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Jan 16

Sturmflut: Warnung vor Steilküstenabbrüchen

An der Küste der Ostsee kam es dieses Jahr schon zweimal zu einer Sturmflut. Der zuständige Agrarminister Till Backhaus warnt vor Steilküstenabbrüchen, beruhigt aber gleichzeitig.

Sturmflut

Foto: pixabay (Symbolbild)

Für die Regionen und Hotels an der Ostsee ist der Tourismus wichtig. Doch auch die Landwirtschaft ist ein entscheidender Wirtschaftsfaktor. Sturmfluten häufen sich. Können sie für Touristen und Einheimische zur Gefahr werden? Der Landwirtschaftsminister von Mecklenburg-Vorpommern, Till Backhaus, sagt: „Auch von der zweiten Sturmflut diesen Jahres geht keine Gefahr für die durch die Küstenschutzanlagen gesicherten Ortschaften des Landes aus”. Er machte sich in Rostock-Warnemünde ein Bild von der Situation.

Sandablagerungen durch Sturmflut hält Wellen ab

Die Dünenabtragungen der Sturmflut vom 2. Januar haben den Strand und Vorstrandbereich mit Sand aufgefüllt. Dadurch wird die Energie der Wellen bereits vor Erreichen des Dünenfußes abgebaut. Da zudem die Wasserstände geringer sind, wird es höchstens lokal zu weiteren geringen Dünenabtragungen kommen. “An den Steilufern sind erneute Abbrüche möglich”, sagt Backhaus. Von Spaziergängen in diesen sensiblen Bereichen rät er daher dringend ab.

Die Höchstwasserstände haben sich nach aktuellem Stand eingependelt. Die Behörden beobachten die Entwicklung und arbeiten an weiteren Schutzmaßnahmen.

Jan 24

Diplom-Meteorologe: “Schwere Stürme werden in Europa künftig häufiger auftreten”

Müssen wir uns an schwere Stürme gewöhnen? die-wetterversicherung.de sprach mit einem Diplom-Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes.

Waldschäden nach “Friederike” in NRW. Foto: Jan Preller/Wald und Holz NRW

Waldschäden nach “Friederike” in NRW. Foto: Jan Preller/Wald und Holz NRW

Das Tief “Frederike” hat in Deutschland schwere Sturmschäden verursacht. Nicht nur abgedeckte Häuser, lahmgelegte Bahnstrecken und Schäden in der Land- und Forstwirtschaft: Auch neun Tote wurden gemeldet. Nur wenige Wochen nach dem Orkantief “Burglind” und auf den Tag genau zehn Jahre nach dem vernichtenden Sturmtief “Kyrill” brachte“Friederike” bereits das zweite schwere Unwetter in diesem Jahr nach Deutschland.

Der Landesbetrieb Wald und Forst NRW warnt in einer aktuellen Pressemitteilung davor, Wälder zu betreten. Genügt eine Elementarversicherung oder müssen wir uns tatsächlich grundsätzlich an Wetterereignisse, wie man sie aus vom amerikanischen Kontinent kennt, gewöhnen? die-wetterversicherung.de fragte den Diplom-Meteorologen Thomas Kesseler-Lauterkorn vom Deutschen Wetterdienst (DWD), ob wir uns künftig mit solchen schweren Stürmen auseinandersetzen müssen.

Werden die schweren Stürme und Orkane häufiger oder ist das ein subjektives Empfinden?
Kesseler-Lauterkorn:
Wenn man sich die Langzeitstatistiken ansieht, findet man keinen eindeutigen Trend, dass Winterstürme häufiger auftreten als früher. In den vergangenen 20 bis 30 Jahren gab es immer wieder Häufungen. Das war Anfang der 90er Jahre so und auch nach der Jahrtausendwende. Das Sturmtief “Kyrill” war dann 2007 der Höhepunkt. Danach war es wieder ruhiger.

Befinden wir uns derzeit in so einer Serie?
Kesseler-Lauterkorn:
Ja, das meine ich schon. In den vergangenen Monaten waren die Stürme aktiver als in vielen Jahren zuvor.

Wenn man 50 bis 60 Jahre zurückblickt?
Kesseler-Lauterkorn:
Da hat es bei uns noch nicht so viele schwere Sturmtiefs gegeben.

