Kategorienarchiv: Lasst uns übers Wetter reden!

Nov 15

Klimaschutz und Ernährungssicherheit in Einklang bringen

Um Klimaschutz und Ernährungssicherheit in einen fairen Ausgleich zu bringen, ist umfangreiches Wissen bei beiden Themen nötig. Das BMEL fördert den globalen Austausch.

Foto: Christoph Püschner/Diakonie Katastrophenhilfe

Foto: Christoph Püschner/Diakonie Katastrophenhilfe

Die Landwirtschaft steht in der Kritik, mit Treibhausgasemissionen, einen wesentlichen Teil zum Klimawandel beizutragen. Dabei ist der CO2-Ausstoß der Agrarwirtschaft, im Gegensatz zu den Emissionen etwa aus dem Verkehr, in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesunken. Die Rolle der Landwirte für die globale Ernährungssicherheit bleibt innerhalb der Klimadebatte oft auf der Strecke. Im Fokus steht meist nur der Treibhauseffekt. Laut den Vereinten Nationen wird die Weltbevölkerung bis 2050 von derzeit rund 7,5 Millarden auf 10 Milliarden ansteigen.

Ziele mit Wissen erreichen

Grundlage, um gemeinsame Ziele zu erreichen, ist Wissen weiterzugeben und auszutauschen. Deshalb hat jetzt das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) gemeinsam mit der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) ein Projekt für den Wissenstransfer angestoßen. Von dem „Knowledge-hub“ sollen auch Entwicklungsländer profitieren. „Landwirtschaft ist kein Selbstzweck, sondern die Grundlage der weltweiten Ernährungssicherung“, sagte BMEL-Staatssekretär Peter Bleser bei der Eröffnung des FAO-Landwirtschaftstages im Rahmen der Weltklimakonferenz in Bonn.

Deutschland spielt tragende Rolle

Die Bekämpfung des Hungers sei die vorrangige Aufgabe der Landwirte, so Bleser, dabei müsse anerkannt werden, dass Lebensmittel nicht emissionsfrei erzeugt werden können. Er wies aber auch darauf hin, dass es auch darum geht, möglichst klimaschonend zu arbeiten. Die Landwirtschaft spielt eine zentrale Rolle bei der Umsetzung der Klimaziele, da sie der einzige Sektor ist, der Treibhausgase speichern kann.

„Deutschland hat als Gunstregion die Verpflichtung, Flächen nachhaltig für die Ernährungssicherung zu nutzen“, betonte Bleser. Er fasste zusammen: „Neueste wissenschaftliche Erkenntnisse müssen allen Akteuren, auch in Entwicklungsländern, zur Verfügung stehen. Die Klimaziele sind nur durch ein Miteinander von Landwirten, Wissenschaftlern, Politik und Zivilgesellschaft zu erreichen.“ Das BMEL fördert die Wissensplattform Landwirtschaft und Klima mit 500.000 Euro.

 

Nov 08

Klimagipfel: Landwirte tun etwas für den Klimaschutz

Landwirte kämpfen gegen den Klimawandel, weil sie selbst betroffen sind.

Foto: pixabay

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Vor dem Hintergrund des UN-Klimakonferenzgipfels COP23 in Bonn macht der Deutsche Bauernverband (DBV) erneut auf die Leistungen der Landwirtschaft für den Klimaschutz aufmerksam. Der Beitrag der deutschen Landwirte: Effiziente und klimaschonende Nahrungsmittelerzeugung, CO2-Speicherung im Boden und die Erzeugung von Bioenergie. „Eine produktiv ausgerichtete Landwirtschaft ist Teil der Lösung bei der Umsetzung des Pariser Klimaabkommens.“, so der Bauernverband. Diese Rolle müsse auch bei der Weltklimakonferenz in Bonn berücksichtigt und gestärkt werden.

