Kategorienarchiv: Lasst uns übers Wetter reden!

Aug 14

Klimawandel: Forscher über den steigenden Druck auf die Landwirte

Der Biologe Alexander Popp, Co-Autor der aktuellen Studie des Weltklimarates, sprach mit Spiegel Online über die Rolle der Landwirtschaft beim Klimawandel.

klimawandel

Foto: pixabay (Symbolbild)

In einem Interview mit Spiegel Online spricht Alexander Popp vom Potsdam-Institut für Klimaforschung über die Situation der Landwirtschaft. Er sagt: “Der Druck auf die Bauern wird zunehmen.” Der Biologe ist einer der Leitautoren des vor kurzem vom Weltklimarat IPPC veröffentlichten Sonderberichts zur Klima-Land-Wechselwirkung und die Rolle der Landwirtschaft beim Klimawandel.

Forscher sieht Fleischsteuer als Mittel gegen den Klimawandel

Aus dem IPPC-Bericht gehe hervor, dass eine Wende in der Landnutzung nötig sei, um die Klimaziele zu erreichen. Die Fleischsteuer, über die diskutiert wird, sieht Popp durchaus als probates Mittel, um die Landnutzung zu ändern. “Klar ist”, so der Wissenschaftler, “Weniger Fleischkonsum hilft dem Tierwohl und unserer Gesundheit”. Allerdings dürfe eine Steuererhöhung einkommensschwache Menschen nicht stärker treffen. Gleichzeitig nimmt er die Verbraucher in die Pflicht. “Um die Fleischproduktion zu reduzieren, müssen wir unser Konsumverhalten ändern. Die Bauern produzieren, das was die Verbraucher wollen. Klimaschutz fängt beim Einkaufen an”, so Popp zu Spiegel Online.

Lachgas gelangt in die Atmosphäre

In der Überdüngung der landwirtschaftlichen Flächen sieht der Biologe ein “großes Problem” und nennt dabei einen zweiten Faktor, der als umweltschädlich gilt: Nicht nur das Grundwasser ist gefährdet, durch chemische Prozesse gelangt auch klimaschädliches Lachgas in die Atmosphäre. “Der politische und gesellschaftliche Druck auf die Bauern, effizienter zu düngen, wird also sicher zunehmen”, so Popp. Lösungsansätze nannte er im Interview mit Spiegel Online nicht.

Blumenerde schlecht für das Klima

Allerdings erwähnt Alexander Popp in dem Interview auch einen Aspekt über den weniger gesprochen wird als über die Auswirkungen der Landwirtschaft: “Auch torfhaltige Blumenerde hat schwerwiegende Folgen für das Klima.” Die Moore, in denen Torf entsteht, setzen Treibhausgas frei, wenn sie austrocknen. Deshalb spricht er sich für die Renaturierung der Moore aus. “Wenn diese einstigen Feuchtflächen wiedervernässt werden, können sie auch wieder als Treibhausgasspeicher fungieren”, so der Forscher zu Spiegel Online. Derzeit machen laut Popp trockengelegte Moore rund vier Prozent der deutschen Treibhausgasemissionen aus.

Das ganze Interview mit Alexander Popp ist auf Spiegel Online zu lesen.

Aug 07

UV-Strahlen: Erste Messstation in Mitteldeutschland

Die UV-Strahlen der Sonne werden zunehmend intensiver. Bundesweite Messstationen informieren über die aktuellen Werte.

UV-Strahlen

Foto: Rico Hengst/TROPOS

In vielen Branchen müssen sich die Menschen der Sonne aussetzen, dazu zählt die Landwirtschaft. Gerade in den Hitze-Sommern, an die wir uns laut Experten gewöhnen müssen, ist es wichtig, sich zu vor den gesundheitsschädlichen UV-Strahlen zu schützen. In Melpitz bei Torgau wurde nun die erste UV-Messstation in Mitteldeutschland in Betrieb genommen. Sie wird vom Leibniz-Instituts für Troposphärenforschung (TROPOS) zusammen mit dem Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) betrieben.

UV-Strahlen werden bundesweit gemessen

Durch das bundesweite Netz von derzeit 13 Stationen wird informiert, wie stark sich die Bevölkerung vor der Sonne schützen sollte. Ultraviolette Strahlung im Wellenlängenbereich von 100 bis 400 Nanometer (nm) ist der energiereichste Teil der solaren Einstrahlung. Sie kann nicht mit menschlichen Sinnesorganen wahrgenommen werden, ist aber die Ursache für starke Wirkungen auf Haut wie Sonnenbrand oder im schlimmsten Fall Hautkrebs.

