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Apr 01

April zeigt Charakter

Gefallenes Wahrzeichen: So wie der berühmten saarländischen Kaiserlinde erging es in den vergangenen Tage vielen Bäumen. Foto: Polizeiinspektion Neunkirchen/Saar

Gefallenes Wahrzeichen: So wie der berühmten saarländischen Kaiserlinde erging es in den vergangenen Tage vielen Bäumen. Foto: Polizeiinspektion Neunkirchen/Saar

Sturmböen, Sonne, Regen, Graupelschauer, wieder Sonne. Der April entspricht dieses Jahr seinem Klischee wie schon lange nicht mehr – und das schon seit März.

Geprägt ist die derzeitige Wettersituation immer noch vom Orkantief „Niklas“, das von Schottland ausgehend für das Sturmfeld über Deutschland verantwortlich ist. Mit bis zu 140 km/h, gemessen im Schwarzwald, braust der Sturm über die Bundesrepublik und scheint sich auch nicht zu beruhigen. Im Gebirge über 1.500 Meter sind die Böen noch schneller unterwegs.

Optisch präsentiert sich das Tief mit aufquellenden Haufenwolken, die sich aber mit strahlendblauem Himmel, Regen und sogar hagelähnlichen Schauern abwechseln. Der Wechsel geht nahezu im Minutentakt vonstatten. Auch die nächsten Tage bleiben durch die kräftige nordwestliche Strömung stürmisch, die Sturmböen nehmen sich aber etwas zurück. „Erst zum Karfreitag und Ostersamstag schwächt sich der Wind merklich ab.“, weiß Diplom-Metereologe Lars Kirchhübel vom Deutschen Wetterdienst (DWD).

Schäden vorwiegend durch Bäume
„Niklas“ behindert nicht nur Bahn-, Straßen- und Flugverkehr, sondern hat auch zahlreiche Schäden hinterlassen. Vor allem umstürzende Bäume und herumfliegende Dachziegel sorgten und sorgen immer noch für Chaos. Der Münchner Hauptbahnhof musste wegen Beschädigung der Dachkonstruktion evakuiert werden, die Berliner Feuerwehr hat den Ausnahmezustand ausgerufen. Sogar Tote sind zu beklagen: In Deutschland, Österreich und der Schweiz kamen insgesamt mindestens neun Menschen bei Unfällen ums Leben. Wie die FAZ schreibt, wurden in Bayern und Rheinland-Pfalz eine Frau und zwei Männer von umstürzenden Bäumen erschlagen, in Sachsen-Anhalt wurde ein Mann durch eine umstürzende Mauer getötet. Auf der A95 in Bayern kam ein Mann durch Hagel (!) ums Leben.

Hamburg kam im Vergleich zu anderen Sturmfluten in der Vergangenheit fast ungeschoren davon. Die für Mittwochmorgen angekündigte Sturmflut war weniger dramatisch als im Vorfeld erwartet. Die befürchtete Überflutung des Fischmarktes in St. Pauli blieb aus. Das Saarland im äußersten Westen der Bundesrepublik trauert um ein Wahrzeichen: In der Gemeinde Spiesen-Elversberg wurde die „Kaiserlinde“ durch eine Sturmböe entwurzelt und ist somit unwiederbringlich verloren. Der alte, etwa 2 Meter dicke Baum stand unter Denkmalschutz und hat unter anderem dem „Waldstadion Kaiserlinde“ des Südwest-Ligisten SV 07 Elversberg ihren Namen gegeben. Der Baum hat zwar zwei Autos touchiert, verletzt wurde in diesem Fall aber zum Glück niemand.

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