Kategorienarchiv: Lasst uns übers Wetter reden!

Apr 18

Dieses Brandereignis verdunkelte 2017 die Sonne über Europa

Die Auswirkung großer Waldbrände auf das Klima wurde bisher überschätzt. Die brennenden kanadische Wälder hatten 2017 eine größere Auswirkung als der Ausbruch des Vulkans Pinatubos 1991.

Foto: pixabay (Symbolbild)

Foto: pixabay (Symbolbild)

Waldbrände können die Sonneneinstrahlung in der oberen Atmosphäre noch stärker trüben als Vulkanausbrüche. Zu diesem Schluss sind Wissenschaftler des Leibniz-Insituts für Troposphärenforschung (TROPOS) nach Messungen gekommen. So haben die Waldbrände in Kanada im September des vergangenen Jahres das Sonnenlicht über Europa viel stärker abgeschwächt als der Ausbruch des philippinischen Vulkans Pinatubo 1991.

Waldbrände bisher unterschätzt

Der Ausbruch des Pinatubos galt bisher als größtes Einzelereignis der letzten Jahrzehnte mit Wirkung auf das globale Klima. Damals wurden Gase und Partikel in die obere Erdatmosphäre geblasen, die rund um den Globus das Sonnenlicht trübten. Dadurch sank die Durchschnittstemperatur weltweit um rund ein halbes Grad.

Die Auswirkungen großer Waldbrände auf das Klima wurde bisher offenbar unterschätzt. Experten haben lange angenommen, dass der Rauch nicht weit genug aufsteigt, um sich über die Stratosphäre weltweit ausbreiten zu können. Die Rekordwaldbrände in Kanada und verbesserte Methoden zur Fernerkundung der Atmosphäre haben jetzt dafür gesorgt, dass dieser Zusammenhang deutlicher wurde.

Partikel würden bodennahe Feinstaubwerte übersteigen

Der vergangene ungewöhnlich trockene Sommer sorgte für hohe Waldbrandgefahr in vielen Regionen. Auch durch das Wetter in Kanada war es trocken. Im Nordwesten brannten Wälder wochenlang. 2017 war in der Provinz British Columbia die verheerendste Waldbrandsaison seit Beginn der Aufzeichnungen. Insgesamt brannten dabei über 900.000 Hektar Wald. Die große Menge an Holz, die dabei in Flammen aufging, sorgte für extreme Hitze und starke Aufwinde. Dabei kam es zu Feuerwolken, die wie bei Gewitterwolken bis in große Höhen reichen und wie ein Staubsauger Material von den unteren Schichten der Atmosphäre nach oben saugen.

Nachdem der Rauch in die Stratosphäre gelangt war, bewegte er sich über mehrere Klimazonen ostwärts nach Europa und Nordasien und verteilte sich innerhalb von 20 Tagen über die nördliche Hemisphäre. Die TROPOS-Forscher konnten mit Hilfe von Lichtradaren per Laser den Rauch über Leipzig messen. Mehrere Tage lang war eine Rauchschicht wahrnehmbar, die ihr Maximum am 22. August in 14 bis 16 Kilometern Höhe erreichte. Diese zwei Kilometer dicke Schicht schluckte rund die Hälfte des Sonnenlichts. Die Dämpfung des Lichts war dabei in Leipzig rund 20-mal stärker als beim Ausbruch des philippinischen Vulkans Pinatubo. Die Partikel würden auf dem Boden die zulässigen Feinstaubwerte um das Doppelte übersteigen. Bis Ende Januar dieses Jahren konnten sie gemessen werden.

Apr 11

Gesundheitsschäden durch Klimawandel

Mediziner warnen vor drastischen gesundheitlichen Schäden durch die Erderwärmung.

Foto: Christoph Droste/pixelio.de

Foto: Christoph Droste/pixelio.de

Anlässlich des Weltgesundheitstages am 7. April veröffentlichte das Netzwerk Kritische MedizinerInnen das Positionspapier “Gesundheit braucht Klimaschutz“. Beteiligt waren auch andere Verbände. In dem Manifest wird die neue Bundesregierung aufgefordert, die Gesundheit der Bevölkerung als höchste Priorität anzusehen und globale Verantwortung zu übernehmen.

