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Mrz 13

Waldbrände und Starkniederschläge hängen zusammen

Ein internationales Forscherteam hat anhand einer Langzeitstudie bewiesen, dass durch Starkregen Waldbrände nicht geringer sind.

Waldbrände

Foto: pixabay

Was schon länger vermutet wurde, konnten deutsche und US-amerikanische Forscher nun konkretisieren: Starkregen und Waldbrände hängen zusammen – eine Wechselwirkung. Forscher des Helmholtz-Zentrums Geesthacht (HZG), der Universität Hamburg und Forschungseinrichtungen aus den USA haben dazu Daten aus der Zeit vom 16. Jahrhundert bis heute ausgewertet. Unter anderem wurden alte Waldbrandschäden, die in Baumringen noch sichtbar sind, einbezogen.

Niederschläge und Waldbrände basieren auf Jetstream

Die Wissenschaftler haben die Ereignisse in Kalifornien untersucht. Dabei liegt ein besonderes Augenmerk auf starken Winden im Bereich der oberen Troposphäre bis zur Stratosphäre – sogenannten Jetstreams – und der Luftfeuchtigkeit. Sowohl Tiefdruck- als auch Hochdruckgebiete sind von den Winden abhängig.

Die Jetstreams ziehen zwischen Dezember und Februar aus dem Westen in den Staat Kalifornien ein. Die Stärke und Richtung der Winde beeinflusst die regionalen Bedingungen, die sich auf die wärmere Trockenzeit übertragen. Die Regenzeit wird so zu einem wichtigen Vorläufer der sommerlichen Brandbedingungen. Wenn der Jetstream also viel Regen bringt, ist das ein Zeichen, dass er heftig ist. Dementsprechend ist er dann auch für große Hitze verantwortlich.

Starkregenereignisse schließen Waldbrände nicht aus

Die Wissenschaftler haben bewiesen, dass Starkregen in der Region Waldbrände im folgenden Sommer nicht ausschließt. Im Jahr 2017 etwa kam es trotz Niederschlägen und hoher Luftfeuchtigkeit zu schweren Waldbränden. Eigentlich hätten die Forscher nach der kühlen und regenreichen Jahreszeit mit sehr hoher Feuchtigkeit eher weniger schwere Brände erwartet. Aufgrund der Erkenntnisse können Waldbrandprävention und -bekämpfung besser gesteuert werden.

Jan 30

Waldbrandvorbeugung: Brandenburger Waldbesitzer bekommen mehr Geld

Nach dem trockenen Sommer im Vorjahr hat das Land Brandenburg jetzt die Fördermittel für die Waldbrandvorbeugung angehoben.

waldbrandvorsorge

Foto: pixabay (Symbolbild)

Durch extreme Trockenheit und munitionsbelastete Flächen kam es vergangenes Jahr in Brandenburg immer wieder zu Waldbränden. Um bei der Waldbrandvorbeugung noch höhere Anreize für die Waldbesitzer zu schaffen, hat das Landwirtschaftsministerium die Fördersätze zur Vorbeugung angehoben.

Zahlreiche Großbrände

Mehr als 1.650 Hektar Brandenburger Wald wurden 2018 durch Feuer zerstört. Davon fielen rund 90 Prozent auf 11 Großbrände. Die Bekämpfung der Waldbrände wurde oft durch nicht zugängliche ehemalige Truppenübungsplätze und lange Wege zur nächsten Wasserstelle erschwert.

Mit der überarbeiteten Forst-Förderrichtlinie sollen sich laut Landwirtschaftsministerium die Bedingungen für die Vorbeugung und Bekämpfung von Waldschäden deutlich verbessern. So wurden die Fördersätze für Löschwasserentnahmestellen angehoben. Künftig können beim Bau oder bei einer Erweiterung von Wasserstellen auch Tiefbrunnen gefördert werden. Waldbesitzer können bis zu 25.000 Euro statt der bisherigen 12.000 Euro pro Fördermaßnahme beantragen.

