«

»

Nov 08

Klimagipfel: Landwirte tun etwas für den Klimaschutz

Landwirte kämpfen gegen den Klimawandel, weil sie selbst betroffen sind.

Foto: pixabay

Foto: pixabay

Vor dem Hintergrund des UN-Klimakonferenzgipfels COP23 in Bonn macht der Deutsche Bauernverband (DBV) erneut auf die Leistungen der Landwirtschaft für den Klimaschutz aufmerksam. Der Beitrag der deutschen Landwirte: Effiziente und klimaschonende Nahrungsmittelerzeugung, CO2-Speicherung im Boden und die Erzeugung von Bioenergie. „Eine produktiv ausgerichtete Landwirtschaft ist Teil der Lösung bei der Umsetzung des Pariser Klimaabkommens.“, so der Bauernverband. Diese Rolle müsse auch bei der Weltklimakonferenz in Bonn berücksichtigt und gestärkt werden.

„Deutschland als Co-Ausrichter der Klimakonferenz kann zeigen, wie eine nachhaltig effiziente Lebensmittelproduktion in Einklang mit der Bereitstellung von Bioenergie funktionieren kann.“, sagte DBV-Generalsekretär Bernhard Krüsken im Vorfeld des Gipfels. Die Landwirtschaft in Deutschland sei sich ihrer Verantwortung bewusst, aber Klimaschutz ist eine globale Herausforderung, der sich einzelne Staaten nicht entziehen dürfen, so Krüsken weiter. „Beim Klimagipfel sollte nicht vergessen werden, dass es die Bauern sind, die mit den Folgen des Klimawandels umgehen und für unsere Ernährung sorgen müssen.“, mahnte Krüsken.

Treibhausgase aus Landwirtschaft stark verringert

In den letzten 15 Jahren hat sich der Treibhausgasausstoß der Landwirtschaft um gut 16 Prozent verringert. Auch die Erträge auf den Feldern und in den Ställen konnten durch eine verbesserte, klimaeffizientere Produktion gesteigert werden. So stiegen die Raps- und Weizenerträge um circa ein Viertel. Die Milchleistung je Kuh nahm um knapp ein Drittel zu. „Das zeigt, dass die deutsche Landwirtschaft mit immer weniger Treibhausgasen immer mehr Lebensmittel erzeugt.“, erklärte der Generalsekretär. Zusätzlich helfe die Landwirtschaft anderen Wirtschaftsbereichen in Sachen Bioenergie beim Klimaschutz. „Ohne Biokraftstoffe hätten die Emissionen durch den Verkehr im Jahr 2016 um 7,3 Millionen Tonnen CO2 höher gelegen“, so Krüsken, „und damit den Emissionswert von 1990 nicht nur leicht, sondern deutlich übertroffen.“

Starkes Eigeninteresse der Landwirtschaft

Den weltweiten Klimaschutz in und mit der Landwirtschaft voranzubringen sei nur möglich, wenn in effizientere Produktionsmethoden investiert und die Anpassungsfähigkeit der Landwirtschaft an den Klimawandel gestärkt werde, fährt Krüsken fort. Der DBV-Generalsekretär weist auch auf das Eigeninteresse der Landwirte am Klimaschutz hin: „Wir spüren in der Landwirtschaft heute bereits die Auswirkungen des Klimawandels. Schädlinge aus anderen Klimazonen wie die Kirschessigfliege finden den Weg zu uns, können überwintern und bedrohen ganze Ernten. Wetterextreme erschweren das Wirtschaften und fordern die Züchtung neuer Sorten heraus.“ 2017 hatten besonders die Obstbauern und Winzer in Deutschland massive Frostschäden. Deshalb seien auch Beratung, Forschung sowie Vorsorge- und Versicherungslösungen notwendig, um die Landwirtschaft für die Herausforderungen des Klimawandels fit zu machen, resümiert Krüsken.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *