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Mrz 13

Waldbrände und Starkniederschläge hängen zusammen

Ein internationales Forscherteam hat anhand einer Langzeitstudie bewiesen, dass durch Starkregen Waldbrände nicht geringer sind.

Waldbrände

Foto: pixabay

Was schon länger vermutet wurde, konnten deutsche und US-amerikanische Forscher nun konkretisieren: Starkregen und Waldbrände hängen zusammen – eine Wechselwirkung. Forscher des Helmholtz-Zentrums Geesthacht (HZG), der Universität Hamburg und Forschungseinrichtungen aus den USA haben dazu Daten aus der Zeit vom 16. Jahrhundert bis heute ausgewertet. Unter anderem wurden alte Waldbrandschäden, die in Baumringen noch sichtbar sind, einbezogen.

Niederschläge und Waldbrände basieren auf Jetstream

Die Wissenschaftler haben die Ereignisse in Kalifornien untersucht. Dabei liegt ein besonderes Augenmerk auf starken Winden im Bereich der oberen Troposphäre bis zur Stratosphäre – sogenannten Jetstreams – und der Luftfeuchtigkeit. Sowohl Tiefdruck- als auch Hochdruckgebiete sind von den Winden abhängig.

Die Jetstreams ziehen zwischen Dezember und Februar aus dem Westen in den Staat Kalifornien ein. Die Stärke und Richtung der Winde beeinflusst die regionalen Bedingungen, die sich auf die wärmere Trockenzeit übertragen. Die Regenzeit wird so zu einem wichtigen Vorläufer der sommerlichen Brandbedingungen. Wenn der Jetstream also viel Regen bringt, ist das ein Zeichen, dass er heftig ist. Dementsprechend ist er dann auch für große Hitze verantwortlich.

Starkregenereignisse schließen Waldbrände nicht aus

Die Wissenschaftler haben bewiesen, dass Starkregen in der Region Waldbrände im folgenden Sommer nicht ausschließt. Im Jahr 2017 etwa kam es trotz Niederschlägen und hoher Luftfeuchtigkeit zu schweren Waldbränden. Eigentlich hätten die Forscher nach der kühlen und regenreichen Jahreszeit mit sehr hoher Feuchtigkeit eher weniger schwere Brände erwartet. Aufgrund der Erkenntnisse können Waldbrandprävention und -bekämpfung besser gesteuert werden.

Aug 28

Die Welt brennt und das sind die Folgen

Nicht nur in Südamerika brennen riesige Flächen, auch in Afrika und Asien. Wissenschaftler warnen vor ungeahnten Folgen für die ganze Welt.

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Screen: FIRMS/NASA

In Südamerikas Regenwäldern wüten derzeit die schlimmsten Brände seit Jahren. Noch im 2000 Kilometer entfernten Sao Paulo verdunkeln die Rauchwolken den Himmel. Die meisten der Feuer gehen auf Brandstiftung zurück. Aus der Katastrophe ist inzwischen ein politischer Streit entfacht. Umweltverbände sprechen von Brandrodung zur Schaffung von Weideflächen. Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro macht Nichtregierungsorganisationen verantwortlich. Laut dem Politiker wollen sich diese für die Kürzung von Zuschüssen rächen. Ein Streit mit Folgen für die gesamte Welt.

Brände rund um die Welt

Nicht nur in Südamerika toben Feuer. Auch in Sibirien und anderen Regionen rund um den Polarkreis brennen seit Wochen Flächen und Wälder. Obwohl diese inzwischen durch Regenfälle abgeschwächt wurden, sind noch immer Glutnester vorhanden. Wie auf einer beeindruckenden Karte der NASA zu sehen ist, brennen auch große Teile Afrikas. Jeder rote Punkt ist ein Feuer. Laut Experten des Portals wetteronline.de braucht die Savanne diese Brände. Sie helfen dem Gras, schneller zu verrotten, die Asche ist Dünger für den Boden. Obwohl Gräser weniger CO2 freisetzen – weil sie weniger speichern als Bäume – sind die großflächigen Feuer dennoch schlecht für das globale Klima. Auch in Südost-Asien brennt der Regenwald.

