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Jan 09

Was das Schneechaos mit der Hitzewelle zu tun hat

Viele Regionen in den Alpen erleben derzeit ein unglaubliches Schneechaos – laut Experten eine Folge des Klimawandels, ebenso wie die Hitzewelle 2018.

schneechaos

Foto: pixabay (Symbolbild)

Ganze Regionen in Bayern und Österreich versinken im Schnee. In einigen wurde sogar Katastrophenalarm ausgelöst. Die Versorgung ist durch das Schneechaos gefährdet. Für Urlauber herrscht diesen Winter höchste Lawinengefahr. Einsatzkräfte raten davon ab, sich in der nähe von Bäumen aufzuhalten, denn diese können von einer Sekunde auf die andere durch die Last der Schneemassen umfallen. Dadurch kommt es auch zu Straßensperrungen und Zugausfällen.

Schwacher Polarwirbel bringt Schneechaos

Der heftige Wintereinbruch hat einen Grund: Der Polarwirbel über der Arktis ist zusammengebrochen. Dieser sorgt im Normalfall dafür, dass kalte Luftmassen am Nordpol bleiben. Durch das Splitting strömte die kalte Luft bis nach Europa. In den kommenden Tagen soll es zwar etwas wärmer werden, Meteorologen kündigen aber für Ende Januar eine neue Kältepeitsche an.

Klimawandel sorgt für schwachen Polarwirbel

Die Abschwächung des Polarwirbels liegt an wärmeren Temperaturen am Nordpol. Der Mechanismus wird gestört. Diese warmen Luftmassen haben im Sommer auch für die durch die Hitzewelle verursachte Dürre in Europa gesorgt. Das passiert zwar regulär alle zwei Jahre, der Rhythmus wird aber engmaschiger und die Temperaturunterschiede werden größer. Im Normalfall werden die Sonnenstrahlen durch die Eis- und Schneedecke in die Troposphäre zurückgestrahlt. Durch die Eisschmelze bleibt die Reflexion aus – eine Folge des Klimawandels. Ein Teufelskreis, der dafür sorgen wird, dass wir uns wohl an strenge Winter und heiße Sommer gewöhnen müssen.

Okt 03

Hitzewelle: Besonders Bäume in Hanglagen leiden unter Trockenheit

Durch die diesjährige Hitzewelle wurden die Wälder stark in Mitleidenschaft gezogen – mit unterschiedlichen Auswirkungen.

hitzewelle

Foto: pixabay

Die Landwirtschaft musste aufgrund der lange andauernden Hitzewelle in diesem Jahr Milliardenschäden hinnehmen. Experten verbinden das überdurchschnittlich warme Klima mit dem Klimawandel aufgrund des Treibhauseffekts. Doch nicht nur der Ackerbau ist betroffen, auch Bäume bekommen immer noch zu wenig Wasser. Der Boden ist ausgetrocknet. Wie die Bundesanstalt für Ernährung und Landwirtschaft (BLE) mitteilt, kommen gerade Bäume in Hanglagen an nicht genug Wasser.

Je tiefer die Wurzeln in den Untergrund reichen, desto mehr Wasser erhalten sie zwar, allerdings nicht überall. Je höher am Hang und je stärker die Sonneneinstrahlung, desto weniger Wasser ist verfügbar. Bäume in schattigen Muldenlagen sind in einer besseren Situation, denn hier sickert im Untergrund oft so genanntes „Hangzugwasser“ den Berg abwärts.

Bäume sind empfindlicher

Aber auch die Wälder in den Tallagen haben zu wenig Wasser. Ob alle jetzt schon entblätterten Laubbäume genug Reserven bilden konnten, wird sich erst im kommenden Frühjahr zeigen. Schädlingsbefall sorgte in diesem Sommer zusätzlich für viele Baumschäden.

Wie sehr die Bäume unter der Trockenheit leiden, lässt sich an der bereits einsetzenden Herbstverfärbung der Laubbäume erkennen: Mit der Verfärbung und dem Blattfall verhindern die Bäume, noch mehr Wasser zu verlieren. Sie treten in eine verfrühte „Winterruhe“.

