Kategorienarchiv: Lasst uns übers Wetter reden!

Jul 11

Klimawandel: Bald südfranzösische Verhältnisse in Berlin?

Die Erderwärmung könnte zu einer Verschiebung der Temperaturen sowie zu einer Veränderung von Fauna und Flora führen: Mediterranes Klima in Deutschland, wüstenartige Vegetation am Mittelmeer.

Foto: Monika Neumann/pixelio.de (Symbolbild)

Foto: Monika Neumann/pixelio.de (Symbolbild)

Seit Monaten ist es in vielen Regionen Deutschlands viel zu trocken. „Unter Umständen nähern sich Hitze und Trockenheit in der kommenden Woche einem neuen Höhepunkt”, prognostiziert Meteorologe Dominik Jung vom Wetterportal wetter.net gegenüber dem “Tagesspiegel”. Experten führen die Entwicklung auf den Klimawandel durch den Treibhauseffekt zurück.

Mittelfristige Veränderung

Bereits bis Ende des 21. Jahrhunderts könnte es in Deutschland durchschnittlich 4 Grad wärmer sein als Ende der 1990er Jahre. Die Zeitung beruft sich dabei auf Modellrechnungen des Klimaforschungsverbundes “Reklies”. Der Anstieg der Durchschnittstemperatur würde auch mit mehr Hitzetagen über 30 Grad Celsius einhergehen. Die Anzahl würde im deutschen Durchschnitt bis Ende des Jahrhunderts von derzeit vier auf 25 ansteigen. In Berlin wäre es dann so warm wie zum Beispiel im südfranzösischen Montélimar. In den wärmeren Regionen der Bundesrepublik sind heute schon 15 solcher heißen Tage pro Jahr normal. In Karlsruhe und Freiburg würde die Anzahl der Tage über 30 Grad auf 50 ansteigen.

Während sich Sonnenhungrige über solche Prognosen freuen, sind damit aber auch Risiken verbunden. Extremwetterereignisse, wie Stürme und Hochwasser, würden zunehmen.

Wüstenartige Vegetation in Südeuropa

Die prognostizierte Klimaverschiebung würde auch den Mittelmeerraum betreffen. Studien zufolge soll es dort noch weniger Laubwälder und mehr Landschaften mit Zwergsträuchern geben. Der für Sizilien, Südspanien, Zypern oder Kreta typische Macchia-Bewuchs könnte innerhalb der nächsten 100 Jahre einer wüstenartigen Vegetation weichen, beruft sich der “Tagesspiegel” auf Studien. Unter anderem haben Wissenschaftler der Universität Aix-Marseille das mögliche Szenario untersucht.

Jul 04

Deshalb sterben Fische in deutschen Gewässern

Durch die Hitze als Folge der Klimaerwärmung haben Gewässer zu wenig Sauerstoff für die Fische.

Foto: pixabay '(Symbolbild)

Foto: pixabay ‚(Symbolbild)

In Fließgewässern, aber auch in Teichen kommt es seit einigen Tagen zum Fischsterben. Die Verendung der Tiere ist aber nicht auf die Wasserqualität zurückzuführen. Vielmehr macht die anhaltende Hitze den Fischen zu schaffen. Die Gewässer haben aufgrund der hohen Außentemperatur zu wenig Sauerstoff. Vor allem ist Norddeutschland betroffen. Wie die Welt berichtet, sieht die Hamburger Umweltbehörde ein nachhaltiges Problem.

„Die aktuelle Situation ist schon kritisch und wird sich in den kommenden Tagen weiter verschärfen“, sagte Behördensprecher Björn Marzahn der Zeitung bereits im Juni. Unter anderem im Aßmannkanal in Wilhelmsburg und im Lohmühlenteich in Harburg hätten bereits verendete Fische abgefischt werden müssen.

