstoffe gegen den Klimawandel.

Okt 31

Wetterphänomen: Drei Sonnen über Deutschland

Durch ein Wetterphänomen sieht man unter bestimmten Voraussetzungen drei Sonnen. Das steckt dahinter.

Foto: photojanski/Abobe Stock (Symbolbild)

Foto: photojanski/Abobe Stock (Symbolbild)

Mitte Oktober waren über dem baden-württembergischen Enzkreis drei Sonnen zu beobachten. Doch was steckt hinter dem Wetterphänomen? Das, was zu sehen war, bezeichnen Meteorologen als “Nebensonnen”. Diese zählen zu den sogenannten Halos, die durch brechen des Sonnenlichts verschiedene Formen haben können. Sie können zum Beispiel auch als Lichtsäulen oder Lichtpunkt unterhalb des Horizonts auftreten.

Genaue Voraussetzungen für das Wetterphänomen

Die zwei “Sonnen” neben der Sonne sind eine optische Täuschung und entstehen durch Eiskristalle in der Erdatmosphäre, durch die das Licht gebrochen wird. Damit wir diese Lichtpunkte sehen, müssen die Eiskristalle möglichst regelmäßig gewachsen und durchsichtig sein. Eine weitere Voraussetzung ist, dass die Kristalle flach und sechseckig sind. Nur so kann das Licht auf geradem Weg abgelenkt werden.

Die Eiskristalle schweben in den Cirruswolken. Damit die Kristalle entstehen, müssen die Temperaturen in dieser Höhe entsprechend niedrig sein. Bei einer ruhigen Wetterlage ordnen sie sich horizontal an und leiten das Licht jeweils 22 Grad auf die linke und rechte Seite der Sonne. Man sieht folglich jeweils mal stärkere, mal schwächere Dreiecke. Die Sichtbarkeit ist vom Hintergrund abhängig. Wenn am Horizont dunkle Wolken aufziehen, sieht man die Lichtflecken besser.

Ähnlich wie bei einem Regenbogen

Das Prinzip funktioniert ähnlich wie beim Regenbogen. Nur wird beim Regenbogen das Licht so stark umgeleitet, dass man die Sonne im Hintergrund haben muss, um ihn zu sehen. Wenn man Halos beobachten will, muss man darauf achten, dass man nicht von der Sonne geblendet wird. Auch nachts können ähnliche Phänomene beobachtet werden. Es gibt “Nebenmonde”, die nach dem gleichen Prinzip entstehen.

Okt 24

Dürre: In Österreich erster See komplett ausgetrocknet

Die Dürre fordert auch die österreichische Natur heraus. Nicht nur landwirtschaftliche Schäden sind zu beklagen. Das Wasser ist so knapp, dass bereits ein See komplett ausgetrocknet ist.

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So sieht der berühmte Spiegelsee in Österreich nicht mehr aus. Foto: photoflorenzo/Adobe Stock

Der Mittersee, auch Spiegelsee genannt, ist einer von drei Seen im österreichischen Dachsteingebirge. Die Gebirgsseen sind ein beliebtes Ziel für Bergwanderer. Spiegelsee deshalb, weil sich bei Windstille darin das Dachsteinmassiv spiegelt. Doch wer jetzt die 1.700 Meter erklimmt, wird auf das Naturschauspiel verzichten müssen. Der Spiegelsee ist der erste See in Österreich, der aufgrund der diesjährigen Hitzewelle zur Gänze ausgetrocknet ist – eine augenscheinliche Auswirkung der Dürre!

Wasserstand der Donau wegen Dürre um die Hälfte zurückgegangen

Der Spiegelsee ist ein prominentes Beispiel für den Wassermangel aufgrund der Trockenheit nach der Sommerhitze. Der Neusiedler See im östlichsten Bundesland, dem Burgenland, ist nach dem ungarischen Plattensee der zweitgrößte Steppensee Europas. Die ohnehin schon geringe Tiefe von maximal zwei Metern ist noch einmal um 14 Zentimeter gesunken, wie wetter.at berichtet. Christian Labut von der Abteilung Hydrologie der Landesregierung Niederösterreich beschreibt gegenüber dem Internetportal den Zustand der Donau: „In Niederösterreich fließt nur 41 Prozent der üblichen Menge an Wasser.” In der Folge ist die Schifffahrt eingeschränkt, die Fische sind gefährdet.