„Deutschland als Co-Ausrichter der Klimakonferenz kann zeigen, wie eine nachhaltig effiziente Lebensmittelproduktion in Einklang mit der Bereitstellung von Bioenergie funktionieren kann.“, sagte DBV-Generalsekretär Bernhard Krüsken im Vorfeld des Gipfels. Die Landwirtschaft in Deutschland sei sich ihrer Verantwortung bewusst, aber Klimaschutz ist eine globale Herausforderung, der sich einzelne Staaten nicht entziehen dürfen, so Krüsken weiter. „Beim Klimagipfel sollte nicht vergessen werden, dass es die Bauern sind, die mit den Folgen des Klimawandels umgehen und für unsere Ernährung sorgen müssen.“, mahnte Krüsken.

Treibhausgase aus Landwirtschaft stark verringert

In den letzten 15 Jahren hat sich der Treibhausgasausstoß der Landwirtschaft um gut 16 Prozent verringert. Auch die Erträge auf den Feldern und in den Ställen konnten durch eine verbesserte, klimaeffizientere Produktion gesteigert werden. So stiegen die Raps- und Weizenerträge um circa ein Viertel. Die Milchleistung je Kuh nahm um knapp ein Drittel zu. „Das zeigt, dass die deutsche Landwirtschaft mit immer weniger Treibhausgasen immer mehr Lebensmittel erzeugt.“, erklärte der Generalsekretär. Zusätzlich helfe die Landwirtschaft anderen Wirtschaftsbereichen in Sachen Bioenergie beim Klimaschutz. „Ohne Biokraftstoffe hätten die Emissionen durch den Verkehr im Jahr 2016 um 7,3 Millionen Tonnen CO2 höher gelegen“, so Krüsken, „und damit den Emissionswert von 1990 nicht nur leicht, sondern deutlich übertroffen.“

Starkes Eigeninteresse der Landwirtschaft

Den weltweiten Klimaschutz in und mit der Landwirtschaft voranzubringen sei nur möglich, wenn in effizientere Produktionsmethoden investiert und die Anpassungsfähigkeit der Landwirtschaft an den Klimawandel gestärkt werde, fährt Krüsken fort. Der DBV-Generalsekretär weist auch auf das Eigeninteresse der Landwirte am Klimaschutz hin: „Wir spüren in der Landwirtschaft heute bereits die Auswirkungen des Klimawandels. Schädlinge aus anderen Klimazonen wie die Kirschessigfliege finden den Weg zu uns, können überwintern und bedrohen ganze Ernten. Wetterextreme erschweren das Wirtschaften und fordern die Züchtung neuer Sorten heraus.“ 2017 hatten besonders die Obstbauern und Winzer in Deutschland massive Frostschäden. Deshalb seien auch Beratung, Forschung sowie Vorsorge- und Versicherungslösungen notwendig, um die Landwirtschaft für die Herausforderungen des Klimawandels fit zu machen, resümiert Krüsken.

Nov 01

Heimischer Biodiesel am Ende?

EU-Parlament stimmt gegen Klimaschutz durch europäische Biokraftstoffe.

Foto: kelifamiliy/123rf.com

Foto: kelifamiliy/123rf.com

Der Umweltausschuss des Europäischen Parlaments hat gegen die Zukunft der Biokraftstoffe aus Anbaubiomasse abgestimmt. Diese sollen bis 2030 zur Gänze auslaufen. Zugleich sollen ab 2021 sogenannte iLUC-Faktoren eingeführt werden.

iLUC steht für „Indirect Land Use Change“, also „indirekte Landnutzungsänderung“. Dabei fließen Treibhausgasemissionen aus dem Anbau der Pflanzen in die Klimabilanz der Biokraftstoffe ein. Die Emissionen entstehen aus den landwirtschaftlichen Bearbeitungsschritten, wie Aussaat oder Düngung. Die positive Klimabilanz der Produkte wird so getrübt. 2015 hatten sich das EU-Parlament und der EU-Rat noch gegen diese Berechnungen ausgesprochen. Der Fokus der EU-Parlamentarier liegt jetzt auf Elektromobiliät.

Ausschluss unberechtigt

Der Deutsche Bauernverband (DBV) hält einen faktischen Ausschluss von Biodiesel und Pflanzenölen infolge eines Malus aus indirekten Landnutzungsänderungen für unberechtigt. Die Forderung des EU-Umweltausschusses, Strom für Elektromobilität fünffach auf das Klimaziel anzurechnen, sei nur virtueller Klimaschutz, so der Bauernverband. Das sei im Sinne eines tatsächlichen Klimaschutzes nicht vertretbar.