Auch Regen würde nicht helfen

Unter vier Milligramm Sauerstoff pro Liter Wasser gelten als kritisch für Fische. An der Messstation Bunthaus in der Tideelbe sei jetzt eine Konzentration von 2,8 Milligramm ermittelt worden, erklärte Marzahn der Welt. An einer anderen Stelle habe der Wert sogar unter 1,3 Milligramm gelegen. In Blankenese sei es mit 1,4 Milligramm Sauerstoff pro Liter kaum besser gewesen. Betroffen sind auch Fischarten in kleineren Gewässerläufen, Teichen und Rückhaltebecken. Selbst Starkregen würde nicht helfen, weil dadurch zusätzlich Sedimente in die Gewässer gespült würden.

Jun 27

Stress für Pflanzen durch Wetter-Achterbahn

Das Agrarwetter im Frühjahr bedeutete Stress für Landwirte und deren Pflanzen.

Foto: pixabay (Symbolbild)

Foto: pixabay (Symbolbild)

Das Wetter hatte im Frühjahr extrem unterschiedliche Ausprägungen. Wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) zusammenfasst, waren die Pflanzen zwischen Hitze und winterlichen Temperaturen allen Wettersituationen ausgesetzt. Nach dem unterkühlten März explodierte die Vegetation im April. Auch der Mai war trocken und sehr warm. In den vergangenen Wochen führte eine niedrige Bodenfeuchte zu Trockenstress bei Pflanzen und Waldbrandgefahr.

Winterruhe im März

Der März war von zwei Kältewellen geprägt. Schnee und Dauerfrost machten die Ausbringung von Gülle und Dünger unmöglich. Ein Frühlingsintermezzo konnte die Probleme aufgrund des verspäteten Winters kaum wettmachen. Die noch allgemein hohe Bodenfeuchte verhinderte in vielen Regionen den Start der Feldarbeiten. An eine Aussaat war nicht zu denken. Die Pflanzenentwicklung lag ein bis zwei Wochen hinter den Normalwerten. Erst in den letzten Märztagen konnte vereinzelt die 200-Grad-Temperatursumme, welche den Beginn des Grünlandwachstums charakterisiert, erreicht werden.

Im April explodierte die Pflanzenwelt

Im April standen Hochdruckgebiete im Mittelpunkt. So herrschten bereits zu Beginn des Monats frühlingshafte, ab Monatsmitte sogar sommerliche Temperaturen. In vielen Bundesländern war der April der wärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Durch die plötzliche Wärme und wenig Niederschläge trockneten aber auch Böden aus. Während der Sommerpflanzenbestand bei günstigen Bodenverhältnissen ausgesät werden konnte,  wurde später auf leichten Böden allmählich das Wasser knapp. In Süddeutschland war hingegen das Waldbrandrisiko vielfach hoch. Bei der trocken-warmen Witterung explodierte die Pflanzenentwicklung förmlich – inklusive des Pollenflugs. Der März-Rückstand wurde aufgeholt, am Monatsende lagen die Werte im Normalbereich. Wintergetreide und Winterraps entwickelten sich rasch.

Unwetterwarnungen und Trockenheit im Mai

Im Mai setzte sich die warme Witterung fort. Von Monatsanfang bis Monatsende wurde es immer wärmer. Hohe Temperaturen und eine starke Einstrahlung ließen die Verdunstungsraten auf 6 – 8 Millimeter pro Tag ansteigen. Vor allem im Norden und Osten herrschte große Trockenheit. Viele Landwirte konnten sich nur mit Beregnungsanlagen gegen die für das Landwirtschaftswetter zu warmen Temperaturen helfen. Auf nicht beregneten und sandigen Standorten kam es bei Wintergetreide, Sommergetreide und Kartoffeln zu Trockenschäden. In einigen Gegenden sorgten teils heftige Gewitter für Unwetterschäden. Das warme Wetter begünstigte auch die Ausbreitung tierischer Schädlinge wie Kriebelmücke, Läuse, Kirschfrucht- und Kirschessigfliege.