Kohleausstieg bis 2030

Unabdingbar sei es, so die Initiatoren, alles Notwendige für einen schnellstmöglichen und sozialverträglichen Kohleausstieg zu tun und diesen auf spätestens 2030 verbindlich festzulegen. „Die katastrophalen gesundheitlichen Folgen der Kohleverstromung sind viel zu lange ignoriert worden”, sagt Dr. Alex Rosen, Vorsitzender des Vereins Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges und Ärzte in sozialer Verantwortung (IPPNW Deutschland). Es gebe heute Alternativen in Form der Erneuerbaren Energien und damit keine Rechtfertigung für CO2-Ausstoß mehr. Umwelt und Gesundheit durch Kohleabbau und -verbrennung müsse nicht weiter gefährdet werden, so Rosen. In der Energiewende sieht der Mediziner nicht nur den Atomausstieg, sondern auch den Kohleausstieg.

Physische und psychische Gesundheit gefährdet

Die Verbände sehen die Gefahren nicht nur in Erkrankungen von Herz und Lunge durch Emissionen durch Kohleverbrennung. Auch die Bedrohung der physischen und psychischen Unversehrtheit durch zunehmende Extremwetterereignisse sei ein Thema. “Die drastischen Gesundheitsfolgen des Klimawandels wie die Zunahme von Malaria und Denguefieber oder Nahrungsmittelmangel durch Dürren treffen vor allem arme Menschen im Globalen Süden”, so Dr. Andreas Wulf von medico international. Die historisch Verantwortlichen seien aber die Industriestaaten. “Diese Ungerechtigkeit gilt es abzuschaffen“, betont Wulf. Mit der Forderung nach  Klimagerechtigkeit solidarisiert sich das Netzwerk mit den Hauptbetroffenen des Klimawandels. Dazu zählen die Initiatoren den globalen Süden genauso wie die Kohleabbauregionen der Welt, vom Hambacher Forst über die Appalachen bis Nordkolumbien und Südafrika.

Apr 04

Klima-Abkommen zu ungenau?

Das Klima-Abkommen sieht eine Erderwärmung von maximal 1,5 bis 2 Grad Celsius vor. Forscher haben nun festgestellt, dass die 0,5 Grad Unterschied eine extreme Auswirkung auf die Arktis hätten.

Foto: pixabay

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Der Klimawandel ist in vollem Gange. Die Energiewende, zum Beispiel Energiegewinnung aus Solarthermie, wirkt wie ein Tropfen auf dem heißen Stein. Zu lange ist nichts gemacht worden. Um den Klimaschutz voranzutreiben, haben die 195 Mitgliedstaaten der Klimakonvention der Vereinten Nationen 2015 in Paris das Klima-Abkommen unterzeichnet. Ziel der Vereinbarung ist, dass die Erderwärmung an 2020 auf 2 Grad Celsius begrenzt wird und möglichst unter 1,5 Grad bleibt.

0,5 Grad machen viel aus

Wissenschaftler der University of Colorado Boulder haben festgestellt, dass die 0,5 Grad, die sich die Staaten als “Spielraum” gegeben haben, eine Menge ausmachen könnten. Im Fachmagazin Nature Climate Change schreiben die Forscher, dass der arktische Ozean bei einer Erderwärmung von 2 Grad alle vier Jahre im Sommer eisfrei bliebe, bei einer Erwärmung von 1,5 Grad allerdings alle 40 Jahre. “Eisfrei” bedeutet für die Wissenschaftler, wenn eine Fläche von weniger als einer Million Quadratkilometern mit Eis bedeckt ist. 2012 waren es drei Millionen Quadratkilometer – der bisher schlimmste Sommer. Experten gehen inzwischen nicht mehr davon aus, dass das 1,5-Grad-Klimaziel eingehalten werden kann.

Mrz 28

Kalter Frühling: Dieses seltene Wetterphänomen steckt dahinter

Die Stratosphäre erwärmt sich stark und bringt den Polarwirbel aus dem Gleichgewicht, wodurch kalte Luftmassen aus nördlichen und östlichen Regionen nach Mitteleuropa kommen.

Foto: pixabay

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Obwohl bereits Frühling ist, müssen wir uns nachwievor mit Temperaturen um den Gefrierpunkt abfinden. Trotz zeitweisem Sonnenschein bibberte Europa die vergangenen Wochen. Verantwortlich für den eisigen Spätwinter ist ein seltenes Wetterphänomen, das sich über der Erdatmosphäre in der Stratosphäre abspielt.

