Kategorienarchiv: Lasst uns übers Wetter reden!

Sep 20

Schäfchenwolken werden wichtiger

Die schöne Wolkenformation entsteht durch unsichtbare Schwerewellen. Diese nehmen mehr Einfluss auf das Wetter als bisher angenommen.

scha%cc%88fchenwolkenpixabayJeder kennt die sogenannten Schäfchenwolken. Sie sind schön anzusehen, waren aber bislang für Wetterprognosen relativ unbedeutend. Die leichtfüßige Wolkenformation ist ein Ergebnis der sogenannten Schwerewellen. Diese sind der Wissenschaft zwar schon länger bekannt, aber erst jetzt haben Forscher der Goethe-Universität Frankfurt herausgefunden, dass diese für das Auge unsichtbaren Wellen mehr Einfluss auf die Wetterentwicklung nehmen als bislang bekannt.

Schwerewellen entstehen in der Atmosphäre durch destabilisierende Prozesse. Das geschieht beispielsweise an Wetterfronten, bei Gewittern oder wenn Luftmassen über Gebirge streichen, wie zum Beispiel beim Münchner Föhn. Selbst für Klima- und Wettervorhersage-Modelle waren sie bislang wegen ihrer kurzen Wellenlänge weitgehend unsichtbar. Erst durch spezielle Zusatzkomponenten in den Modellen können die Effekte von Schwerewellen berücksichtigt werden. Das testen die Wissenschaftler jetzt in einem weiteren Schritt. Dabei sollen die praktischen Auswirkungen auf die Wettervorhersagen erforscht werden

Soviel weiß man schon: Obwohl die Wellen vergleichsweise kurze Längen von nur einigen 100 Metern bis zu einigen 100 Kilometern haben, beeinflussen sie die Verbreitung von Wasserdampf und die großräumigen Winde und Temperaturverteilungen erheblich. Am stärksten ausgeprägt ist dieser Effekt in den höheren Schichten der Atmosphäre. Diese wirken wiederum so stark auch auf die tieferen Schichten ein, dass eine realistische Modellierung von Wetter und Klima in der Atmosphäre nicht ohne Berücksichtigung von Schwerewellen möglich ist. Schwerewellen sind aber auch für die Vorhersage von Turbulenzen für den Flugverkehr wichtig und sie spielen eine bedeutsame Rolle in Starkwetterereignissen wie schweren Regenfällen oder Stürmen.

Sep 13

Hurrikan „Irma“ und die Auswirkungen auf Europa

Wissenschaftler sehen die Ursache für die zunehmenden Wirbelstürme in der Klima- und Energiepolitk der USA. Ein Klimaforscher warnt vor Auswirkungen auf Europa.

Irma auf dem Weg von der Karibik in Richtung Florida am 8. August. Foto: NASA

Irma auf dem Weg von der Karibik in Richtung Florida am 8. August. Foto: NASA

Nachdem der Hurrikan „Irma“ von der Karibik über Florida gezogen ist, ist klar: Das war der schwerste Wirbelsturm aller Zeiten – dutzende Tote auf den karibischen Inseln und in den USA. In ersten Schätzungen gehen Experten von Schäden im zweistelligen Milliardenbereich aus. Inzwischen ist das Auge des Hurrikans in den Bundesstaaten Georgia und South Carolina angekommen.

Warmer Ozean stärkt Hurrikans

Ob Wirbelstürme dieser Größenordnung unmittelbar mit dem Klimawandel etwas zu tun haben, darüber sind sich die Wissenschaftler noch uneinig. Anders Levermann vom Potsdam-Institut für Klimaforschung (PIK) differenziert: „Hurrikans holen ihre zerstörerische Energie aus der Wärme des Ozeans, und die Wassertemperaturen in der Region sind überhöht.“ Die Gründe sieht der Klimaforscher im Verbrennen von Kohle, Öl und Gas. „Der Klimawandel verursacht also diese Stürme nicht, aber kann ihre Folgen übel verschlimmern.“, so Levermann.