Jun 20

Neue Solarzellen funktionieren auch bei Regen

Chinesischen Forschern ist es gelungen, Solarzellen eine Zweitfunktion zu geben, die Regentropfen in Energie verwandelt.

Foto: pixabay

Foto: pixabay

Solarstrom ist im Sinne des Umweltschutz neben Windenergie und Biomasse eine wichtige regenerative Energie. Der Nachteil von Solarzellen ist, dass sie nur bei Sonnenschein funktionieren – bis jetzt. Denn Forscher der Soochow University in China haben jetzt eine Möglichkeit gefunden, Solarmodule auch bei Regen zu nutzen. Wie die Süddeutsche Zeitung (SZ) berichtet, haben die Wissenschaftler eine Solarzelle mit einem tribiolektrischen Nanogenerator kombiniert.

Bekannter Effekt

Beim tribiolektrischen Effekt entsteht durch den Kontakt zweier Materialien und anschließender Trennung elektrische Aufladung. Eines der Materialien sind in diesem Fall die Regentropfen. Den Effekt kennt man vom Kämmen frisch getrockneter Haare, wenn sich der Kamm elektrisch auflädt. Die Methode funktioniert mit einer Art Sandwich aus Siliziumkristall, einer transparenten Zwischenlage aus leitfähigem Kunststoff und einer Silikonschicht. Darin teilen sich Solarzelle und Regenwandler die Kontstofflage als Elektrode. Die Kunststoff- und Silikonschicht sind mit Rillen versehen. Davon profitieren sowohl die Verwandlung von Regentropfen- als auch die der Sonnenstrahlen in Energie. Die Rillen vergrößern den Kontakt zu den Regentropfen und fangen mehr Sonnenlicht ein, weil weniger weggespiegelt wird.

Die Kombination von Silizium mit leitfähigem Kunststoff wird erst seit ein paar Jahren untersucht und ist keine rein chinesische Erfindung. Auch das Institut für Solarenergieforschung in Hameln und das Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie beschäftigen sich mit der kostengünstigen Variante klassischer Siliziumsolarzellen.

Veröffentlicht haben die chinesischen Wissenschaftler ihre Entwicklung im Fachblatt “ACS Nano”.

Jun 13

Hitze bereitet ostdeutschen Landwirten Probleme

Die Hitzewelle in Sachsen-Anhalt macht Menschen, Pflanzen und Tieren zu schaffen.

Foto: pixabay (Symbolbild)

Foto: pixabay (Symbolbild)

Vor allem die Landwirte im Osten Deutschlands haben mit der anhaltenden Hitzeperiode zu kämpfen. Beim Getreide hat bereits die Notreife eingesetzt. So bezeichnet man das vorzeitige Erhärten der Getreidekörner wegen der Unterbrechung der Stoffzufuhr. Dass Regen noch etwas bringen stellt Wolfgang Minning vom Bauernverband Mansfeld-Südharz der Mitteldeutschen Zeitung (MZ) gegenüber in Frage: “Vielleicht kann er noch zu einer ordentlichen Kornfüllung führen, so dass die Bauern bei der Ernte nicht nur leeres Stroh dreschen müssen.” Als Hauptproblem sieht Minning nicht einmal die Trockenheit selbst, wie er der Zeitung erklärte. Dass es in den ersten fünf Monaten des Jahres nur 120 bis 130 Millimeter Niederschlag gebe, sei normal. Aber in Verbindung mit den hohen Temperaturen steige die Verdunstung.

Kühe geben weniger Milch

Nicht nur auf die Pflanzen hat hat das trocken heiße Wetter Einfluss, auch auf die Kühe. Wie ein Landwirt aus Sachsen-Anhalt der MZ berichtete, verkaufe er derzeit um 800 Kilogramm weniger Milch pro Tag als bei normaler Witterung. Zusätzlich zu den niedrigen Milchpreisen ist das ein weiterer Verlust. Die Hitze macht laut dem Landwirt auch mehr Arbeit. Da die Nutztiere mehr saufen, müssten die Tränken öfter gereinigt werden. Das Futtergemisch müsse häufiger gedreht werden, damit es die Frische nicht verliert, erzählte er der Zeitung.