Jungpflanzen sterben ab

Stark in Mitleidenschaft gezogen wurden auch Jungpflanzen, die noch keine tiefreichenden Wurzeln bilden konnten. Die Entwicklung dieser kleinen Bäume ist stark belastet, da viele Feinwurzeln durch die Trockenheit absterben. Dies hat Folgen für die kommenden Jahre, selbst wenn das Wetter wieder gemäßigter wird. Wie viele der Jungpflanzen vollständig abgestorben sind, wird sich ebenfalls erst im kommenden Frühjahr zeigen.

Unterschiedliche Auswirkungen der Hitzewelle

Fichten und Tannen leiden unter Borkenkäfern, Kiefern vor allem unter Insekten- und Pilzbefall. Ökologisch besonders wichtige Alteichenbestände wurden regional durch Eichenprozessionsspinner, Schwammspinner, Eichenprachtkäfer und weitere Insektenarten teilweise mehrfach hintereinander stark geschädigt.

Aug 01

Hitzewelle: Verband rechnet nicht mit Anstieg der Lebensmittelpreise

Trotz der ungewöhnlich lange anhaltenden Hitzewelle rechnet der Landesbauernverband Niedersachsen nicht damit, dass Lebensmittelpreise steigen werden.

Foto: pixabay

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Nicht nur Landwirte schauen besorgt auf das Agrarwetter. Die Hitzewelle hat Deutschland nachwievor im Griff. Experten führen die hohen Temperaturen auf den Klimawandel zurück. Verbraucher fragen sich, ob aufgrund der Ernteverluste die Lebensmittelpreise steigen könnten. Der niedersächsische Landesbauernverband beruhigt: “Allenfalls geringe!”.

Keine Preisanstiege bei tierischen Produkten durch Hitzewelle

Bei Erzeugnissen tierischer Herkunft, wie Fleisch und Milch, wirkten die Marktmechanismen durch Angebot und Nachfrage, begründet der Verband die Prognose. Sie würden allerdings durch länger laufende Kontrakte beispielsweise für Milch, Milchprodukte oder auch Reaktionen der Fleischvermarkter beeinflusst.

Auch die Preise für Backwaren bleiben stabil

Bei Brot, Brötchen und Backwaren schlagen laut Landvolk Pressedienst die Rohstoffkosten für Getreide oder Mehl kaum durch. Der Weizenpreis ist an den Kosten für ein Brötchen mit gerade mal sieben Prozent beteiligt. Die Getreidepreise müssten sich schon verdoppeln, um daraus eine Preiserhöhung für ein Weizenbrötchen um einen Cent abzuleiten, heißt es. Der Preis für ein normales Weizenbrötchen mit durchschnittlich 29 Cent ist bei geringen wie hohen Getreidepreisen auf einem ähnlichen Niveau. Das belegen Daten der Bonner Marktbeobachter AMI. Ein 500-Gramm-Päckchen Roggenmischbrot kostet rund 0,77 Euro, ebenfalls ein langfristig stabiler Preis. Selbst bei größeren Preisausschlägen für Weizen, wie zuletzt 2011 und 2012, bewegt sich der Verbraucherpreis für Brot und Brötchen kaum.

Preisanstieg lediglich bei Salat

„Wir Landwirte wünschen uns durchaus eine höhere Wertschätzung für Lebensmittel, aber geringere Ernten müssen kein Auslöser für höhere Brotpreise sein“, so Landvolkpräsident Albert Schulte to Brinke. Lediglich bei Salaten melden die Marktbeobachter aktuell eine leichte Preissteigerung. Salatpflanzen sind besonders hitzeempfindlich.

Jun 13

Hitze bereitet ostdeutschen Landwirten Probleme

Die Hitzewelle in Sachsen-Anhalt macht Menschen, Pflanzen und Tieren zu schaffen.

Foto: pixabay (Symbolbild)

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Vor allem die Landwirte im Osten Deutschlands haben mit der anhaltenden Hitzeperiode zu kämpfen. Beim Getreide hat bereits die Notreife eingesetzt. So bezeichnet man das vorzeitige Erhärten der Getreidekörner wegen der Unterbrechung der Stoffzufuhr. Dass Regen noch etwas bringen stellt Wolfgang Minning vom Bauernverband Mansfeld-Südharz der Mitteldeutschen Zeitung (MZ) gegenüber in Frage: “Vielleicht kann er noch zu einer ordentlichen Kornfüllung führen, so dass die Bauern bei der Ernte nicht nur leeres Stroh dreschen müssen.” Als Hauptproblem sieht Minning nicht einmal die Trockenheit selbst, wie er der Zeitung erklärte. Dass es in den ersten fünf Monaten des Jahres nur 120 bis 130 Millimeter Niederschlag gebe, sei normal. Aber in Verbindung mit den hohen Temperaturen steige die Verdunstung.