Klimaforscher warnt vor Wüste in Europa

Hans Joachim Schellnhuber leitet das PIK. Der Klimaforscher geht sogar noch einen Schritt weiter und hält es für möglich, dass Stürme die Sahara nach Südeuropa tragen könnten. Noch dieses Jahrhundert könnten laut Schellnhuber Sizilien und Andalusien davon betroffen sein. „Die Elemente Feuer, Wasser und Luft wenden sich nun gegen uns, weil wir den Planeten aus dem Gleichgewicht bringen. Viele weitere Wirbelstürme könnten die Menschheit heimsuchen“, so der Wissenschaftler.

Versinkt der amerikanische Kontinent?

Durch den Hurrikan kam es auf den Inseln und in Florida zu heftigen Sturmfluten. Der Geologe Makan A. Kareger von der Universität South Florida, der derzeit am Institut für Geodäsie und Geoinformationen Bonn forscht, warnt vor vermehrten Überflutungen. Gerade der amerikanische Kontinent sei betroffen. „In der letzten Eiszeit vor rund 20.000 Jahren waren weite Teile Kanadas von einem Eispanzer überzogen. Diese ungeheure Masse presste den Kontinent in die Tiefe“, erklärt Kareger, „dabei wurde der Erdmantel unter dem Eis teilweise zur Seite gedrückt, wodurch sich die eisfreien Küstenregionen anhoben.“ Als dann die Gletscher schmolzen, habe sich der Prozess umgekehrt, erläutert Karegar weiter. Seit etwa 10.000 Jahren sinke die Ostküste daher wieder ab.

Sep 06

Tote Amseln: Ist der Virus auch für Geflügel gefährlich?

Der tropische Usutu-Virus verursachte dieses Jahr ein Amsel-Sterben in Deutschland. Wir sind der Frage nachgegangen, ob er auch auf Geflügel und andere Tiere übertragbar ist.

Fotos: pixabay; Composing

Fotos: pixabay; Composing

2011 krassierte der Usutu-Virus in Deutschland schon einmal. Begünstigt durch das feuchtwarme Wetter beobachtete der Naturschutzbund Deutschland (NABU) dieses Jahr erneut das Schwinden der Amselpopulation. Betroffen ist Südwestdeutschland. Der NABU erwartet zwar, dass er sich weiter ausbreitet, ein jährliches Massensterben der Amseln erwarte man aber nicht.

Doch ist der Virus auch für Nutztiere, wie Geflügel, oder gar Menschen gefährlich? die-wetterversicherung.de hat beim Hamburger Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin nachgefragt. „Der Virus kann durchaus auch andere Vogelarten und Säugetiere infizieren“, sagt Dr. Renke Lühken, „wir hatten Fälle bei denen Fledermäuse infiziert werden.“ Auch die Infizierung von zwei Menschen sei dem Institut bekannt. „Die hatten das aber gar nicht bemerkt“, so der Wissenschaftler.

Sind Nutztierbestände in Gefahr?

Lühken gibt Entwarnung: „Von infizierten Nutztieren wissen wir nichts“. In den großen Ausbruchszeiten, wie jetzt, müssten etwa Hühner reihenweise umfallen, sagt er. Ob andere Wildvögel betroffen sind, wissen die Wissenschaftler noch ebenso wenig, wie den Grund des Massensterbens ausgerechnet bei den Amseln. Lühken vermutet aber: „Die eine Möglichkeit ist, dass das Schwinden der Amseln mehr auffällt, weil Menschen oft ,ihre’ Amseln im Garten haben und diese dann vermissen“. Eine andere Erklärung sei, dass Amseln einfach empfindlicher sind als andere Vogelarten.

Wie wird der Usutu-Virus übertragen?