Folgen für das globale Klima

Die Regenwälder gelten als die “grüne Lunge” der Erde. Die riesigen Waldflächen speichern CO2. Johan Rockström, Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), sprach gegenüber n-tv.de von einem “Kipp-Punkt”. Wenn 40 Prozent der Waldfläche verbrannt seien, werde der Amazonas-Regenwald unwiederbringlich zu einer Savanne werden. “Sollten die Temperaturen durch den Klimawandel weiter unvermindert ansteigen, könnte der Amazonas-Wald möglicherweise noch rascher kippen”, sagte Rockström. 

Der Wissenschaftler warnte im Interview mit n-tv.de: „Was im Amazonas-Regenwald passiert, hat Einfluss auf unseren gesamten Planeten“. Dieser Wald sei eines der ganz großen biologischen Systeme. Er trage zu dem Sauerstoff bei, den wir atmen. Er fügt hinzu: “Der Regenwald ist Lebensraum für drei Millionen Arten von Pflanzen und Tieren.“ 

Wie n-tv.de weiter schreibt, sind Schätzungen zufolge 90 bis 140 Milliarden Tonnen Kohlenstoff im Regenwald des Amazonasbeckens gebunden. Wenn nur die Hälfte des Waldgebietes verschwindet, würden etwa 150 Milliarden Tonnen CO2-Äquivalente in die Atmosphäre freigesetzt. Das ist etwa das Vierfache des derzeitigen CO2-Jahresausstoßes der gesamten Menschheit – und fast die Hälfte der Menge an CO2, welche die Menschheit noch ausstoßen dürfte, um die globale Erwärmung auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen, so n-tv.de.

Auf einer interaktiven Karte der US-Raumfahrtbehörde NASA kann man alle Brandgeschehen weltweit beobachten.

Jul 24

Brände in der Arktis haben weltweite Auswirkungen

Die Brände, die derzeit rund um die Arktis wüten, haben Auswirkungen auf die gesamte Erde.

Foto: Aqua and Terra MODIS data through NASA Worldview, processed by Pierre Markuse/CC by 2.0

Foto: Aqua and Terra MODIS data through NASA Worldview, processed by Pierre Markuse/CC by 2.0

In der Nähe des Polarkreises kommt es immer wieder zu Flächenbränden. Doch die Brände in diesem Jahr nehmen enorme Ausmaße an. Betroffen ist sowohl der europäische Kontinent als auch der nordamerikanische. Die Lage ist unübersichtlich. Laut dem Wissenschaftsmagazin “Spektrum” toben alleine in Alaska 350 Brände.

Brände sorgen für einen Teufelskreis

Die US-Raumfahrtbehörde NASA warnt, dass die Brände der Torfflächen und Wälder katastrophale Auswirkungen auf den ganzen Planeten haben werden. Nicht nur, dass die riesigen Feuer extrem viel CO2 produzieren. Die unteren Schichten der Böden in diesen Regionen sind ständig gefroren. Man spricht von Permafrostböden. Verbrannte Oberflächen absorbieren mehr Sonnenlicht als unverbrannte. Das heißt, dass sich die Erde dort mehr aufheizt. Dazu kommt, dass sich auf den arktischen Eisflächen Russpartikel absetzen. Die Abstrahlung der Sonne wird auch hier schwächer. Das Eis schmilzt, der Meeresspiegel wird schneller ansteigen. Die Flächenbrände sind eine Auswirkung des Klimawandels, den sie gleichzeitig beschleunigen – ein Teufelskreis.

Arktis könnte durch Beschneiung gerettet werden

Das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) hat vergangene Woche eine Studie vorgestellt, derzufolge das ewige Eis gerettet werden könnte. Besonders betroffen von der Schmelze ist das westarktische Eisschild. Experten befürchten zwar, dass die Flächenbrände den Anstieg des Meeresspiegel beschleunigen, die Entwicklung wird aber schon längere Zeit beobachtet. Die Lösung wäre laut der Forscher technisch erzeugter Schnee. Mit Billionen Tonnen zusätzlichen Schnees, erzeugt aus Meerwasser, könnten die instabilen Gletscher beschneit werden. “Das würde beispiellose Ingenieurslösungen erfordern”, so die Wissenschaftler. Sie lenken aber gleichzeitig ein, dass ein solcher Eingriff Auswirkungen auf die unberührten Regionen rund um die Arktis hätte.