Mit Palmöl in einem Topf

Laut der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) sind die iLUC-Faktoren an die Palmöl-Problematik und der damit zusammenhängenden Rodungen des Regenwaldes adressiert. Die Union befürchtet aber, dass sie vor allem den europäischen

Okt 25

Extremer CO2-Anstieg durch El Niño

Durch das Klimaphänomen El Niño gelangen 8,8 Milliarden Tonnen mehr Kohlendioxid in die Atmosphäre.

Foto: pixabay (Symbolbild)

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Durch das pazifische Wetterphänomen El Niño kommt es nicht nur etwa alle zwei bis sieben Jahre zu Überschwemmungen und Dürrekatastrophen. „Das (Christ)-Kind“, wie es südamerikanische Fischer benannten, sorgt auch für erhöhte Kohlendioxidwerte in der Atmosphäre und verstärkt dadurch den Treibhauseffekt. Das haben jetzt Wissenschaftler der Max-Planck-Institute für Chemie und für Biogeochemie anhand von Satellitendaten und Bodenmessstationen ermittelt. Zum Jahreswechsel 2015/2016, an dem El Niño wieder auftrat, gelangten 8,8 Milliarden Tonnen Kohlendioxid (CO2) zusätzlich in die Atmosphäre. Das Gas wird hauptsächlich für den Klimawandel verantwortlich gemacht.

Geschwächte Vegetation

Während es durch El Niño im Nordwesten Südamerikas zu Überschwemmungen kommt, haben das Amazonasgebiet, Südostasien und Ostafrika mit Dürreperioden zu kämpfen. Diese haben nicht nur Hunger zur Folge. Die Vegetation wird geschwächt und kann weit weniger Photosynthese betreiben als gewöhnlich. Dieser Umstand ist Forschern schon seit längerer Zeit bekannt. Doch erst jetzt konnte der Kohlendioxidschub beziffert werden.

El Niño ist ein natürliches Warmwasserphänomen, das unregelmäßig die Wassertemperaturen und Meeresströmungen im äquatorialen Pazifik durcheinanderbringt. Das hat enorme Auswirkungen auf das Wetter auf der gesamten Südhalbkugel. Während manche Gegenden mit massiven Niederschlägen zu kämpfen haben, leiden andere unter Dürre. Selbst das Wetter auf der Nordhalbkugel wird noch beeinflusst. Bedingt durch die chaotische Natur des Klimasystems, verläuft dieser Zyklus nicht streng periodisch und kann deshalb nur schwer vorhergesagt werden. El Niño beudeutet „das Kind“. Südamerikanische Fischer haben das Naturphänomen in Bezug auf „Christkind“ so genannt, weil es immer um die Weihnachtszeit auftritt.

Okt 18

Niederschläge bedrohen Kartoffelernte im Norden

In Norddeutschland haben Landwirte Probleme, Kartoffeln zu ernten und einzulagern. Bundesweit wird die Ernte normal ausfallen.

Foto: pixabay

Foto: pixabay

Für 2017 wird nach zwei mäßigen Kartoffeljahren mit einer normaleren Kartoffelernte gerechnet. Das teilt der Deutsche Bauernverband (DBV) mit. Die Gründe liegen laut dem DBV in einer Ausweitung der Anbaufläche um 2,4 Prozent auf 248.400 Hektar und in höheren Erträgen. Derzeit wird bundesweit mit einer Ernte von 11,3 Millionen Tonnen gerechnet, das sind fast 5 Prozent mehr als im Vorjahr.

Niedersachsen wichtiger Kartoffellieferant

In einigen Regionen hatten in den vergangenen Wochen Kartoffelbetriebe allerdings aufgrund anhaltender starker Regenfälle Probleme, die Ernte einzufahren. Trotz erntereifer Kulturen waren diese nicht zu befahren. Betroffen waren vor allem niedersächsische Landwirte. Obwohl sich das Wetter in den vergangenen Tagen freundlicher wurde, muss in Norddeutschland ab kommendem Wochenende wieder mit Niederschlägen gerechnet werden. Ernteausfälle in Niedersachsen haben eine große Auswirkung auf den Bundesdurchschnitt, da sich in dem Bundesland 45 Prozent der deutschen Kartoffel-Anbaufläche befindet.