Erwärmung der Stratosphäre

Meteorologie-Experten nennen die Vorgänge in 20 bis 25 Kilometer Höhe “Sudden Stratospheric Warming“, also “plötzliche Stratosphärenerwärmung”. Während im Winter in dieser Höhe die Temperaturen bis zu minus 70 Grad Celsius fallen und im Sommer immerhin noch minus 30 Grad vorherrschen, erwärmte sich die Stratosphäre in diesem Frühjahr. Zuletzt war dieses Phänomen zum Jahresbeginn 2013 zu beobachten. Die Temperaturen in der Stratosphäre steigen in solchen Fällen bis zu plus 24 Grad an. Als Ursache für die Erwärmung gilt die Wechselwirkung zwischen dem Nordatlantik, der Troposphäre und der Stratosphäre.

Abgeschwächter Polarwirbel bringt kalte Luft

“Erwärmt sich die Stratosphäre plötzlich sehr stark, wie im aktuellen Fall, schwächt sich der Polarwirbel ab”, erklärt Diplom-Meteorologe Lars Kirchhübel auf der Internetseite des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Der Polarwirbel kann sich sogar umdrehen, komplett zusammenbrechen oder in zwei Äste spalten. Letzteres ist dieses Jahr der Fall. “Das Splitting oder der Zusammenbruch des Polarwirbels hat mit einer zeitlichen Verzögerung Auswirkungen auf die Verhältnisse in tieferen Luftschichten”, so Kirchhübel. Blockierende Wetterlagen sorgen für hohen Luftdruck vom Nordatlantik über Skandinavien bis nach Westrussland. Die über Europa vorherrschende westliche Strömung schwächt sich ab und dreht sich über Mitteleuropa auf östliche Richtungen. Die Temperaturen in Europa sinken. “Mit dieser östlichen Strömung gelangt die Kaltluft, die sich im Bereich der Hochdruckzone über Nord- und Osteuropa ansammelt, in abgeschwächter Form schließlich auch nach Deutschland”, erklärt der Diplom-Meteorologe.

Mrz 21

Waldklimafonds: Lehrer sind jetzt “Klimakönner”

Bundesweite Fortbildungsveranstaltungen sensibilisierten Pädagogen für das Thema “Wald und Klima”.

Foto: pixabay

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Experten wissen: Der Wald ist gut fürs Klima. Er speichert CO2, mindert so den Treibhauseffekt und erhält die Biodiversität. Der Wald passt sich aber auch dem Klimawandel an. Im Projekt „Motivationswerkstatt Wald und Klima – Pädagogische Module für den Klimaschutz durch Wald und Holz“ wurden Lehrerinnen und Lehrer für das Thema sensibilisiert. Auch Erzieherinnen und Erzieher in Kitas haben teilgenommen. Die bundesweiten Fortbildungsveranstaltungen wurden vom Waldklimafonds getragen und von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) durchgeführt. Projektträger ist das Bundeslandwirtschaftsministerium. Die Abschlussveranstaltung findet als Fachtagung „Wald Klima Bildung“ am 26. und 27. März in Würzburg statt.

„Durch den Waldklimafonds ist ein Instrument geschaffen worden, um der Gesellschaft die große Bedeutung des Waldes für den Klimaschutz deutlich zu machen”, sagte SDW-Bundesgeschäftsführer Christoph Rullmann. Die Nutzung von Holz aus nachhaltiger Waldwirtschaft sei wichtig für den Klimaschutz, so Rullmann. Wald und Klima über Angebote für die Bildungslandschaft zu stärken, sieht er als kontinuierliche Aufgabe des Waldklimafonds.

Pädagogen interessiert

Die Nachfrage nach den Fortbildungsveranstaltungen war groß. „Ich habe Akteure der Umweltbildung kennengelernt, Erfahrungen zum Thema Wald und Klima ausgetauscht und traue mir jetzt zu, das Thema in meiner Kita anzugehen“, freut sich eine teilnehmende Erzieherin. Im Projekt ist ein breites Spektrum an Bildungsmaterialien entstanden, das die Themen adressatengerecht aufbereitet. Neben klassischen Lerneinheiten und Arbeitsaufträgen für die Schule gibt es Anregungen für Projekttage im Wald und eine sogenannte Klimakönner-App.

Mrz 14

Das Geheimnis der Loch-Wolken ist gelüftet

Die Loch-Wolken gehören nicht zu den Wolkenarten, sie sind menschengemacht.