Gesundheitsgefahr durch Klimawandel

Der Klimawandel wirkt sich mehrfach auf die UV-Strahlung aus: Mehr sonnige Tage führen zu mehr Tagen mit hohen UV-Werten. Im Frühjahr können je nach Wetterlage in der Atmosphäre sogenannte Mini-Ozonlöcher auftreten, die den UV-Index bereits Ende März stärker ansteigen lassen als noch vor ein paar Jahren. Darüber hinaus erholt sich auch die Ozonschicht nicht in dem Maße wie ursprünglich prognostiziert. Das bedeutet, dass die UV-Belastung für jeden Einzelnen steigen kann und damit auch das Risiko für ernsthafte Erkrankungen der Haut und der Augen.

Sonnenschutz auch im öffentlichen Raum berücksichtigen

Das BfS rät Menschen, denen es aus beruflicher Sicht möglich ist, zum Schutz vor UV-Strahlung starke Sonne zunächst zu meiden. Ansonsten hilft geeignete Kleidung mit hohem Lichtschutzfaktor und sich mit Sonnenmilch mit hohem Lichtschutzfaktor einzucremen. Neben dem individuellen Schutz spielen aber auch die Rahmenbedingungen eine Rolle. Das BfS setzt sich gemeinsam mit weiteren Partnern im UV-Schutz-Bündnis dafür ein, dass bei Planungen schattige Flächen berücksichtigt werden. Darauf sollte demnach zum Beispiel bei Kindergärten und Schulen, Sportstätten, öffentlichen Räumen und Arbeitsplätzen geachtet werden.

Auf der Internetseite des BfS kann sich jeder über die aktuellen UV-Werte in seiner Region informieren.

Jul 31

Hitzefrei eine Option für die Landwirtschaft?

Die Grünen im Bundestag fordern bundesweit gesetzliches Hitzefrei. Wäre das für die Landwirtschaft möglich?

hitzefrei

Foto: geralt/pixabay.com

2018 über Wochen extreme Hitze und Dürre herrschte und daraus Ernteeinbußen folgten, wurden dieses Jahr erneut Temperaturrekorde geknackt. Vergangene Woche stieg in Lingen im Emsland das Thermometer auf 42,6 Grad – die höchste in Deutschland gemessene Temperatur seit Beginn der Wetteraufzeichnung. Im ganzen Bundesgebiet kratzte das Quecksilber über Tage an der 40-Grad-Marke. Wer kann, hält sich in kühlen Räumen auf. Doch was ist mit denen, die im Freien arbeiten müssen? Klimaforscher gehen davon aus, dass wir uns an solche Temperaturen gewöhnen müssen. Die Grünen fordern jetzt in ihrem “Hitzeaktionsplan” das Recht auf Hitzefrei bei gesundheitsgefährdenden Temperaturen. Das würde nicht nur zum Beispiel das Baugewerbe betreffen, sondern auch Arbeitnehmer in der Landwirtschaft.

Grüne fordern verbindliches Hitzefrei 

Die Fraktion kritisiert, dass es die Bundesregierung bislang nur bei unverbindlichen Handlungsempfehlungen für die Erstellung von Hitzeaktionsplänen belässt. Sie walze die Verantwortung für die Anpassung an Extremwetterereignisse auf die Länder und die Kommunen ab, so die Grünen. Laut den Forderungen sollten zum Beispiel Angestellte das Recht auf Home Office bekommen, wenn aus betrieblichen Gründen dem nichts entgegenstehe. Für Arbeitnehmer, die im Freien arbeiten, wie Bauarbeiter, Gebäudereiniger oder eben Landarbeiter, fordert die Partei bundesweit gesetzlich geregeltes Hitzefrei.

Landwirte müssen sich mit der Hitze arrangieren

Laut “Hamburger Abendblatt” reagierte DBV-Generalsekretär Bernhard Krüsken auf die Forderung der Grünen: „Landwirte tragen Verantwortung für die Ernte, für die Pflanzenbestände und vor allem auch für ihre Nutztiere. Das hat Vorrang, den Luxus ‚Hitzefrei‘ können wir uns in der Regel nicht leisten.“