Kühe geben weniger Milch

Nicht nur auf die Pflanzen hat hat das trocken heiße Wetter Einfluss, auch auf die Kühe. Wie ein Landwirt aus Sachsen-Anhalt der MZ berichtete, verkaufe er derzeit um 800 Kilogramm weniger Milch pro Tag als bei normaler Witterung. Zusätzlich zu den niedrigen Milchpreisen ist das ein weiterer Verlust. Die Hitze macht laut dem Landwirt auch mehr Arbeit. Da die Nutztiere mehr saufen, müssten die Tränken öfter gereinigt werden. Das Futtergemisch müsse häufiger gedreht werden, damit es die Frische nicht verliert, erzählte er der Zeitung.

Das Agrarwetter immer im Blick

gruuna, ein Tochterunternehmen der auf landwirtschaftliches Risikomanagement spezialisierten gvf VersicherungsMakler AG, bietet eine digitale Wetterstation für Landwirte an. Diese erhebt alle relevanten Daten des Landwirtschaftswetters direkt am Bestand. Über die App gruuna Wetter und die Erweiterung Premetor erhalten der Betriebsleiter und die Mitarbeiter rechtzeitig Warnmeldungen direkt auf das Smartphone. Diese beinhalten empfohlene Handlungsweisen, um Schäden durch Wettergefahren zu minimieren oder sogar zu verhindern. “Die Wetterversicherung” nutzt ebenfalls diese Daten. Durch diese Risikoversicherung wird es möglich, Ertragsverluste durch Wetterereignisse, wie Überschwemmungen, Frost oder eben Frühsommertrockenheit auszugleichen und den Ertrag somit planbar zu machen.

Aug 09

Immer mehr Hitzetote in Europa?

Wissenschaftler warnen in einer Studie vor einem extremen Anstieg von Todesfällen aufgrund der zunehmenden Hitze.

Fotos: pixabay; Composing

Fotos: pixabay; Composing

Regelmäßige Waldbrände durch Hitzewellen im Mittelmeerraum – Mallorca-Urlauber leiden derzeit unter Temperaturen über 40 Grad. Für mehrere italienische Städte wurde die höchste Hitze-Warnstufe ausgerufen. Auch in Deutschland werden wiederholt Temperaturrekorde gemessen. In Österreich starb vergangene Woche ein Rekrut während eines Marsches an Überhitzung. Forscher warnen jetzt: Die Zahl an Hitzetoten wird drastisch steigen!

Laut der Studie, die im Magazin „The Lancet Planetary Health“ veröffentlicht wurde, werden Ende des Jahrhunderts in Europa jährlich 152.000 Menschen wegen Hitze ums Leben gekommen sein. Wenn die Wissenschaftler recht haben, wäre das ein Anstieg um das Fünfzigfache.

„Zwei von drei Menschen in Europa wären davon betroffen, sollten die Emission von Treibhausgas nicht verringert und die Politik nicht klimafreundlicher werden.“, rechnen die Autoren der Studie vor. Klimawandel sei eine der größten weltweiten Bedrohungen für die Gesundheit der Menschen im 21. Jahrhundert, so Giovanni Forzieri vom Forschungszentrum der EU-Kommission in Italien, das die Untersuchung mit geleitet hat.

Jun 08

Sommerhitze: Betriebe sind für Wohlbefinden der Mitarbeiter verantwortlich

Auch wenn es derzeit nicht danach aussieht, der Sommer kommt bestimmt. Gearbeitet werden muss trotzdem.

Nach dem Arbeitsschutzgesetz und der Arbeitsstättenverordnung müssen Firmen bei sommerlicher Schwüle für angenehme Temperaturen und das Wohlbefinden der Mitarbeiter sorgen. Das kommt letztendlich auch dem Unternehmen selbst zugute, denn bei großer Hitze sinkt die Leistungsfähigkeit.

Ab 26 Grad Celsius Raumtemperatur sollten, spätestens aber ab 30 Grad müssen Vorkehrungen getroffen werden. Denn wenn das Thermometer diese Marke erreicht habe, gelte ein Raum als zur Arbeit gänzlich ungeeignet, erklärt ein Experte der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA).