Foto: H. Raab/Wikimedia/CC 3.0

Foto: H. Raab/Wikimedia/CC 3.0

Über Ballungsräumen kommt es immer wieder zu sogenannten Hole-Punch-Clouds, Löcher in Wolken. Diese können zum Beispiel durch den Start von Flugzeugen entstehen. Die Abgase lassen die Regentropfen gefrieren, die daraufhin absinken und Löcher in die Wolken reißen. Doch im Gegensatz zu dem, was Wissenschaftler seit Jahren in Nordindien beobachten, sind die “Flugzeug-Löcher” relativ klein. Selbst die US-amerikanische Raumfahrtbehörde NASA bezeichnete 2016 die Wetterphänomene als Rätsel.

Urbane Wärme ist die Ursache

Die NASA-Forscher gingen der Sache nach und kamen zu dem Entschluss, dass in dieser Region Flugzeuge nicht in Frage kommen. Nachdem sie die Wetterkarte auf einen Atlas projiziert hatten, bemerkten sie, dass die Löcher direkt über oder neben Großstädten liegen. Das größte Loch entdeckten Sie über der Riesenstadt Neu-Delhi. Die Vermutung der amerikanischen Wissenschaftler, die Löcher hätten etwas mit den Städten zu tun, bestätigt nun eine Studie.

Die indischen Wissenschaftler Ritesh Gautam vom Indian Institute of Technology Bombay und Manoj Singh von der University of Petroleum and Energy Studies haben nun die Lösung für das Rätsel gefunden. Die Löcher entstehen durch die Wärme, die Städte abgeben. Die Forscher haben dazu Satellitenbilder der betreffenden Region aus der Zeit von 2000 bis 2016 ausgewertet. Sie verglichen die Größe der Wolkenlöcher mit den darunter liegenden Städten – je größer die Stadt desto größer das Wolkenloch. Sie sprechen vom sogenannten Hitzeinseleffekt.

Dichte Bebauung speichert Wärme und gibt diese an ihre Umgebung ab. Fehlende kühlende Vegetation verstärkt die Wirkung. Je dichter besiedelt eine Region ist, desto größer fällt der Temperaturunterschied zur ländlichen Umgebung aus. Da warme Luft keine Feuchtigkeit abgibt, bildet sich über den Städten kein Nebel, nur eben rundherum. Dadurch entstehen die Löcher in den Wolken. Das Phänomen wurde nicht nur in Indien beobachtet, sondern auch in anderen Regionen Asiens, in Amerika und auch in Europa.

(Foto-Lizenz)

Mrz 07

Richtige Fruchtfolge schützt das Klima

Eine neue Ökobilanz-Methode verbessert den CO2-Fußabdruck landwirtschaftlicher Produkte.

fruchtfolge

Foto: pixabay

Die Fruchtfolge wirkt sich als Gründüngung nicht nur auf die Bodenbeschaffenheit aus, sondern auch auf die Klimabilanz von Produkten wie Brot, Milch und Biokraftstoffe aus. Eine neue Methode ermöglicht es der Landwirtschaft, die CO2-Bilanz verschiedener Fruchtfolgen zu vergleichen und damit ihre Bewirtschaftungsweise klimatauglich zu optimieren.

Untersucht und bewertet wurden sowohl die Fruchtfolgen als auch die Ernterückstände wie Stroh. „Erstmals können wir nun produktbezogene CO2-Fußabdrücke landwirtschaftlicher Erzeugnisse berechnen, die in Fruchtfolgesystemen angebaut wurden“, erklärt Dr. Gerhard Brankatschk von der TU Berlin. Der Forscher hat sich im Rahmen seine Dissertation mit den Ökobilanzen von Agrarprodukten auseinandergesetzt.

Ökobilanz sinkt, aber steigt auch

In einer mehrjährigen Studie hat Brankatschk die Klimabilanzen verschiedener Produkte unter Einbezug der Mischkultur beziehungsweise des Nebenprodukts Stroh neu berechnet. Die Ergebnisse wurden mit bisherigen Erkenntnissen verglichen. Betrachtet wurden Brot aus Weizen, Milch von Kühen und Biodiesel aus Raps sowie Bioethanol aus Stroh. Ein Anbau in Fruchtfolgen verbessert die CO2-Bilanzen von Brot, Milch und Biodiesel um elf Prozent, 22 Prozent beziehungsweise 16 Prozent. Stroh, relevant für Nutztierhaltung und Bodenfruchtbarkeit, verschlechtert allerdings die CO2-Bilanz von Biokraftstoffen aus Stroh um 80 Prozent.