Grundsätzlich kann der Virus nicht direkt vom infizierten Tier übertragen werden. Wer also eine tote Amsel im Garten findet, muss keine Angst haben, sich anzustecken. „Der Virus wird immer – anders als etwa bei einer Grippe – von Stechmücken übertragen.“, erklärt Lühken. Eine Stechmücke kann sich bei einem bereits infizierten Tier anstecken und den Virus dann auf ein gesundes Tier übertragen.

Wie kommt der Virus nach Europa?

Der Usutu-Virus hat seinen Ursprung in Afrika. Auch dafür, wie der Virus nach Deutschland kommt, haben die Wissenschaftler nur Vermutungen. „Eine Option sind Zugvögel, die infiziert zurückkehren und eine andere Möglichkeit ist, dass infizierte Stechmücken zum Beispiel im Flugzeug ihren Weg nach Europa finden“, erklärt Lühken. Aber er gehe von den Zugvögeln aus, sagt er.

Die Wetterversicherung in Facebook

Aug 30

Wasserberater helfen Landwirten beim Erosionsschutz

Foto: pixabay

Foto: pixabay

Für Bayern hat der Erosionsschutz höchste Priorität. Eine Arbeitsgruppe gibt konkrete Handlungsempfehlungen für Landwirte ab.

In Bayern wurde nach den Hochwasserereignissen im vergangenen Jahr eine „Arbeitsgruppe Erosionsschutz“ eingerichtet, die sich mit den Auswirkungen von Starkregen auf landwirtschaftliche Flächen beschäftigen soll. Im August haben die Experten den Abschlussbericht an Landwirtschaftsminister Helmut Brunner übergeben.

Die Arbeitsgruppe gibt in dem ausführlichen Bericht konkrete Handlungsempfehlungen für Landwirte ab, mit denen der Boden geschützt werden kann. „Wer die Erosionsgefährdung seiner Ackerflächen kennt, kann gezielt gegensteuern.“, so die Autoren des Berichtes. Sie empfehlen unter anderem auch das Greening mehr auf den Erosionsschutz auszurichten.

Einige Maßnahmen sind schon angelaufen. So werden zusätzliche Wasserberater eingesetzt, die Landwirten Hilfestellungen beim Schutz der Böden geben. Auch der Aufbau eines Netzwerkes von Demonstrationsbetrieben hat bereits begonnen.

„Angesichts der immer häufiger auftretenden Starkregen müssen wir wissen, wie wir erosionsgefährdete Böden und die Qualität des Oberflächenwassers in Bayern noch besser schützen können.“, so Minister Brunner. Boden- und Gewässerschutz habe für ihn höchste Priorität.

Die Arbeitsgruppe Erosionsschutz war mit Fachleuten aus der Umwelt- und Landwirtschaftsverwaltung, der Technischen Universität München, des Deutschen Wetterdienstes und mit praktizierenden Landwirten besetzt. Die Handlungsempfehlungen und eine Dokumentation der Starkregenereignisse können auf der Internetseite der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft abgerufen werden.

 

Aug 23

Sturm verwüstet bayerische Wälder

Während Deutschland und Österreich von Unwettern heimgesucht wurden, kämpft Italien schon seit Monaten mit Trockenheit.

Feuerwehreinsatz vergangenen Samstag auf dem Passauer Stadtberg. Foto: Feuerwehr Passau/M. Kornexl

Feuerwehreinsatz vergangenen Samstag auf dem Passauer Stadtberg. Foto: Feuerwehr Passau/M. Kornexl

Nachdem vor zwei Wochen ein Unwetter in Teilen Österreichs für Zerstörung durch Erdrutsche gesorgt hatte, wurde vergangenes Wochenende Niederbayern von einem heftigen Gewittersturm heimgesucht. In den Landkreisen Passau und Freyung-Grafenau sehen sich vor allem Waldbesitzer mit hohen Schäden konfrontiert. Das bayerische Landwirtschaftsministerium geht in einer ersten Schätzung von mindestens zwei Millionen Hektar Schadholz aus. Der Sturm hat tausende Hektar Wald verwüstet und die Arbeit ganzer Waldbesitzer-Generationen zunichte gemacht.