Landwirten bleibt nur, sich und ihre Mitarbeiter bestmöglich zu schützen und die Arbeitszeiten anzupassen. Heinz-Peter Frehn Geschäftsführer des Gurkenhof Frehn im Spreewald erklärte dem “Spiegel”: Wenn Hitzefrei für meine Pflücker Pflicht wäre, dann würde es keine Spreewaldgurken mehr geben.” Seine Mitarbeiter würden so gut es geht vor der Sonne geschützt, so Frehn weiter. Dazu gehören Planen über dem Gurkenflieger, Sonnencremes und Getränke. Des Weiteren richtet er die Gurkenflieger so aus, dass sie gegen den Wind fahren. Mehr könne er nicht tun. “Wir fangen allerdings schon frühmorgens um 5 Uhr an, sodass wir bis maximal 13.30 Uhr fertig sind. Da kommen die Erntehelfer nicht in die ganz große Mittagshitze”, fügt er gegenüber dem “Spiegel” hinzu.

Jul 24

Brände in der Arktis haben weltweite Auswirkungen

Die Brände, die derzeit rund um die Arktis wüten, haben Auswirkungen auf die gesamte Erde.

Foto: Aqua and Terra MODIS data through NASA Worldview, processed by Pierre Markuse/CC by 2.0

Foto: Aqua and Terra MODIS data through NASA Worldview, processed by Pierre Markuse/CC by 2.0

In der Nähe des Polarkreises kommt es immer wieder zu Flächenbränden. Doch die Brände in diesem Jahr nehmen enorme Ausmaße an. Betroffen ist sowohl der europäische Kontinent als auch der nordamerikanische. Die Lage ist unübersichtlich. Laut dem Wissenschaftsmagazin “Spektrum” toben alleine in Alaska 350 Brände.

Brände sorgen für einen Teufelskreis

Die US-Raumfahrtbehörde NASA warnt, dass die Brände der Torfflächen und Wälder katastrophale Auswirkungen auf den ganzen Planeten haben werden. Nicht nur, dass die riesigen Feuer extrem viel CO2 produzieren. Die unteren Schichten der Böden in diesen Regionen sind ständig gefroren. Man spricht von Permafrostböden. Verbrannte Oberflächen absorbieren mehr Sonnenlicht als unverbrannte. Das heißt, dass sich die Erde dort mehr aufheizt. Dazu kommt, dass sich auf den arktischen Eisflächen Russpartikel absetzen. Die Abstrahlung der Sonne wird auch hier schwächer. Das Eis schmilzt, der Meeresspiegel wird schneller ansteigen. Die Flächenbrände sind eine Auswirkung des Klimawandels, den sie gleichzeitig beschleunigen – ein Teufelskreis.

Arktis könnte durch Beschneiung gerettet werden

Das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) hat vergangene Woche eine Studie vorgestellt, derzufolge das ewige Eis gerettet werden könnte. Besonders betroffen von der Schmelze ist das westarktische Eisschild. Experten befürchten zwar, dass die Flächenbrände den Anstieg des Meeresspiegel beschleunigen, die Entwicklung wird aber schon längere Zeit beobachtet. Die Lösung wäre laut der Forscher technisch erzeugter Schnee. Mit Billionen Tonnen zusätzlichen Schnees, erzeugt aus Meerwasser, könnten die instabilen Gletscher beschneit werden. “Das würde beispiellose Ingenieurslösungen erfordern”, so die Wissenschaftler. Sie lenken aber gleichzeitig ein, dass ein solcher Eingriff Auswirkungen auf die unberührten Regionen rund um die Arktis hätte.

Das Hochpumpen, Entsalzen und die Erwärmung des Meerwassers sowie das Betreiben der Schneekanonen würden eine Strommenge in der Größenordnung von mehreren zehntausend High-End-Windturbinen erfordern. „Im Kern geht es um die Abwägung, ob wir als Menschheit die Antarktis opfern wollen, um die heute bewohnten Küstenregionen und das dort entstandene und entstehende Kulturerbe zu retten“, so Studienautor Anders Levermann.

Jul 17

Naturphänomen: Wo kann in Europa ein Meteotsunami auftreten?

Auf Menorca hat eine sogenannte “Rissaga” einen Hafen überschwemmt. Das Naturphänomen kommt mit unterschiedlichen Bezeichnungen auch in anderen europäischen Regionen vor.

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Foto: pixabay

Vergangenes Wochenende wurde der Hafen von Ciutadella auf der spanischen Insel Menorca überschwemmt. Die Ursache war eine starke Ausprägung des Naturphänomens “Rissaga”. Innerhalb kurzer Zeit stieg der Meeresspiegel um bis zu 1,75 Meter an.