Wegesanierung Teil der Waldbrandvorbeugung

Damit die Feuerwehr im Kampf gegen Waldbrände schnellstmöglich an die Brandstellen kommt, wurden auch die Fördermittel für die Instandsetzung von Wegen angehoben. Des weiteren hat das Ministerium den Stundensatz für die Inanspruchnahme von Beratungsdiensten erhöht. Durch diese Maßnahme kann eine umfassende Beratung der fast 100.000 Waldbesitzer in Brandenburg verbessert werden.

Apr 05

Waldbrandgefahr im Frühling

Trockene Äste und Gräser am Waldboden können sich leicht entzünden.

Foto: Wald und Holz NRW

Foto: Wald und Holz NRW

Mit dem anhaltend frühlingshaften Wetter in weiten Teilen Deutschlands steigt wieder die Waldbrandgefahr. „Da die Bäume jetzt erst langsam mit dem Blattaustrieb beginnen, kann die Sonne ungehindert bis auf den Waldboden scheinen“, erklärt der Landesbetrieb Wald und Holz Nordrhein-Westfalen. Im Frühling bilden sich am Waldboden trockene Pflanzen, wie Gräser oder abgestorbene Äste. Diese können sich schon nach kurzer Trockenzeit leicht entflammen.

Tipps für den sicheren Waldbesuch

Land- und Forstwirte sowie Förster wissen um die Gefahren. Für Freizeitbesucher hat der Landesbetrieb Richtlinien zusammengestellt:

  •  Das gesetzliche Rauchverbot muss eingehalten werden (1. März bis 31. Oktober).
  •  Im Wald darf kein Feuer entfacht und nicht gegrillt werden (100 Meter Mindestabstand).
  • Keine Glasabfälle im Wald zurücklassen. Sie könnten bei Sonneneinstrahlung als Brennglas wirken.
  • Waldzufahrten sollen für die Feuerwehr freigehalten werden.
  • Den PKW nicht im hohen Gras abstellen, da die Abwärme des Fahrzeugs ausreicht, um dieses in Brand zu setzen.
  • Zigarette dürfen weder aus dem Autofenster noch einfach auf den Boden geworfen werden.
  • Durch erhöhte Aufmerksamkeit können Glutnester entdeckt werden.
  • Kleine Glutnester sollen direkt gelöscht werden, wenn dies gefahrlos möglich ist.
  • Wer Brandherde entdeckt, sollte direkt die Feuerwehr rufen (112) und den Wald auf kürzestem Weg verlassen.

Weitere Informationen:
Wald und Holz NRW
Waldbrandgefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes (DWD)
Informationen des Umweltbundesamtes

Aug 31

In diesen Regionen besteht weiterhin Waldbrandgefahr

Foto: pixabay

Foto: pixabay

Durch die Hitze der vergangenen Tage besteht in einigen Regionen Deutschlands die höchste Gefahrenstufe. Die Warnungen verlagern sich regional in den kommenden Tagen.

Nach der kurzen aber intensiven Hitzeperiode vergangene Woche besteht in einigen Regionen noch immer hohe Waldbrandgefahr. Auch wenn sich die Temperaturen auf eine normale Höhe eingependelt haben, sind die Böden noch ausgetrocknet.

In Brandenburg ist die Waldbrandgefahr am Wochenende sogar noch gestiegen. Aktuelle Warnungen liegen für Havelland, Dahme-Spreewald, Elbe-Elster, Oberspreewald-Lausitz, Potsdam-Mittelmark, Prignitz und Teltow-Fläming vor. Für den weiteren Verlauf der Woche hat der Deutsche Wetterdienst (DWD)  auch für Teile Sachsens eine Gefahrenwarnung rausgegeben.

Die Warnungen der vergangenen Tage für Nordbayern minimieren sich, während in einigen Regionen Baden-Württembergs und in Rheinland-Pfalz weiterhin die höchste Warnstufe besteht. Die höchste Stufe ändert sich am Freitag zur dritthöchsten. Diese gilt aber sehr großflächig in fast ganz Deutschland. Verschont bleibt der Norden.

Die Behörden warnen vor offenem Feuer in den Wäldern der betroffenen Gebiete. Abgesehen davon, dass man nie im Wald Zigarettenkippen wegschmeißen soll, ist das derzeit absolut gefährlich. Große Brände aus der Vergangenheit zeigen, dass ein kleiner Glimmbrand mehrere Hektar Wald vernichten kann. Abgesehen vom wirtschaftlichen Schaden sind Waldtiere und auch Menschen gefährdet.

Temperatur und mehr mit eigener Wetterstation

Auch die Luftfeuchtigkeit spielt eine Rolle für die Waldbrandgefahr. Diese und noch viel mehr Daten kann man mit der vom Agrar-Profi gruuna entwickelten Wetterstation für den eigenen Betrieb messen. Die persönliche Wetterstation misst im direkten Umfeld und informiert in Echtzeit über die Messwerte zu Temperatur, Taupunkt, Luftfeuchtigkeit, Niederschlag, Windgeschwindigkeit und mehr. Mittels der dazugehörigen kostenlosen App (für Android und iOS) und der Website können Sie von überall auf die Daten zugreifen. Mehr Informationen finden Sie dazu auf gruuna.com.

Auf der Warnkarte des DWD kann man die aktuellen Entwicklungen beobachten.

Apr 29

Hochdruckwetter sorgt für Waldbrandgefahr

Waldbrände in Europa: Auch Deutschland ist nicht gefeit.

In einigen Regionen Europas wüten derzeit Waldbrände. Nach einem großflächigen Feuer im Süden Österreichs schlagen jetzt Flammen aus den Wäldern rund um die Ruine des vor 30 Jahren havarierten Atomkraftwerkes Tschernobyl in der Ukraine. Doch auch für Deutschland gibt es Warnungen.

Der Waldbrand, der vergangene Woche im österreichischen Bundesland Kärnten ausgebrochen ist, ist noch immer nicht eingedämmt. Immer wieder tauchen Glutnester in dem alpinen Gebiet auf. Immer noch sind einige hundert Feuerwehr Leute im Einsatz. Ein Ende der Löscharbeiten sei noch nicht abzusehen, sagte der Einsatzleiter am Dienstag zum ORF. Insgesamt 75 Hektar Wald hat der Brand zerstört.

Foto: Ylvers/pixabay.com

Foto: Ylvers/pixabay.com

In Deutschland ist es derzeit noch nicht ganz so schlimm, die Unwetterzentrale hat aber bereits Warnungen herausgegeben. Laut Waldbrandgefahrenindex (WBI) besteht für Mittwoch die Gefahrenstufe 3 von möglichen 5, was „mittlere Gefahr“ bedeutet und auf der WBI-Deutschlandkarte orange erscheint. Betroffen sind Teile von Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Hessen und Mecklenburg-Vorpommern. In weiteren Regionen, über die gesamte Bundesrepublik verteilt, besteht Warnstufe 2, was geringe Gefahr bedeutet und gelb ist.

Am Donnerstag wird sich die Lage aber blitzartig ändern. Orange überdeckt großflächig gelb. Die Waldbrandgefahr steigt. In Brandenburg, westlich von Berlin, taucht in der Vorschaukarte für Donnerstag sogar ein roter Fleck auf – Stufe 4, hohe Waldbrandgefahr!

Schuld an der Situation ist die derzeitige Trockenheit in vielen Regionen. Was Deutschlands Feiertagsausflügler und Grillmeister die Nase rümpfen lässt, wird Waldbesitzer freuen: Am Freitag, 1. Mai, wird es nämlich großflächig regnen und die Waldbrandgefahr geht wieder zurück.

Auf der Internetseite des Deutschen Wetterdienstes kann man die Entwicklung des Waldbrandindexes beobachten.