Vorsicht bei Aufräumarbeiten

Für die Aufräumarbeiten im Wald mahnt Brunner zu äußerster Vorsicht: „Die umgestürzten Stämme stehen unter großer Spannung, die Gefahr herabfallender Äste ist wesentlich höher als sonst“. Professionelle Beratung und Hilfe finden betroffene Waldbesitzer bei den bayerischen Ämtern für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten sowie bei den forstlichen Zusammenschlüssen.

Hitzeschäden in Italien

In Italien wiederum hat es schon seit Monaten nicht mehr geregnet. Folge der Hitzewelle sind hohe Ernteausfälle. Während in Norditalien die Tomatenernte bedroht ist, müssen in Süditalien die Olivenbauern um ihre Ernte bangen. Der Landwirtschaftsverband Coldiretti geht von Einbußen in Milliardenhöhe aus. Auch die Trinkwasserversorgung ist gefährdet. Einige Kommunen hatten das Wasser bereits im Juni rationiert.

Aug 16

Hochwassersaison verschiebt sich

Durch den Klimawandel ändern sich die Zeitpunkte von Überschwemmungen.

Foto: GDV

Foto: GDV

Mit Hochwasser sind die Bewohner von Küstenregionen und Flüssen vertraut. Wie eine internationale Forschergruppe nun herausgefunden hat, können sich die Bewohner der betroffenen Regionen nicht mehr darauf verlassen, dass es vor allem im April zu Überschwemmungen kommt. Wie die Wissenschaftler um den Hochwasserexperten Günter Blöschl von der TU Wien in einer Studie schreiben, verschieben sich die wiederkehrenden Überschwemmungen im Jahresablauf nach hinten oder vorne. Den Grund sehen die Forscher im Klimawandel.

Dass im Nordosten Europas, in Schweden, Finnland und im Baltikum das Wasser etwa einen Monat früher über die Ufer tritt, führen die Autoren auf eine frühere Schneeschmelze zurück. Auch an den Atlantikküsten Westeuropas hat sich die Hochwassersaison verschoben. Durch die vermehrten Niederschläge infolge des Klimawandels, ist der Boden bereits so voll mit Wasser, dass es nicht mehr aufgenommen werden kann.

Die um zwei Monate späteren Hochwässer in England und Norddeutschland liegen offenbar an veränderten Luftdruckverhältnissen über dem Nordatlantik. Am Mittelmeer, vor allem entlang der Nordküste der Adria, ist wiederum die Erwärmung des Mittelmeers Ursache dafür, dass die Hochwasserereignisse immer später auftreten. Denn auch die Niederschläge kommen dort mittlerweile später.

Die Studie ist im Fachmagazin „Science“ erschienen und basiert auf Daten aus den Jahren 1960 bis 2010. Die Wissenschaftler haben dazu mehr als 4.200 hydrometische Stationen in 38 europäischen Ländern ausgewertet. Des Weiteren wurden Niederschlag, Bodenfeuchte und Temperaturdaten von den Forschern verglichen.

 

Aug 09

Immer mehr Hitzetote in Europa?

Wissenschaftler warnen in einer Studie vor einem extremen Anstieg von Todesfällen aufgrund der zunehmenden Hitze.

Fotos: pixabay; Composing

Fotos: pixabay; Composing

Regelmäßige Waldbrände durch Hitzewellen im Mittelmeerraum – Mallorca-Urlauber leiden derzeit unter Temperaturen über 40 Grad. Für mehrere italienische Städte wurde die höchste Hitze-Warnstufe ausgerufen. Auch in Deutschland werden wiederholt Temperaturrekorde gemessen. In Österreich starb vergangene Woche ein Rekrut während eines Marsches an Überhitzung. Forscher warnen jetzt: Die Zahl an Hitzetoten wird drastisch steigen!