Naturphänomen trifft nicht nur die Balearen

Das Phänomen kommt ein paar mal im Jahr, allerdings in schwacher Form, im gesamten balearischen Raum vor. Offiziell heißt die “Rissaga” Meteotsunami und kann auch in anderen Teilen Europas vorkommen. In Malta nennt man die plötzliche Überschwemmung “Milghuba”, an der Adria “Stigazzi”, auf Sizilien “Marrubio” und an der Nord- und Ostsee “Seebär”.

Eine Art “Mini-Tsunami”

Die Bezeichnung “Meteotsunami” kommt nicht von ungefähr. Denn das Phänomen funktioniert ähnlich wie ein katastrophaler Tsunami, wie man ihn aus Asien kennt. Der Unterschied: Die Welle wird nicht durch ein Seebeben ausgelöst, sondern durch unterschiedlichen Luftdruck. Wenn die Geschwindigkeit eines Sturmes, der über die Wasseroberfläche zieht, stark ansteigt und der Luftdruck massiv abfällt, kann sich in Sturmrichtung eine Welle fortpflanzen. Wenn die Sturmgeschwindigkeit und die Geschwindigkeit der Welle nahe beieinander liegen, kann der Sturm seine volle Energie in diese pumpen und sie rast in Richtung Küste.

Jul 10

Bundesregierung: Beim Ausgleich der Waldschäden Klimawandel berücksichtigen

Deutschlands Wälder sind durch den Klimawandel enorm geschädigt. Klöckner und Merkel kündigten Hilfe für Waldbesitzer an.

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Foto: pixabay

Die Wälder sind nicht nur durch Waldbrände aufgrund der trockenen Witterung gefährdet. Auch Stürme und Schädlinge schaden den Bäumen. Da das alles Folgen des Klimawandels sind, sieht Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner dringenden Handlungsbedarf. Sie fordert, dass die Bundesregierung die Wiederaufforstung unterstützt. „Einen vergleichbaren Waldverlust hat es in der Vergangenheit kaum gegeben“, so die Politikerin zur Nachrichtenagentur dpa. In den Achtziger Jahren habe das Thema Waldsterben alle beschäftigt.” Sie kritisiert, dass jetzt niemand mehr davon redet. Laut Ministerium müssten 110.000 Hektar Wald ausgeglichen werden. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel, hat die Situation in einem jüngst veröffentlichten Video-Podcast thematisiert: Man solle den Waldbauern unter die Arme greifen.

Wälder für den Klimawandel fit machen

Klöckner strebt an, ein „Mehrere-Millionen-Bäume-Programm“ aus dem Energie- und Klimafonds (EKF) der Bundesregierung zu finanzieren, wie sie der dpa weiter sagte. Den Fonds hat die Bundesregierung eingerichtet, um die Energiewende zu beschleunigen. Er umfasst derzeit 4,5 Milliarden Euro. Derzeit wird das Geld hauptsächlich für etwa erneuerbare Energien und Elektromobilität verwendet. Der Waldklimafonds steht zur Verfügung, um die Anpassung der Wälder an den Klimawandel zu fördern. Er ist Teil des EKF.

Verbände zählen auf Bundesregierung

Der Verein “Familienbetriebe Land und Forst” und der Waldeigentümer-Verband begrüßen, dass sich Klöckner und Merkel für eine Unterstützung der Waldeigentümer ausgesprochen haben. “Die Betriebe können dies infolge der immensen und großflächigen Schäden allein oft nicht mehr leisten”, sagte Waldeigentümer-Präsident Hans-Georg von Marwitz. Teilweise seien komplette Ökosysteme bedroht.

Der Energie- und Klimafonds sei nach Einschätzung der beiden Verbände genau der richtige Absender für das Hilfsprogramm. Denn der Wald muss nicht nur aus wirtschaftlicher Sicht, für den Klimawandel fit gemacht werden, er speichert andererseits auch CO2 und dämmt so den Klimawandel ein.

Jul 03

Jetstream: Die Ursache für die Hitzewellen

Wissenschaftler haben herausgefunden, dass die geballten Hitzewellen aber auch Unwetter an der Veränderung des Jetstreams liegen.

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Foto: pixabay

Vergangene Woche leideten viele Menschen erneut unter der großen Hitze. In einigen Regionen Deutschlands kletterte das Thermometer auf über 40 Grad Celsius. Die Hitzewellen häufen sich. Forscher haben in einer internationalen Studie unter der Federführung des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung herausgefunden: Die Ursache ist in einer Veränderung des Jetstreams zu suchen.