Sep 10

Waldbrandgefahr steigt enorm

Wissenschaftler des Internationalen Instituts für angewandte Systemanalyse (IIASA) in Laxenburg bei Wien warnen in einer kürzlich erschienenen Studie vor einem enormen Anstieg der Gefahr von Waldbränden. Die Forscher um den Autor der Studie, Nikolay Khabarov, führen dies auf den Klimawandel zurück. Durch längere Trockenperioden würden die Wälder einfach anfälliger für Brände werden. In der Studie, die im renommierten Fachjournal „Regional Environmental Change“ erschien, ist von einer Verdreifachung der Anzahl der Brände bis zum Jahr 2090 die Rede.

Alleine in den am stärksten betroffenen europäischen Ländern Portugal, Spanien, Frankreich, Italien und Griechenland wurden 2012 etwa 520.000 Hektar Wald durch Feuer zerstört, wie aus der jährlich vom Joint Research Center (JRC) der EU herausgegebenen Waldbrandstatistik hervorgeht. In den Jahren 1980 bis 2008 sei die in Europa verbrannte Waldfläche jährlich zwischen 200.000 und einer Mio. Hektar gelegen, so Khabarov.

Gegenmaßnahmen
Durch bessere Waldbewirtschaftung könne das Problem abgefedert werden, schreiben die Wissenschaftler. Dabei empfehlen die Forscher „den Gaul von hinten aufzuzäumen“, indem man durch kontrollierte Feuer den natürlich entstehenden Bränden zuvorkommt. Der Anstieg der Schäden könne so bis 2090 sogar um 50 Prozent reduziert werden. Der ideale Zeitraum, um diese Brände zu legen, seien die Wintermonate. Dabei soll leicht brennbares Totholz aus den Wälder entfernt werden. „Es gibt immer noch eine große Debatte über die Wirksamkeit kontrollierter Feuer. Unsere Studie zeigt, dass es sich dabei um eine vielversprechende Option handelt, die europäischen Wälder vor den Auswirkungen des Klimawandels zu schützen“, erklärt Khabarov in einer Pressemitteilung des IIASA.

Gleichzeitig weisen die Forscher aber auf die althergebrachte Gefahrenquelle, den Menschen selbst, hin. 95 Prozent aller Waldbrände in Europa würden durch Unachtsamkeit oder Unwissenheit, aber auch durch Brandstiftungen entstehen. Viele dieser Feuer könnten durch verantwortungsvolles Handeln vermieden werden, betonen die Forscher.

Die Anzahl der Waldbrände könnte durch kontrolliertes Feuer reduziert werden. Foto: Ylvers/pixabay.com

Die Anzahl der Waldbrände könnte durch kontrolliertes Feuer reduziert werden. Foto: Ylvers/pixabay.com

Jul 23

Immer noch höchste Waldbrandgefahr

Gefahrenkarte vom 23. Juli: Die violetten Bereiche zeigen deutlich, in welchen Regionen die Waldbrandgefahr extrem hoch ist. Foto: WikiImages/pixabay.com, Illustration: DWD

Gefahrenkarte vom 23. Juli: Die violetten Bereiche zeigen deutlich, in welchen Regionen die Waldbrandgefahr extrem hoch ist. Foto: WikiImages/pixabay.com, Illustration: DWD

Der Sommer hat in den vergangenen Wochen bundesweit Einzug gehalten. Bis auf einzelne Gewitter und Regenschauer erfreuen sich Sonnenhungrige über Sonne pur mit Temperaturen bis zu 37 Grad.

Was allerdings bei Baderatten und Eisliebhaber Wohlbefinden auslöst, kann für Waldbesitzer zur Tragödie werden. Die Waldbrandgefahr bewegt sich in weiten Teilen Deutschlands seit Tagen auf der höchsten Warnstufe (Stufe 5). Wenn Wälder aufgrund der anhaltenden Hitze in Flammen aufgehen, entsteht für die Forstwirte nicht nur erheblicher Schaden, auch Erholungssuchende und Tiere des Waldes sind in Gefahr.

