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Mai 21

„Agrarrelevanten Extremwetterlagen“ auf der Spur

Extreme Wetterlagen, wie Hitze, Dürre, Sturm und Überschwemmungen, aber auch Hagel und Frost, sind die schlimmsten Feinde der Land- und Forstwirtschaft. Das Bundeslandwirtschaftministerium (BMEL) hat sich in einem Projekt dem Thema angenommen und erforscht gemeinsam mit dem bundeseigenen Thünen-Institut Auswirkungen des Klimawandels auf Extremwetterlagen und wie man durch optimales Risikomanagement Schäden mindern kann. Beteiligt sind auch das Julius Kühn-Institut (JKI), der Deutsche Wetterdienst (DWD) sowie verschiedene externe Forschungseinheiten. In einem Workshop am Thünen-Institut in Braunschweig wurden nun die ersten Ergebnisse des Forschungsprojektes vorgestellt und mit Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung diskutiert.

„Nach ersten Auswertungen der derzeit vorliegenden Klimaprojektionen durch den Deutschen Wetterdienst nehmen Hitzetage in der Vegetationsperiode zukünftig zu. Diese Tendenz war bereits in den letzten 50 Jahren zu beobachten“, weiß Cathleen Frühauf vom DWD. „Dies geht einher mit einer Zunahme der Trockenheitsphasen. Kein eindeutiger Trend ist dagegen bei Starkregenereignissen zu erkennen“.

Eine vom Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Rheinland-Pfalz und dem Julius Kühn-Institut durchgeführte Expertenbefragung lieferte wichtige Informationen. Die Experten gehen davon aus, dass Hagel, Spätfröste, Trockenheit und Staunässe für die Betriebe mit Gemüse-, Obst-, Wein- und Hopfenanbau die größten Herausforderungen darstellen. „Die Relevanz von Extremereignissen ist in Deutschland regional sehr unterschiedlich und muss zudem kulturartenspezifisch differenziert werden“, so Holger Lilienthal vom Julius-Kühn-Institut.

Foto: M. Großmann/pixelio.de

Foto: M. Großmann/pixelio.de

Im Gegensatz zu den Gefahren für die Landwirtschaft und dem Sonderkulturanbau seien für die Forstwirtschaft und den Wald in erster Linie Sturm, extreme Hitze und extreme Trockenheit relevant, differenziert Andreas Bolte vom Thünen-Institut.

Auf Grundlage dieser und weiterer Ergebnisse werden im Projektverlauf die Auswirkungen der Extremwetterlagen abgeschätzt und für wichtige Extremereignisse jeweils die Möglichkeiten des Risikomanagements untersucht. Der Endbericht soll im Frühjahr 2015 vorliegen.

Weitere Infos: www.agrarrelevante-extremwetterlagen.de

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