Das Hochpumpen, Entsalzen und die Erwärmung des Meerwassers sowie das Betreiben der Schneekanonen würden eine Strommenge in der Größenordnung von mehreren zehntausend High-End-Windturbinen erfordern. „Im Kern geht es um die Abwägung, ob wir als Menschheit die Antarktis opfern wollen, um die heute bewohnten Küstenregionen und das dort entstandene und entstehende Kulturerbe zu retten“, so Studienautor Anders Levermann.

Jul 10

Bundesregierung: Beim Ausgleich der Waldschäden Klimawandel berücksichtigen

Deutschlands Wälder sind durch den Klimawandel enorm geschädigt. Klöckner und Merkel kündigten Hilfe für Waldbesitzer an.

klimawandel

Foto: pixabay

Die Wälder sind nicht nur durch Waldbrände aufgrund der trockenen Witterung gefährdet. Auch Stürme und Schädlinge schaden den Bäumen. Da das alles Folgen des Klimawandels sind, sieht Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner dringenden Handlungsbedarf. Sie fordert, dass die Bundesregierung die Wiederaufforstung unterstützt. „Einen vergleichbaren Waldverlust hat es in der Vergangenheit kaum gegeben“, so die Politikerin zur Nachrichtenagentur dpa. In den Achtziger Jahren habe das Thema Waldsterben alle beschäftigt.” Sie kritisiert, dass jetzt niemand mehr davon redet. Laut Ministerium müssten 110.000 Hektar Wald ausgeglichen werden. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel, hat die Situation in einem jüngst veröffentlichten Video-Podcast thematisiert: Man solle den Waldbauern unter die Arme greifen.

Wälder für den Klimawandel fit machen

Klöckner strebt an, ein „Mehrere-Millionen-Bäume-Programm“ aus dem Energie- und Klimafonds (EKF) der Bundesregierung zu finanzieren, wie sie der dpa weiter sagte. Den Fonds hat die Bundesregierung eingerichtet, um die Energiewende zu beschleunigen. Er umfasst derzeit 4,5 Milliarden Euro. Derzeit wird das Geld hauptsächlich für etwa erneuerbare Energien und Elektromobilität verwendet. Der Waldklimafonds steht zur Verfügung, um die Anpassung der Wälder an den Klimawandel zu fördern. Er ist Teil des EKF.

Verbände zählen auf Bundesregierung

Der Verein “Familienbetriebe Land und Forst” und der Waldeigentümer-Verband begrüßen, dass sich Klöckner und Merkel für eine Unterstützung der Waldeigentümer ausgesprochen haben. “Die Betriebe können dies infolge der immensen und großflächigen Schäden allein oft nicht mehr leisten”, sagte Waldeigentümer-Präsident Hans-Georg von Marwitz. Teilweise seien komplette Ökosysteme bedroht.

Der Energie- und Klimafonds sei nach Einschätzung der beiden Verbände genau der richtige Absender für das Hilfsprogramm. Denn der Wald muss nicht nur aus wirtschaftlicher Sicht, für den Klimawandel fit gemacht werden, er speichert andererseits auch CO2 und dämmt so den Klimawandel ein.

Mrz 06

Gletscherschmelze: Nicht nur der Klimawandel ist schuld

Die Gletscherschmelze liegt nicht nur am Klimawandel. Feinstaub beschleunigt die besorgniserregende Entwicklung.

gletscher

Foto: pixabay (Symbolbild)

Die Gletscherschmelze schreitet weltweit im Rekordtempo voran. In den vergangenen Jahren schmolzen die dicken Eisschichten dreimal so schnell als im 20. Jahrhundert. Besonders betroffen sind dabei nicht nur die Pole und Grönland, sondern auch die Alpen. Dass die besorgniserregende Entwicklung an der Erwärmung der Atmosphäre liegt, gilt als sicher. Der Klimawandel wird unter anderem durch zu hohen CO2-Ausstoß verursacht. Doch noch ein anderes Phänomen, das nicht direkt mit dem Klimawandel zu tun hat, lässt das Eis schmelzen.

Gletscherschmelze wird durch Phänomen beschleunigt

Feinstaub ist derzeit in aller Munde. Doch die feinen von Verkehr und Industrie in die Luft gesetzten Partikel sind nicht nur gesundheitsschädlich. Sie beschleunigen auch die Gletscherschmelze. Wie der Tagesspiegel berichtet, werden die winzigen Rußpartikel durch den Wind aus den Metropolen über weite Strecken in unbewohnte Regionen getragen. Sie legen sich auf den Gletschern ab. Dadurch werden die ansonsten weißen Eisschichten quasi abgedunkelt. Gletscher schützen sich im Normalfall durch das sogenannte Albedo vor dem Schmelzen. Das bedeutet: Durch die Rückstrahlung des Sonnenlichtes bleiben sie gekühlt. Das Rückstrahlvermögen schwindet durch die vom Ruß verursachten dunklen Stellen.

Klimawandel Teil des Teufelskreises

Durch ein aktuelles Ereignis kann andererseits schon die Verbindung zum Klimawandel hergestellt werden. In Alaska wüteten im vergangenen Jahr großflächige Waldbrände aufgrund der globalen Trockenheit. Experten schreiben den heißen Sommer dem Klimawandel zu. Folglich wurden Rußpartikel aus Nordamerika in die Arktis getragen, das Rückstrahlvermögen des Polareises sank um fünf Prozent, wie der Tagesspiegel Konrad Steffen vom in der Schweiz ansässigen Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft zitiert.

Jan 30

Waldbrandvorbeugung: Brandenburger Waldbesitzer bekommen mehr Geld

Nach dem trockenen Sommer im Vorjahr hat das Land Brandenburg jetzt die Fördermittel für die Waldbrandvorbeugung angehoben.

waldbrandvorsorge

Foto: pixabay (Symbolbild)

Durch extreme Trockenheit und munitionsbelastete Flächen kam es vergangenes Jahr in Brandenburg immer wieder zu Waldbränden. Um bei der Waldbrandvorbeugung noch höhere Anreize für die Waldbesitzer zu schaffen, hat das Landwirtschaftsministerium die Fördersätze zur Vorbeugung angehoben.

Zahlreiche Großbrände

Mehr als 1.650 Hektar Brandenburger Wald wurden 2018 durch Feuer zerstört. Davon fielen rund 90 Prozent auf 11 Großbrände. Die Bekämpfung der Waldbrände wurde oft durch nicht zugängliche ehemalige Truppenübungsplätze und lange Wege zur nächsten Wasserstelle erschwert.

Mit der überarbeiteten Forst-Förderrichtlinie sollen sich laut Landwirtschaftsministerium die Bedingungen für die Vorbeugung und Bekämpfung von Waldschäden deutlich verbessern. So wurden die Fördersätze für Löschwasserentnahmestellen angehoben. Künftig können beim Bau oder bei einer Erweiterung von Wasserstellen auch Tiefbrunnen gefördert werden. Waldbesitzer können bis zu 25.000 Euro statt der bisherigen 12.000 Euro pro Fördermaßnahme beantragen.

Wegesanierung Teil der Waldbrandvorbeugung

Damit die Feuerwehr im Kampf gegen Waldbrände schnellstmöglich an die Brandstellen kommt, wurden auch die Fördermittel für die Instandsetzung von Wegen angehoben. Des weiteren hat das Ministerium den Stundensatz für die Inanspruchnahme von Beratungsdiensten erhöht. Durch diese Maßnahme kann eine umfassende Beratung der fast 100.000 Waldbesitzer in Brandenburg verbessert werden.

Sep 13

Klimawandel: Waldumbau gegen Borkenkäfer?

Ein wärmeres Klima durch den Klimawandel begünstigt Schädlinge. Der NABU fordert, das Problem langfristig auf natürliche Weise zu lösen.

Foto: pixabay

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Die Hitzewelle im Frühsommer und Sommer führte nicht nur zu einer stärkeren Population der Wespen. Sie hat auch dazu geführt, dass die Population der Borkenkäfer explodierte. Dazu kommt, dass die durch die Trockenheit bedingten Waldbrände abgestorbenen Fichten gute Nistplätze für die Schädlinge sind. Zum Schutz der Wälder werden Pestizide eingesetzt. Der Naturschutzbund (NABU) sieht aber ein grundsätzliches Problem: Die Käferplage durch den Klimawandel könne nicht durch Gift bekämpft werden.

Klimawandel begünstigt Entwicklung von Schädlingen

„Die Fichtenforste machen seit vielen Jahren sehr deutlich, wie anfällig sie gegenüber extremen Wetterereignissen sind. Dürre und Hitze haben in diesem Jahr auch den Borkenkäfer-Befall begünstigt”, so NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Das Insekt hatte bereits mit einem warmen April optimale Bedingungen. “Auch durch Stürme haben vorgeschädigte Wälder dem Borkenkäfer weniger entgegenzusetzen“, erklärt Miller. Besonders betroffen von Borkenkäfermassenvermehrungen sind Bundesländer mit einem hohen Fichtenanteil. Dazu zählen Bayern, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Thüringen und Baden-Württemberg.

Ist ein Waldumbau besser als Pestizide?

Der NABU kritisiert, dass beim öffentlichen Wald vor allem wirtschaftliche Interessen das Maß aller Dinge seien und den Pestizideinsatz gegen Schädlinge. „Aus den Fehlern der vergangenen Jahrzehnte müssen wir schneller lernen”, sagt Miller. “Es zeigt sich immer wieder – je naturnäher der Wald, desto weniger anfällig ist er gegen extreme Wetterereignisse, die durch den Klimawandel immer häufiger auftreten“, so der Bundesgeschäftsführer.

NABU-Waldexperte Stefan Adler ergänzt: „Wir können nicht über Jahre mit Gift gegen die Klimaveränderung ankämpfen.” Kurzfristige Lösungen seien nicht vorhanden. Mittel- bis langfristig helfe nur der Waldumbau hin zu naturnahen Laub- und Mischwäldern. Er fordert, von der Forstwirtschaft, Fichten nicht mehr durch Douglasien und andere schnellwachsende Nadelbaumarten zu ersetzen.

Apr 18

Dieses Brandereignis verdunkelte 2017 die Sonne über Europa

Die Auswirkung großer Waldbrände auf das Klima wurde bisher überschätzt. Die brennenden kanadische Wälder hatten 2017 eine größere Auswirkung als der Ausbruch des Vulkans Pinatubos 1991.

Foto: pixabay (Symbolbild)

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Waldbrände können die Sonneneinstrahlung in der oberen Atmosphäre noch stärker trüben als Vulkanausbrüche. Zu diesem Schluss sind Wissenschaftler des Leibniz-Insituts für Troposphärenforschung (TROPOS) nach Messungen gekommen. So haben die Waldbrände in Kanada im September des vergangenen Jahres das Sonnenlicht über Europa viel stärker abgeschwächt als der Ausbruch des philippinischen Vulkans Pinatubo 1991.

Waldbrände bisher unterschätzt

Der Ausbruch des Pinatubos galt bisher als größtes Einzelereignis der letzten Jahrzehnte mit Wirkung auf das globale Klima. Damals wurden Gase und Partikel in die obere Erdatmosphäre geblasen, die rund um den Globus das Sonnenlicht trübten. Dadurch sank die Durchschnittstemperatur weltweit um rund ein halbes Grad.

Die Auswirkungen großer Waldbrände auf das Klima wurde bisher offenbar unterschätzt. Experten haben lange angenommen, dass der Rauch nicht weit genug aufsteigt, um sich über die Stratosphäre weltweit ausbreiten zu können. Die Rekordwaldbrände in Kanada und verbesserte Methoden zur Fernerkundung der Atmosphäre haben jetzt dafür gesorgt, dass dieser Zusammenhang deutlicher wurde.

Partikel würden bodennahe Feinstaubwerte übersteigen

Der vergangene ungewöhnlich trockene Sommer sorgte für hohe Waldbrandgefahr in vielen Regionen. Auch durch das Wetter in Kanada war es trocken. Im Nordwesten brannten Wälder wochenlang. 2017 war in der Provinz British Columbia die verheerendste Waldbrandsaison seit Beginn der Aufzeichnungen. Insgesamt brannten dabei über 900.000 Hektar Wald. Die große Menge an Holz, die dabei in Flammen aufging, sorgte für extreme Hitze und starke Aufwinde. Dabei kam es zu Feuerwolken, die wie bei Gewitterwolken bis in große Höhen reichen und wie ein Staubsauger Material von den unteren Schichten der Atmosphäre nach oben saugen.

Nachdem der Rauch in die Stratosphäre gelangt war, bewegte er sich über mehrere Klimazonen ostwärts nach Europa und Nordasien und verteilte sich innerhalb von 20 Tagen über die nördliche Hemisphäre. Die TROPOS-Forscher konnten mit Hilfe von Lichtradaren per Laser den Rauch über Leipzig messen. Mehrere Tage lang war eine Rauchschicht wahrnehmbar, die ihr Maximum am 22. August in 14 bis 16 Kilometern Höhe erreichte. Diese zwei Kilometer dicke Schicht schluckte rund die Hälfte des Sonnenlichts. Die Dämpfung des Lichts war dabei in Leipzig rund 20-mal stärker als beim Ausbruch des philippinischen Vulkans Pinatubo. Die Partikel würden auf dem Boden die zulässigen Feinstaubwerte um das Doppelte übersteigen. Bis Ende Januar dieses Jahren konnten sie gemessen werden.