Am stärksten betroffen sind vor allem die nordöstlichen Bundesländer, wie Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern sowie die östlichen Regionen Niedersachsens und Teile Sachsens. In Deutschland beobachtet man die lauernde Gefahr mit Argusaugen, zu größeren Schäden kam es aber noch nicht. Anders sieht es in anderen europäischen Regionen aus. In Spanien kam es vor wenigen Tagen zu einem Flächenbrand, der über 100 Häuser nahezu dem Erdboden gleich machte.

Wichtiges Farbenspiel
Seit Kurzem sind die Gefahrestufen für Waldbrände bundesweit einheitlich. Brandenburg hatte bisher vier Abstufungen und hat diese jetzt den deutschlandweit gültigen fünf angepasst. 1 wird auf der Karte der Warnzentralen mit grün dargestellt und bedeutet „sehr geringe Gefahr“, 2  ist gelb und sagt uns, dass eine „geringe Gefahr“ besteht, orange sind die Gebiete markiert, in denen „mittlere Gefahr“ besteht, das ist die Stufe 3. Bei rot wirds brenzlich, denn mit dieser Farbe sind Regionen, in denen „hohe Gefahr“ besteht, eingefärbt. Die Gefahrenstufe 5 – „sehr hohe Gefahr“ ist violett und bedeutet für Wetter- und Katastrophenexperten eine Situation, bei der es gilt, extrem wachsam zu sein.

Zu Rauchen und offenes Feuer zu entfachen ist natürlich auch nur in der Nähe des Waldes streng verboten. Weiterhin wird dazu geraten, auf Waldwegen keinerlei Fahrzeuge abzustellen, denn beim Starten kann der Motor schonmal mehrere hundert Grad Celsius entwickeln. Es genüge schon ein Funkenflug über trockenem Gras, um einen Flächenbrand, der sich schnell auf einen angrenzenden Wald ausbreiten kann, zu entfachen, heißt es vom ADAC.

Wer zahlt Waldbrandschäden?
Waldbesitzer haben die Möglichkeit, neben einer Versicherung gegen beispielsweise Sturmschäden, auch eine Waldbrandversicherung abzuschließen. In der Regel gilt diese für stehende Bäume, als auch geschlagenes Holz sowie Aufräum- und Feuerlöschkosten. Wurde das Feuer allerdings fahrlässig, zum Beispiel durch eine weggeworfene Zigarette entfacht und der „Täter“ ist den Behörden bekannt, haftet alleine dieser. Die Schadenswiedergutmachung kann wegen einer Sekunde „Dummheit“ die finanzielle Existenz kosten.

Weitere Infos:
Auf der Website des Deutschen Wetterdienstes (DWD) kann man die aktuellen Gefahrenentwicklungen miterfolgen.

Aug 28

Die Welt brennt und das sind die Folgen

Nicht nur in Südamerika brennen riesige Flächen, auch in Afrika und Asien. Wissenschaftler warnen vor ungeahnten Folgen für die ganze Welt.

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Screen: FIRMS/NASA

In Südamerikas Regenwäldern wüten derzeit die schlimmsten Brände seit Jahren. Noch im 2000 Kilometer entfernten Sao Paulo verdunkeln die Rauchwolken den Himmel. Die meisten der Feuer gehen auf Brandstiftung zurück. Aus der Katastrophe ist inzwischen ein politischer Streit entfacht. Umweltverbände sprechen von Brandrodung zur Schaffung von Weideflächen. Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro macht Nichtregierungsorganisationen verantwortlich. Laut dem Politiker wollen sich diese für die Kürzung von Zuschüssen rächen. Ein Streit mit Folgen für die gesamte Welt.