Auch das Trinkwasser wird knapp. Hausbrunnen sind versiegt. Wie wetter.at weiter berichtet, musste im Salzburger Land vergangene Woche die Feuerwehr Bauernhöfe mit Wasser aus dem Container versorgen.

Wie der Spiegelsee jetzt aussieht, sieht man hier.

Okt 17

Getreidearten: Höhere Blattdichte sorgt für Wasserreserven

Das Thünen-Institut hat getestet, wie Getreidearten am effektivsten Wasserreserven speichern können.

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Foto: Thünen-Institut/Remy Manderscheid

Wie können sich Betriebe, die Getreidearten anbauen, auf veränderte Witterungsbedingungen künftig einstellen? Freilandversuche des Braunschweiger Thünen-Instituts für Biodiversität haben für den Anbau von Winterweizen wertvolle Hinweise ergeben.

Die Gesamtblattfläche der Getreidearten ist entscheidend

Hauptverursacher des Klimawandels ist die erhöhte CO2-Konzentration in der Luft. Kohlendioxid ist aber auch ein wichtiger Nährstoff für die Pflanzen. Ein Anstieg fördert bei vielen Pflanzenarten die Photosynthese und kann so die Erträge steigern. Mehr davon verringert auch die Transpiration, also die Wasserabgabe durch die Blätter. Dies könnte theoretisch dazu führen, dass die Pflanzen in Zukunft regenarme Phasen besser überstehen können. Praktisch hängt der Wasserverbrauch eines Pflanzenbestandes aber nicht nur von der Transpirationsmenge pro Blatt ab, sondern von der Gesamtblattfläche und der Wasserabgabe aus dem Boden. Wie sich das komplexe Wirkungsgefüge zwischen CO2-Erhöhung, Transpiration der Pflanzen und der Boden-Verdunstung ausprägt, haben Wissenschaftler des Thünen-Instituts mit Hilfe einer großflächigen Freiland-CO2-Anreicherungsanlage untersucht.

Mehrere Faktoren spielen eine Rolle

In dem Versuch wurde über die gesamte Vegetationsperiode die CO2-Konzentration in Teilen eines Winterweizenfeldes künstlich erhöht, und zwar auf rund 600 ppm, das sind etwa 200 ppm mehr als heutzutage. Ein solcher Wert ist laut Weltklimarat in 50 bis 100 Jahren zu erwarten.

Bei sehr niedriger Stickstoffdüngung, die lückige Bestände zur Folge hat, konnte keine Ersparnis im saisonalen Wasserverbrauch beobachtet werden. Bei hoher Stickstoffdüngung und daraus resultierend dichten Beständen betrug die Ersparnis bis zu 15 Prozent. Verantwortlich für diese Unterschiede ist die Verdunstung aus dem Boden. Ihr Anteil am Wasserverbrauch eines Weizenbestandes von April bis Juli beträgt bei dichten Beständen etwa 10 Prozent. Bei lückigen Beständen mit geringer Bodenabschattung können auch Werte von 40 bis 50 Prozent erreicht werden.

Höhere CO2-Konzentration nutzen

Die erhöhte Kohlendioxid-Konzentration verringert die Transpiration der Pflanzen. Das führt zu einer höheren Bodenfeuchte im Oberboden. Die Boden-Verdunstung kann diesen positiven Effekt aber zunichtemachen. Wenn der Boden nur gering beschattet ist, verdunstet mehr Wasser aus dem Boden. Das bedeutet: Bei einer CO2-Erhöhung entscheidet die Düngung über die genügende Bewässerung der Pflanzen. Es entscheidet sich, ob das durch die geringere Transpiration eingesparte Wasser „vergeudet“ wird oder im Boden verbleibt. Auch die Dichte des Bestandes spielt dabei eine Rolle. Die gleichzeitige Förderung der Photosynthese und die Reduktion der Transpiration durch mehr Kohlendioxid steigert die Biomasseproduktion pro verbrauchter Wassermenge. Dieser positive CO2-Effekt auf den Gaswechsel der Pflanze lässt sich gezielt für das Pflanzenwachstum nutzen.