Landwirtschaft ausgenommen
Unter diesem kritischen Wert jedoch können bereits lockere Kleidung und ausreichend Flüssigkeit Linderung verschaffen. Wenn es sich um einen sogenannten Hitzearbeitsplatz wie etwa eine Baustelle handelt, ist der Arbeitgeber sogar verpflichtet, ausreichend Getränke zur Verfügung zu stellen. In diesen Fällen müssen Chefs ihre Mitarbeiter auch informieren, wie sie sich vor Hitze und den gefährlichen UV-Strahlen der Sonne schützen können. Für das Arbeiten in Transportmitteln, wie LKW, gilt diese Regelung nicht. Ausgenommen von den in der Arbeitsstättenverordnung festgelegten Hitzeregelungen für Außenarbeiten sind übrigens auch landwirtschaftliche Betriebe.

Die BAuA hat ein Faltblatt mit dem Titel „Sommerhitze im Büro“ aufgelegt, in dem man viele Informationen findet.

Foto: Günter Kortmann/LWK NRW

Foto: Günter Kortmann/LWK NRW

Aug 12

BMEL warnt vor jahrelanger Hitzewelle

Foto: Pixabay

Foto: Pixabay

Laut einer Studie, die das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) in Auftrag gegeben hatte, wird es die nächsten Jahre heiß, sehr heiß.

Die Hitzeperioden, die wir diesen Sommer erleben, sind offenbar kein einmaliges Erlebnis. Im Gegenteil, man wird sich daran gewöhnen müssen. Denn eine Studie unter Federführung des bundeseigenen Thünen-Instituts, zeigt dass die nächsten Jahrzehnte mit häufigen Extremwetterlagen gerechnet werden muss. Die Untersuchung, die in Zusammenarbeit mit dem Julius-Kühn-Institut und dem Deutschen Wetterdienst durchgeführt wurde, beruht auf der Auswertung von Wetterstationsdaten der letzten fünf Jahrzehnte sowie Klimamodellen, die Wetterveränderungen bis zum Jahr 2098 abbilden.

„Der Umgang mit den extremen Wetterlagen wird eine Herausforderung sein. Dank der Studie können wir besser einschätzen, was auf uns zukommt und so die richtigen Anpassungen vornehmen“, so Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt. Hitze und Trockenheit wirken sich insbesondere auf den Ertrag in der Pflanzenproduktion wie zum Beispiel Weizen und Futterpflanzen aus. Auch im Wald drohen Dürreschäden.

So können Landwirte vorbeugen
Landwirte haben vielfältige Möglichkeiten, sich an die veränderten Wetterlagen anzupassen und gegen Hitze und Trockenheit zu schützen. Auf vielen Betrieben ist ein entsprechendes Risikomanagement bereits heute Standard. Die Auswahl geeigneter Sorten und Anbaumaßnahmen können Ertragseinbußen reduzieren. Ein vielseitiger Feldbau, der das Risiko auf mehrere Kulturpflanzen verteilt, ist weniger anfällig gegenüber Extremwetterlagen. Darüber hinaus beteiligen sich Versicherungen und in besonders schweren Fällen der Staat am Risikomanagement. „Trotz aller Anpassungsmöglichkeiten bleibt es das wichtigste Ziel der Bundesregierung, den Klimawandel und dessen Folgen insgesamt zu begrenzen“, betont Landwirtschaftsminister Schmidt.

Landwirte mit eigener Wetterstation
Das landwirtschaftliche Handelsportal gruuna.com hat die Wichtigkeit einer exakten Wetterprognose erkannt und eine „Wetterstation für den Landwirt“ entwickelt – inklusive Rundumservice. „Warum sollte ein landwirtschaftlicher Betrieb auf die Daten einer Wetterstation zurückgreifen, die 50 km weiter weg steht, wenn dieser sich eine eigene Messstation auf das Grundstück stellen und per Browser oder Handy-App abfragen kann?“, erklärt Benjamin Schwabe von gruuna.com die Motivation des Chemnitzer Unternehmens.

Mithilfe der Station können alle wichtigen Daten, wie natürlich Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Windgeschwindigkeit, abgerufen werden. Aber etwa auch Taupunkt und UV-Intensität gehören zu den Features. Wer vorhat, die Station abseits des Betriebes auf dem Feld zu installieren, muss nichteinmal Angst vor Langfingern haben, denn sie ist mit einer künstlichen DNA versehen. Sowohl Soft- als auch Hardware sind Entwicklungen aus dem Hause gruuna. Die Stationen werden auch individuell in Chemnitz zusammengebaut.