Das Agrarwetter immer im Blick

gruuna, ein Tochterunternehmen der auf landwirtschaftliches Risikomanagement spezialisierten gvf VersicherungsMakler AG, bietet eine digitale Wetterstation für Landwirte an. Diese erhebt alle relevanten Daten des Landwirtschaftswetters direkt am Bestand. Über die App gruuna Wetter und die Erweiterung Premetor erhalten der Betriebsleiter und die Mitarbeiter rechtzeitig Warnmeldungen direkt auf das Smartphone. Diese beinhalten empfohlene Handlungsweisen, um Schäden durch Wettergefahren zu minimieren oder sogar zu verhindern. “Die Wetterversicherung” nutzt ebenfalls diese Daten. Durch diese Risikoversicherung wird es möglich, Ertragsverluste durch Wetterereignisse, wie Überschwemmungen, Frost oder eben Frühsommertrockenheit auszugleichen und den Ertrag somit planbar zu machen.

Jun 06

Deshalb ist das Unwettertief “Wilma” noch nicht vorüber

Trotz des großteils sonnigen Wetters kann es in den nächsten Tagen erneut zu heftigen Unwettern kommen.

Foto: pixabay

Foto: pixabay

Vergangene Woche kam es in weiten Teilen Deutschlands zu Überschwemmungen durch das Tief “Wilma”. Trotz des derzeit sonnigen Wetters kann aber noch nicht Entwarnung gegeben werden. Laut der interaktiven Karte der Unwetterzentrale sind vor allem für den Süden und den Südwesten Vorwarnungen  ausgegeben. In den kommenden Tagen kann es in Teilen Deutschlands erneut zu Unwettern kommen.

Wetterlage ist blockiert

Die anhaltende Unwetterlage ist auf eine “Blockade” des Tiefs “Wilma” zurückzuführen, das schon vergangene Woche für Blitz, Donner und Regen gesorgt hat. Normalerweise ist das mitteleuropäische Wetter von schell durchziehendem und wechselhaftem Westwetter geprägt. Doch “Wilma” ist durch ein Hoch über dem Nordmeer blockiert und kann nicht weiterziehen. Ein weiterer Grund für das “Verweilen” des Tiefs sind schwache Luftdruckgegensätze und kaum Höhenwinde. Das hindert die Wetterlage ebenfalls am Weiterziehen. Das letzte Mal war so eine Situation vor zwei Jahren, ebenfalls im Mai und Juni, zu beobachten. Glück im Unglück: Dieses Jahr ist das Tief nicht so stark wie 2016. Das Zentrum ist auch nicht über Deutschland, sondern über Frankreich.

Unwetterschäden digital vorbeugen

gruuna, ein Tochterunternehmen der auf landwirtschaftliches Risikomanagement spezialisierten gvf VersicherungsMakler AG, hat eine digitale Wetterstation für Landwirte entwickelt. Diese erhebt alle relevanten Wetterdaten direkt am Bestand. Über die App gruuna Wetter und die Erweiterung Premetor erhalten der Betriebsleiter und die Mitarbeiter rechtzeitig Warnmeldungen direkt auf das Smartphone. Diese beinhalten empfohlene Handlungsweisen, um Schäden durch Wettergefahren zu minimieren oder sogar zu verhindern.

 

Mai 30

In Sachsen-Anhalt drohen Ernteausfälle

In Sachsen-Anhalt befürchten Landwirte und Kleingärtner Ernteausfälle durch Trockenheit.

Foto: pixabay (Symbolbild)

Foto: pixabay (Symbolbild)

Nicht nur die Frostgefahr macht Landwirten zu schaffen, auch Trockenheit. Tendenziell wird es in unserer Region wärmer. Ein Grund ist die Erderwärmung durch CO2-Emissionen.
Wie der MDR auf seiner Internetseite berichtet, machen sich derzeit die Landwirte in Sachsen-Anhalt Sorgen um ihre Erträge. Seit Wochen ist es schon zu trocken. In den nächsten Tagen kann es zwar zu Regenschauern kommen, doch laut MDR-Wetterstudio werden diese nicht ausreichen. Vor allem die Waldbrandgefahr ist durch die Trockenheit hoch.

Höchste Waldbrandstufe

In weiten Teilen des Landes gilt Waldbrandstufe 5. Das ist die höchste Warnstufe. Diese bedeutet: Die Forstbehörden und Waldeigentümer können betroffene Waldgebiete sperren. Jegliches Betreten und Befahren ist somit untersagt. Ausnahmen gelten nur für die durch die Forstbehörde genehmigten Arbeiten sowie natürlich Einsatzkräfte.

Absicherung gegen Trockenschäden und mehr

Durch die Veränderung des Klimas wird es immer wichtiger, dass sich gerade Pflanzenbaubetriebe gegen Schäden durch Naturgewalten versichern. Auch Verbände raten zu professionellem Risikomanagement. Die Chemnitzer gvf Die spezielle Wetterversicherung für landwirtschaftliche Betriebe löst das Problem. Sinken Erträge durch Wettereinflüsse, entstehen Einnahmeverluste und Zusatzausgaben. Diese werden durch diese Risikoabsicherung geglättet, sodass das Jahresergebnis kalkulierbar bleibt. “Die Wetterversicherung” wird betriebsindividuell gegen die für die jeweiligen Feldfrüchte riskanten Ausprägungen versichert. Um das Agrarwetter am eigenen Standort immer im Blick zu haben, hat gruuna, ein Tochterunternehmen der gvf VersicherungsMakler AG, eine digitale Wetterstation entwickelt. Diese zeigt alle relevanten Daten direkt am Bestand.

Mai 23

Für wen zahlt sich eine Solarstromanlage aus?

Eine Solarstromanlage auf dem eigenen Hausdach schützt nicht nur das Klima, sondern kann sich auch rechnen.

Foto: Grammer Solar/R. Ettl

Foto: Grammer Solar/R. Ettl

Umweltschutz ist in aller Munde. Um dem Klimawandel entgegenzuwirken, sollte man auf regenerative Energien setzen. Dazu zählen Strom aus Windenergie und Biomasse oder auch Solarstrom. Dieser empfiehlt sich für Eigenheimbesitzer. Doch unter welchen Voraussetzungen zahlt sich aus, Energie aus der Sonne selbst zu erzeugen?

Nicht nur für Top-Verdiener

Dass eine Solarstromanlage nicht nur etwas für Top-Verdiener ist, darauf weist die Verbraucherzentrale NRW hin. Photovoltaikanlagen kommen auch für kühle Rechner in Frage, denen etwa ein Förderkredit die Investition ermöglicht. Der eigene Solarstrom könne sich langfristig nicht nur für das Klima, sondern auch finanziell lohnen.

Wirtschaftlichkeit von Solarstromanlagen

Himmelsrichtung: Optimal sind Süddächer, aber auch auf Ost- und Westdächern können Anlagen wirtschaftlich sein. Wichtig ist, dass möglichst kein Schatten auf die Module fällt und das für die Laufzeit der Anlage auch so bleibt.

Beschaffenheit des Daches: Flachdächer sind ebenso geeignet wie Dächer mit Neigung. An Fläche benötigt eine Photovoltaikanlage rund acht Quadratmeter pro Kilowatt Nennleistung. Wichtig ist, dass eine eventuell nötige Dachsanierung vorab erledigt wird. Ist die Anlage einmal montiert, werden solche Arbeiten aufwändiger und teurer.