Risikomanagement wird wichtiger

Aufgrund von vermehrten Extremwetterereignissen wird für landwirtschaftliche Betriebe aktives Risikomanagment immer wichtiger. Darauf weist auch der Deutsche Bauernverband immer wieder hin.

Die Chemnitzer gvf VersicherungsMakler AG schafft mit ihrem Produkt „Die Wetterversicherung“ Absicherung für die Landwirtschaft. Sinken Erträge durch schlechtes Wetter, entstehen Einnahmeverluste und Zusatzausgaben. Durch finanzielle Entschädigung werden Ernteertragsverluste „geglättet“. Die Einnahmesituation und das Jahresergebnis bleiben kalkulierbar. Die Wetterversicherung ist eine Ertragsversicherung, die betriebsindividuell die für die jeweiligen Feldfrüchte riskanten Ausprägungen von Temperatur und Niederschlag versichert.

Weitere Informationen:
www.gvf.de
www.die-wetterversicherung.de

 

 

Okt 11

Schickt uns der Pazifik Hurrikans nach Europa?

Wer Antworten auf diese Frage haben möchte, kann an einem Online-Kurs von EUMETSAT teilnehmen.

Foto: pixabay (Symbolbild)

Foto: pixabay (Symbolbild)

Ob ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen dem Anstieg der Meerestemperaturen und den vermehrt auftretenden schweren Hurrikans in Amerika besteht, darüber streiten sich die Wissenschaftler noch. Viele Forscher gehen davon aus. Vor allem Schwankungen des Phythoplanktons und die Einflüsse des Temperaturanstieges des Pazifiks bereiten den Forschern Kopfzerbrechen. Phytoplankton besteht aus mehreren Algenarten, zum Beispiel aus Grün-, Kiesel-, und Goldalgen. Es ist ein elementarer Bestandteil der Nahrungskette und wichtig für die Photosynthese.

Auf den ersten Blick scheint es, als bestünde kein Zusammenhang zwischen den kürzlich verursachten Hurrikan-Schäden und den Veränderungen in den Ozeanen auf das europäische Wetter. Doch die Klimaveränderung ist etwas Globales. Deshalb ergibt sich die Frage, ob auch wir in Europa mit ähnlichen Katastrophen wie die Bewohner des amerikanischen Kontinents rechnen müssen. Die Entwicklung des Phytoplanktons und die Wassererwärmung in Bezug auf Europa wird erst seit 2016 vom Copernicus Sentinel-3-Satelliten verstärkt beobachtet. Das Gute daran: Die Daten sind nicht nur Wissenschaftlern vorbehalten, sondern für jeden frei verfügbar.

Am 16. Oktober wird EUMETSAT in einem Update des EU-finanzierten Online-Kurses „Monitoring the Oceans from Space“ die Daten präsentieren. Die Anmeldung für den Kurs ist ab sofort möglich.

Weitere Informationen finden Sie unter:

www.futurelearn.com/courses/oceans-from-space
www.eumetsat.int/website/home/index.html

Okt 04

So entsteht Regen wirklich

Lassen sich abrupte Regengüsse in Zukunft besser vorhersagen?

Foto: pixabay

Foto: pixabay

Die Ursache von abrupten Regengüssen ist für Wissenschaftler nach wie vor ein Rätsel. Ein Grund dafür ist unter anderem, dass echte Wolken für aufwändige Laborexperimente zu kompliziert sind. Ein Forscherteam des Max-Planck-Instituts für Dynamik und Selbstorganisation aus Göttingen hat nun anhand einer nur wenige Zentimeter großen Zelle herausgefunden, wie sich Regengüsse aufbauen.

Die Wissenschaftler fanden heraus, dass ein kalter Tropfen in seinem Gefolge einen Strom von Mikrotröpfchen erzeugt und nach sich zieht. In echten Wolken könnten solche Tropfen, beziehungsweise Hagelkörner, neue Mikrotröpfchen generieren und somit die Regenmenge und Regenintensität entscheidend beeinflussen.