Wie kommt es zu Anhäufungen von derartigen Sturmereignissen?
Kesseler-Lauterkorn:
Das liegt an der Witterung, an der Großwetterlage, die sich in den vergangenen Wochen und Monaten eingestellt hat. An den relativ milden Temperaturen merkt man, dass derzeit eine Westwetterlage dominiert. Durch diese ist die Chance größer, dass Sturmtiefs vom Atlantik auf Mitteleuropa übergreifen. Da ist dann schon einmal so ein markantes Sturmtief wie “Friederike” dabei. In anderen Winter hingegen kommen die Luftströmungen aus anderen Richtungen. In solchen Perioden spielt der Atlantik eine geringere Rolle.

Auswirkungen des Klimawandels?
Kesseler-Lauterkorn:
Jein. Während die Temperaturzunahme laut Statistik eindeutig ist, kann man es bei den Stürmen nicht genau sagen. Den neuesten Forschungsergebnissen zufolge gehen wir von einer künftigen Zunahme von schweren Stürmen in West- und Mitteleuropa aus.

Also doch eine Zunahme?
Kesseler-Lauterkorn:
In Zukunft werden die Stürme schon mehr werden. Wir sprechen dabei vom Zeitraum 2020 bis Ende des Jahrhunderts. Bei der Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte ist der Kontext zum Klimawandel noch nicht eindeutig. Die Entwicklung ist meiner Meinung nach etwas mit Vorsicht zu genießen. Aber die Erkenntnisse sagen, dass es möglich ist, dass wir uns in den nächsten Jahrzehnten auf häufigere Sturmereignisse einstellen müssen.

Mehr zum Klimawandel findet man auf der DWD-Internetseite im Nationalen Klimareport des Deutschen Wetterdienstes (PDF).

Jan 10

Diese Schäden verursachte Sturmtief “Burglind”

Im Vergleich zu anderen Extremwetterereignissen aus der jüngeren Vergangenheit war “Burglind” kein Rekordsturm, hinterließ aber trotzdem schwere Schäden.

Foto: pixabay (Symbolbild)

Foto: pixabay (Symbolbild)

Gesperrte Bahnstrecken, überflutete Straßen, umgestürzte Bäume, Starkregen, regionsübergreifende Unwetterwarnungen: Zu Jahresbeginn zog das Sturmtief “Burglind” über Europa. In Deutschland waren vor allem der Süden und der Westen betroffen. Im Nordschwarzwald wurden Windgeschwindigkeiten von bis zu 160 km/h gemessen. Die großen Flüsse, wie Rhein und Donau, traten über die Ufer. In Saarbrücken musste sogar einige Tage lang die Stadtautobahn, die unmittelbar an der Saar verläuft, komplett gesperrt werden. Die Mosel war für Schiffe nicht passierbar. Inzwischen gehen die Pegelstände wieder zurück.

Der Gesamtverband der Deutschen Versichicherungswirtschaft (GDV) schätzt den Gesamtschaden auf “deutlich weniger als eine halbe Milliarde Euro” ein – ein schwerer, aber kein Rekordsturm.

“Kyrill” bislang schwerster Wintersturm

Der verheerendste Wintersturm der vergangenen 20 Jahre ist immer noch “Kyrill”, der im Januar 2007 mit Windgeschwindigkeiten von über 200 km/h über Europa fegte. Das Tiefdruckgebiet entstand – wie “Burglind” auch – über dem Atlantik und hinterließ in Deutschland Schäden von rund 2 Milliarden Euro. Im Ranking der Winterstürme folgen die Tiefs Lothar 1999 mit 800 Millionen Euro und “Jeanett” 2002 mit rund 760 Millionen Euro.

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Aug 23

Sturm verwüstet bayerische Wälder

Während Deutschland und Österreich von Unwettern heimgesucht wurden, kämpft Italien schon seit Monaten mit Trockenheit.

Feuerwehreinsatz vergangenen Samstag auf dem Passauer Stadtberg. Foto: Feuerwehr Passau/M. Kornexl

Feuerwehreinsatz vergangenen Samstag auf dem Passauer Stadtberg. Foto: Feuerwehr Passau/M. Kornexl

Nachdem vor zwei Wochen ein Unwetter in Teilen Österreichs für Zerstörung durch Erdrutsche gesorgt hatte, wurde vergangenes Wochenende Niederbayern von einem heftigen Gewittersturm heimgesucht. In den Landkreisen Passau und Freyung-Grafenau sehen sich vor allem Waldbesitzer mit hohen Schäden konfrontiert. Das bayerische Landwirtschaftsministerium geht in einer ersten Schätzung von mindestens zwei Millionen Hektar Schadholz aus. Der Sturm hat tausende Hektar Wald verwüstet und die Arbeit ganzer Waldbesitzer-Generationen zunichte gemacht.