Der Endbericht der BMEL-Studie sowie weitere Informationen zum Forschungsprojekt können auf der Projekt-Website abgerufen werden.

Jul 08

Mit der Hitze kommt der Regen

Wissenschaftler warnen vor einer extremen Zunahme von Starkregen.

Forscher des Potsdam-Instituts für Klimaforschung sehen einen klaren Aufwärtstrend in der Häufigkeit von Starkregenereignissen. Als Grund für dieses Phänomen sehen sie die Klimaerwärmung.

Das Team um Leit-Autor Jascha Lehmann stützt sich bei Studie auf die Analyse von weltweiten Regendaten aus den Jahren 1901 bis 2010. Die Forscher haben dazu eine Kurve erstellt, die zeigt, dass im Zeitraum seit 1980 die Regenhäufigkeit um durchschnittlich 12 Prozent im Vergleich mit der Zeit ohne Klimawandel gestiegen ist, in den vergangenen Jahren sogar um durchschnittlich 26 Prozent.

Warme Luft nimmt mehr Wasser auf
Eine statistische Analyse könne keine direkte physikalische Ursache-Wirkung-Beziehung liefern, so die Forscher. Deshalb haben die sie ihre Ergebnisse mit dem bereits vorhandenen Wissen verglichen, wieviel mehr an Wasser eine wärmere Atmosphäre speichern kann. Das Mehr an Feuchtigkeit in der Luft wird dann als Regen freigesetzt. Die Forscher zeigen, dass die beobachtete Zunahme von nie dagewesenem Starkregen tatsächlich zu dem passt, was man durch den Einfluss der globalen Erwärmung rein thermodynamisch erwarten würde.

„Das bedeutet: Einer von zehn Rekord-Regen in den vergangenen dreißig Jahren ist nur durch den Einfluss der langfristigen Klima-Erwärmung zu erklären“, sagt Koautor Dim Coumou. „Und im letzten untersuchten Jahr, 2010, ist es sogar einer von vier Rekord-Regenfällen.“

Absicherung gegen Regenüberschuss
Häufiger Starkregen kann gerade für die Landwirtschaft fatal sein. Das Chemnitzer Versicherungsunternehmen gvf VersicherungsMakler AG ist deshalb auf die unbeständige Wetterentwicklung eingegangen. Die Versicherungsexperten analysieren dazu betriebsspezifisch die Ernteergebnisse der jeweiligen Feldfrüchte aus mehreren Jahren und die langjährige Wetterentwicklung mit Daten der nächstgelegenen Wetterstation. Dadurch können sie sehr genau die individuellen Risiken im Zusammenhang mit Wetterereignissen ermitteln und einen maßgeschneiderten Schutz anbieten.

Foto: pixabay.com

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Apr 30

Hitzewellen: Wenn die natürliche Klimanlage ausfällt

Dass das Klima Einfluss auf die Bodenbeschaffenheit und in weiterer Folge auf die Vegetation nimmt, ist hinlänglich bekannt. Dass es auch umgekehrt ist und so ein Kreislauf entsteht, haben Forscher des Max-Planck-Institutes herausgefunden.

Bereits bei den Hitzewellen 2003 und 2010 rätselten die Wissenschaftler, warum Europa plötzlich von Temperaturen bis 48 Grad Celsius überrollt wird. In der neuen Studie, die in Nature Geoscience veröffentlicht wurde, setzt sich nun ein Puzzle zusammen, nach

Foto: pixabay

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dessen Teilen das Team um die Autoren Enric Miralles und Chiel van Heerwaarden lange gesucht hat.

Boden meldet „Error“
Bei einer anhaltenden Hitzewelle trocknen Böden innerhalb weniger Tage aus, dadurch setzt die Verdunstungsabkühlung, wie sie bei „normaler“ Hitze vonstatten geht, aus. Durch diesen physikalischen Prozess fungiert in gemäßigten Regionen wie Mitteleuropa der Boden als natürliche Klimaanlage. Das im Erdreich gespeicherte Wasser verdunstet durch die hohen Lufttemperaturen und kühlt diese wiederum.