Brände rund um die Welt

Nicht nur in Südamerika toben Feuer. Auch in Sibirien und anderen Regionen rund um den Polarkreis brennen seit Wochen Flächen und Wälder. Obwohl diese inzwischen durch Regenfälle abgeschwächt wurden, sind noch immer Glutnester vorhanden. Wie auf einer beeindruckenden Karte der NASA zu sehen ist, brennen auch große Teile Afrikas. Jeder rote Punkt ist ein Feuer. Laut Experten des Portals wetteronline.de braucht die Savanne diese Brände. Sie helfen dem Gras, schneller zu verrotten, die Asche ist Dünger für den Boden. Obwohl Gräser weniger CO2 freisetzen – weil sie weniger speichern als Bäume – sind die großflächigen Feuer dennoch schlecht für das globale Klima. Auch in Südost-Asien brennt der Regenwald.

Folgen für das globale Klima

Die Regenwälder gelten als die “grüne Lunge” der Erde. Die riesigen Waldflächen speichern CO2. Johan Rockström, Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), sprach gegenüber n-tv.de von einem “Kipp-Punkt”. Wenn 40 Prozent der Waldfläche verbrannt seien, werde der Amazonas-Regenwald unwiederbringlich zu einer Savanne werden. “Sollten die Temperaturen durch den Klimawandel weiter unvermindert ansteigen, könnte der Amazonas-Wald möglicherweise noch rascher kippen”, sagte Rockström. 

Der Wissenschaftler warnte im Interview mit n-tv.de: „Was im Amazonas-Regenwald passiert, hat Einfluss auf unseren gesamten Planeten“. Dieser Wald sei eines der ganz großen biologischen Systeme. Er trage zu dem Sauerstoff bei, den wir atmen. Er fügt hinzu: “Der Regenwald ist Lebensraum für drei Millionen Arten von Pflanzen und Tieren.“ 

Wie n-tv.de weiter schreibt, sind Schätzungen zufolge 90 bis 140 Milliarden Tonnen Kohlenstoff im Regenwald des Amazonasbeckens gebunden. Wenn nur die Hälfte des Waldgebietes verschwindet, würden etwa 150 Milliarden Tonnen CO2-Äquivalente in die Atmosphäre freigesetzt. Das ist etwa das Vierfache des derzeitigen CO2-Jahresausstoßes der gesamten Menschheit – und fast die Hälfte der Menge an CO2, welche die Menschheit noch ausstoßen dürfte, um die globale Erwärmung auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen, so n-tv.de.

Auf einer interaktiven Karte der US-Raumfahrtbehörde NASA kann man alle Brandgeschehen weltweit beobachten.

Jul 24

Brände in der Arktis haben weltweite Auswirkungen

Die Brände, die derzeit rund um die Arktis wüten, haben Auswirkungen auf die gesamte Erde.

Foto: Aqua and Terra MODIS data through NASA Worldview, processed by Pierre Markuse/CC by 2.0

Foto: Aqua and Terra MODIS data through NASA Worldview, processed by Pierre Markuse/CC by 2.0

In der Nähe des Polarkreises kommt es immer wieder zu Flächenbränden. Doch die Brände in diesem Jahr nehmen enorme Ausmaße an. Betroffen ist sowohl der europäische Kontinent als auch der nordamerikanische. Die Lage ist unübersichtlich. Laut dem Wissenschaftsmagazin “Spektrum” toben alleine in Alaska 350 Brände.

Brände sorgen für einen Teufelskreis

Die US-Raumfahrtbehörde NASA warnt, dass die Brände der Torfflächen und Wälder katastrophale Auswirkungen auf den ganzen Planeten haben werden. Nicht nur, dass die riesigen Feuer extrem viel CO2 produzieren. Die unteren Schichten der Böden in diesen Regionen sind ständig gefroren. Man spricht von Permafrostböden. Verbrannte Oberflächen absorbieren mehr Sonnenlicht als unverbrannte. Das heißt, dass sich die Erde dort mehr aufheizt. Dazu kommt, dass sich auf den arktischen Eisflächen Russpartikel absetzen. Die Abstrahlung der Sonne wird auch hier schwächer. Das Eis schmilzt, der Meeresspiegel wird schneller ansteigen. Die Flächenbrände sind eine Auswirkung des Klimawandels, den sie gleichzeitig beschleunigen – ein Teufelskreis.