Vorsicht bei Aufräumarbeiten

Für die Aufräumarbeiten im Wald mahnt Brunner zu äußerster Vorsicht: „Die umgestürzten Stämme stehen unter großer Spannung, die Gefahr herabfallender Äste ist wesentlich höher als sonst“. Professionelle Beratung und Hilfe finden betroffene Waldbesitzer bei den bayerischen Ämtern für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten sowie bei den forstlichen Zusammenschlüssen.

Hitzeschäden in Italien

In Italien wiederum hat es schon seit Monaten nicht mehr geregnet. Folge der Hitzewelle sind hohe Ernteausfälle. Während in Norditalien die Tomatenernte bedroht ist, müssen in Süditalien die Olivenbauern um ihre Ernte bangen. Der Landwirtschaftsverband Coldiretti geht von Einbußen in Milliardenhöhe aus. Auch die Trinkwasserversorgung ist gefährdet. Einige Kommunen hatten das Wasser bereits im Juni rationiert.

Mai 13

Sturmschäden richtig der Versicherung melden

Foto: Jan Mallander/pixabay.com

Foto: Jan Mallander/pixabay.com

Die Unwetterzentrale warnt vor Stürmen samt Gewitter und Hagel, die dieser Tage quer durch die Bundesrepublik ziehen sollen, vom Saarland bis Rügen. Was tun, nachdem es gekracht hat? So melden Sie Sturmschäden der Versicherung.

„In der Regel kommen Versicherungen dafür auf. Allerdings müssen sich Betroffene an Regeln halten, wenn sie ihren vollen Versicherungsschutz nicht gefährden wollen“, zitiert das Verbraucherportal Verivox unter Berufung auf dpa/tmn den Bund der Versicherten (BdV) und gibt auch gleich Tipps, was im Fall des Falles zu tun ist.

Unverzüglich melden
Wichtig ist, dass ein Schaden zeitnah der Versicherung gemeldet wird. Eine genaue Frist dafür gäbe es nicht, wie BDV-Sprecherin Bianca Boss weiß. Als erste Maßnahme könne es ausreichen, eine E-Mail mit einer Schadensbeschreibung zu schicken. Auch ein Anruf könne genügen. Wer von einem Vermittler betreut werde, solle auch diesen unverzüglich informieren.

Dokumentieren
Der BDV rät desweiteren, von den Schäden Fotos zu machen und eine tabellarische Aufstellung der beschädigten Gegenstände und Gebäude zu machen. Nur so kann sich die Versicherung ein Bild des Schadensumfanges machen. In der Regel schickt die Versicherung noch einen Gutachter. Wichtig ist auch, dass beschädigte Dinge nie ohne ausdrückliche Zustimmung des Versicherers entsorgt werden.

Sichern
Für Versicherte gilt die sogenannte Schadensminderungspflicht. Das heißt: Sie müssen alles tun, um den Schaden gering zu halten. Zerbrochene Fenster müssen beispielsweise abgedichtet oder Gegenstände in Sicherheit gebracht werden, etwa im Keller oder in der Scheune, damit der Schaden nicht größer wird. Man müsse sich dabei aber nicht in Gefahr bringen, stellt Bianca Boss klar. Niemand sei gezwungen, zum Beispiel auf das Dach zu klettern, um es provisorisch abzudecken.

Apr 08

Hoffen auf Stürme

Ausgetrocknetes Flussbett: Kalifornien hat seit etwa vier Jahren ein Dürreproblem. Foto: NOAA

Ausgetrocknetes Flussbett: Kalifornien hat seit etwa vier Jahren ein Dürreproblem. Foto: NOAA

Der US-Bundesstaat Kalifornien hat zurzeit ein extremes Dürreproblem. Als eine Ursache für zunehmende Hitzewellen auf der Nordhalbkugel haben jetzt Wissenschaftler des Potsdam-Instituts für Klimaforschung (PIK) abnehmende Sturmaktivitäten im Sommer lokalisiert.

