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Mrz 28

Kalter Frühling: Dieses seltene Wetterphänomen steckt dahinter

Die Stratosphäre erwärmt sich stark und bringt den Polarwirbel aus dem Gleichgewicht, wodurch kalte Luftmassen aus nördlichen und östlichen Regionen nach Mitteleuropa kommen.

Foto: pixabay

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Obwohl bereits Frühling ist, müssen wir uns nachwievor mit Temperaturen um den Gefrierpunkt abfinden. Trotz zeitweisem Sonnenschein bibberte Europa die vergangenen Wochen. Verantwortlich für den eisigen Spätwinter ist ein seltenes Wetterphänomen, das sich über der Erdatmosphäre in der Stratosphäre abspielt.

Erwärmung der Stratosphäre

Meteorologie-Experten nennen die Vorgänge in 20 bis 25 Kilometer Höhe “Sudden Stratospheric Warming“, also “plötzliche Stratosphärenerwärmung”. Während im Winter in dieser Höhe die Temperaturen bis zu minus 70 Grad Celsius fallen und im Sommer immerhin noch minus 30 Grad vorherrschen, erwärmte sich die Stratosphäre in diesem Frühjahr. Zuletzt war dieses Phänomen zum Jahresbeginn 2013 zu beobachten. Die Temperaturen in der Stratosphäre steigen in solchen Fällen bis zu plus 24 Grad an. Als Ursache für die Erwärmung gilt die Wechselwirkung zwischen dem Nordatlantik, der Troposphäre und der Stratosphäre.

Abgeschwächter Polarwirbel bringt kalte Luft

“Erwärmt sich die Stratosphäre plötzlich sehr stark, wie im aktuellen Fall, schwächt sich der Polarwirbel ab”, erklärt Diplom-Meteorologe Lars Kirchhübel auf der Internetseite des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Der Polarwirbel kann sich sogar umdrehen, komplett zusammenbrechen oder in zwei Äste spalten. Letzteres ist dieses Jahr der Fall. “Das Splitting oder der Zusammenbruch des Polarwirbels hat mit einer zeitlichen Verzögerung Auswirkungen auf die Verhältnisse in tieferen Luftschichten”, so Kirchhübel. Blockierende Wetterlagen sorgen für hohen Luftdruck vom Nordatlantik über Skandinavien bis nach Westrussland. Die über Europa vorherrschende westliche Strömung schwächt sich ab und dreht sich über Mitteleuropa auf östliche Richtungen. Die Temperaturen in Europa sinken. “Mit dieser östlichen Strömung gelangt die Kaltluft, die sich im Bereich der Hochdruckzone über Nord- und Osteuropa ansammelt, in abgeschwächter Form schließlich auch nach Deutschland”, erklärt der Diplom-Meteorologe.

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