Um die Erdatmosphäre erfolgreich nachzuahmen benutzten die Forscher ein Gemisch aus Schwefelhexafluorid und Helium, welches sie zwischen zwei horizontale Platten mit etwa zwei Zentimeter Abstand füllten. Mit Hilfe von Spiegeln war es den Wissenschaftlern möglich, die Strömung zwischen den Platten von der Seite zu beobachten. In dem System der Göttinger fungierte das Schwefelhexafluorid als atmosphärisches Wasser, welches je nach Temperatur und Druck entweder flüssig oder gasförmig ist. Das Helium spielte die Rolle der anderen Gase in der Atmosphäre, wie Stickstoff und Sauerstoff. Die Erkenntnisse der Wissenschaftler sind wichtig, um die Regenwahrscheinlichkeit genauer vorhersagen zu können.

Sep 27

Klima: EU-Parlament will Waldnutzung nicht einschränken

Im Gegensatz zur EU-Kommission spricht sich das EU-Parlament nicht dafür aus, die intensive Waldnutzung zu beschränken.

Foto: FVA/H. Gössl

Foto: FVA/H. Gössl

In der jüngsten Plenarabstimmung über die Regeln zur Erfassung der Kohlendioxid-Bilanz der Land- und Forstwirtschaft (LULUCF) sprach sich das EU-Parlament für intensive Waldnutzung aus. Bedingung: Die Wälder müssen zugleich eine Treibhausgassenke sein.

Der Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Bernhard Krüsken, begrüßt die Entscheidung: „Dies ist ein wegweisendes Signal für grünes Wachstum im ländlichen Raum und einen wirtschaftlich nachhaltigen Klimaschutz durch die Land- und Forstwirtschaft“.

Entgegen dem Vorschlag der EU-Kommission will das EU-Parlament die zukünftige Waldbewirtschaftung nicht an der vergangenen Bewirtschaftungsintensität ausrichten. Die Abgeordneten haben sich auch dafür ausgesprochen, den in der Klimabilanzierung anrechenbaren Anteil der Treibhausgassenke aus der Waldbewirtschaftung durch Holzprodukte zu erhöhen. Dies sei ein wichtiges Zeichen für die Bioökonomie und die Substitution fossiler Materialien, so Krüsken. „Der Nutzwald ist der ,Klimawald, denn ein solcher Wald kann durch hohe Zuwachsraten und Holznutzung der Atmosphäre mehr Kohlendioxid entziehen als ein ungenutzter Wald“, betonte der Generalsekretär. Kritisch sei aber die Möglichkeit zur Neuberechnung der sogenannten Forstreferenzwerte. Diese ist weiterhin im Verordnungsvorschlag für die künftige Klimabilanzierung enthalten.

Sep 20

Schäfchenwolken werden wichtiger

Die schöne Wolkenformation entsteht durch unsichtbare Schwerewellen. Diese nehmen mehr Einfluss auf das Wetter als bisher angenommen.

scha%cc%88fchenwolkenpixabayJeder kennt die sogenannten Schäfchenwolken. Sie sind schön anzusehen, waren aber bislang für Wetterprognosen relativ unbedeutend. Die leichtfüßige Wolkenformation ist ein Ergebnis der sogenannten Schwerewellen. Diese sind der Wissenschaft zwar schon länger bekannt, aber erst jetzt haben Forscher der Goethe-Universität Frankfurt herausgefunden, dass diese für das Auge unsichtbaren Wellen mehr Einfluss auf die Wetterentwicklung nehmen als bislang bekannt.

Schwerewellen entstehen in der Atmosphäre durch destabilisierende Prozesse. Das geschieht beispielsweise an Wetterfronten, bei Gewittern oder wenn Luftmassen über Gebirge streichen, wie zum Beispiel beim Münchner Föhn. Selbst für Klima- und Wettervorhersage-Modelle waren sie bislang wegen ihrer kurzen Wellenlänge weitgehend unsichtbar. Erst durch spezielle Zusatzkomponenten in den Modellen können die Effekte von Schwerewellen berücksichtigt werden. Das testen die Wissenschaftler jetzt in einem weiteren Schritt. Dabei sollen die praktischen Auswirkungen auf die Wettervorhersagen erforscht werden

Soviel weiß man schon: Obwohl die Wellen vergleichsweise kurze Längen von nur einigen 100 Metern bis zu einigen 100 Kilometern haben, beeinflussen sie die Verbreitung von Wasserdampf und die großräumigen Winde und Temperaturverteilungen erheblich. Am stärksten ausgeprägt ist dieser Effekt in den höheren Schichten der Atmosphäre. Diese wirken wiederum so stark auch auf die tieferen Schichten ein, dass eine realistische Modellierung von Wetter und Klima in der Atmosphäre nicht ohne Berücksichtigung von Schwerewellen möglich ist. Schwerewellen sind aber auch für die Vorhersage von Turbulenzen für den Flugverkehr wichtig und sie spielen eine bedeutsame Rolle in Starkwetterereignissen wie schweren Regenfällen oder Stürmen.

Sep 13

Hurrikan „Irma“ und die Auswirkungen auf Europa

Wissenschaftler sehen die Ursache für die zunehmenden Wirbelstürme in der Klima- und Energiepolitk der USA. Ein Klimaforscher warnt vor Auswirkungen auf Europa.

Irma auf dem Weg von der Karibik in Richtung Florida am 8. August. Foto: NASA

Irma auf dem Weg von der Karibik in Richtung Florida am 8. August. Foto: NASA

Nachdem der Hurrikan „Irma“ von der Karibik über Florida gezogen ist, ist klar: Das war der schwerste Wirbelsturm aller Zeiten – dutzende Tote auf den karibischen Inseln und in den USA. In ersten Schätzungen gehen Experten von Schäden im zweistelligen Milliardenbereich aus. Inzwischen ist das Auge des Hurrikans in den Bundesstaaten Georgia und South Carolina angekommen.

Warmer Ozean stärkt Hurrikans

Ob Wirbelstürme dieser Größenordnung unmittelbar mit dem Klimawandel etwas zu tun haben, darüber sind sich die Wissenschaftler noch uneinig. Anders Levermann vom Potsdam-Institut für Klimaforschung (PIK) differenziert: „Hurrikans holen ihre zerstörerische Energie aus der Wärme des Ozeans, und die Wassertemperaturen in der Region sind überhöht.“ Die Gründe sieht der Klimaforscher im Verbrennen von Kohle, Öl und Gas. „Der Klimawandel verursacht also diese Stürme nicht, aber kann ihre Folgen übel verschlimmern.“, so Levermann.

Klimaforscher warnt vor Wüste in Europa

Hans Joachim Schellnhuber leitet das PIK. Der Klimaforscher geht sogar noch einen Schritt weiter und hält es für möglich, dass Stürme die Sahara nach Südeuropa tragen könnten. Noch dieses Jahrhundert könnten laut Schellnhuber Sizilien und Andalusien davon betroffen sein. „Die Elemente Feuer, Wasser und Luft wenden sich nun gegen uns, weil wir den Planeten aus dem Gleichgewicht bringen. Viele weitere Wirbelstürme könnten die Menschheit heimsuchen“, so der Wissenschaftler.

Versinkt der amerikanische Kontinent?

Durch den Hurrikan kam es auf den Inseln und in Florida zu heftigen Sturmfluten. Der Geologe Makan A. Kareger von der Universität South Florida, der derzeit am Institut für Geodäsie und Geoinformationen Bonn forscht, warnt vor vermehrten Überflutungen. Gerade der amerikanische Kontinent sei betroffen. „In der letzten Eiszeit vor rund 20.000 Jahren waren weite Teile Kanadas von einem Eispanzer überzogen. Diese ungeheure Masse presste den Kontinent in die Tiefe“, erklärt Kareger, „dabei wurde der Erdmantel unter dem Eis teilweise zur Seite gedrückt, wodurch sich die eisfreien Küstenregionen anhoben.“ Als dann die Gletscher schmolzen, habe sich der Prozess umgekehrt, erläutert Karegar weiter. Seit etwa 10.000 Jahren sinke die Ostküste daher wieder ab.

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