Stürmisches Wetter hat offenbar in großen Teilen Europas, der USA und Russlands in den vergangenen Jahrzehnten abgenommen. So viel Schaden Stürme anrichten können, so nützlich sind sie aber scheinbar auch, denn die Potsdamer Forscher sagen: Die Abschwächung von starken Winden, die mit dem Jetstream und mit bestimmten Wetterlagen in Verbindung stehen, verlängert die Dauer von Hitzewellen und verstärkt sie damit auch. Diese Erkenntnisse haben die Forscher um den Leit-Autor der Studie, Dr. Dim Coumou, im renommierten Wissenschaftsmagazin „Science“ veröffentlicht.

„Wenn die großen Luftströmungen im Himmel über uns vom Klimawandel gestört werden, kann das erhebliche Auswirkungen unten auf der Erde haben“, erklärt Coumou. „Eine Abnahme der Sturmaktivität könne man zunächst für etwas Gutes halten. Nun zeige sich aber, dass diese Abnahme dazu führt, dass Wetterlagen in den mittleren Breiten der nördlichen Halbkugel oft länger anhielten”, so der Wissenschaftler weiter. Im Sommer transportierten Stürme feuchte und kühle Luft vom Ozean auf die Kontinente, was nach einer Zeit drückender Wärme wieder Linderung bringe. Flauten hingegen verlängerten Wärmeperioden. Hitze-Extreme und Dürren seien die Folge.

Auslöser Arktis-Erwärmung
Die Forscher sehen in der Abnahme von Stürmen einen ganz neuen Aspekt eines globalen Temperaturanstiegs abseits einer Beschädigung der Ozonschicht. Durch die Erwärmung der Arktis, die dadurch entsteht, dass die immer größer werdende dunkle Wasserfläche mehr Sonnenlicht ins All zurückstrahlt als die Eisfläche, wird der Jetstream abgeschwächt. Dieser ist aber an der Wettersituation auf der Nordhalbkugel maßgeblich beteiligt. Der schwache oder fehlende Strahlstrom, wie der Wind wissenschaftlich heißt, sorgt dann für Hitzewellen oberhalb des Äquators.

Die Studie bringt deshalb auch neue Erkenntnisse ans Licht, weil sich Wissenschaftler bisher hauptsächlich auf Winterstürme konzentriert haben, da diese meist höhere Schäden verursachen.

Jan 14

Bleibt stürmisch: Felix löst Elon ab

Nach einem wettermäßig sehr unruhigen Jahr 2014 geht es nach der Jahreswende stürmisch weiter. Ein Ende ist vorerst nicht in Sicht.

Sturmflut im norddeutschen Butjadingen: Dank Küstenschutzmaßnahmen werden Schäden immer geringer, bewegen sich aber immer noch in Millionenhöhe. Foto: J. Bredehorn/pixelio.de

Sturmflut im norddeutschen Butjadingen: Dank Küstenschutzmaßnahmen werden Schäden immer geringer, bewegen sich aber immer noch in Millionenhöhe. Foto: J. Bredehorn/pixelio.de

Zu Jahresbeginn ist Sturm „Elon“ über die Bundesrepublik gefegt und gab nun „Felix“ direkt die Klinke in die Hand. Umgeknickte Bäume und Behinderungen im Bahnverkehr sind mittlerweile schon zur Normalität geworden. Betroffen sind zurzeit vor allem Nord- und Westdeutschland. Sachsen, Sachsen Anhalt und der Berliner Raum blieben bislang weitgehend verschont.

Die Warnmeldungen der Wetterdienste überschlugen sich die letzten Tage fast stündlich. So fegten zu Wochenbeginn über das Küstengebiet Orkanböen bis zu 100 Kilometer pro Stunde, Dauerregen mit bis zu 30 Litern pro Quadratmetern inklusive. In Hamburg mussten aufgrund der Sturmflut Häuserbewohner evakuiert und im Vorfeld der berühmte Fischmarkt abgesagt werden.

Millionenschäden im Norden
Während es an der Ost-West-Achse und im Süden Deutschlands momentan bei Böen bleibt, meldeten die norddeutschen Regionen bereits konkrete Zahlen, was die Anzahl der Schäden, die beide Sturmtiefs bereits angerichtet haben, betrifft – und die gehen wohl wiedereinmal in die Millionen.

Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein meldete bereits am Montag 10.000 bis 12.000 Schäden, wie die „Schleswig-Holsteinische Zeitung“ (SHZ) unter Berufung auf Informationen eines norddeutschen Versicherungsunternehmens berichtet. Das ist etwa die Hälfte der Schäden, die Sturm „Xaver“ im Vorjahr hinterlassen hat. Wenn man die damalige Gesamtschadenssumme von 20 Millionen Euro runterrechnet, würden diesesmal immer noch 10 Millionen Euro bleiben. Sturm „Christian“, der Ende 2013 über die Bundesrepublik gefegt ist, hinterließ im Norden noch 100 Millionen Euro Miese.

Dass die Schadenssummen sinken, haben die Küstenregion wohl den 2014 umgesetzten Küstenschutzregionen zu verdanken. „Schleswig-Holstein ist sturmerprobt. Die Deichsicherheit war in keinem Ort und zu keinem Zeitpunkt gefährdet und ist auch jetzt im vollen Umfang gegeben. Die 2014 durchgeführten Küstenschutzmaßnahmen haben sich ohne Ausnahme bewährt“, sagte Schleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck (Bündnis 90/Die Grünen) zur SHZ.

Jun 25

Wirbelstürme im Anmarsch?

Berichte über Hurrikankatastrophen nehmen Mitteleuropäer meist mit Entsetzen wahr, fühlen sich aber heimelig sicher. „Die Menschen in den betroffenen Gebieten sind arm dran, aber alles soooo weit weg“. Von wegen!

Forscher haben herausgefunden, dass die Wirbelstürme aus ihren Stammregionen rund um den Äquator abwandern und zwar nach Norden und Süden in Richtung der Pole.

Die Wissenschaftler um den US-amerikanischen Meteorologen James Kossin veröffentlichten in der Fachzeitschrift „Nature“ Berechnungen, denen zufolge sich die unheilbringenden Naturgewalten in den letzten 30 Jahren um mehr als 50 Kilometer in Richtung der Erdkuppeln bewegt haben.

Hurrikan „Dean“ 2007 über Haiti: Gelingen Satelliten bald ähnliche „Schnappschüsse“ von Europa? Foto: ESA

Hurrikan „Dean“ 2007 über Haiti: Gelingen Satelliten bald ähnliche „Schnappschüsse“ von Europa? Foto: ESA

Die Forschergruppe nennt sogar konkrete Zahlen. Der „Wanderweg“ auf der Nordhalbkugel wurde mit bisher 53 Kilometern festgelegt, für die Südhalbkugel wurde eine Strecke von gar 62 Kilometern errechnet, welche die Stürme bisher zurücklegten. Besonders deutlich sei der Trend im Pazifik und im Indischen Ozean bemerkbar, schreiben die Autoren. Auf eine andere Studie des „National Climatic Data Center“ (NOAA), für das James Kossin übrigens arbeitet und die beinhaltet, dass die Anzahl der Wirbelstürme im Nordatlantik seit den 1990er Jahre erheblich angestiegen sei, geht der Meteorologe in dem Artikel nicht ein. Wenn sich die Stürme zwischen Amerika und Europa ebenfalls ausbreiten, müsste sich auch Deutschland über kurz oder lang auf Hurrikans vorbereiten.

In einem Punkt sind sich die Wissenschaftler einig: Die Ausbreitung der Wirbelstürme sei menschengemacht. Eine globale Erderwärmung habe dafür gesorgt, dass sich die Luftzirkulation verändert habe. Die Entstehung der Wirbelstürme sei von speziellen Winden abhängig, die in Äquatornähe abgenommen und am Tropenrand zugenommen hätten und so das Hurrikanrisiko an den Rand der bisherigen Hotspots gewandert sei, glauben die Forscher zu wissen.

 

Nov 13

Forscher warnen: Wirbelstürme werden heftiger

Täglich, schon fast stündlich erreichen uns neue Horrorbilder und erschütternde Szenarien von den Philippinen über die Medien. Der Supertaifun, dem die Meteorologen den unschuldigen Namen „Haiyan“ gaben, fegte mit bis zu 380 km/h über den Inselstaat. Es ist die höchste Windgeschwindigkeit, die je gemessen wurde.

Es ist von 10.000 und mehr Toten die Rede. Wieviele es genau sind, weiß niemand. Tausende Häuser und ganze Landstriche sind zerstört und somit die Existenzen der Überlebenden, die zum großen Teil schwer verletzt und ohne Nahrung und Wasser auf Hilfe warten. Das Wasser ist durch die vielen Toten verunreinigt. Helfer vor Ort berichten von Leichengeruch, der sich über das ganze Land legen würde.