Agrarwissenschaftler Dr. Remy Manderscheid fasst zusammen: „Nach unseren Ergebnissen erscheint es wenig sinnvoll, die Düngung und damit die Bestandsdichte zu verringern, um so den Wasserverbrauch zu reduzieren.” Die Landwirtschaft könne so nicht an trockenere Bedingungen angepasst werden, auch wenn das derzeit in regenarmen südlichen Regionen so praktiziert werde. “In dichten, gut beschatteten Beständen ist die Wassernutzungseffizienz am größten und der positive CO2-Effekt kann voll wirksam werden”, weiß Manderscheid. Für vielversprechend hält der Wissenschaftler auch Verfahren, die geeignet sind, die Boden-Verdunstung gering zu halten. Das funktioniert beispielsweise mit Mulch über dem Saatgut. Mulch wird schon heute nicht nur als Düngemittel, sondern häufig auch als Pflanzenschutzmittel und zum Schutz des Bodens eingesetzt.

Okt 10

Dürre gefährdet auch Wintergetreide

Die Dürre im Sommer hat Nachwirkunen. Immer noch ausgetrocknete Böden lassen Landwirte um die Ernte des kommenden Jahre bangen.

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Foto: pixabay

Wanderer freuen sich über einen goldenen Oktober. Das was für die Genießer des schönen Wetters wunderbar ist, macht Landwirten Kopfzerbrechen. Die Trockenheit durch die Hitzewelle hat die Böden ausgetrocknet. Und es fehlt immer noch Regen. Die Aussaat des Wintergetreides ist gefährdet und somit die Ernte des kommenden Jahres, wie wetteronline.de berichtet. In Sachsen zum Beispiel sei die Getreideernte im Durchschnitt 10 bis 20 Prozent geringer ausgefallen als im Mittel der Vorjahres, so das Internetportal. Auch wenn sich das Wetter schon im September auf mitteleuropäische Verhältnisse eingependelt hat, der so wichtige Regen ist nicht in Aussicht. Wasserreserven sind im Boden kaum vorhanden.

Raps-Betriebe verzichten auf Aussaat

Im Osten haben viele Raps-Betriebe auf die Aussaat ganz verzichtet, schreibt wetteronline.de weiter. Betroffen seien vor allem Gegenden mit leichten, sandigen Böden. Der Pegel der Elbe in Dresden liege aktuell bei gut 60 Zentimeter. Der Normalstand wären zwei Meter. Zum Wassermangel kommen mehr Schädlinge, wie Blattläuse, Kohlfliegen und Borkenkäfer.

Ähnlich wie im Rekordsommer 2003

wetteronline.de zieht einen Verleicht zum Rekordsommer 2003. Der Wassermangel betrifft nicht nur Ostdeutschland, sondern fast die ganze Bundesrepublik. An der Elbe sind teilweise sogar Brunnen komplett ausgetrocknet.

Okt 03

Hitzewelle: Besonders Bäume in Hanglagen leiden unter Trockenheit

Durch die diesjährige Hitzewelle wurden die Wälder stark in Mitleidenschaft gezogen – mit unterschiedlichen Auswirkungen.

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Foto: pixabay

Die Landwirtschaft musste aufgrund der lange andauernden Hitzewelle in diesem Jahr Milliardenschäden hinnehmen. Experten verbinden das überdurchschnittlich warme Klima mit dem Klimawandel aufgrund des Treibhauseffekts. Doch nicht nur der Ackerbau ist betroffen, auch Bäume bekommen immer noch zu wenig Wasser. Der Boden ist ausgetrocknet. Wie die Bundesanstalt für Ernährung und Landwirtschaft (BLE) mitteilt, kommen gerade Bäume in Hanglagen an nicht genug Wasser.

Je tiefer die Wurzeln in den Untergrund reichen, desto mehr Wasser erhalten sie zwar, allerdings nicht überall. Je höher am Hang und je stärker die Sonneneinstrahlung, desto weniger Wasser ist verfügbar. Bäume in schattigen Muldenlagen sind in einer besseren Situation, denn hier sickert im Untergrund oft so genanntes „Hangzugwasser“ den Berg abwärts.

Bäume sind empfindlicher

Aber auch die Wälder in den Tallagen haben zu wenig Wasser. Ob alle jetzt schon entblätterten Laubbäume genug Reserven bilden konnten, wird sich erst im kommenden Frühjahr zeigen. Schädlingsbefall sorgte in diesem Sommer zusätzlich für viele Baumschäden.

Wie sehr die Bäume unter der Trockenheit leiden, lässt sich an der bereits einsetzenden Herbstverfärbung der Laubbäume erkennen: Mit der Verfärbung und dem Blattfall verhindern die Bäume, noch mehr Wasser zu verlieren. Sie treten in eine verfrühte „Winterruhe“.