Arktis könnte durch Beschneiung gerettet werden

Das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) hat vergangene Woche eine Studie vorgestellt, derzufolge das ewige Eis gerettet werden könnte. Besonders betroffen von der Schmelze ist das westarktische Eisschild. Experten befürchten zwar, dass die Flächenbrände den Anstieg des Meeresspiegel beschleunigen, die Entwicklung wird aber schon längere Zeit beobachtet. Die Lösung wäre laut der Forscher technisch erzeugter Schnee. Mit Billionen Tonnen zusätzlichen Schnees, erzeugt aus Meerwasser, könnten die instabilen Gletscher beschneit werden. “Das würde beispiellose Ingenieurslösungen erfordern”, so die Wissenschaftler. Sie lenken aber gleichzeitig ein, dass ein solcher Eingriff Auswirkungen auf die unberührten Regionen rund um die Arktis hätte.

Das Hochpumpen, Entsalzen und die Erwärmung des Meerwassers sowie das Betreiben der Schneekanonen würden eine Strommenge in der Größenordnung von mehreren zehntausend High-End-Windturbinen erfordern. „Im Kern geht es um die Abwägung, ob wir als Menschheit die Antarktis opfern wollen, um die heute bewohnten Küstenregionen und das dort entstandene und entstehende Kulturerbe zu retten“, so Studienautor Anders Levermann.

Jul 10

Bundesregierung: Beim Ausgleich der Waldschäden Klimawandel berücksichtigen

Deutschlands Wälder sind durch den Klimawandel enorm geschädigt. Klöckner und Merkel kündigten Hilfe für Waldbesitzer an.

klimawandel

Foto: pixabay

Die Wälder sind nicht nur durch Waldbrände aufgrund der trockenen Witterung gefährdet. Auch Stürme und Schädlinge schaden den Bäumen. Da das alles Folgen des Klimawandels sind, sieht Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner dringenden Handlungsbedarf. Sie fordert, dass die Bundesregierung die Wiederaufforstung unterstützt. „Einen vergleichbaren Waldverlust hat es in der Vergangenheit kaum gegeben“, so die Politikerin zur Nachrichtenagentur dpa. In den Achtziger Jahren habe das Thema Waldsterben alle beschäftigt.” Sie kritisiert, dass jetzt niemand mehr davon redet. Laut Ministerium müssten 110.000 Hektar Wald ausgeglichen werden. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel, hat die Situation in einem jüngst veröffentlichten Video-Podcast thematisiert: Man solle den Waldbauern unter die Arme greifen.

Wälder für den Klimawandel fit machen

Klöckner strebt an, ein „Mehrere-Millionen-Bäume-Programm“ aus dem Energie- und Klimafonds (EKF) der Bundesregierung zu finanzieren, wie sie der dpa weiter sagte. Den Fonds hat die Bundesregierung eingerichtet, um die Energiewende zu beschleunigen. Er umfasst derzeit 4,5 Milliarden Euro. Derzeit wird das Geld hauptsächlich für etwa erneuerbare Energien und Elektromobilität verwendet. Der Waldklimafonds steht zur Verfügung, um die Anpassung der Wälder an den Klimawandel zu fördern. Er ist Teil des EKF.

Verbände zählen auf Bundesregierung

Der Verein “Familienbetriebe Land und Forst” und der Waldeigentümer-Verband begrüßen, dass sich Klöckner und Merkel für eine Unterstützung der Waldeigentümer ausgesprochen haben. “Die Betriebe können dies infolge der immensen und großflächigen Schäden allein oft nicht mehr leisten”, sagte Waldeigentümer-Präsident Hans-Georg von Marwitz. Teilweise seien komplette Ökosysteme bedroht.

Der Energie- und Klimafonds sei nach Einschätzung der beiden Verbände genau der richtige Absender für das Hilfsprogramm. Denn der Wald muss nicht nur aus wirtschaftlicher Sicht, für den Klimawandel fit gemacht werden, er speichert andererseits auch CO2 und dämmt so den Klimawandel ein.

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