Inzwischen sind auch Plünderungen an der Tagesordnung. Beim Ansturm auf ein Lebensmittellager starben mehrere Menschen. Trotz laufender Hilfsmaßnahmen aus aller Welt, auch aus Deutschland, scheint ein Ende der Not, welche die Natur auf die Insel gebracht hat, nicht in Sicht zu sein.

Stürme werden heftiger
Gegenüber dem ZDF stellt der renommierte Klimaforscher Stefan Rahmstorf einen direkten Zusammenhang zwischen dem jüngsten Taifun und dem Klimawandel her. Die Erwärmung der Meere würde Wirbelstürme begünstigen, ist sich der Wissenschaftler, der im Potsdam-Institut tätig ist, sicher. Rahmstorf erinnert auch an „eine Häufung von Wetterextremen allgemein“ in den vergangenen Jahren. „Diese Extreme werden leider weiter zunehmen“, prophezeit der Forscher.

Morris A. Bender von der US-Wetterbehörde NOAA hingegen stellte vor einigen Jahren schon in einem Artikel für das US-Wissenschaftsmagazin „Science“ eine abgewandelte Theorie auf. Laut dem Wetterexperten würden die Wirbelstürme zwar weniger, aber dafür heftiger werden.

Die Wissenschaft ist offensichtlich noch nicht so weit, um genaue Prognosen, was die langfristige Entwicklung von Wetterextremen betrifft, abgeben zu können. Aber man ist sich einig, dass wir gerade eine Veränderung des globalen Wetters erleben.

Nationale und internationale Hilfsorganisationen rufen in Zusammenhang mit der Katastrophe auf den Philippinen zur Mithilfe auf. Infos dazu erhält man unter anderem beim Deutschen Roten Kreuz und bei der UNICEF.

Taifun „Haiyan“ radierte nahezu die ganzen philippinischen Inseln aus. Forscher sind sich sicher, dass das nicht der letzte Sturm dieser Größenordnung war. Foto: IFRC

Taifun „Haiyan“ radierte nahezu die ganzen philippinischen Inseln aus. Forscher sind sich sicher, dass das nicht der letzte Sturm dieser Größenordnung war. Foto: IFRC

 

Okt 30

Sturmtief Christian: Wer zahlt die Schäden?

Foto: fotolia.com

Foto: fotolia.com

In den vergangenen Tagen erreichten uns Horrorbilder aus dem Norden der Bundesrepublik über die Medien. Das Tief, das Meteorologen lapidar „Christian“ tauften, brachte die heftigsten Stürme seit 14 Jahren nach Deutschland. Die Nordfriesen sind Sturm gewohnt, doch was da über die Küstenregionen fegte, bereitete sogar den wetterresistenten Nordlichtern Angst. Auf der

Ferieninsel Sylt wurden Windgeschwindigkeiten von bis zu 157 km/h gemessen.

Das Unwetter machte sogar vor dem Landesinneren nicht halt. Es forderte in Nord- und Westdeutschland insgesamt sieben Todesopfer, abgesehen von den enormen wirtschaftlichen Schäden. Bahn- und Flugbetrieb kamen in weiten Regionen zum Erliegen, die Stadt Hamburg rief am Montag sogar den Ausnahmezustand aus.

Was bezahlen die Versicherungen?

Das Unwetter hinterließ demolierte Autos, abgedeckte Dächer, quer im Garten liegende Bäume. Nach ersten Schätzungen ist von Millionenschäden die Rede. Schäden im Haus übernimmt die Hausratversicherung. Zu den abgedeckten Schadensfällen zählen aber auch am Haus außen montierte Dinge, wie zum Beispiel Satellitenschüsseln. Für Schäden im Garten tritt im Regelfall die Wohngebäudeversicherung ein.

Für Schäden am Auto durch beispielsweise herumfliegende Dachziegel übernimmt die Schäden die Kaskoversicherung. Nicht haftbar gemacht werden kann der Hausbesitzer, vor dessen Gebäude man geparkt hat.

Im Falle von Bahnverspätungen treten die üblichen Erstattungsrichtlinien der Deutschen Bundesbahn in Kraft, obwohl es sich bei Sturm um „Höhere Gewalt“ handelt.

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