Jungpflanzen sterben ab

Stark in Mitleidenschaft gezogen wurden auch Jungpflanzen, die noch keine tiefreichenden Wurzeln bilden konnten. Die Entwicklung dieser kleinen Bäume ist stark belastet, da viele Feinwurzeln durch die Trockenheit absterben. Dies hat Folgen für die kommenden Jahre, selbst wenn das Wetter wieder gemäßigter wird. Wie viele der Jungpflanzen vollständig abgestorben sind, wird sich ebenfalls erst im kommenden Frühjahr zeigen.

Unterschiedliche Auswirkungen der Hitzewelle

Fichten und Tannen leiden unter Borkenkäfern, Kiefern vor allem unter Insekten- und Pilzbefall. Ökologisch besonders wichtige Alteichenbestände wurden regional durch Eichenprozessionsspinner, Schwammspinner, Eichenprachtkäfer und weitere Insektenarten teilweise mehrfach hintereinander stark geschädigt.

Sep 26

Durch Dürre mehr CO2 in der Luft

Pflanzen reduzieren bei Dürre ihre Aktivität, der CO2-Austausch wird gemindert – ein bisher unbekannter Faktor in der Klimaforschung.

Foto: pixabay

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Mitteleuropa wurde dieses Jahr durch eine ungewöhnlich starke und lange Hitzeperiode heimgesucht. Die Folgen sind nicht nur Milliardenschäden in der Landwirtschaft und Stress für die Ökosysteme. Wissenschaftler, unter anderem der ETH Zürich, haben festgestellt, dass durch die Dürre auch die CO2-Konzentration in der Luft ansteigt. Experten bringen die vermehrten Hitzewellen mit dem Klimawandel in Verbindung – also ein Teufelskreis für das Klima.

Pflanzen reduzieren Aktivität

Pflanzen reduzieren ihre Aktivität, wenn durch Trockenzeit der Boden austrocknet. Sie sparen so Wasser, um ihr Gewebe zu erhalten. In der Folge können sie kein Kohlendioxid mehr aus der Umgebungsluft abscheiden und es verbleibt mehr in der Luft. In trockenen Jahren steige also die Konzentration von Kohlendioxid in der Atmosphäre schneller an, erklärt der Autor auf der Website des Deutschen Hochschulverbandes weiter. Weltweit sei dieser Effekt ausgeprägter als bisher angenommen.

Satelliten können Dürre messen

Des weiteren beschreiben die Forscher in der Studie die Möglichkeit, mit Satelliten die Verfügbarkeit von Wasser sehr genau zu messen. Pflanzen können dank ihrer Wurzeln auch Wasser aus tiefen Bodenregionen erreichen. Herkömmliche Satelliten sehen aber nur, was an der Oberfläche passiert. Sie können Ressourcen für die Wasserversorgung der Pflanzen in tiefen Bereichen nicht messen. Seit einigen Jahren wird eine neuartige Satellitenmission verwendet, um extrem kleine Veränderungen im Schwerefeld der Erde festzustellen. Veränderungen in der Wasserspeicherung verursachen genau solche kleinen Störungen des Gravitationsfeldes.

Wenn es in einer bestimmten Region eine große Dürre gibt, ist die Wassermasse dort geringer und die Schwerkraft in dieser Region etwas schwächer. Solche Schwankungen sind so klein, dass sie für den Menschen nicht wahrnehmbar sind. Aber mit Satellitenmessungen ist man jetzt in der Lage, größere Veränderungen in der Wassermasse mit einer Genauigkeit von etwa vier Zentimetern überall auf dem Planeten abzuschätzen. Dank dieser neuen Satellitenbeobachtungen können die Wissenschaftler den globalen Einfluss von Dürren auf die Nettokohlenstoffaufnahme der Ökosysteme messen. Der Faktor kann jetzt in die Klimaforschung miteinbezogen werden.

Sep 19

Dürre: Futterversorgung über den Winter nicht gesichert

Die “IG Benachteiligtes Gebiet” befürchtet, dass aufgrund der Dürre das Tierfutter in den Betrieben nicht über den Winter reicht.

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Foto: pixabay

Während der Hitzewelle mussten sich die Landwirte mit Tierhaltung um den Tierschutz und den Hitzeschutz kümmern. Jetzt ist klar: Nach der Erntebilanz von Silomais ist sich die Thüringer Interessensgemeinschaft Benachteiligtes Gebiet (IG Bena) sicher, dass das Futter für die Versorgung der Tierbestände nicht reicht. Das berichtet die “Thüringer Allgemeine”. Aufgrund der Dürre in diesem Jahr mussten die Betriebe um 30 Prozent weniger Ertrag auf Grünflächen verzeichnen.

