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Jan 31

Landwirte bräuchten dringend Frost

Der Wettertrend ist derzeit deutlich zu mild. Pflanzenbaubetriebe bräuchten allerdings Frost.

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Landwirte bräuchten dringend Frost. Der Grund: Wenn jetzt der Boden gefriert, können im Frühjahr die Felder mit den Landmaschinen leichter bestellt werden. “Gibt es keinen Frost, muss der Boden stärker bearbeitet werden”, erklärte Andreas Köhr vom Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz der Deutschen Presseagentur dpa.

Während im Winter 2016/2017 die Temperaturen flächendeckend weit unter die Nullgradgrenze sanken, gab es Anfang Dezember des vergangenen Jahres nur zwei Frostnächte. Der Frost drang tiefer in den Boden ein. “Das ersparte uns Zeit und Arbeit”, zitierte die “Welt” aus dem dpa-Interview.

Dass Frost den Boden lockert ist physikalisch zu erklären. Da Eis ein größeres Volumen hat als Wasser, werden große Erdklumpen gesprengt. Der Boden wird lockerer, man erspart sich viel Arbeit mit dem Grubber. Auch die Schlammkruste, die sich bei lehmigen Böden bildet, wird durch Frost aufgebrochen.

Blüten brauchen Kältereize

Wenn die Temperaturen so mild bleiben, wird das vor allem Auswirkungen auf das Wintergetreide haben. Denn nur mit Kältereizen kann das Getreide Blüten bilden. “Kältetechnisch befinden wir uns auf der Kante», sagte Herbert Netter vom Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau ebenfalls zur dpa. Er befürchtet, dass alles unterpflügt und neu gesät werden muss, wenn in nächster Zeit kein Frost kommt.

Der Deutsche Wetterdienst macht allerdings wenig Hoffnung. Zumindestens bis Mitte Februar wird es mild bleiben. Lediglich oberhalb von 600 Metern kommt es zu leichtem Dauerfrost. Im Flachland sinken die Temperaturen nachts zwar auf knapp unter Null, tagsüber steigen sie aber in weiten Teilen auf bis zu 7 Grad Celsius.

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