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Sep 28

Agrarwetter: DWD zieht Sommerbilanz

Foto: pixabay

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Viele Ernteunterbrechungen und eine „gute Zeit“ für Pilzkrankheiten

Obwohl der Sommer ein fast typisch mitteleuropäisches Bild gab, brachte das wechselhafte Wetter teils katastrophale Ernten mit sich. Der nasse, unwetterreiche Juni erschwerte die Heuernte und führte zu Schäden an den Kulturen. Der darauffolgende ständige Wechsel zwischen nassen und trockenen Phasen im Juli und August bot nur wenige Möglichkeiten für die Raps- und Getreideernte. Erst in den letzten zwei Sommerwochen besserten sich die Erntebedingungen, wobei die Abtrocknung so weit ging, dass einige Kulturen unter Trockenstress gerieten. Das berichtet der Deutsche Wetterdienst (DWD) über die Auswirkungen des Wetters auf die Landwirtschaft in Deutschland im Sommer 2016.

Unwetter im Juni beschädigen Kulturen

In der ersten Junihälfte bestimmten feuchte und mäßig warme Luftmassen das Wetter. Es gab wenig Abwechslung, jedoch oft heftige Gewitter mit hohen Niederschlagsmengen. Über manche Regionen zogen sogar Hagel und Tornados. In der zweiten Monatshälfte sorgte die Schafskälte für kühle Temperaturen, am Monatsende wurde es hingegen hochsommerlich warm. Nur die sommerlichen ersten Tage boten Gelegenheit für einen ersten Heuschnitt. Am heißen Monatsende konnte die Wintergerste schnell abreifen und vereinzelt gedroschen werden. Bis zur Monatsmitte hatten Kartoffeln und Zuckerrüben verbreitet die Bestände geschlossen – die Wetterbedingungen waren sehr günstig.

Ernteunterbrechungen im Juli

Für die Heuernte war das weiterhin wechselhafte Wetter im Juli mit tageweisen tropischen Temperaturen und starken Regenschauern ein Glücksspiel. Durch Starkregen und Wind wurde auch Getreide umgebrochen. Die generelle Wärme sorgte aber für eine zügige Vegetationsentwicklung. Deshalb wurden in rascher Folge Wintergerste, -raps und -weizen reif. Auch die Getreideernte musste in manchen Regionen immer wieder aufgrund der Unbeständigkeit unterbrochen werden. Ab Monatsmitte setzte allmählich der Blühbeginn beim Mais ein.

Voraussetzung für Pilzkrankheiten

Abgesehen von kühlen Luftmassen im Norden war der August ungewöhnlich heiß mit schon herbstlichem Bodenfrost am Morgen in ungünstigen Lagen. Das viel zu warme Wetter wurde von Regenschauern unterbrochen. Deshalb war die Ernte auch im August ein Hürdenlauf. Die Ernte von Winterweizen und Winterraps musste immer wieder unterbrochen werden. Auch der Heuschnitt litt wieder unter den Regenunterbrechungen.

Der feuchtwarme Sommer bot ein „Paradies“ für Pilzkrankheiten, wie Phytophthora in den Kartoffeln, Peronospora im Wein sowie Fusarien und Mehltau im Getreide.

Mit eigener Station das Wetter im Blick

Für Landwirte ist das aktuelle Wetter von immenser Bedeutung. Mit der gruuna-Wetterstation hat der Chemnitzer Agrarprofi gruuna zusammen mit der gvf die Möglichkeit entwickelt, die Wetterdaten im direkten Umfeld des Betriebes abzulesen und dadurch die Wetterentwicklung noch regionaler einzuschätzen und entsprechend zu handeln. Mittels der dazugehörigen kostenlosen App (für Android und iOS) und der Browseranwendung kann man von überall auf die Daten zugreifen. Die persönliche Wetterstation informiert in Echtzeit über Daten zu Temperatur, Taupunkt, Luftfeuchtigkeit, Niederschlag, Windgeschwindigkeit und mehr. Mehr Informationen finden Sie dazu auf gruuna.com.

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