Aussagekräftiges Instrument

„Wir empfehlen Anpassungen der bisherigen Bilanzierungspraxis und einzelner gesetzlicher Vorgaben“, erklärt Brankatschk , “darunter die der Erneuerbare-Energien-Richtlinie der Europäischen Union, die derzeit überarbeitet wird.“ Mit dem international anerkannten Instrument ‘Ökobilanzen‘ steht nun nicht nur der Landwirtschaft, sondern auch der Politik und der Wirtschaft ein aussagekräftiges und attraktives Instrument zur Nachhaltigkeitsbewertung zur Verfügung. “Unsere Berechnungen berücksichtigen auch die Nährwerte für Nutztiere und beziehen so die beiden anspruchsvollen UN-Nachhaltigkeitsziele Ernährungssicherung und Bekämpfung des Klimawandels mit ein.”, so Brankatschk.

Feb 28

Wie Mais das Klima beeinflusst

Der Strukturwandel in der Landwirtschaft der USA sorgt in manchen Regionen für ungewöhnliches Klima.

mais

Foto: pixabay

Klimawandel, Treibhauseffekt: Die ganze Erde erwärmt sich fortschreitend mit unterschiedlicher Geschwindigkeit. Während in der Arktis und der Antarktis die Temperaturen schneller steigen, erwärmen sich die tropischen Regionen langsamer. Doch eine Gegend erwärmt sich gar nicht, die Temperaturen gehen sogar zurück: Im Mittleren Westen und im Nordwesten der USA ist die Durchschnittstemperatur in den vergangenen Jahrzehnten um ein Grad Celsius zurückgegangen, während die Niederschläge um 35 Prozent zugenommen haben.

Maisblätter machen das Wetter in Regionen der USA

Wie das Wissenschaftsportal spektrum.de berichtet, haben Wissenschaflter des Massachusetts Institute of Technology den Grund für dieses Phänomen herausgefunden: Der Strukturwandel in der Landwirtschaft der Region. Während die Gegend traditionell immer von Viehzucht geprägt war, erfuhr der Maisanbau einen erheblichen Aufschwung. Heute werden 400 Prozent mehr angebaut als noch vor 50 Jahren.

Die großen Blätter der Maispflanzen verdunsten sehr viel Wasser. Dieses kondensiert und wird zu Regen. Dieser Vorgang hat gleichzeitig eine kühlende Wirkung. Die Forscher haben festgestellt, dass sich die Region ohne diesen Einfluss ebenfalls erwärmen würde. Im Osten Chinas ist das Phänomen ebenfalls zu beobachten.

Feb 21

Extremwetter: Umfrage unter Landwirten zu Schäden

Mithilfe von betroffenen Betrieben entwickelt das Julius-Kühn-Institut ein Monitoring zu Extremwetterschäden.

ExtremwetterDas Julius Kühn-Institut (JKI) baut zusammen mit sechs Partnern ein Monitoring zum Erfassen von Extremwetterschäden, wie Hagel- oder Sturmschäden, auf. Landwirte werden gebeten, an einer Umfrage zu Schäden teilzunehmen. Ziel ist es, Betriebe künftig besser beraten zu können, womit in ihrer Region tatsächlich zu rechnen ist und was man vorbeugend tun kann. Angesprochen sind Produzenten sämtlicher land-, obst- und gartenbaulicher Freilandkulturen in ganz Deutschland. Neben einer für landwirtschaftliche Betriebe zugeschnittenen Versicherung, einer Sachversicherung oder Gebäudeversicherung spielt das Risikomanagment eine große Rolle.

Werkzeuge für Landwirte und Berater

Das EMRA genannte System soll letztlich eine Sammlung von Werkzeugen werden, welches Landwirte und Berater beim Management von Extremwetterereignissen unterstützt. Zentraler Baustein ist die Sammlung von Meldungen über bereits aufgetretene Schäden durch Wetterextreme in Deutschland.

Das Ausfüllen dauert ungefähr 5 bis 10 Minuten. Alle Daten werden in anonymisierter Form erfasst und ausgewertet. Die Ergebnisse der Umfrage werden nach Abschluss auf dem EMRA-Webportal http://emra.julius-kuehn.de veröffentlicht. Dort sind ab März 2018 auch weitere Hintergrundinformationen zum Projekt verfügbar.

An der Umfrage kann hier teilgenommen werden.

Feb 14

Deshalb bringt der Klimawandel mehr Starkregen

Extremwetterereignisse nehmen zu, die Menschen wünschen sich einen professionellen Umgang mit den Folgen. Weiterlesen »

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