Versorgung durch Dürre nicht gesichert

“Durch die außergewöhnliche Trockenheit von April bis August brachte der Mais nur sehr dünne, kleinwüchsige Bestände hervor. Diese zeigten kaum einen Kolbenansatz”, zitiert die Zeitung Astrid Hatzel, Vorsitzende der IG Bena. “Auf dem Grünland beziehungsweise auf den Ackerfutterflächen konnte zudem häufig nur ein erster Schnitt geerntet werden”, so Hatzel weiter. Der zweite Schnitt sei oftmals ausgeblieben und ein dritter sei gar nicht möglich gewesen. Betroffen sind Betriebe, die Rinder oder Schafe halten. Die Tiere können laut Hatzel nicht bis nächstes Jahr versorgt werden: “Bereits jetzt müssen viele Tierhalter die Wintervorräte verfüttern. Zudem befürchtet sie, dass viele Landwirte ihre Tierbestände abbauen müssen.

Direktzahlungen vorziehen

Die angespannte Futtersituation zwingt viele Betriebe zum zusätzlichen Ankauf von Futter. Für kleine Betriebe sei das keine Option, so Hatzel. Die Preise für Futtermittel sind extrem gestiegen. Deshalb fordert die IG Bena, dass Direktzahlungen vorgezogen werden. Auch Gelder aus dem Kulturlandschaftsprogramm müssten laut der IG herangezogen werden. “Vielen Landwirten, gerade im benachteiligten Gebiet, fehlt derzeit schlicht das Geld”, so die Vorsitzende in deThüringer Allgemeinen.

Sep 13

Klimawandel: Waldumbau gegen Borkenkäfer?

Ein wärmeres Klima durch den Klimawandel begünstigt Schädlinge. Der NABU fordert, das Problem langfristig auf natürliche Weise zu lösen.

Foto: pixabay

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Die Hitzewelle im Frühsommer und Sommer führte nicht nur zu einer stärkeren Population der Wespen. Sie hat auch dazu geführt, dass die Population der Borkenkäfer explodierte. Dazu kommt, dass die durch die Trockenheit bedingten Waldbrände abgestorbenen Fichten gute Nistplätze für die Schädlinge sind. Zum Schutz der Wälder werden Pestizide eingesetzt. Der Naturschutzbund (NABU) sieht aber ein grundsätzliches Problem: Die Käferplage durch den Klimawandel könne nicht durch Gift bekämpft werden.

Klimawandel begünstigt Entwicklung von Schädlingen

„Die Fichtenforste machen seit vielen Jahren sehr deutlich, wie anfällig sie gegenüber extremen Wetterereignissen sind. Dürre und Hitze haben in diesem Jahr auch den Borkenkäfer-Befall begünstigt”, so NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Das Insekt hatte bereits mit einem warmen April optimale Bedingungen. “Auch durch Stürme haben vorgeschädigte Wälder dem Borkenkäfer weniger entgegenzusetzen“, erklärt Miller. Besonders betroffen von Borkenkäfermassenvermehrungen sind Bundesländer mit einem hohen Fichtenanteil. Dazu zählen Bayern, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Thüringen und Baden-Württemberg.

Ist ein Waldumbau besser als Pestizide?

Der NABU kritisiert, dass beim öffentlichen Wald vor allem wirtschaftliche Interessen das Maß aller Dinge seien und den Pestizideinsatz gegen Schädlinge. „Aus den Fehlern der vergangenen Jahrzehnte müssen wir schneller lernen”, sagt Miller. “Es zeigt sich immer wieder – je naturnäher der Wald, desto weniger anfällig ist er gegen extreme Wetterereignisse, die durch den Klimawandel immer häufiger auftreten“, so der Bundesgeschäftsführer.

NABU-Waldexperte Stefan Adler ergänzt: „Wir können nicht über Jahre mit Gift gegen die Klimaveränderung ankämpfen.” Kurzfristige Lösungen seien nicht vorhanden. Mittel- bis langfristig helfe nur der Waldumbau hin zu naturnahen Laub- und Mischwäldern. Er fordert, von der Forstwirtschaft, Fichten nicht mehr durch Douglasien und andere schnellwachsende Nadelbaumarten zu ersetzen.

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