Wenn plötzlich hohe Außentemperaturen einsetzen, kommt der Boden mit dem Kühlen der luftnahen Schichten nicht mehr nach, da das Grundwasser vor dem „Start der Klimaanlage“ verdunstet. So baut sich die Lufttemperatur immer mehr auf und das Thermometer wandert in ungeahnte Höhen, so wie 2003 und 2010 – mehr oder weniger ein Teufelskreis. Das ist auch der Grund, warum es in Städten meist heißer ist als in ländlichen Gegenden, wo mehr natürliche Gewässer vorhanden sind.

Aug 21

Forscher sind sich sicher: Hitzeperioden werden mehr und heftiger

Wie Wissenschaftler des Potsdam-Instituts für Klimafolgeforschung (PIK) gemeinsam mit spanischen Kollegen herausfanden und jüngst in einer Studie veröffentlichten, sollen sich extreme Hitzewellen bis zum Jahr 2020 voraussichtlich verdoppeln und bis 2040 sogar vervierfachen. Grundlage für die beängstigenden Ergebnisse waren verschiedene Klimamodelle, um eine möglichst breite Basis für eine repräsentative Studie zu haben. Die Zunahme betrifft die ganze Welt, nicht nur Regionen um den Äquator, auch Deutschland. Im landläufigen Sinn versteht man in Mitteleuropa unter einer Hitzewelle Temperaturen ab 35, die 40-Grad-Marke wurde dieses Jahr in Deutschland einige Male erreicht.

Eine wissenschaftliche Definition für „Hitzewelle“ gibt es nicht. Das Typische solcher Wallungen ist aber, dass die hohen Temperaturen nicht über Wochen anhalten, sondern im Laufe einer bestimmten Zeit, in Mitteleuropa ist es immer noch der Sommer, mehrmals auftreten, dazwischen aber das Wetter umschlägt, oft zu Gewittern.

Die Potsdamer Wissenschaftler beobachteten Monats-Mittelwerte der Temperaturen, definierten eine Obergrenze und die Abweichungen nach oben wurden dann als Hitzewelle gezählt. Miteinbezogen in der Spanne nach oben wurden auch die Örtlichkeiten, da die Temperaturschwankungen von Region zu Region unterschiedlich sind. In den Tropen beispielsweise wurden sehr geringe Abweichungen gezählt, weil diese Regionen als sehr empfindlich gelten. Schon kleine Abweichungen vom Durchschnitt können für das Ökosystem schwere Folgen haben.

wuste

Auch der Deutsche Wetterdienst (DWD) berechnet mithilfe von Computermodellen Klimatrends. „Unsere Projektionen zeigen von Jahrzehnt zu Jahrzehnt mehr Wetterextreme, sowohl Hochwasser als auch Hitze- und Dürreperioden“, so DWD-Sprecher Gerhard Lux. Der Trend zu sommerlicher Hitze zeichne sich bereits, weiß Lux. Der Juli 2013 war mit einer Durchschnittstemperatur von 19,5 Grad Celsius der wärmste seit Beginn der Temperaturaufzeichnungen 1881. Die wärmste Jahresmitte wurde mit 22 Grad Celsius 2006, im Jahr des Fußball WM-Sommermärchens, registriert. Die Folgen von immer wieder kehrenden hohen Temperaturen sind allerdings alles andere als märchenhaft. Besonders schlimm von dieser Entwicklung des Klimas betroffen sind Landwirte. Wassermangel, Trockenheit und Waldbrände führen zu erheblichen wirtschaftlichen Schäden.

Momentan seien solche Hitzewellen noch die Ausnahme. Wenn man den Trend beobachtet, müsse man sich in Zukunft an dieses veränderte Klima gewöhnen, bestätigt auch ein Sprecher des Max-Planck-Instituts in Hamburg nach dem Studium des Potsdamer Forschungsergebnisses. Nach Einschätzung der Wissenschaftler ist die errechnete Zunahme von Hitzewellen bis 2040 nicht mehr zu verhindern, weil dazu schon zu viel Treibhausgas in der Atmosphäre läge. Retten könne man allerdings die zweite Hälfte des Jahrhunderts durch mehr Klimaschutz. Sollte der Treibhausgas-Ausstoß weiter steigen, könnten bis zum Jahr 2100 bis zu 85 Prozent und nicht wie heute 5 Prozent der Erdfläche unter Hitzeextremen leiden, befürchten die Forscher.

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