Laut der Studie, die im Magazin „The Lancet Planetary Health“ veröffentlicht wurde, werden Ende des Jahrhunderts in Europa jährlich 152.000 Menschen wegen Hitze ums Leben gekommen sein. Wenn die Wissenschaftler recht haben, wäre das ein Anstieg um das Fünfzigfache.

„Zwei von drei Menschen in Europa wären davon betroffen, sollten die Emission von Treibhausgas nicht verringert und die Politik nicht klimafreundlicher werden.“, rechnen die Autoren der Studie vor. Klimawandel sei eine der größten weltweiten Bedrohungen für die Gesundheit der Menschen im 21. Jahrhundert, so Giovanni Forzieri vom Forschungszentrum der EU-Kommission in Italien, das die Untersuchung mit geleitet hat.

Aug 02

Unwetter hinterlassen seit Juni Millionenschäden

Seit Juni kommt es immer wieder zu Starkregen. Laut einer Studie müssen wir uns daran gewöhnen. Ernteabsicherung ist also wichtiger als je zuvor.

Foto: pixabay

Foto: pixabay

Im Juni und Juli waren weite Teile Deutschlands von Starkregen und sogar Hagel betroffen. Vor allem die Nordhälfte der Bundesrepublik bekam die Unwetter „Paul“ und „Rasmund“ sowie zuletzt das Tief „Alfred“ zu spüren. Mit bundesweit rund 130 l/m² erreichte der Juli mehr als das Doppelte seines Solls von 78 l/m². Damit gehört er zu den zehn niederschlagsreichsten Juli-Monaten seit Messbeginn 1881. Laut erster Einschätzung des Gesamtverbandes der deutschen Versicherer (gdv) entstand insgesamt ein Schaden von 60 Millionen Euro.

Ernteunterbrechungen und Schäden

Während Unwetter „Paul“ insgesamt etwa 50.000 Hektar Ernte vernichtete, verschonte „Alfred“ die Landwirtschaft weitgehend. Der Gesamtschaden liegt dennoch im zweistelligen Millionenbereich. Die seit Juni anhaltenden Starkregenereignisse sorgen auch für Ernteunterbrechungen. Betroffen sind nahezu alle Ackerbaukulturen – Wintergetreide, Mais, Zuckerrüben, Erbsen, Raps und Kartoffeln. Eine abschließende Erntebilanz wird der Deutsche Bauernverband (DBV) am 22. August veröffentlichen.

Extremwetter nimmt zu

Laut einer gemeinsamen Studie des Thünen-Instituts, des Julius-Kühn-Instituts (JKI) und des Deutschen Wetterdienstes werden in den nächsten Jahrzehnten nicht nur Stürme, Hitze und Trockenheit zunehmen, sonder auch Starkregenereignisse. Das Bundeslandwirtschaftsministerium hat in diesem Zusammenhang eine Broschüre aufgelegt, in der aufgeklärt wird, in welcher Form sich Unternehmen des Agrarbereichs und der Forstwirtschaft gegen Wetterschäden absichern. Außerdem wird informiert, wo Land- und Forstwirte gegebenenfalls Hilfe erhalten können.

Die Broschüre kann auf der Internetseite des Bundeslandwirtschaftsministerium kostenlos bestellt oder heruntergeladen werden.

Jul 26

Diese Raupen sind auch für Menschen gefährlich

Wegen des trockenen Sommers im Vorjahr gibt es dieses Jahr besonders viele Eichenprozessionsspinner.

Foto: Christian Fischer/CC 2.0

Foto: Christian Fischer/CC 2.0

In diesem Jahr ist ein besonders häufiges Auftreten festzustellen. Das teilt der Landesbetrieb Wald und Holz Nordrhein-Westfalen mit. Grund dafür seien die idealen Wetterbedingungen im Vorjahr: Trockenheit und wenig Niederschlag. Betroffen sind vor allem besonnte Stiel-, Rot- und Traubeneichen, wobei in Wäldern vor allem die Randgebiete und Einzelbäume befallen werden. Schäden richten allerdings weniger die Falter, sondern vielmehr die Raupen an. Mit Hilfe von unzähligen, feinen Brennhaaren schützen sie sich gegen Feinde.

