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Sep 13

Hurrikan „Irma“ und die Auswirkungen auf Europa

Wissenschaftler sehen die Ursache für die zunehmenden Wirbelstürme in der Klima- und Energiepolitk der USA. Ein Klimaforscher warnt vor Auswirkungen auf Europa.

Irma auf dem Weg von der Karibik in Richtung Florida am 8. August. Foto: NASA

Irma auf dem Weg von der Karibik in Richtung Florida am 8. August. Foto: NASA

Nachdem der Hurrikan „Irma“ von der Karibik über Florida gezogen ist, ist klar: Das war der schwerste Wirbelsturm aller Zeiten – dutzende Tote auf den karibischen Inseln und in den USA. In ersten Schätzungen gehen Experten von Schäden im zweistelligen Milliardenbereich aus. Inzwischen ist das Auge des Hurrikans in den Bundesstaaten Georgia und South Carolina angekommen.

Warmer Ozean stärkt Hurrikans

Ob Wirbelstürme dieser Größenordnung unmittelbar mit dem Klimawandel etwas zu tun haben, darüber sind sich die Wissenschaftler noch uneinig. Anders Levermann vom Potsdam-Institut für Klimaforschung (PIK) differenziert: „Hurrikans holen ihre zerstörerische Energie aus der Wärme des Ozeans, und die Wassertemperaturen in der Region sind überhöht.“ Die Gründe sieht der Klimaforscher im Verbrennen von Kohle, Öl und Gas. „Der Klimawandel verursacht also diese Stürme nicht, aber kann ihre Folgen übel verschlimmern.“, so Levermann.

Klimaforscher warnt vor Wüste in Europa

Hans Joachim Schellnhuber leitet das PIK. Der Klimaforscher geht sogar noch einen Schritt weiter und hält es für möglich, dass Stürme die Sahara nach Südeuropa tragen könnten. Noch dieses Jahrhundert könnten laut Schellnhuber Sizilien und Andalusien davon betroffen sein. „Die Elemente Feuer, Wasser und Luft wenden sich nun gegen uns, weil wir den Planeten aus dem Gleichgewicht bringen. Viele weitere Wirbelstürme könnten die Menschheit heimsuchen“, so der Wissenschaftler.

Versinkt der amerikanische Kontinent?

Durch den Hurrikan kam es auf den Inseln und in Florida zu heftigen Sturmfluten. Der Geologe Makan A. Kareger von der Universität South Florida, der derzeit am Institut für Geodäsie und Geoinformationen Bonn forscht, warnt vor vermehrten Überflutungen. Gerade der amerikanische Kontinent sei betroffen. „In der letzten Eiszeit vor rund 20.000 Jahren waren weite Teile Kanadas von einem Eispanzer überzogen. Diese ungeheure Masse presste den Kontinent in die Tiefe“, erklärt Kareger, „dabei wurde der Erdmantel unter dem Eis teilweise zur Seite gedrückt, wodurch sich die eisfreien Küstenregionen anhoben.“ Als dann die Gletscher schmolzen, habe sich der Prozess umgekehrt, erläutert Karegar weiter. Seit etwa 10.000 Jahren sinke die Ostküste daher wieder ab.

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