Schwächerer Jetstream sorgt für Hitzewellen

Der Jetstream ist ein starker Wind, der sich in etwa 10 Kilometern Höhe von West nach Ost bewegt und große Wettersysteme transportiert. Die Luftströmung kann schwächer werden und große Schlängelungen entwickeln. Diese können manchmal über Wochen an einer Stelle verharren. Dann kann aus ein paar warmen sonnigen Tagen eine Hitzewelle oder Dürren entstehen, so wie vergangenes Jahr. Gleichzeitig können aus ein paar regnerischen Tagen Fluten werden. „Unsere Studie zeigt, dass die spezifischen Orte und der Zeitpunkt der Wetterextreme im Sommer 2018 nicht zufällig waren, sondern direkt mit dem Entstehen eines sich wiederholenden Musters im Jetstream verbunden waren”, erklärt Leitautor Kai Kornhuber.

Veränderung des Jetstreams ist nicht ungewöhnlich 

Ganz neu ist die Veränderung des Jetstreams nicht. Die brisanten Windmuster waren auch in früheren Sommern mit Wetterextremen vorhanden. „Wir sehen einen starken Zusammenhang zwischen dem Windmuster und den anhaltenden Hitzeextremen in Westeuropa, Nordamerika und der Region um das Kaspische Meer. Das beobachtete Muster war auch in früheren Jahren mit extremen Wetterereignissen zu beobachten – etwa in den Hitzejahren 2003, 2006 und 2015.

Abschwächung durch Klimawandel

Laut der Wissenschaftler hat die Häufigkeit allerdings in den letzten zwei Jahrzehnten zugenommen. “In den zwei Jahrzehnten vor 1999 gab es keine Sommer, in denen wir dieses Muster der stockenden Wellen über eine Dauer von zwei Wochen oder noch länger hatten”, so Co-Autor Dim Coumou. Aber seitdem konnte man bereits sieben extreme Sommer beobachten.

Die Forscher erwarten, dass das beobachtete Wellenmuster durch den Klimawandel und die menschengemachte globale Erwärmung in Zukunft häufiger auftreten wird. Dafür gibt es physikalische Ursachen: Landmassen neigen dazu, sich schneller zu erwärmen als Meeresgebiete. Das wiederum führt zu einem größeren Temperaturunterschied zwischen Landmassen und Ozean. „Das Entstehen des Wellenmusters könnte durch diesen erhöhten Temperaturkontrast zwischen Landmassen und Ozean begünstigt werden. Ein weiterer relevanter Faktor könnte sein, dass der Nordatlantik kühler ist, als er sein müsste, wahrscheinlich als Folge der Verlangsamung des Golfstroms.

Jun 26

Äpfel: Europa nicht von globalem Einbruch betroffen

Während weltweit die Marktversorgung mit Äpfeln zurückgeht, ist die Lage in Europa sicher. 

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Foto: pixabay (Symbolbild)

Entgegen der globalen Entwicklung können die europäischen Apfelbetriebe in diesem Jahr auf ein gutes Ergebnis hoffen. Das berichtet das Informationsportal “Proplanta” unter Berufung auf das US-amerikanische Landwirtschaftsministerium (USDA). Nach dem witterungsbedingten Ernteeinbruch 2017/2018 soll die Ernte um fast 40 Prozent auf 14 Millionen Tonnen Äpfel steigen. Im genannten Vergleichszeitraum war die Ernte laut USDA 20 Prozent auf 10 Millionen Tonnen gesunken. Die EU-Kommission schätzt das Plus etwas verhaltener ein, nämlich mit 28 Prozent. Demnach ist mit 12 Millionen Tonnen zu rechnen.

Versorgung mit Äpfeln wird global zurückgehen

Die Marktlage bei Äpfeln wird global gesehen zurückgehen. Das prognostizieren laut “Proplanta” US-amerikanische Analysten. Sie gehen davon aus, dass die weltweite Apfelerzeugung gegenüber 2017/2018 um 5,7 Millionen Tonnen auf 68,7 Millionen Tonnen sinken wird. Das wäre ein Einbruch um 7,6 Prozent und wäre das geringste Niveau seit acht Jahren.

Wetter in China verantwortlich für Einbruch

Verantwortlich für den Rückgang sei in erster Linie ein Produktionseinbruch des weltweit größten Apfelerzeugers China, berichtet “Proplanta” weiter. China gilt bei Äpfeln als klassisches Exportland. Aufgrund von Frösten und Hagel im Frühjahr 2018 konnten kaum Lagerbestände angelegt werden. Das macht sich in einer sehr knappen Marktversorgung bemerkbar. Die damaligen Witterungsbedingungen sorgten für ein viertel weniger Ernte als ein Jahr zuvor.

Jun 19

Das Geheimnis der leuchtenden Nachtwolken

Leuchtende Nachtwolken strahlen nicht etwa durch den Vollmond, der sich dahinter verbirgt. Die Ursache liegt woanders.

nachtwolken

Foto: pixabay

Von Zeit zu Zeit, vor allem im Zeitraum der Sommersonnenwende kann man leuchtende Nachtwolken beobachten. Doch für das beeindruckende Phänomen ist nicht – wie man vermuten könnte – die Strahlung des Mondes verantwortlich. Doch warum leuchten die Wolken trotz Dunkelheit?

Wolken bilden sich in der obersten Schicht der Atmosphäre

Die Wolken bilden sich in etwa 80 Kilometer Höhe im kältesten Bereich der Erdatmosphäre. Experten sprechen von der sogenannten Mesopause. Dort herrschen Temperaturen bis zu minus 120 Grad Celsius. Die Feuchtigkeit der Wolken gefriert, Eiskristalle bilden sich.

Durch angestrahlte Eiskristalle leuchten die Wolken

Kurz vor dem Sonnenaufgang oder kurz nach dem Sonnenuntergang strahlt die Sonne, die wir auf der Erde nicht mehr sehen, die Eiskristalle an. Sie beginnen zu leuchten. Wir nehmen das Phänomen als leuchtende Nachtwolken war. Ihre Färbung hängt vom Sonnenstand ab. Das Farbspektrum reicht von gelb bis silbrig-perlmuttartig.

Die Ursache für das Phänomen ist erst seit 2007 bekannt und wurde vom Erdbeobachtungssatelliten “Aeronomy of Ice in the Mesosphere” erforscht.

Jun 12

Der Wein flüchtet vor dem Klima

Die französische Weinregion Bordeaux hat ein Klima-Problem. Aufgrund der klimatischen Veränderungen wird der berühmte Wein dort bald nicht mehr angebaut werden können.

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Foto: pixabay (Symbolbild)

Experten warnen mit mehr oder weniger dramatischen Prognosen vor einem weiteren Hitzesommer in diesem Jahr. Tatsache ist, dass sich das Klima wandelt. Hitzewellen dauern länger an, dazwischen wüten Unwetter und Stürme. Weintrauben sind besonders empfindlich. Bodenbeschaffenheit, Durchschnittstemperatur und zum Beispiel auch Luftfeuchtigkeit müssen genau stimmen. Von diesen Faktoren hängt vor allem der Geschmack und somit die Qualität des Weines ab. In Frankreich kämpfen Winzer mit den Veränderungen des Klimas. Die Weinbauunternehmen in der Region Bordeaux in Frankreich befürchten, dass sich ihr berühmter Bordeaux-Wein in Qualität und Geschmack verändert und nicht mehr an Kenner verkauft werden kann.

Klima zu heiß für berühmten Bordeaux-Wein?

In der Region Bordeaux wird der vollmundige Merlot angebaut. Dieser braucht ein gemäßigtes Klima: Warme, nicht zu heiße Sommer und regelmäßige Niederschläge. Wie der Autor Fabian Federl in der Süddeutsche Zeitung (SZ) schreibt, beobachtet man in der Region besorgt die Veränderung des Klimas. Es ist einfach zu heiß und zu trocken für die Sorte. Experten gehen davon aus, dass man in einigen Jahrzehnten die Weine dort nicht mehr anbauen kann.

Muss das Anbaugebiet verlagert werden?

Die SZ zitiert die Agrarwissenschaftlerin Agnès Destrac-Irvine. Die Doktorandin macht demnach zwei Vorschläge: Das Anbaugebiet mit dem Namen Bordeaux müsse weiter nach Norden rücken oder die Rebsorten, welche die Bordeaux-Weine ausmachen, müssten ausgetauscht werden. Das erste Szenario würde bedeuten, dass sogar in Deutschland die Sorten, für die Bordeaux so berühmt ist, angebaut werden könnten. Für Destrac-Irvine sind das allerdings keine Zukunftsszenarien. Die SZ zitiert die Wissenschaftlerin weiter: “Ein Wandel besteht nicht bevor – er ist schon da.” Beide von Destrac-Irvine beschriebenen Szenarien würden den Ruf der Weinregion zerstören.

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