Größe und Kosten: Für je 1.000 Kilowattstunden Strom, die ein Haushalt pro Jahr verbraucht, sollte mindestens ein Kilowatt Nennleistung (kWp, Kilowatt Peak) eingeplant werden. Das kostet inklusive Installation jeweils etwa 1.200 bis 1.600 Euro netto. Mehr als 10 kWp sollten Privatleute nicht einplanen. Jenseits dieser Grenze gelten andere Vorgaben,  die den Betrieb komplizierter und weniger wirtschaftlich machen. Für die Anlage können staatliche Förderkredite der KfW genutzt werden.

Strommenge: Wie viel Strom vom Dach fließt, hängt unter anderem von Standort, Neigung und Ausrichtung der Anlage ab. Für erste Abschätzungen sind in Nordrhein-Westfalen auf einem optimalen Süddach jährlich 850 bis 950 Kilowattstunden pro Kilowatt Nennleistung zu veranschlagen.

Energie zu Geld machen: Finanzielle Erträge entstehen auf zwei Wegen: Durch den Verbrauch des Solarstroms im eigenen Haushalt und durch die Einspeisung in das Netz. Die Einspeisung einer Kilowattstunde bringt bei Neuanlagen derzeit etwas mehr als 12 Cent, garantiert für 20 Jahre. Eine Kilowattstunde Strom aus dem Netz kostet mindestens 25 Cent. Der Direktverbrauch spart also deutlich mehr ein, als der Verkauf einbringt.

Selbstverbrauch: Die nächtliche Stromversorgung wird durch einen Batteriespeicher sichergestellt. Eine attraktive Förderung bietet hierfür vor allem das Land Nordrhein-Westfalen mit einem Zuschuss aus dem progres.nrw-Programm. Dieser ist auch mit weiteren Förderkrediten kombinierbar.

Elektro-Auto selbst versorgen: Auch ein Elektroauto kann den kann den Anteil des Direktverbrauchs erhöhen, wenn die Photovoltaikanlage eine Ladestation speist. Dafür gibt es Fördermittel.

Bürokratie: Eine Solarstromanlage muss beim örtlichen Netzbetreiber und bei der Bundesnetzagentur angemeldet werden. Für ersteres ist der Installationsbetrieb zuständig. In der Folgezeit müssen Anlagenbetreiber ihre Werte zur Erzeugung und Einspeisung regelmäßig an den Netzbetreiber melden, sofern dieser nicht ohnehin die Zähler betreibt und die Abrechnung übernimmt. Weil es steuerlich einige Möglichkeiten gibt, ist vor der Investition eine Steuerberatung zu empfehlen.

In NRW bietet die Verbraucherzentrale 90-minütige Beratungsgespräche für Eigenheimbesitzer an (60 Euro, Tel. 0211 / 33 996 555). Mehr Informationen und eine Broschüre zum Download gibt es unter www.verbraucherzentrale.nrw/sonne-im-tank.

Mai 16

Deutschland bei Reise-CO2-Ausstoß ganz vorne

Flugreisen sind für den Klimaschutz eine große Belastung. In einem Projekt sollen deshalb regionale Reiseziele in Deutschland bekannter gemacht werden

Foto: pixabay

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Kaum ein Land verursacht mehr CO2-Emissionen durch das Reisen als Deutschland. Nach den USA und China liegt das vergleichsweise kleine Deutschland beim CO2-Ausstoß durch reisen an dritter Stelle. Das ergab eine Studie der Universität Sydney. Als Gründe nennen die Autoren Wohlstand, Reisefreude und günstige Flugreisen. Und sie befürchten eine weitere Zunahme der Umweltverschmutzung durch den Tourismus. Das Projekt „Katzensprung – Kleine Wege. Große Erlebnisse“ möchte im Kampf gegen den Klimawandel nun diesem Trend mit spannenden Ideen für Reisen in die Nähe entgegenwirken.