Auswirkungen auf den Wald

Gesunde Eichenbestände können einen einmaligen Raupenfraß ohne langfristige negative Folgen verkraften. Wird ein Bestand jedoch wiederholt befallen und kahl gefressen, können die Eichen anfälliger für andere Schädlinge, wie den Eichenprachtkäfer, Eichenmehltau oder den Schwammspinner werden. Der gleichzeitige Befall mit mehreren Schädlingen kann schwere Auswirkungen auf die Vitalität der betroffenen Bäume haben und schlimmstenfalls zum Absterben einzelner Bäume oder sogar ganzer Bestände führen. Die Ausbreitung des Schädlings kann durch Absaugen der Nester und durch Biozide eingedämmt werden.

Auch für Menschen gefährlich

Die Raupen sind nicht nur für Baumbestände gefährlich, sondern können auch für Menschen zur Gefahr werden. Eine ausgewachsene Raupe verfügt über mehr als 600.000 winzige Brennhaare, die sie bei drohender Gefahr abschießen kann. Die Brennhaare sind nur 0,1 Millimeter lang und einen Tausendstel Millimeter breit Allerdings hält die allergene Wirkung des Nesselgiftes bis zu zwei Jahre an. Zwischen Juni und September ist die Gefahr, in Kontakt mit den Brennhaaren zu kommen, besonders groß – entweder direkt durch die Raupen oder durch verbleibende Brennhaare in verlassenen Gespinsten. Die feinen Härchen können zudem mehrere hundert Meter durch die Luft fliegen. Wenn man sie einatmet, kann es zu Atembeschwerden kommen. Bei Berührung reagiert die Haut zunächst mit roten, juckenden Pusteln. Die Spitzen der Brennhaare bohren sich in die Haut und brechen danach ab, zum Beispiel beim Kratzen oder Waschen.

Jul 19

Hier schlugen 2016 die meisten Blitze ein

Der aktuelle Blitz-Atlas zeigt, wo im Vorjahr in Deutschland die meisten Blitze einschlugen.

Foto: pixabay

Foto: pixabay

Im Landkreis Wesel erreichten 2016 die meisten Blitze die Erde. Das ergab die jüngste Auswertung des Blitz-Informationsdienstes von Siemens (BLIDS). In der nordrhein-westfälischen Region wurden 4,1 Blitzeinschläge pro Quadratkilometer registriert und erreicht damit fast den Langzeitrekord von Garmisch-Partenkirchen. Auf Platz zwei und drei befinden sich die bayerische Stadt Aschaffenburg und der nordrhein-westfälische Landkreis Borken mit jeweils rund 3,8 Einschlägen.

Insgesamt weniger Blitzeinschläge

Die geringste Blitzdichte verzeichneten Flensburg und Frankfurt (Oder) mit jeweils 0,2. Insgesamt ging die Zahl der Blitzeinschläge auf 431.644 zurück. 2015 waren es rund 550.000. Hauptgrund für den Rückgang ist laut so BLIDS-Leiter Stephan Thern, dass vergangenes Jahr im normalerweise blitzreichen August sehr wenige Gewitter verzeichnet worden seien. Dass ausgerechnet die bisher blitzarme Region Wesel an oberster Stelle zu finden ist, liegt an wenigen aber dafür heftigen Gewittern in Mai und Juni.

Im Süden mehr Blitzeinschläge

Im Langzeitvergleich von 1999 bis 2016 führt nachwievor Bayern. Tendenziell gebe es in den südlichen Bundesländern wie Bayern und Baden-Württemberg besonders viele Blitzeinschläge, während in Schleswig-Holstein eher wenige zu verzeichnen seien, weiß Thern.

Weitere Informationen: www.siemens.com/blids

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