Aug 09

Immer mehr Hitzetote in Europa?

Wissenschaftler warnen in einer Studie vor einem extremen Anstieg von Todesfällen aufgrund der zunehmenden Hitze.

Fotos: pixabay; Composing

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Regelmäßige Waldbrände durch Hitzewellen im Mittelmeerraum – Mallorca-Urlauber leiden derzeit unter Temperaturen über 40 Grad. Für mehrere italienische Städte wurde die höchste Hitze-Warnstufe ausgerufen. Auch in Deutschland werden wiederholt Temperaturrekorde gemessen. In Österreich starb vergangene Woche ein Rekrut während eines Marsches an Überhitzung. Forscher warnen jetzt: Die Zahl an Hitzetoten wird drastisch steigen!

Laut der Studie, die im Magazin „The Lancet Planetary Health“ veröffentlicht wurde, werden Ende des Jahrhunderts in Europa jährlich 152.000 Menschen wegen Hitze ums Leben gekommen sein. Wenn die Wissenschaftler recht haben, wäre das ein Anstieg um das Fünfzigfache.

„Zwei von drei Menschen in Europa wären davon betroffen, sollten die Emission von Treibhausgas nicht verringert und die Politik nicht klimafreundlicher werden.“, rechnen die Autoren der Studie vor. Klimawandel sei eine der größten weltweiten Bedrohungen für die Gesundheit der Menschen im 21. Jahrhundert, so Giovanni Forzieri vom Forschungszentrum der EU-Kommission in Italien, das die Untersuchung mit geleitet hat.

Apr 29

Hochdruckwetter sorgt für Waldbrandgefahr

Waldbrände in Europa: Auch Deutschland ist nicht gefeit.

In einigen Regionen Europas wüten derzeit Waldbrände. Nach einem großflächigen Feuer im Süden Österreichs schlagen jetzt Flammen aus den Wäldern rund um die Ruine des vor 30 Jahren havarierten Atomkraftwerkes Tschernobyl in der Ukraine. Doch auch für Deutschland gibt es Warnungen.

Der Waldbrand, der vergangene Woche im österreichischen Bundesland Kärnten ausgebrochen ist, ist noch immer nicht eingedämmt. Immer wieder tauchen Glutnester in dem alpinen Gebiet auf. Immer noch sind einige hundert Feuerwehr Leute im Einsatz. Ein Ende der Löscharbeiten sei noch nicht abzusehen, sagte der Einsatzleiter am Dienstag zum ORF. Insgesamt 75 Hektar Wald hat der Brand zerstört.

Foto: Ylvers/pixabay.com

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In Deutschland ist es derzeit noch nicht ganz so schlimm, die Unwetterzentrale hat aber bereits Warnungen herausgegeben. Laut Waldbrandgefahrenindex (WBI) besteht für Mittwoch die Gefahrenstufe 3 von möglichen 5, was „mittlere Gefahr“ bedeutet und auf der WBI-Deutschlandkarte orange erscheint. Betroffen sind Teile von Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Hessen und Mecklenburg-Vorpommern. In weiteren Regionen, über die gesamte Bundesrepublik verteilt, besteht Warnstufe 2, was geringe Gefahr bedeutet und gelb ist.

Am Donnerstag wird sich die Lage aber blitzartig ändern. Orange überdeckt großflächig gelb. Die Waldbrandgefahr steigt. In Brandenburg, westlich von Berlin, taucht in der Vorschaukarte für Donnerstag sogar ein roter Fleck auf – Stufe 4, hohe Waldbrandgefahr!

Schuld an der Situation ist die derzeitige Trockenheit in vielen Regionen. Was Deutschlands Feiertagsausflügler und Grillmeister die Nase rümpfen lässt, wird Waldbesitzer freuen: Am Freitag, 1. Mai, wird es nämlich großflächig regnen und die Waldbrandgefahr geht wieder zurück.

Auf der Internetseite des Deutschen Wetterdienstes kann man die Entwicklung des Waldbrandindexes beobachten.

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