Kluft zwischen Wunsch und Wirklichkeit

Die Menschen wissen um den Treibhauseffekt. Laut einer Umfrage des Bundesumweltministeriums (BMUB) legen die Deutschen dennoch auf Nachhaltigkeit wert und würden gerne klimaschonend Urlaub machen. Doch die Ideen fehlen. Das Projekt “Katzensprung” sei angetreten, um die Kluft zwischen Wunsch und Wirklichkeit zu verringern, heißt es von den Verantwortlichen.

Das Projektteam hat in einem Wettbewerb spannende Reisebeispiele in Deutschland gesucht. Initiatoren sind der Verband deutscher Naturparke, die Unternehmen Compass, der fairkehr Verlag und die tippingpoints Agentur. Die Ideen werden derzeit über Social Media, die Website und das Katzensprung-Reisemagazin aufbereitet. „Es gibt beim Reisen ein über Jahrzehnte eingeübtes Verhalten, das von der Reiseindustrie durch ganz viel Werbung immer wieder untermauert und von den Verbrauchern kaum hinterfragt wird“, so Regine Gwinner, Chefredakteurin des neuen Reisemagazins “Katzensprung”.

„Wir zeigen, dass besondere Reiseerlebnisse auch in der Nähe zu haben sind und nicht nur in Verbindung mit einer Flugreise.“ Denn in der BMUB-Umfrage sagen die Befragten, dass es wenig Angebote auf dem regionalen Reisemarkt gäbe, beziehungsweise diese schwer zu finden seien. “Katzensprung” will gerade junge Leute mit Reiseideen in Deutschland versorgen.

Mai 09

Klimawandel: Persönlichen Klimaschutz online planen

Ein neues Internetportal des Bundesumweltministeriums hilft beim privaten Klimaschutz.

Jeder einzelne kann helfen, den Klimawandel zu stoppen, ob durch den bewussten Einsatz des Autos oder durch die Nutzung regenerativer Energien. Das neue Internetportal www.mein-klimaschutz.de des Bundesumweltministeriums beantwortet ab sofort Fragen zum Klimaschutz zu Hause und unterwegs. Verbraucher finden Tipps und Beispiele, wie sie wirksam CO2 vermeiden und so etwas gegen die Klimaerwärmung tun können. Das Portal ist Teil der Mitmachkampagne „Mein Klimaschutz“, die im Auftrag des Bundesumweltministeriums von co2online durchgeführt wird.

“Klimaschutz ist dann erfolgreich, wenn er die Bürgerinnen und Bürger einbezieht und sie beim Mitmachen unterstützt. Denn privat gibt es viele Möglichkeiten, den CO2-Fußabdruck zu verkleinern”,  so Bundesumweltministerin Svenja Schulze.

Ziel der Mitmachkampagne und der neuen Internetseite ist es, Verbrauchern dabei zu helfen, ihren Energieverbrauch und CO2-Ausstoß abzuschätzen und ihr individuelles Sparpotenzial zu erkennen. Auf der Internetseite finden sich Antworten auf die häufigsten Fragen rund um privat machbaren Klimaschutz und Tipps für die Umsetzung.

Von Verbrauchern für Verbraucher

Verknüpft werden die Antworten mit persönlichen Erfahrungen und Empfehlungen von Verbraucherinnen und Verbrauchern. Wer sich bereits mit einer konkreten Maßnahme für den Klimaschutz engagiert oder dies plant, kann sich auf einer interaktiven Deutschlandkarte eintragen. Eingebunden sind auch weiterführende Angebote Dritter wie Online-Ratgeber oder ausführliche Themen-Dossiers. In Verbindung mit verschiedenen Angeboten zum Dialog, sollen so auch Wissensaustausch und regionale Netzwerke gestärkt werden.

Private Haushalte in Deutschland verbrauchen gut ein Viertel der Energie. Oft sind Maßnahmen, die den CO2-Ausstoß mindern, nicht nur gut für das Klima. Sie führen häufig auch zu Kosteneinsparungen, mehr Komfort oder sogar zu besserer Gesundheit.

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